Außendämmung bei Fachwerk

27.01.2006



Guten Abend,

wir haben ein altes Fachwerkhaus, auf das einen neuen Dachstuhl benötigt. Aufgrund der Lage der bisherigen Fußfetten haben wir uns dazu entschlossen, vor die vorhandenen Außenwände, die teilweise aus Fachwerk mit Lehmausfachung, Fachwerk mit Bimsausmauerung und teilweise aus Hohlblocksteinen besteht, ein komplett zweite Fachwerkaußenschale (aus Lärche) zu setzen, auf die der neue Dachstuhl gesetzt werden soll. Zwischen den jetzigen Außenwänden und den neuen Außewänden stehen 6 cm für zusätzlich Dämmung zur Verfügung. Ich habe schon mit mehreren Leuten gesprochen und auch schon viele Seiten im Internet durchsucht, um einen guten Wandaufbau zu erreichen. Bis jetzt sind folgende Lösungsvorschläge gekommen:
1. Die Gefache mit Styrodur ausfüllen und den Zwischenraum
mit Steinwolle dämmen.
2. Die Gefache mit Gasbetonsteinen ausmauern und den
Zwischenraum mit Isoflock ausblasen
3. Die gefache mit Bimsteinen ausfachen, in den Zwischenraum
eine bitumierte oder gewachste Dämmplatte mit einer
Hinterlüftung einbauen, aus den alten gefachen die
Füllungen entfernen und dort dämmen
4. Die Gefache mit Lehmsteinen ausmauern und die Dämmung
mit Isoflock ausführen.

Ist einer der Vorschläge zu empfehlen oder alle falsch?



Fachwerk mal zwei!



Hallo
meine Kontonummer lautet: 47 87 ...!
wenn Sie zu viel Geld haben kann ich Ihnen auch helfen!

eine zweite Fachwerkwand würde ich nicht machen - da kann man ja gleich ein Haus neu bauen - Fundamente, Statik (H-Lasten), Aussteifungen etc. etc.

Wenn dann die Kostruktion ertüchtigen mit weniger Mitteln und sinnvollen Ein- und Ausstattungen.
Keine obskuren Dämmverfahren und Artfremde Steine oder Auffüllungen verwenden!

möglich wäre als Ausfachung der 1200 er Leichtlehmstein von Claytec oder der 600er
"Leichtlehmsteine 07.011 (1200 NF) und 07.013 (700 2DF)" mit Lehmmörtel, oder aber auch mit Kalkmörtel (04er), dann aussen mit mehrlagigem Kalkputz und Kalkkaseinfarbe arbeiten - seit hunderten Jahren bewährt und auf die Konstruktion und Situation optimiert - ... gut: Lehmgeflecht und Bewurf ist das bewährte und erprobte - aber qualitativ sind da wenig Unterschiede ...

konzeptionell mit der Heizung und mit anderen Merkmalen und Ausstattungen planen (lassen) - GESAMTKONZEPT

Lassen Sie sich nicht von Dämmungsfanatikern und ENEV-Süchtigen das Haus oder die gesamte Konstruktion kaputtdämmen!

Ein Literaturtip zu Gefachen und vor allem Fehlern dazu: M. Gerner; Schäden an Fachwerkfassaden isbn 3-8167-4690-X

zu Ihrer Auflistung:
1-Nein
2-Nein
3-Nein
4-Lehmsteine-JA / das andere:NEIN

Was wollen Sie denn mit der Massnahme erreichen??

frohes Entscheiden!

aus Nürnberg

Florian Kurz



Vorsatzschale mit LeichtlehmPlatten



Hallo Herr Schmitz,
um Tauwasserprobleme zu vermeiden kann ich im großen ganzen dem Wandaufbauvorschlag von Herrn Kurz mit Leichtlehmsteinausfachung folgen.Wir empfehlen zur rationelleren Arbeitsweise Vorsatzschalen aus LehmLeichtbauplatten in Stärken von 6cm (Format 100x6x24,5cm)oder LehmLeichtbaublöcken 8DF (dicke 11,5 cm), wobei der entstehende Zischenraum mit schwundsicherem Hanfleichtlehm oder Leichtlehm-Wärmedämmputz Zug um Zug mit dem Aufmauern verfüllt wird.
Abschließend wird aufs innere Holzwerk vollflächig ein Schilfrohrgewebe fixiert und mit ca 2cm LeichtlehmWärmedämmputz verputzt.
Weitere Infos finden Sie unter
www.texbis.de





Sehr geehrte Herren,

vielen Dank für Ihre Empfehlungen. Leider haben wir nicht
zuviel Geld. Folgende Gründe haben uns dazu bewogen, eine
zweite Fachwerkschale um das Haus zu bauen:
1. Wir wohnen in dem Haus, bei einer wiederherstellung
des vorhandenen Dachstuhles wären alle Wohnräume in
der oberen Etage beeinträtchtigt worden
2. Durch die zweite Schale können wir das neue Dach über
das vorhandene bauen und sind nicht so sehr vom Wetter
abhängig.
3. Gleichzeitig kann durch diese Vorgehensweise eine
Dämmung von außen durchgeführt werden.

Ich bin der Meinung, daß die Dämmung von außen effektiver ist als von innen, zumal durch die kleinen Räume diese nur schwer zu realisieren ist.

Das das Hause nicht nach "ENEV" zu Isolieren ist, ist mir eigentlich klar. Aber aufgrund der derzeitigen und zukünftig zu erwartenden Energiepreise sollte auch eine bessere Wärmedämmung mit dieser Aktion erreicht werden.

Seitens der Statik/Fundament sind keine Probleme. Die größten (von mir unerwarteten) Probleme bereitet mir nur
ein sinnvoller Wandaufbau, um a. eine gute und vernünfitge
Wärmedämmung zu erreichen und b. ein gutes Klima für uns
und die Fachwerkkonstruktion zu erreichen.



das wird der "Fachmann" ...



dann schon wissen!
Ihre Aussage: Seitens der Statik/Fundament sind keine Probleme teile ich ganz und gar nicht, denn die Einleitung der gesamten Windkräfte, etc. auf das Haus in die Fundamente und die vorhandene Konstruktion wird m.E. erheblich kompliziert sein. (H und V Kräfte, etc.)
Aber da wird es einen "Künstler" geben, der das kann!
und der Hinweis auf ihr Budget erübrigt sich dann m.E. auch!

Aber machen Sie es, wie Sie denken - ich glaube, dass das nicht soooo einfach von statten geht!

Frohes Schaffen und gutes Gelingen

FK



Zwischenfüllung mit Bims-oder KorkLeichtlehm



Hallo Herr Schmitz,
ich glaub ,ich hab Sie zu Beginn meiner o.g. Ausführungen falsch verstanden und eine innenseitige Vorsatzschale empfohlen.Bei 2tem Außenfachwerk ist eine Ausfachung mit Bimssteinen okay, die 6cm Zwischenfüllung kann mit der Ausmauerung mit Bims oder Kork-Leichtlehm (selbst angemischt aus Naturbims/Korkgranluat +Lehmpulver) problemlos gefüllt werden.Wichtig ist dabei:es dürfen keine Luftschichten entstehen,die Rezeptur des Leichtlehms muß Schwundsicherheit grarantieren.
Auf Wunsch kann ich Ihnen die jeweiligen Rezepturen erstellen und die Baustoffe organisieren.