Fachwerk - Kellerwand wie sanieren?




Hallo zusammen,

Folgende Ausgangslage: ein Fachwerkhaus, Baujahr ca. 1820 (mit Umbau 1984 und Anbau 1996) wird umgebaut und saniert. Im Erdgeschoss wurden die beschädigten Balken ersetzt - und oder Aufgedoppelt (von einem Fachbetrieb) und dann eine Wand mit Hinterlüftung installiert.

Im Keller ist die lange Außenwand nun freigelegt und zeigt eine Verfachung mit Bruchtstein. Zuvor war auf dieser Wand ein Dämmputz in 6 cm Dicke aufgetragen (die Fachwerkwand steht zwischen zwei massiv gemauerten Wänden).
Durch diese "Dämmung" wurden die Balken im Innenbereich sehr unansehnlich, bzw. teilweise auch beschädigt (Morsch). Nun meine Fragen:

1. Wie können wir die ausgefugten Bruchsteinwände am besten verputzen?

2. Macht es Sinn die Balken mit "Altholz" von Innen aufzudoppeln und dazwischen einen Lehmputz aufzubringen?

Danke für eure Meinungen.



Wandaufbau



Hast Du die Vorwand des Erdgeschoßes erstellen lassen? Hier im Forum ist es umstritten! Besser ist eine Dämmung mit 6cm Hanfmatten ohne Hohlraum.



Ja..



Ja habe ich, aber um die Gründe darzulegen muss ich die Situation ausführlicher beschreiben:

Das Ursprungshaus wurde zwischen 1819 und 1821 errichtet. Dafür wurden die Nord-, Ost- (im Hang), und Südwand Massiv mit Muschelkalkstein gemauert ca. 45cm tief. Die Westwand des "Kellers" ist dann eine Holzkonstrukltion aus Fichtenholz welche mit Bruchstein und einem auf Lehm basierenden Mörtel ausgefacht wurde.
Das Erdgeschoss und der erste Stock wurden in klassischer Fachwermanier gebaut, allerdings wurde das Ausgefache hier in einem mir unbekannten Jahr (wir schätzen ca. 1910) mit einer Mischung aus Lehmziegeln und Naturstein neu gemauert.
Als das Fachwerk dann 1935 inspiziert wurde (es gab einen neuen Innenputz an Wänden und Decken im ersten und zweiten Stockaus Lehm und Stroh) war alles in Ordnung.
(Der Besitzer war selbst Zimmermann). Zu dieser Zeit wurde der Keller mit einer neuen Decke aus Fichtenbalken versehen und mit der klassischen Dämmung aus Getreideresten und Lehmbrocken "verschüttet".

Dann kamen die neuen Besitzer und brachten 1984 Dämmputz auf allen Wänden, sowie eine Außendämmung (12cm) auf. 1996 bauten sie an und schnitten mit einem Diamantsägeblatt (und damit einhergehenden großen Mengen Wasser) Durchgänge in den Anbau.
-NATÜRLICH NACH DEM AUFBRINGEN DES DÄMMPUTZES-
Alles wurde tapeziert und gestrichen, auf die Decken wurden Styroporplatten geklebt, auf die alten Dielen Verlegeplatten geschraubt diese mit Teppich beklebt.

Zu allem Übermut entnahm der damalige Fachbetrieb im zweiten Stock das alte Bruchsteingefachte und ersetzte es durch grobporige Betonsteine. Und sie dämmten natürlich die Dachbalken mit einer Dampfsperrfolie und einer nicht näher benannten Wolle.

Lange Rede kurzer Sinn:

Die Dachbalken wurden feucht und morsch, im zweiten und im ersten Stock gammelten die Holzbalken im Fachwerk, die Decke zum Keller wurde von Pilzbefall heimgesucht und einige Querbalken "verließen" das tragende Gerüst.


Was ist bisher geschehen:

Die Dachkonstruktion wurde entfernt und durch massive Eichenbalken ersetzt. Zwischen die tragenden Balken wurde Fichtenholz eingesetzt und eine doppelte Biberschwanzdeckung aufgebracht (auf Alt- und Neubau).
Der Dachboden wurde nach unten hin Holzplatten gedämmt, das Dach selbst NICHT!

Bei den arbeiten an den Fachwerkwänden im zweiten Stock stellten wir fest, dass die Außendämmung mit Metallstreben auf die Balken des Fachwerkes im ERSTEN STOCK geschraubt wurden. Weiter ohen ist die Dämmung im Dachstuhl veranktert. Durch diese Konstruktion und den Dämmputz innen sammelte sich Feuchtigkeit im Fachwerk und das Holz nahm langsam aber sicher Schaden (seit 1984).

Um die außendämmung vollständig zu entfernen und die angebohrten Balken auszutauschen / zu repaieren fehlt uns derzeit schlichtweg das Geld! Deshalb entfernten wir schweren Herzens das Fachwerk der Südwand im zweiten Stock (zu beschädigt) und Mauerten dieses aus. Alle anderen Wände im zweiten Stock konnten wir von innen Sanieren.

Im ersten Stock suchten wir eine Lösung für die nächsten Jahre um das Fachwert so lange vor weiteren Schäden zu schützen bis genug Finanzmittel vorhanden sind um die Außenfassade neu zu errichten. Diese Lösung war das weitgehende reparieren des Fachwerks von innen (soweit möglich) das ausspahnen der beschädigten Balken -immerhin mussten wir auch die Balken zum Keller ersetzen, einen neuen Dielenboden einsetzen.

Im Abstand von 6cm zur Wand wurde dann eine Holzkonstruktion errichtet und Lüftungsschlitze eingerichtet. die Wand wird über eine Konstruktion mit dem Wärmetauscher belüftet und ihr wird Feuchtigkeit entzogen. Nicht optimal, ja, aber bis wir die Außenfassade neu machen, und das Fachwerk freilegen können brauchen wir noch 5 bis 10 Jahre. Es war also die einzige für uns praktikable Lösung, da eine direkte Dämmung mit Lehmplatten das Taupunktproblem durch due Aßendämmung nicht behoben hätte.

Der Keller hat eine, bis auf zwei Balken, intakte Außenwand. Die Balken haben etwa 4 bis 7cm innen gelitten, aber die Kerne und Spinde sind super, deshalb war die Frage de Aufdoppelns nach innen, aber wir haben uns bereits entschieden die Wände so zu belassen und mithilfe von Stoh und Lehm soweit innnen zu Verputzen und auch die beschädigten unansehnlichen Balken als Mahnmal einsichtig zu lassen.

Auch auf eine Dampfsperre zwischen "Keller" und erstem Stock haben wir im Boden verzichtet- um möglichst nah an die ursprungsversion heranzukommen.

Wir sind aber natürlich über jede Hilfe und Meinungsäußerung dankbar, solange sie konstruktiv ist :)

Viele Grüße