Schallschutz im Fachwerkhaus

23.12.2010



Hallo !

Ich möchte in unserem ca. 150 Jahre altem Fachwerkhaus , das 2 Wohnungen aufweist, auf den Boden der oberen Wohnung eine Schalldämmung aufbringen, da man jeden Schritt und auch jedes lautere Gespräch /Musik durchhört.
Die untere Wohnung hat nur eine Raumhöhe von 2 m und weniger.

Die wenigen Deckenbalken in der unteren Wohnung die man sieht hängen telweise etliche Zentimeter durch.

Aussenwände sind soweit ich das beurteilen kann alle aus Fachwerk Von den Zwischenwänden sind einige wenige massiv gemauert, der Rest ebenfalls Fachwerk.


Mein Plan ist teilweise an den extrem hoche gelegenen Raumpunkten dei oberste Schicht (irgendeine Pressholzplatte) und den alten Dielenboden zu entfernen.
Danach Ausgleichschüttung und Glaswolle.

So und jetzt kommt mein Hauptproblem. Trockenestrich oder Zementestrich.Gesamtfläche so ca. 80 qm.
Als Endbelag habe ich teils Holzdielen, teils Kork geplant.

Habe natürlich Bedenken bezüglich der Statik.
Waren schon 2 Estrichleger da und der eine wollte keinen Zementestrich verwenden.
Der andere würde ihn reinmachen und sagt er hat in 30 Jahren Berufserfahrung noch nie erlebt, das da irgendwas eingestürzt ist.

Für einen Statiker der mehrere Tausend Euro fürs rüfen verlangt ist leider kein Geld da.

Meine Fragen :

1.
Wieviel Gewichtsersparnis hat man mit Trockenestrich gegenüber Zementestrich. Wird dieser Unterschied nicht verschwindend gering wenn man die Estrichstärke auf 3,5 bis 4 cm reduziert und mit Kunstfaser mischt ?
Oder wie sieht es aus , wenn man den Estrich mit Styropor mischt ?
Hat er dann noch nennenswerte Vorteile bei der Luftschalldämmung gegenüber Trockenestrich ?

2.
Habe mehrfach gelesen, das Trockenestrich sehr schlechte Schalldämmungswerte hat. Lohnt es sich denn dann überhaupt, falls Nassestrich ausscheiden würde aus schalltechnischer Sicht ? Hat jemand genaue Schalldämmungswerte von Nassestrich und Trockenestrich ? ( mein Estrichleger meinte, ds TE ungefähr ein Drittel schlechter den Schall dämmen würde als ZE. Keine Ahnung ob das stimmt)

3.
Kann man die Luftschalldämmung bei Trockenestrich verbessern indem man auf odr unter die Glaswolle nochmal diese Pavatexplatten legt. Die sollen ja beim Trockenbau angeblich auch soviel Schall schlucken wie eine verputzte 11er-Wand) ?


3.Bringt es statisch gesehen was, ein Estrichgitter zu verwenden oder noch besser diese Lewisplatten/Schwalbenschwanzprofile oder hilft das nur gegen die Schwingung des Holzes, damit es keine Risse im Zementestrich gibt ?

4.
Falls doch Nassestrich möglich wäre, worauf müsste ich achten, dass die Holzdecke auf der der Estrich aufliegt keinen Feuchtigkeitsschaden bekommt ?
Es sollte ja diffusionsoffen sein.Wie mache ich dass und verhindere gleichzeitig ein Nasswerden der Balken beim Einpumpen ?
Normale Estrichfolie ist ja nicht diffusionsoffen.
Wie sieht es mit Dachpappe oder diesen feuchtigkeitsbaweisenden Spannbahnen die die Zimmerleute beim Dachstuhl manchmal verwenden ?

Im Trockenbau gibt es doch soweit ich weiss auch noch irgendwelche Spezialfolie, die diffusionsoffen sind ( muss das eigebtlich in eine Richtung oder zwei Richtungen diffusionsoffen sein oder ist es automatisch in beide Richtungen offen) ?


5. Falls die ganze Statik einen Nassestrich nicht tragen könnte, wann merkt man das. Passiert dann gleich beim Einpumpen was (ist der Estrich ja auch am schwersten) oder kann da auch noch Jahre später was pasieren (einstürzen) ?



So, ich weiss , dass war jetzt ganz schön viel.
Ich hoffe mir kann trotzdem jemand meine ganzen Fragen beantworten.
Danke.



Für´n Statiker



ist kein Geld da, also probieren wir einfach aus, was die Hütte abkann.
Verzweifelnd vor´n Kopp kloppende Weihnachtsgrüsse
dasMaurer





Schallschutz in einer alten Fachwerk- oder Blockkonstruktion ist ein Problem.
Ohne Fachmann im Bereich Schallschutz mit reichlich Altbauerfahrung wird das ziemlich sicher nicht den gewünschten Effekt haben.
Erst wenn das Gesamtkonzept steht, ist es Zeit, Handwerker für einzelne Gewerke aufzubieten.