Rollstuhlgerechtes Bad, bodengleiche Dusche, Holzbalkendecke mit Dielen

20.05.2008



Hallo,
wir müssen eine rollstuhlgerechte Bodengleiche Dusche in obigem Umfeld einbauen. Problem: Bodenaufbau.
Der Vermieter möchte die alten Dielen drinlassen, die 150x150 für die Dusche ausschneiden, Estrich über allem anbringen (auch über den Dielen) und die Dusche dann in den Ausschnitt setzen.
Die Handwerkerangebote gehen immer davon aus den Dielenboden vollständig zu entfernen und dann mit Schüttung und Estrichplatten bzw. Estrich zu arbeiten.

Meine Frage: Welche Risiken hat man wenn man die Dielen drinlässt und darüber Estrich anbringt? Kann die Holzbalkendecke hier nicht Schaden nehmen?



Wer ist denn der Bauherr,



der Vermieter oder der Mieter.
Das Risiko ist abhängig von ein paar Randbedingungen. Wo liegt das Bad, welche Räume befinden sich darunter, gehören diese zur gleichen Wohnung, ...?
Dielen Herausschneiden geht natürlich erst einmal nicht, denn die Dusche benötigt natürlich eine durchgehende feste Auflage. Vollständig entfernen kann man die Dielung natürlich auch nicht, da die Schüttungen ja ebenfalls ein Auflager benötigen. Der Fehlboden ist als Auflager ungeeignet!



Danke und Antworten auf die Fragen



Vielen Dank für die schnelle Reaktion:
1. Vermieter = Bauherr
2. Bad = 2. Stock, darunter Toiletten eines Restaurants (Abfluss kann senkrecht nach unten gelegt werden, durch die Decke)
3. Fachbetrieb würde die alten Dielen rausnehmen, statt dessen Trockenestrichplatten mit Ausgleichsschüttung. Betonestrich unter Duschelement.
Vermieter sagt, zu teuer. Möchte Dielenboden drinlassen und nur den besagten Estrich machen mit einer Unterkonstruktion unter dem Duschelement.



So einfach ist das nicht,



1. Wenn der Vermieter auch der Bauherr ist, trägt er natürlich auch die Verantwortung bzw. die Risiken. (Den Ärger bei evtl. Problemen hat natürlich der Mieter trotzdem.)
2. Wenn der Abfluss senkrecht nach unten verlegt wird, sind Brandschutz und Schallschutzvorschriften zu beachten.
3. Ein Fachbetrieb sollte eigentlich nicht auf die Idee kommen einen Trockenestrich auf eine Balkenlage ohne entsprechende Beplankung der Balken zu verlegen.
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Ich vermute, dass der neue Boden höher liegen wird wie die umgebenden Räume, kann das sein? Wie sieht es hier mit dem Rollstuhl aus? Darf eine Schräge im Türbereich sein?
Aus welchem Grunde soll der Dielenbelag entfernt werden? Feuchteprobleme sehe ich nicht, solange der Boden korrekt ausgeführt wird und alle Räume normal beheizt werden.



Bei einer



bodengleichen Dusche sollte bei einer Holzdecke auf jeden Fall von einer Duschtasse abgesehen werden. Der Übergang Fussboden-Sanitärobjekt wird nicht dauerhaft dicht werden.
MfG
dasMaurer



Bodenaufbau



Hallo Herr Probst,

Vielleicht finden Sie bzw. Ihr Vermieter weitere Anregungen zum Fußbodenaufbau unter www.duofor.de.

Bei Fragen stehen wir Ihnen jederzeit gern zur Verfügung.

Viel Erfolg !

Mit freundlichen Grüßen

Ihr DUOFOR - Team



Ich habe...



...eine bodengleiche Dusche auf einer Holzbalkendecke, aber es geht aus meiner Sicht nur mit einem ganzflächigen Neuaufbau wie die Handwerker das wollen. Mit zweikommairgendwas Dielen rausschneiden und irgendwie Beton rein wird es keine vernünftige Lösung geben.
Bei mir habe ich im kompletten Bad alles entfernt, an die Balken U-Stahl geflanscht und alles in der Höhe auf ein Niveau gebracht. Hin und Her, Rum und Num ausgesteift. Darauf 25 mm OSB verschraubt und danach Trockenestrich. Im Bereich der Dusche kein Trockenenstrich, sondern ein befliesbares Duschelement (gibt es auch rollstuhlgeeignet für höhere Punktlasten). Nicht zu vermeidende Hohlstellen zwischen OSB und Trockenestrich mit Injektionsharz gefüllt. Duschelement vollflächig aus OSB geklebt und den Übergang zu Estrich armiert. Sorgfältig eingedichtet und das Ganze sich bloß deshalb getraut, weil ich unter der Dusche in der Speisekammer die Decke revisionierbar habe. Ohne Revisionsmöglichkeit würde ich mir sowas auf einer Balkendecke niemals trauen. Da will reinkucken können...
Achso, und noch was. Das Thema von Fred Heim mit dem höheren Niveau, bei mir hat das Bad das Niveau des gesamten OGs letztlich bestimmt und ich habe es mit dem Laser in die restlichen Räume übertragen. Analog dazu wird der Abtritt der neuen Treppe auch dahin gelangen.

Gruß Patrick.



vielen Dank und bitte um Geduld mit den vielen Laien-Fragen



@ Herrn Neika: Leider haben wir keine Wahl, wenn eine nette alte Dame nicht ihr Zuhause verlieren soll. Die Anhebung des Niveaus der Restwohnung kommt bei uns leider auch nicht in Frage.
@ Herrn Heim: Ein Gefälle von der Tür ab in den Raum hinein stellt kein prinzipielles Problem dar.
Wie würden Sie das denn realisieren, wenn die Dielen drinbleiben, damit es kein Feuchteproblem geben kann? Wenn die Dielen so schadhaft wären, dass sie doch rausmüssten (die Spanplatten liegen noch drüber, daher weiß man es noch nicht), wie sähe denn dann ein vernünftiger Bodenaufbau aus?



Sie haben mich falsch verstanden



es ging mir darum, dass der Boden im Bad durch einen neuen Aufbau höher wird wie in den übrigen Räumen.
Wenn Dielen und Spanplatte in Ordnung sind, kann man doch darüber mit einem Trockenestrich arbeiten. Ist der Boden gerade, nummt man eine Feste Dämmung unter der Estrichplatte, muss ausgeglichen werden, nimmt man eine Schüttung.



Für dieses



Vorhaben lässt sich aus der Ferne ohnehin nichts konkretes sagen. Da muss vor Ort entschieden werden, welche Massnahmen sinnvoll sind und dauerhaften Erfolg versprechen. Die technischen Lösungsmöglichkeiten sind enorm vielfältig. Und die sogenannten Standardlösungen und die Systemlösungen geben meist nur unbefriedigende Ergebnisse.
MfG
dasMaurer



Individuelle Vorort-Lösung gefunden - danke an alle



An alle für die vielen hilfreichen Hinweise - danke.

Am Ende ist es wohl wirklich immer eine Einzelfall-Entscheidung, aber da ist es halt schon gut ein paar fundierte Meinungen zu hören.

Da die Plankung noch gut ist, wurde mit den Handwerkern, die es realisieren sollen, entschieden, dass ein Ausschitt für die Dusche erstellt, darunter verstärkt und dann mit Estrich weitergearbeitet wird. Dem Vermieter erschien das die beste Lösung. - Ich hoffe, dass es gut funktionieren wird.