Innendämmung von Kellerräumen

05.01.2009



Hallo,

möchte nachträglich eine Kellerwand für Wohnzwecke von innen dämmen. Wandaufbau ist Porotonziegel und Putz auf der Innenseite. Im Forum habe ich von mehreren Systemen gelesen. Bloß welches ist preislich und von der Verarbeitung das günstigste? Schwanke zwischen Thermowall von Gutex und Multipor von Xella. Die Calsitherm Klimaplatte scheint zu teuer sein und hat diese überhaupt Vorteile gegenüber der multipor-Platte?

Danke für Antworten und Anregungen



Multipor von Xella



Hier liegen Sie gut und richtig.
Alternativ könnte man sich auch bei Cellco mit der Wärmedämmlehmplatte auseinandersetzen.
http://www.haacke-cellco.info/cellco_waermedaemmlehm-platte.html
Hier hätte man noch den Vorteil, dass man die Wärmedurchgangsberechnung schriftlich bekäme.
System ist patentiert.

Grüße
Udo



Grundsätzlich wäre zu sagen



das kellerräume zu Aufenthaltszwecken nicht geeignet und in vielen Fällen auch nicht genehmigungsfähig sind.
Als Alternative zu den genannten Produkten schlage ich die Pura Mineralschaumplatte von Redstone vor. Meines Wissens nach hat sie etwas bessere bauphysikalische Eigenschaften wie die Multipor von Xella.



Gutex



Der besagte Keller soll eine EInliegerwohnung werden, da er zu einen Großteil aus dem Erdreich rausragt. Was ist von den Gutex Platten zu halten? Bei dem Multipor-Platten hatte ich wiederum gelesen, daß sie für den Kellerbereich weniger geeignet sind.



Die Gutex oder



Pavatexplatten auch nicht. Ich würde eine mineralische Variante bevorzugen.
Eine Einliegerwohnung ist natürlich genehmigungspflichtig. Was sagen den Planer und Fachplaner dazu? Es muss doch eine Berechnung nach der EnEv vorliegen.



Einliegerwohnung



Hallo,

bei uns kellerte man früher die Kartoffeln ein aber nicht den Einlieger.
Ich will aber jetzt einfach mal voraussetzen, daß die Kellerwohnung genehmigt ist, daß der Rasen nicht höher liegt als die erlaubten 1,2 m über Gelände, daß zwei unabhängige Fluchtwege vorhanden sind, die auch benutzbar sind, daß die lichte Raumhöhe über 2,40 m beträgt, daß eine ausreichende Abdichtung gegen Feuchtigkeit vorhanden ist und auch die Wärmedämmwerte der Wände und des Kellerfußbodens mindestens den Werten der DIN 4108 entsprechen, bei Neubauten denen der EnEV, daß außerdem eine Abwasserhebeanlage die fäkalienhaltigen Abwässer über Rückstauebene hebt. Wenn das so ist, können Sie unbesorgt zu allen kapillaraktiven Dämmstoffen greifen, die für Innedämmung zugelassen sind. da stünde die Xella-Multipor nicht an erster Stelle.
Wenn das nicht so sein sollte hätten Sie andere Pprobleme als die Wahl der Platte.

Grüße vom Niederrhein





Hallo Herr Beckmann,

die Vorraussetzung für die Nutzung sind gegeben, zudem ist das auch für den EIgenbedarf. Mein Baustoffhändler, empfiehlt mir die Gutex-Platte oder halt die Multipor. (preislich zwischen 12 bis 15 EUR/qm) Die Multipor finde ich gut, da sie druckstabiler ist, die Gutex ist mir ein bißchen zu weich. Welche kapillaraktive Platte würden Sie alternativ vorschlagen, die preislich im Rahmen bleibt?

Danke Michael



Keller-innendämmung



Hallo,

wenn es irgend geht würde ich immer mit dem Untergrund verwandtes Material nehmen, also Holz zu Holz, Mineralisches zu Mineralischem.
in Ihre Falle fällt die Entscheidung also hinsichtlich der Multipor-Platte aus. Im Keller ist mir außerdem wohler, etwas formstabiles auch unter Nässe zu haben.
Was mich etwas nachdenklich stimmt: Im Datenblatt wird von vollflächiger Hydrophobierung gesprochen. Genau das kann man ja im Hinblick auf kapillaren Feuchtetransport gar nicht gebrauchen.
Aber immerhin gibt es mittlerweile Erfahrung damit, wenngleich ich bisher STO und Redstone habe Verarbeiten lassen (und ich bin zufrieden).
Wenn Sie nur spachteln wollen oder gar nichts machen, ist STO/Redstone/Multipor sicher auch unter Kostenaspekten erste Wahl.

Grüße



Homogenisierung



Was hier in jedem Fall erreicht werden sollte, ist eine homogene Wandaufbausituation.
Diese kann man und sollte man bei Holzweichfaserplattensystemen mit einer guten Untergrundverklebung ausführen. Dies wäre hier mittels Lehmmörtel (-putz) möglich und auch fachlich korrekt.
Die Weiterbeschichtung der Platten selbst sollte dann eventuell auch mit einem Lehmfeinputzsystem incl. Gewebeeinlage erfolgen.
Um Ihre Ängste hinsichtlich der weichen Erscheinungsform der Gutexplatten zu nehmen, könnten wir Ihnen die Plattenvariante von DHD Doser empfehelen, die zur Zeit die festesten am Markt sind.

Doch eine bessere Alternative zeigten wir bereits in einem unserer vorangegangenen Beiträge auf, dass Kapillar-Dämm-System von HAACKE.
Hier ein Verweis zu einer Wärmedurchgangsberechnung:

http://www.haacke-cellco.info/fileadmin/haacke_cellco/download/Haacke_Ziegelmauerwerk_36cm_1.600.pdf

Zu allen weiteren Fragen steht Ihnen die Firma Haacke mit Rat und Tat zur Seite.
Ansprechpartner ist der Herr Porth.

Somit könnten Sie die Bedenken des Herrn Beckmann ausschließen und die entsprechenden Daten zur EnEV beibringen.

Gutes Gelingen,
Udo Mühle



Doch Vorsicht, nicht Äpfel mit Birnen verwechseln



Hier war doch die Frage nach einer Innendämmung von Kellerraümen gefragt.
Die PDF-Berechnung wäre somit fraglich, denn dies ist kein Keller.





@Michael
Vergessen Sie die ENEV.
Bei Ihrer Einliegerwohnung, die sie weder verkaufen noch vermieten, sondern selber nutzen, brauchen Sie sich nicht an die ENEV halten.
Es wird den Leuten aber gern eingeredet, dass die ENEV beim selbstgenutzten Wohneigentum gilt.
Ist mir auch passiert beim Kellerausbau (neuer Hobbyraum).
Habe nicht gedämmt, stattdessen habe ich das Geld für die zuerst geplante Dämmung für die Temperierungsanlage der Kellerwände verwendet, so ähnlich wie hier:
www.sancal.de
Klappt wirklich gut.



Die EnEV



ist die Umsetzungsverordnung des Energieeinspargesetzes, hat Gesetzescharakter und für alle bindend, egal ob eigengenutzt, vermietet oder verkauft.



EnEV und selbstgenutzte gebäude



Hallo,
Es ist offenbar verbreitete Einstellung und auch Praxis, daß die EnEV jedenfalls dann nicht gilt, wenn keiner hinguckt.
Diese Art von "Praxishinweisen" halte ich für eine Art von Bauernschläue, auf die wir im Forum gerne verzichten können.
Klingt so wie "In meiner Straße kann ich so schnell fahren wie ich will".

Grüße





Die Info hatte ich von einem Fachmann, ein Energieberater.

Damit ich nicht der "Bauerschläue" bezichtigt werde, habe ich den Energieberater angerufen.

Ergebnis: ich brauchte beim Hobbykeller mich nicht um die ENEV kümmern, weil die ENEV Ausnahmen für eine bestimmte Menge an umbauten beheizten Raum vorsieht. Mein Raum war kleiner ====> ENEV brauchte ich nicht beachten.

Ich hoffe ich hab es richtig wiedergegeben.

Jedenfalls gibt es Ausnahmen bei der ENEV, man braucht sich also nicht sklavisch dran halten.

Wenn die Ausnahmen nicht helfen, dann gibts auch noch die Befreiungen nach §25 ENEV, sagt der Fachmann, und den Paragraphen findet man wenigstens auch schnell:

§ 25 ENEV
Befreiungen
(1) Die nach Landesrecht zuständigen Behörden haben auf Antrag von den Anforderungen dieser Verordnung zu befreien, soweit die Anforderungen im Einzelfall wegen besonderer Umstände durch einen unangemessenen Aufwand oder in sonstiger Weise zu einer unbilligen Härte führen. Eine unbillige Härte liegt insbesondere vor, wenn die erforderlichen Aufwendungen innerhalb der üblichen Nutzungsdauer, bei Anforderungen an bestehende Gebäude 26 innerhalb angemessener Frist durch die eintretenden Einsparungen nicht erwirtschaftet werden können.

Bei Gelegenheit mach ich nen ENEV thraed auf





wir haben unseren keller auch ausgebaut als 2. gästezimmmer
um gesetze haben wir uns keine gedanken gemacht
kann da was passieren?
von wegen schwarzbau oder so