Birkendielen verlegen - welche Breite?

26.03.2013



Hallo,
würde gerne 21 cm breite Birkenholzdielen (20 mm stark) verlegen, bin aber unsicher, ob sie zu stark schüsseln? Holzfeuchte 9-11 %. Die Raumlänge ist 10 m, Breite 5 m. Untergrund: OSB (was sonst ;). Die Alternative wären 18 cm breite Dielen.
Würde mich über eine Antwort sehr freuen.



Holzauswahl



Hallo

DAS mit dem Birkenholz würde ich mir noch mal reiflich überlegen …

Erle, Birke, Buche

is nix

Florian Kurz

P.S.
Dielen erst ab 25 mm nehmen … alles andere sind Brettchen …



Birke Dielen wie breit?



Selbst die 18cm breiten Dielen sind für eine 20mm Dicke noch recht ehrgeizig. Wie sollen diese denn auf die OSB befestigt werden? Und - wie dick ist die OSB-Platte?

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de.



Vorausgesetzt,



Ihre OSB-Platte ist stark genug, um allein tragfähig zu sein, spricht nichts gegen die Verlegung 20mm starker Dielen, wenn normales Wohnraumklima herrscht.

Birke hat eine mittlere Feuchtewechselzeit und ein mittleres Schwindmaß, ist also durchaus als Fußboden geeignet.

Grüße

Thomas



hallo



eigentlich dachte ich 20 mm Bodenstärke wäre schon recht ordentlich, da der Boden ja auch auf OSB (22mm) verlegt werden soll. Sie sollen auf die Platten geschraubt werden.
Und warum ist Birke nichts? Es ist doch recht hart?
Vielen Dank für die schnellen Antworten!



Es...



... wäre noch spannend zu erfahren, worauf die OSB-Platte gelagert wird...

MfG,
sh



Es ist...



die Birke etwas großporiger als Ahorn, aber sie ist recht hart und von gleichmäßiger Struktur.

Mir wäre sie zu hell und ich zöge Eiche, Rüster, Kernesche oder Nussbaum vor, aber jenseits des Geschmackes finde ich keinen technischen Einwand gegen Ihre Birkenidee. Mitunter streuen hier Menschen irgendwelche unüberlegten Halbsätze aus. Da muß man keine übermäßigen Gedanken daran verlieren.

Wichtiger wäre die Frage, welche Oberfläche die Birke bekommen soll. So Sie den hellen Charakter erhalten wollen, wäre ein weiß pigmentiertes Öl angebracht.

Grüße

Thomas



Birke 20mm auf OSB 22mm



Ohne die Qualität der Birke gesehen zu haben würde ich doch lieber auf die 18cm Auswahl gehen als auf die 21cm.

Die Frage von Sebastian würde ich auch noch bedenken.

Die Antwort von Florian Kurz kann ich schon nachvollziehen. Schaut Euch allein die historischen Böden - und damit die traditionelle Verwendung von Holzarten - an. Da sind Buche und Birke eher die Exoten auf dem Boden - Erle erst recht.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Die Dicke...



Ich hab mir kürzlich von meinem Holzhändler ein Angebot machen lassen bzgl Eichendielen. Über die Breite sprachen wir, über die Dicke nicht, also bekam ich einmal ein Angebot über 15mm und einmal über 21 mm. Von dicker war nie die Rede. Sind 21er denn wirklich zu dünn, wenn man sie ohne OSB verlegen will? *grübel*



Bei welcher Dicke ist eine Diele eine Diele?



15mm Vollholz als "Diele" zu verkaufen ist eine Frechheit, die es erst seit der Erfindung von Isocyanat-Klebern gibt. Mit solchen Lamellen verkauft der Holzhändler die Reklamation gleich mit.

Natürlich lässst sich das flächig auf OSB verkleben - aber was soll das? Besser wäre dann eine vom Werk aus gefertigte Dreischichtdiele, die in sich schon vor Verzug gesperrt wurde.

Selbst die 20mm sind schon unterste Kante. Die Vollholzdiele sollte ja eine langfristige, nachhaltige Lösung für einen Boden sein. Bei 20mm erreicht man max. 8mm an Nutzschicht über der Feder. Das sollte man wenigstens haben. Besser sind natürlich dickere Dielen. Bei Thomas Böhme habe ich da z.B. sehr schöne, raumlange Exemplare gesehen, die eher 30mm oder 35mm dick waren. Dann braucht es auch nicht diese OSB-Platte als Unterkonstruktion.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Es spricht...



immer noch nichts gegen 21cm breite Birkendielen in 20mm Stärke, außer der Geschmack des Herrn Kurz. Da der Herr Kurz an Valentinas Dielenboden wohl keinen persönlichen Anteil nehmen kann, ist der Kurz'sche Geschmack bar jeder Begründung aber völlig irrelevant und wirkt etwas arrogant. Und das "Argument" mit den Altvorderen zieht auch nicht. Ist das überhaupt ein historisches Objekt, und wenn ja, warum darf der Bauherr nicht auch einen eigenen Stil einbringen?

Birkenholz ist hinsichtlich Feuchtewechsel (mittel) besser als Kiefer (schnell). Vom Schwindmaß her steht die Kiefer ebenfalls schlechter da. Kiefer ist traditionell als Dielenholz verbreitet, Birke taucht bei Fußböden häufiger erst in den 20er Jahren als Parkett auf. Na und? Nadelhölzer sind leichter verarbeitbar, was deren traditionell ganz überwiegende Verwendung zu Zeiten, als wesentlich mehr mit der Hand gemacht wurde, erklärt. Nadelholz trocknet ferner einfacher, was aber auch kein Argument gegen Valentinas Projekt ist. Ferner wäre ein Birkenboden zu Zeiten der unterlüftet-zugigen Böden (die manche wohl immer noch für einzigartig halten), eher ein Anobienfutter geworden. Auch das ist heute irrelevant, da sich das moderne Wohnklima in dieser Hinsicht deutlich verbessert hat.

Wenn jetzt 'mal angenommen wird, daß der (tragfähige!)OSB-Boden schon da ist, ist die verdeckte Verschraubung (wieso Verklebung?) von 20mm starken Dielen aus Birke in keiner Hinsicht zu kritisieren.

Klar kann ich auch 6 oder 8m lange massive Birkendielen in 40mm Stärke anbieten, und das würde ein zweifelsohne sehr edler Boden, jedes Brett ein Bild für sich. Aber in diesem Fall wäre das denn doch ein unverhältnismäßiger Aufwand. Nicht alles, was geht, muß auch immer gemacht werden. Die angedachten Dielen sind geeignet, preislich vermutlich im unteren Mittelfeld und entsprechen offenbar dem Geschmack der Bauherrin.

Letztlich: Ölt man den Boden richtig, muß über lange Zeit gar nicht geschliffen werden (oder gar nicht, wenn der Bauherr einen langsam patinierenden Boden mag). Eine Nutzschicht von 8mm reicht für Generationen, wenn ein Mindesmaß an Pflege erfolgt.

Ein Verlegehinweis noch: Ich würde auf der OSb vor dem Verlegen eine Rohfilzpappe 1mm ausrollen, zur Bauteiltrennung. Und ich würde die Verlegerichtung längs, also in der größeren Raumlänge, wählen. Das zieht den Raum zwar optisch etwas in die Länge, es ist aber unabhängig von der Holzart immer vorteilhaft, wenn das Holz über die geringere Verlegebreite arbeitet.

Grüße

Thomas