Schalldämmung - Luftschall - Trittschall - Schallisolierung - Holzdecke - Lärmschutz

11.01.2008



Hallo,

anscheinend gab es diese Frage, wenn auch nur ähnlich (andere Begebenheiten) schon öfter in diesem Forum. Ich möchte aber gerne trotzdem deswegen fragen, um möglichst schnell zu einer Lösung meines Problems zu kommen:

Ich hab eine Wohnung gemietet, die einen Holzfußboden hat. Erst beim Streichen bemerkte ich, dass die Decke auch aus Holz ist, (als ich mit der "Verlängerung" des Farbrollers dagegen kam, darunter befindet sich denn wohl halt einfach nur ne Tapete, so dass ich es zuvor nicht bemerkte). Leider stellte ich erst beim Renovieren, wo ich noch bei bin, fest, dass es sehr laut in der Wohnung ist. Wenn da oben einer hergeht, hörts sich irgendwie so an, als würden meine Nachbarn Elefanten oder so halten. ;) Es wohnen dort anscheinend auch Kinder. Wie es umgekehrt ist, weiß ich noch nicht, also wieviel die Nachbarn von mir hören können.

Überlegt hab ich schon, was mit Lautsprechern zu machen, (Phasenverschiebung, aber der Aufwand ist vermutlich definitiv zu groß und zu teuer für mich. Also fragte ich die Vermieterin.)

Die Vermietrin wandte sich daraufhin an den Hausmeister, der jedoch meinte, dass man nur von oben was machen könnte. Also nicht in der Wohnung darunter. Das würde nichts bringen, (Kosten/Nutzen).

Ob er ein Fachmann ist, weiß ich nicht. Es leuchtet mir schon ein, dass es sinnvoll wäre, das Problem an der "Quelle" zu lösen, indem die Holzbretter oben gedämpft werden, vielleicht durch "Gummilagerung" und/oder durch Verdicken des Materials, wobei ich allerdings nicht weiß, inwieweit die Decke "beschwert" (Masse) werden dürfte. Das Wohn/ggf. Schlafzimmer darunter (von mir) ist fast 20 Quadratmeter groß ohne zusätzliche Säulen im Raum. Ich kann nicht erkennen, wie die Bretter an der Decke angeordnet sind, wenn es Einzelbretter sind. Das Haus selber ist weder ein Fachwerkhaus, noch ein "Bauernhaus". Es steht nahe des Stadtzentrums; ich weiß nicht, wie alt es ist; der Vermieterin sei das Alter ebenfalls nicht bekannt, wie sie mir erzählte.

Der Holzfußboden in meiner Wohnung hat eine "eher rötliche Farbe", ("Ochsenblutmischung" von früher?) Die Außenmauern machen einen eher "schlechten Eindruck", was ich bemerkte, nachdem ich verscuhte, Bohrlöcher "zu stopfen". Die Stellen waren schon recht "sandig". Vielleicht ist das Haus noch vorm 2. Weltkrieg gebaut worden.

Wie sieht es aus mit der Machbarkeit einer Schalldämmung? Und welche Methoden sind finanziell und von der Aufwändigkeit am Günstigsten?

Was muss die Vermietern machen lassen und wie kann ich es hinkriegen, deswegen nicht in einen Konflikt zu geraten, also ohne Ärger?

Für gute Ideen in der Sache bin ich euch sehr dankbar.

Grüße von

Michael



Um Schall



zu dämmen, gibt´s verschiedene Möglichkeiten. Aber was und in welcher Form machbar ist, sollte gemeinsam mit einem Fachmann und dem Vermieter bei einer Ortsbesichtigung erörtert werden.
MfG
dasMaurer



Schalldämmung - Luftschall - Trittschall - Schallisolierung - Holzdecke - Lärmschutz



Eigentlich schon. An sich möchte ich aber erstmal Tips erhalten. Der Fachmann vom Vermieter ist zur Zeit nur der Hausmeister. Ok, "nur" will ich auch nicht sagen. Was genau ist ein Fachmann dafür? Architekt, Ingenieur Gebäudetechnik, Maurer? Das Ding ist ja auch, dass ich nicht das Geld hab, um mal eben jnen Fachmann zu bestellen, wozu sich die Vermieterin vermutlich auch nicht verleiten lässt. Ich suche erstmal - sozusagen - nach "grundlegenden Antworten": Was wird im Allgemeinen gemacht, was kann man machen? ("Systemträgerdecke" mit Dämmmaterial (aufgehängt) oder Vertäfelung unter der Decke, dazwischen "Glaswolle" oder was anderes, Befestigung an den Wänden oder all das nicht, sondern beim Nachbarn irgendwelche Dämmmatten auf den Holzfußboden etc.)?



Prinzipielles:



Es gibt zwei Möglichkeiten der Schalldämmung von Bauteilen:

1. Masse: Um so größer die Masse eines Bauteils, desto besser der Schallschutz.

2. biegeweiche Schalen (z.B. Rigi, Fermacell etc.)

In deinem Fall kommt wahrscheinlich nur das Einziehen einer biegeweichen Unterdecke in Betracht... diese sollte zusätzlich auf der Oberseite mit geeigneten Dämmaterial belegt werden und "entkoppelt" aufgehängt werden. Der Schallschutz läßt sich so sicher deutlich verbessern, was bleibt ist die Übertragung über die flankierenden Bauteile (Wände)... Richtig LEISE wird es nicht werden...


Gruß Frank



Der Hausmeister



ist mit Sicherheit nicht als Fachmann anzusehen, die nötigen Kenntnisse über Bauphysik wird er sicher nicht haben. Es sollte sich schon um jemanden handeln, der sich mit solchen Dingen auskennt. Ich würde empfehlen, ein Ingenieurbüro hinzuzuziehen, das vielleicht gleich Messungen vornehmen kann. Vielleicht reicht´s für eine Mietkürzung, das beste Argument bei Vermietern.
MfG
dasMaurer





Also müsste man eine Decke unter die Holzdecke genau an dieser anhängen, wenn ich das richtig verstanden habe. "Spanplatten bis 16 mm Dicke gelten im Sinne der DIN 4109 als biegeweiche Schalen", las ich gerade unter http://www.bauunternehmen.com/taxonomy/term/770
oder Gipsfaserplatten nach http://www.bauherr.de/sanierung/sanierungsverfahren/schallschutz/decken.htm

und darüber Dämmmaterial.

Inwieweit die Holzdecke mit Betonplatten beschwert werden dürfte, weiß ich nicht. Könnte es sein, dass über der Decke ein Holzgerüst ist, wo anschließend noch eine zweite Decke ist, die dem Nachbarn erst als Boden dient?
Wenn das so wäre, dann könnte man die Decke ja vielleicht von meinem Wohnzimmer an vielleicht nur einer Stelle (Mitte) aufsägen und von dort aus Dämmmaterial oder gar Betonplatten "verteilen".

Was kostet im Allgemeinen denn das Bauen und Aufhängen einer "biegeweichen Unterdecke", und wie lange dauert sowas, wenn es keine Probleme gibt?
Wieviel Dezibel bekommt man damit im Allgemeinen weg, und wie bekommt man den Vermieter ohne Streß dazu, sowas zu machen?
In der Wohnung gibts nämlich noch mehr Probleme: Putz an den Mauern sandig, wodurch es schwierig wird, Löcher zu "stopfen". Dazu fand ich heute beim Streichen des Flurs heraus, dass der geflieste Boden große "Beulen/Erhebungen hat", (kleine Fliesen wurden verwendet) und die Fugen dazwischen teilweise nicht mehr ausgefüllt sind, wobei Wasser problemlos darunter wegsickert.
Ich hab dazu noch große Probleme, weil die an den Wänden angebrachten Rauhfasertapen (teilweise direkt auf Holz und teilweise mit ner Aluminiumschicht darunter) nach dem Streichen runtergingen, die Dinger sind echt ziemlich dick. Darunter scheint sich an vielen Stellen ne andere Rauhfasertapete zu befinden, also Rauhfaser auf Rauhfaser. Also, wenn ich die gerade Gestrichene abnehmen wollte, bräuchte ich mich nicht besonders anzustrengen, glaub ich. Teilweise musste ich die mit Holzleim kleben, damit die überhaupt halten.
Da sind echt viele Defizite. Aber das größte Problem ist der Lärm. Das kommt unten sowas von laut an, das geht gar nicht. Ist auch schwierig von Seiten des Nachbarn zu ändern, denke ich. Die haben oben wohl Kinder, wie es sich anhört. Ich kann ja schlecht verlangen, dass die nicht rumtoben dürfen. Kinder machen das ja nunmal.

Was könnte ich denn der Vermieterin sagen, was die "Hängedecke" kosten würde? Also nicht verbindlich, sondern wenigstens ne grobe Richtung.

Grüße

Michael