Innendämmung Beton Flachdach

27.08.2013



An dieser Stelle nochmal, da die alte Frage bereits archiviert wurde.

Hallo zusammen.
Folgende Fallgestaltung:

Betondecke bestehend aus (von oben nach unten):

Dachterasse auf
Tragschicht aus Steingranulat
Bodenbeschichtung aus Flüssigkunststoff
Beton (ca. 10 cm)
Leichtbetonsteine (24 cm) auf
Stahlträgern

Nach unten hin ist die Decke grundsätzlich nicht verputzt,
d.h. gibt den freien Blick auf Stahlträger und Leichtbetonsteine frei.

Zur Zeit befindet sich unter dieser Decke jedoch eine Dämmung aus Styrodur Platten. Darunter eine abgehängte Rigipsdecke.
Die Dämmung mit den Hartschaumplatten ist keineswegs dicht und wird sogar durch die Metallabhänger der Rigipsdecke durchbrochen.

Dass die ganze Geschichte tauwassertechnisch zumindest in der Theorie höchst bedenklich ist, ist mir mittlerweile klar. Nach dem Rückbau der Rigipsdecke und einem vorsichtigen Blick, scheint unter den Dämmplatten jedoch alles trocken zu sein.
Insgesamt soll der Rest der alten Konstruktion jedoch noch entfernt werden. Sprich, am Ende hat man wieder den Blick auf Stahlträger und Hohlblocksteine.

Die Frage ist, welcher Lösungsansatz hier der richtige ist.

Meine bisherige Idee ist die Dämmung von unten mit Glasschaumplatten. Das Problem ist allerdings, dass es kaum verarbeitende Betriebe gibt und der m²-Preis jenseits von Gut und Böse ist. Dann hätte man aber immerhin eine 100% dampfdichte Konstruktion.
Leider fällt dieser Aufbau wegen der immensen Kosten (300€/m²) raus.

Alternativ könnte man die Decke von unten mit Holzfaserdämmplatten auskleiden und dann mit Lehm verputzen.

Da alle angrenzenden Wände mit einer Wandheizung und anschließendem Lehmputz versehen werden, würde man im Material bleiben.
Die Holzfaserplatten würden das entstehende Kondensat aufnehmen und wieder an die Raumluft abgeben in der Theorie.
Allerdings befindet sich in dem Bereich auch ein Badezimmer.
Ob das dann wohl funktioniert oder ob mir die Geschichte absäuft? Immerhin ist ja von oben alles abgedichtet.

Mittlerweile war jedenfalls ein Fachmann von Claytec vor Ort und hat sich die Sache angesehen. Er meinte, Holzfaserdämmplatten und Lehmputz in diffusionsoffener Bauweise wären in unserem Fall kein Problem.
Die von mir mittels U-Wert-Rechner ermittelte Tauwasserproblematik wäre eher ein theoretisches Problem und unter normalen Wohnraumbedingungen nicht so kritisch zu betrachten.
Hinzu kommt, dass der U-Wert-Rechner wohl keine Rücktrocknung aufgrund kapillarem Feuchtetransport berücksichtigt.
Mein Lehmbauer machte außerdem den Vorschlag, statt Holzfaserdämmplatten mit Biotherm Dämmputz von Haga zu arbeiten.
Da die Wände mit einer Wandheizung ausgestattet werden, könnte man in die Decke ebenfalls einige Heizschleifen einlassen.
Er meinte, ein kapillar offenes System wäre immer zu bevorzugen, trotz der problematischen Deckenkonstruktion, da das Einsperren von Feuchtigkeit wesentlich intoleranter sei, gerade wenn mal ein Schaden auftritt.
Der U-Wert Rechner ergibt zumindest grenzwertige Ergebnisse. Vielleicht bemesse ich dem aber auch zu viel Bedeutung zu.



Alternativ ohne Heizung



...



Und der dazugehörige Feuchteverlauf



...wie gesagt, alles nach U-Wert.

Vielleicht nicht so aussagekräftig?