dämmung decke/kalt-dachboden

01.12.2010



moin !
ich möchte zwischen den Deckenbalken zum Dachboden - welcher als kaltboden genutzt wird - eine mineralwolldämmung anbringen.
die Mineralwolle soll zwischen den deckenbalken verlegt werden, dann konterlattung, Dampfsperre und Rigips drunter.
dampfsperre muss aufgrund des verwendeten dämmmaterials genommen werden, da ja die dämmleistung schon bei geringstem wassergehalt rapide abnimmt ...
wie wird die Dampfbremse zu den wänden hin angeschlossen ?
die wände sind aus Lehm Unterputz sowie lehm oberputz.
stellt das verschruaben der rigipsplatten durch die dampfsperre in die Konterlattung eine beschädigung der sperre da ? eigentlich ja nicht, da ich die Schraube ja ins Holz ziehe !?!
grüße



Die



gängige Baumarktberatung ;-)).
Wie soll eine Dampfsperre im Altbau wirklich mit der erforderlichen Dichtigkeit realisiert werden?? Klappt schon kaum beim Neubau.
Hier ist ein diffusionsoffenes System mit geeigneten Materialien die bessere Lösung, Holzweichfaser oder Hanf. Eventuell ist auf der Innenseite eine Dampf"bremse" erforderlich. Mal vom Fachmann berechnen lassen.
MfG
dasMaurer





hey Maurer !
war keine baumarktberatung ... habe ca 50 qm rockwoll in 20 cm stärke bekommen, die ich jetzt bei der sanierung/dämmung der Decke im ersten OG verwenden möchte ...
also, wie schließe ich die dampfsperre zu Wand hin an ?!
das dabei die Feuchtigkeit an den seitenwänden entlangkommt ist klar, aber die außenwände an sich sind ja gedämmt ...



Deckendämmung



Wenn der Dachboden gut belüftet ist, kann man auch folgende kostensparende Methode verwenden:
- Deckenfüllung belassen,
- Dachboden mit Miwo- Dämmkeilen 2-lagig auslegen,
- Laufbohle aufständern.
Das funktioniert, wenn die Deckenunterseite dicht (z.B mit einem Innenputz) und der Feuchteanfall normal ist (ein Bad sollte eine Dampfsperre unterseitig erhalten).
Eventuell ausfallendes Kondensat kann austrocknen.
Ansonsten ist Weichholzfaserdämmung, Hanf oder Zellulose bauphysikalisch die bessere Wahl.

Viele Grüße



Alles oder nichts



Moin,

Viel Spaß beim Dampfsperren. Also Wandanschlüsse mit einer eigens dafür entwickelten Dichtmasse (meist als Primur bezeichnet)ankleben. Das Produkt kann man im Fachhandel erwerben. Mal ne Probenaht ziehen um zu schauen ob die Haftung mit dem Lehmoberputz ausreicht. Sonst eventuell die Klebefläche mit einem Haftgrund oder so behandeln. Das sollte dann funktionieren ist aber kritisch zu betrachten, da gemineralwolltedampfsperrkonstrukte eher dazu neigen auf lange sicht Schäden z.B. an Deckenbalkenauflagern, verdeckte Schimmelbildung und so zu verursachen. Muss aber nicht sein. Also viel Spaß beim dämmen.





hey, erstmal vielen dank für eure antworten ...
ich denke, das grundsätzliche problem wird der übergang Lehmputz auf dampfsperre darstellen ... da hier ja (die wände hoch zum dach) ein temperaturabfall stattfinden wird.
meine idee wäre nun die folgende (da massiv Klinker mit lehm drauf).
im oberen bereich (ca 10 cm unterhalb der dampfsperre werde ich den lehm bis auf den klinker hinab entfernen und dann dort mit sanierungsputz/ dichtmittel für Putz arbeiten.
so kann die feuchtigkeit dort nich in den lehm eindringen und in der lehmschicht "hoch" ziehen und kondensieren ...

hat jemand diesbzgl schon erfahrungen sammeln können ?
ich finde die idee super :D



Deckendämmung



Wozu Sanierputz?
Dessen spezielle Eigenschaften sind für diese Anwendung nutzlos.

Viele Grüße





gute tag herr böttcher !
da mineralwolle ja sehr feuchtigkeitsempfindlich ist, wollte ich mit der genannten maßnahme eine funktionierende dampfsperre erstellen.
da diese ja nicht an den lehmputz angeschlossen werden kann, da die feuchtigeit ja "außen" herum in der wand wandern würd; das problem habe ich ja bei dem putz im Erdgeschoss sowie dessen Horizontalsperre erlebt) wollte ich eine wasserdichte trennschicht oben an wand im bereich des anschlußes der dampfsperre erstellen.

haben sie statt des sanierputzes einen alternativvorschlag?
wie wäre es mit dichtschlämmen, welchen ich als putzstreifen im bereich des anschlußes anfertige ?



Dampfsperre



Dampfsperren bzw. Dampfbremsen sind für Zwischensparrendämmungen entwickelt worden, die an der Außenseite nur ungenügend belüftet sind.
Sie haben ein Kaltdach, damit eine ausreichende Lüftung und wollen keine Zwischensparrendämmung bauen.
Deshalb benötigen also keine dieser Bauteile, falls der Feuchteanfall darunter im normalen Rahmen bleibt.
Mineralwolle ist NICHT feuchtigkeitsempfindlich.
Sie kapillar nicht leitend, aber völlig diffusionsoffen.
Geringe Menge an Kondensat, die im obereen Teil der Dämmung ausfallen sollten, können ungehindert abtrocknen.
Nur bei ungenügender Ablüftung und hohem Anfall an feuchter Luft, die von unten in die Dämmung strömt, kann es zu hoher Kondensatbildung kommen. Dieses Wasser sickert dann in flüssiger Form nach unten, statt sich wie in kapillaraktiven Dämmstoffen zu verteilen und abzutrocknen.
Wenn Sie die Deckenfüllung belassen, kann die kleinere Mengen Kondensat klaglos puffern, da sie kapillaraktiv ist. Das Austrocknen erfolgt dann im Sommer; die Mineralwolle behindert das nicht. Deshalb die Füllung belassen!
Außerdem sorgt die für einen besseren sommerlichen Wärmeschutz und für Schallschutz.

Zum Putz:
Die Deckenunterseite selbst und die Anschlußfugen zur Wand sollten LUFTDICHT sein!
Zum Verputzen genügt innen ein stinknormaler Kalkputz.

Ich fasse nochmal zusammen:
- diffusionsoffener, aber von unten luftdichter Deckenaufbau,
- das wäre ein normaler Deckenputz,
- für ausreichende Lüftung im Dachraum sorgen,
- Luftfeuchteanfall unten durch Lüften auf ein normales Maß begrenzen.
Dann können Sie auf eine Dampfbremse verzichten, wenn Sie den von mir vorgeschlagenen Aufbau wählen.

Viele Grüße