Dampfbremse unter Zwischendecke aus Holzbalken und Lehm

22.01.2020 Nicorola


Dampfbremse unter Zwischendecke aus Holzbalken und Lehm

Hallo liebe Experten
ich habe zwar kein Fachwerkhaus, aber da es um eine Holzbalkendecke geht, hoffe ich, das ich nicht ganz falsch bin.

Ich saniere nach und nach ein 200 Jahre altes Haus. Der Dachstuhl wurde vor 5 Jahren neu gestellt als Firstfettendach. Das DG ist bis unter die Firstfette gedämmt und auch mit einer Dampfbremse ausgeführt.
Diese wurde auf an den neu verlegten OSB Boden angebunden. Soweit so gut.

Meine Bedenken gehen jetzt dahin, dass vom OG an der Außenwand oder durch die Holzbalkendecke nach oben in den Kniestock warme Luft ziehen könnte.

a) Sollte ich zwischen den GK Platten im OG ebenfalls eine Dampfbremse einfügen oder ist das unnötig?
b) Wäre es für die Lehmdecke schädlich wenn Sie zwischen Dampfbremse und OSB "eingesperrt" ist?

Wäre es eine Betondecke, wäre das nicht notwendig, aber wie sieht es mit der Lehmfüllung aus. Nimmt die nicht normalerweise die Feuchtigkeit aus der warmen Luft, bevor sie den Dachstuhl erreicht?

Zum besseren Verständnis habe ich mal eine Skizze vom Haus hochgeladen.
Für ein paar unverbindliche Tipps oder Einschätzungen wäre ich sehr dankbar.

Gruß Nico



Bild


Bild

Bild Aufbau



Bild 2


Bild 2

Bild 2



Zwischendecke



nach Deiner Zeichnung geht die doppelte GK-Beplankung bis an die Ausßenwand und sollte, wenn sie fachgerecht montiert wurde, auch dicht an diese angeschlossen sein, sodass keine Luft an der Seite nach oben ziehen kann. Mit welcher UK (System oder holzlattung) ist die GK-Decke ausgeführt? Und ist es überhaupt schon ausgeführt oder noch in der Planung ?Die Schwachstelle ist die OSB-Platte, weil die ziemlich wie eine Dampfsperre wirkt. Wie kalt wird es denn auf dem Spitzboden? Und wie wird das OG genutzt?



Deckenkonstruktion



Die Unterkonstruktion ist mit UD Profilen an der Wand und dann CD Profilen Raster 50 cm abgehangen. Beplankt mit GK 2 x 12,5 Feuerschutzplatten. Zwischen den Profilen liegt noch 50 mm Steinwolle zum besseren Schallschutz. Dann kommt die Holzbalkendecke.

OG und DG werden beide behizt und als Räume ( Küche, Bad, WZ, SZ) genutzt

Die Kostruktion ist soweit schon fertig.

Ein einbringen der Dampfbremse würde bedeuten, dass ich die 2te Lage nochmal komplett abschrauben müsste.



Frage mal anders ;-)



Vielleicht habe ich auch die Frage falsch gestellt:
Bei einer Betondecke könnte keine Luft aus dem OG zum Dachstuhl durchdringen. Wie sieht es aber im Verhältnis dazu bei meiner Holzbalkendecke mit Lehmstakenfüllung aus???



Das entscheidende Detail



was bisher unbekannt war, heißt hier in Deinem Fall: DG ist beheizt. Zwischen beheizten Geschossen ist eine Dampfbremse entbehrlich und es findet auch keine Wasserdampfdiffusion statt. Und das ist das, wovor Du Bedenken hast. Damit eine Dampfdiffusion stattfinden kann, muss es ein Dampfdruckgefälle geben. Also, die Wasserdampfkonzentration ( abhängig im wesentlichen von der Temperatur) muss in den Geschossen unter-schiedlich sein, bzw. zwischen Hausinnerem und Außen. Wenn beide Etagen beheizt sind, wird dies nicht der Fall sein. Du brauchst also keine Bedenken zu haben und kannst die Zeit, die Du für Abriß der Decke eingeplant hast mit schöneren Dingen verbringen. Oder meiner Empfehlung folgen und noch den Dachkasten bzw. die Fußpfette abdämmen mit Holzfaserdämmung.



Drempel



ich sehe gerade; ist die Zwischensparrendämmung bis runter hinter den Kniestock gezogen und auch die Unterdeckbahn an der Traufe bis zur Mauer rumgezogen?



Seiten der Zwischendecke



Ich denke er will darauf hinaus das es einen nicht warmen Überstand vom Dach über der Decke des OGs gibt. Dort gibt es ja Wärmeunterschiede von unten warm zu oben kalt. Dem entsprechend wäre Feuchte nicht auszuschließen. Lehm und vor allem Holz würde ich nicht als dicht annehmen.

Ist denn sicher das nicht bis zum Mauerwerk gesperrt wurde, sondern nur bis zum Balken?



Genau Astrid,



das meinte ich. Die Konstruktion auf der Zeichnung sieht komisch aus. Auf dem großen bunten Bild liegt der Sparren auf der Fußpfette auf, die auf den Deckenbalken liegt. Der Aufschiebling reicht über die Traufwand hinaus, einen Kniestock kann ich nicht entdecken. Auf dem Detailbild jedoch liegt die Fußpfette vor der Außenmauer, sodass sich zwischen Fußpfette und Mauer ein Hohlraum bildet. Die Frage war nun, ist dieser Bereich auch mit ausgedämmt? Um eine Hinterströmung der Dämmung vom Dachkasten aus zu verhindern, müsste die Unterdeckbahn ( die ich jetzt mal voraussetze) an der Traufe weiter nach unten in den Dachkasten hinein gezogen sein.



Einwand



@pope
Wir hatten vorhin zeitgleich geschrieben



Aufbau


Aufbau

Hallo zusammen und vielen Dank für eure Antworten.

@Astrid: Genau das ist meine Frage!

Die Dampfsperre des DG geht nur bis zur Fußfette und ist dort an den anstoßenden OSB Boden angebunden.
Es ist bautechnisch nicht möglich, unter der Fußfette bis zum Mauerwerk eine Dampfsperre zu legen und diese Fachgerecht anzulegen. Dann hätte das vor dem Legen der Fußfette passieren müssen.

Die Fußfette liegt auf den Deckenbalken auf.
Zwischen Rückseite Fußfette und Außenmauer sind ca 5 bis 10 cm.
Die Sparren sind ausgeklingt und gehen bis zur Außenmauer.
Die Zwischenräume der Sparren sind über die Mauer bis in den Aufschiebling mit 240er Dämmung gefüllt.
Dierekt hinter der Fußfette ist aber wohl keine Dämmung, da diese mit dem Sparen geht.
Die Unterspannbahn ist bis zur Traufe gezogen.

@Pope
Ein Hinterströmen halte ich für ausgeschlossen. Es gibt keinen Dachkasten, sonder nur die Außenmauer, verbreitert mit einem gemauerten Sims. Der Aufschiebling geht bis nach vorne und hat dort nur ein Stirnbrett. Die Dämmung zwischen den Sparren ist bis auf die Mauer geführt.

Die Holzbalkendecke ist von unten mit Schilf versehen und verputzt.
MfG Nico



Gleiche Problemstellung



Hallo Nico,

wir hatten während der noch laufenden Sanierung unseres Fachwerkhauses die gleiche Problemstellung. Die Dampfbremse der Außenwand, die bis zum oberen Ende der Außenwand reicht, hätte auch über die Enden der Deckenbalken und unter der Dachfette hin zur Dampfbremse des Dachgeschosses geführt werden müssen, damit die Dampfbremse des Hauses durchgehend wäre. In unseren Augen mit Klebebändern etc. nicht dicht zu bekommen.

Unsere Lösung für das DG ist analog zu Deiner: Dampfbremse auf die OSB-Platte runtergezogen. Weiterhin haben wir die Decke des OG's als Dampfbremse ausgeführt, um die von Dir identifizierten Problemstellen zu vermeiden. Dazu haben wir an der Metallunterkonstruktion der Decke eine Lage OSB-Platten angebracht, diese mit Klebebändern an den Lehmunterputz angeschlossen und die Fugen der OSB-Platten mit Klebebändern abgedichtet. An der OSB-Lage ist eine Lage GK angebracht.


Mfg

Knut



Dampfbremse im OG



Hallo Knut
danke für deine Antwort. Ja das wäre wohl die sicherste Variante. Allerdings gehen die Vorteile der Lehmdecke dadurch verloren, was schade fürs Raumklima wäre.

Ich bin inzwischen schon am überlegen, ob es nicht das beste wäre das Dach von außen zu öffnen und den Anschluss zu machen :-(