Heraklith - Befestigung - Dampfbremse

10.09.2012 joerjen



Hallo Leute,

ich höre im Baustoffhandel immer wieder, dass ich bei der Verwendung von Heraklith und Lehmputz unbedingt Edelstahlschrauben und Scheiben verwenden muß. Ich habe dazu aber noch keine direkte Forderung gefunden. Wie macht ihr das denn?

Wie sieht es mit einer Dampfbremse aus? Ich wollte eigentlich an der Decke darauf verzichten, d.h. von unten Lehmputz, Heraklith, Schalung und darauf Isofloc...oberste Geschossdecke zum Kaltdach.

Danke Euch



wenn



auf dem Isoflock nur Dielung und keine OSB kommt, dürfte das funktionieren.
Zu dem Material der Schrauben sollter der Hersteller etwas sagen können !





Hallo Olaf,

über der Isofloc liegt eigentlich gar nichts weiter. Nur der kalte Dachraum. Nur einige "Laufwege" zu Installationsknoten etc. sind vorgesehen - diese aber nur mit Brettern, vielleicht auf 50cm Breite und mit Spalt dazwischen.



wen



Du Isofloc einblasen willst, brauchst Du einen definierten Hohlraum ! "Einlegen" als Eigenleistung geht vielleicht auch, da habe ich aber keine Kenntnis. Warum willst du aber auf einen guten Dachboden verzichten, indem Du das Geld für ein paar Rauspundbretter sparst ....



Auf die Dampfbremse ...



... kann m. E. verzichtet werden, wenn der Dachboden keinen Belag erhält. - Mit dem Isofloc wird's dann allerdings nichts!

Was die Befestigung von Heraklith-Platten betrifft: Wir haben magnesitgebundene Platten im Jahr 2005 als Lehm-Putzträger im Außenbereich verwendet. Die Befestigung ist damals mit den normalen verzinkten Leichtbauplattennägeln erfolgt. Probleme hat es weder beim Verputzen noch bislang bei der Bewitterung gegeben.





Hallo Olaf,

es handelt sich um ein Pultdach - am höchsten freien Punkt habe ich etwa 1.50m - auf 7.5m auf annähernd null fallend. Das Haus ist zudem so groß und verfügt über einiges an Lagerfläche, sodass ich den Dachboden eigentlich nicht brauche - erstmal jedenfalls nicht. Ich hatte vor längerer Zeit schon mal mit einem Einbläser gesprochen - wenn er den dachboden begehen kann, könnte er auch gezielt aufflocken - ein Einbringen durch mich selbst und manuell wäre auch möglich.

Hallo Frau Meisinger,

wieso wird das dann nichts mit dem Isofloc?



das geht natürlich optimal mit Zellulose...



..da Zellulose offen aufgeblasen der preiswerteste Dämmstoff ist, mit nebenbei seinen bekannten guten Eigenschaften wie fugenlose Dämmschicht, höherer sommerlicher Wärmeschutz, besserer Schallschutz als unsere kratzenden chemischen "Freunde".
Grundsätzlich würde die Konstruktion nicht unbedingt absaufen, aber wenn Sie den Aufbau sowieso neu machen würde ich zu einem Dampfbremspapier raten. Mit Sd-Werten zwischen 2-10 m, wie zB. ProClima DB+. Die verhindert unnötige Luftdurchströmung der Konstruktion.

Gruß Christian



Hallo joerjen.



Bei Dämmungen allgemein ist zur Außenseite darauf zu achten, dass über die Dämmlage eine Winddichtheitsschicht ausgeführt wird. Dies verhindert im Winter bei Minus Temperaturen das auffrieren der Dämmung und daraus ergebene ungewünschte Taupunktverschiebungen. Das können ganz normale Unterspannungen (verklebt)sein.Dann allerdings nur mit Fertigmatten aus Holzwolle, Hanf oder Zellulose.
Bei Einblasdämmung nimmt man"n" am besten Rauhspund oder Holzweichfaser, da diese den Einblasdruck abhalten. Ja kein OSB nehmen!!! denn OSB wirkt als Dampfbremse und bei Feuchteeintrag ist die Rücktrocknung zur Außenseite unterbunden.
Für meine Kunden würde ich eine feuchtvariable Dampfbremse von Pro Clima empfehlen. Aber nur als Absicherung.
Wenn die Konstruktion mit Heraklith BM o.M verklebte Stöße hat und die Wandanschlüße und Durchgänge ebeso sauber ausgeführt und geputzt sind, brauch man normalerweise keine Dampfbremse mehr, da diese Funktion durch die Heraklith-Lehmkombi gegeben ist. Und das feuchtvariabel.

Gruß Ronny





Da ja der bisherige Stand war, dass ich keine Dampfbremse bräuchte, ist ein Teil der Decke ja nun auch schon mit Schalung versehen - 80m² sind soweit von unten zugeschalt. Macht es denn Sinn, diese Dampfbremse von oben auf die Schalung (zwischen die Deckenbalken) zu setzen und seitlich an den Balken zu befestigen - sozusagen gleichzeitig als Rieselschutz oder ist das eher kontraproduktiv?



Joerjen



wenn Du zwischen deiner Frage am 10.9. und einer anderen meinung am 11.9. schon 80 m2 verschalt hast - dann frgst Du reichlich spät.

Wenn es so ein Pultdach ist, dann wäre es okay, aber einen "Revisionsteg" aus 4 Dielenbretter würde ich trotzdem anlegen.





Hallo Olaf,

das Gebäude besteht sozusagen aus zwei Teilen mit 2 Pultdächern. Ein Teil davon ist halt schon verbrettert, weil ich mich auf die damalige Aussage (ohne Dampbremse) verlassen hatte, nun aber immer mal gegenteiliges las...

Gegen den Revisionssteg spricht nichts, das wollte ich sowieso machen.



in



solchen Foren wird dir immer passieren, dass Du auch gegenteilige Meinung hören kannst, zumal das Thema ja eines ist, wo mehrere Faktoren von Bedeutung sind. Ob wir die alle kennen oder richtig ahnen - ich bezweifle das. Meist kam nach mehrere Fragen hier eine völlig andere Situation zutage als die ursprüngliche Frage vermittelte. Besser ist immer, jemanden vor Ort zu holen oder zumindest mit ein paar Fotos zu arbeiten.

Viel Erfolg wünscht Dir