WDVS Dämmkonzept Teilfachwerk von 1910

18.04.2009



Wir haben von den Vorbesitzern unseres Hauses in der Nähe von Zeven auch das Dämmkonzept übernommen und stehen gerade mit dem Planer vor dem Beginn der Durchführung. Da ich im Rahmen dessen hier aktiv teilhaben wollte, würde ich auch vor dem Start der die anstehenden Arbeiten dieses hier besprechen, da ich aus vielen Berichten hier mittlerweile kein 100%iger Anhänger dieses Plans mehr bin.
Die Substanz sieht folgendermaßen aus :
200qm Fassadenfläche mit einem Krüppelwalmdach. Das Erdgeschoss bis zur Pfette ist zweischalig aus Vollklinkern gemauert. Darauf setzt sich bis zum Dachkasten an den Seiten ( 75cm ) und an den beiden Giebeln in der ersten Schale Eichenfachwerk auf. Auf einer der beiden Giebelseiten wurden die Fächer geräumt und der Giebel mit Holz verkleidet.
Als Dämmungkonzept steht folgendes an: Bis zur Pfette und dem Ringbalken ein diffusionsoffenes 120er 031 NEOPOR WDVS mit entsprechendem Putz. Der mit Fachwerk versehende Teil, wurde aus Sorge, dass dieses unter dem WDVS Schaden nehmen könnte, aus den WDVS Planungen ausgeklammert. Somit wird nur das Erdgeschoss gedämmt. Der Übergang zwischen dem gedämmten EG und dem Ringbalken und dem ungedämmten OG soll aus dekorativen Gründen mit einer aufliegenden Klinkerbahn in Sägezahnform gestaltet werden. Aus o.g. Gründen soll der gemauerte Fachwerkgiebel nicht gedämmt werden, der mit Holz verkleidete soll in den Fächern mit Rockwool gedämmt werden um danach erneut mit Douglasie verkleidet zu werden.
Nun zu den brennenden Fragen :
Wie stehen Sie zu den genannten Planungen ?
Gäbe es interessante Alternativen evtl über dem Fachwerk zu dämmen und dieses nachträglich dekorativ wieder aufzusetzen ?
Vielen Dank im Voraus für die Mühe
MfG
Alexander van Orten



Um das von Ihnen



geplante Vorhaben zu realisieren, könnte man auch ein solches System anbringen.
Hier können Vordach und Giebel problemlos verlängert werden.
Die komplette Fassade ist hinterlüftet, verputzt, oder mit holz etc. verkleidbar.
Die von ihnen genannten Anschlüsse und nichtdämmbare Flächen können mit dieser Thermofassade mit Naturnaher Dämmung überdämmt werden.
bei Fragen einfach melden.

Grüsse Thomas



Solch stückweises



Dämmen birgt immer Risiken. Durch die unterschiedlichen Dämmwerte der verschiedenen Bauteile ergeben sich vermehrt Möglichkeiten für Kondensationsfeuchte.
Von dem Einsatz von EPS-Schaumstoffen zu Wärmedämmzwecken halte ich aus verschiedenen Gründen garnichts.
Eine Möglichkeit wäre eine Hinterlüftete Vorhangfassade, wie von Thomas beschrieben.
Eine weitere Möglichkeit wäre ein WDVS auf Holzweichfaser mit Kalkputz im unteren Teil und in den Fachwerkbereichen eine gleichartige Dämmung mit Holzverkleidung und die Fachwerkfelder auf der Innenseite wieder ausmauern und damit wieder einen Wärmespeicher bekommen.
MfG
dasMaurer



Giebel



Welcher Dämmwert wird mit einem solchen System den derzeit erreicht und wie sieht in etwa der Kostenvergleich zu der üblichen WDVS Variante aus ?



Die möglichen



Dämmwerte sind bei allen Dämmverfahren vergleichbar und lassen sich berechnen.
Die Kosten werden zwangsläufig etwas höher ausfallen, da Styropor, egal unter welchem tollen Namen es auch vertrieben wird, einfach der billigste "Dämmstoff" ist.
MfG
dasMaurer



Dämmwert



dazu wäre es hilfreich, welche Wandstärken Sie haben, welchen Wert Sie erreichen wollen, oder was der evtl. beauftragte Energieberater meint. Da sich Dämmwerte vom Bestand der Wand bzw. vom Energiekonzept ableiten.

Die von Ihnen gewählten Dämmstoffe sind alle Syntetisch hergestellt und für's Fachwerk nicht gerade optimal.
Ein zurückgreifen auf Holzweichfaser, Lehm-Hobelspäne, Lehm- oder Kalkbaustoffe wäre anzuraten.

Da diese Variante aus zwei Teilen besteht, kann man es nicht mit einen herkömmlichen WDVS vergleichen, hier haben Sie eine Dämmebene und eine hinterlütete Fassadenebene, die flexibel verkleidet werden kann(Putz, Holz etc.).
wenn Sie mehr Info's brauchen einfach E-mail

Grüsse Thomas



Grüsse



Trennung der Dämmung



Unser Haus ist rundrum aus 2 schaligem Mauerwerk aus Vollklinker, aussen verputzt ( bis auf Sockel ), mit einer Dicke von 36cm gebaut. Bis zum Fachwerk, also im EG würde ich aus Kostengründen gerne bei der synthetischen Lösung bleiben. Die Frage ist, ob es eine natürliche fachwerkverträgliche Lösung gibt die man in den Flanken bis zu den Dachkästen und den Giebeln, auf das 120er WDVS aufbauen kann. Die bisherige Planung sieht ja vor die Fachwerkteile des Gebäudes gar nicht zu dämmen.





Diese Variante kann natürlich dementprechend angeglichen werden. Giebel und Vordachverlängerungen sind kein Problem und können einfach verlängert werden.

Sie schreiben 2-schaliges Mauerwerk mit Vollklinker gemauert bis auf den Sockel.
Sind Lüfungsöffnungen im Mauerwerk oberhalb des Sockels?
Vielleicht wäre auch eine Kerndämmung möglich, das sollte aber vor Ort begutachtet werden.

Grüsse Thomas



Lüftungsöffnungen und Kerndämmung



Mir wurde von meinem Planer von einer Kerndämmung abgeraten, da Stürze Wärmebrücken provozieren würden und die Gefahr gegegeben sei. Ausserdem gefällt mit auch das Gefühl der schützenden Luftschicht zwischen den beiden Wänden. Ich lasse mich aber gerne von den Vorzügen überzeugen bzw. aufklären. Lüfnungsöffnungen sind nicht gegeben. Der zu erreichende Dämmwert ist nicht festgelegt, da wir eigenfinanziert ohne KFW oder andere Instanzen sanieren.



Fortsetzung



...und die Gefahr gegegeben sei, das die Dämmung zusammensacken könnte.



Dämmkonzept



Das eine Luftschicht vor irgend etwas schützen soll, ist mal eine völlig neue Ansicht.
Vor was eigentlich: Schallschutz, Brandschutz, Tragfähigkeit ist es sicher nicht.
Und die Wärmedämmung einer stehenden Luftschicht ist auch nicht gerade berauschend, wenn Sie das meinen. Dickere Luftschichten wie bei zweischaligen Wänden transportieren Wärme durch Konvektion, und das nicht zu knapp.

Viele Grüße



Kerndämmung



Luftzwischenräume sind immer kritisch aus den von Herr Böttcher genannten Gründen. Das 2-schalige Mauerwerk sollte auf jedenfall Begutachtet werden.
Thermofill S (Perlite) wäre hier die vorgeschlagene Dämmung, die im Einblasverfahren setzungssicher eingebracht werden kann.

Grüsse Thomas



Stürze



Wie sieht es ihrer Meinung nach mit den genannten Wärmebrücken bei Stürzen und anderen Verbindungen der beiden Schalungen aus ?



Ferndiagnose schwierig



Kommt auf die Konstruktion an.
Wie ist das Mauerwerk verbunden mit Anker oder Steinen?
Ist der Sturzbereich so ausgeführt, dass eine thermische Trennung durchgeführt werden kann.
Daher auch der Hinweis auf Begutachtung vor Ort.

Grüsse



Stürze



Sie beiden Mauerschalen sind mit Steinen verbunden, jeder 10te Stein geht von der einen zur anderen Schalung durch. Die Stürze wurden von den Vorbesitzern umgestaltet und bestehen nun aus 100 Doppel T Trägern oder Betonstürzen, die, die Luftschicht überspannen.