LehmInnenPutz auf vorhandene StyroporInneDämmung+Putz

22.08.2007



Habe gerade eine kleine Landhausvilla aus einer ZV erworben. Es sollte unbedingt ein Fachwerk werden, ist aber nun ein Mischbau. Süd-Ost-Seiten Ziegelmauerverklinkerung (s. Bild) Nordwestseiten der Ober(Dach)geschosse sind wenigstens Fachwerk. Das Haus ist Baujahr 1894. Und genaugenommen eine Hure - viele Vorbesitzer haben dem Haus jeweils ihren eigenen Stempel aufgedrückt - mit dem jeweiligen "Zeitungeist" - einschließlich DDR, Wende und danach ...)

Nach der ZV konnte ich mir den Aufbau der Wände erstmals genauer anschauen. Nun stelle ich fest, auf den Mauerwerksseiten ist innen unter häßlichen Holzimitatpanelen und 25mm Holzmontagelatten ein Innenrauhputz mit darunterliegender Styropor Innendämmung (28mm).

Die Panelen sollen ungedingt raus und durch einen Lehmputz und Lehmanstrich ersetzt werden.

Frage:
Macht es Sinn zw. die Montagelatten noch eine Dämmung (Holzleichtfaserplatten oder Hanfmatten) auf den vorhanden Putz zu kleben?

Oder putze ich ohne weitere Dämmung einfach über die Montagelatten mit einer Lehmschicht, ca. 30mm?

Hält der Lehmputz direkt auf dem groben Innenputz?

Ich scheue mich etwas davor die vorhanden StyroporDämmung runterzureißen (Kosten für neue Dämmung+Aufwand), wohlwissend dass ich dann eigentlich einen hybriden Wandaufbau (eben nicht diffusionsoffen) trotz Lehmputz erhalte.

Die Wand ist ohne vorhandener Dämmung 340 mm stark. Ist es vielleicht sogar besser auch die Latten runterzunehmen und mit einer dünneren Lehmschicht zu verputzen?

Wer kann mir Tipps geben?





Hallo

erst mal Glückwunsch zur neuen Villa :) (wann bekommen wir mehr Bilder?!)

Zunächst einmal eine Gegenfrage: Warum wollen Sie nicht das Styroporzeugs entfernen. 2,8 cm sind nicht wirklich viel Dämmung (Üblich sind aussen etwa 16 cm !) Wenn Sie schon neu Verputzen möchten, dann macht es doch mehr Sinn es so auszuführen, das es dauerhaft ist. Sie haben ja schon an die "richtigen" Materialien gedacht. Mit Lehm und Holzweichfasermatten lassen sich Innendämmungen gut durchführen.
Wie wäre es z.B. so alter Aufbau komplett runter, dann Holzweichfasermatten, (evt. Wandheizung) und Lehmputz? Macht Anfangs etwas mehr Mühe beim Beseitigen der "Altlasten", beschert hinterher aber ein gutes Gefühl. Und Sie würden sich nicht unter den "Freiern" ihres Hauses einreihen, indem Sie halt noch eine Schicht darüberkleben.

Lassen Sie sich den geplanten Aufbau durchrechnen, ob die Konstruktion mit Ihrem jeweiligen Wandaufbau schadenfrei bleibt, sonst ärgern Sie sich in einigen Jahren und haben nichts gespart.

Evt. haben Sie sogar durch das Entfernen der Wandschichten am Ende etwas mehr Platz in den Räumen. 5cm mal x summiert sich nämlich ganz schön :)

Dann wäre es sicher sinnvoll, wenn man nicht einfach an einer Wand anfängt und irgendetwas macht.
Verschaffen Sie sich erstmal einen Überblick, welche Arbeiten überhaupt notwendig sind, welche zuerst und welche anschließend gemacht werden sollen. Es ist immer ärgerlich wenn man eine frisch verputzte Wand wieder öffnet, weil irgendwo noch Steckdosen hinmüssen oder neue Leitungen für die Heizung/Bad etc. Oder wenn man nach dem Verputzten feststellt das unter der abgehängten Decke Stuck ist, den man sehen will, und auf einmal fehlen 20cm Verputz unterhalb der Decke und man fängt nochmal von vorne an. Oder... Alte Häuser sind manchmal regelrechte Überraschungseier.

Gehen Sie durch das Haus, machen Sie von jedem Raum eine Liste: Was ist vorhanden, was kann bleiben, was will ich aus dem Raum machen, was muss ich dafür ändern/erneuern, was kann bleiben, was ist kaputt etc. um erstmal einen Überblick zu erhalten. Dann kann man diese Punkte nach Wichtigkeit sortieren, manches zusammenfassen, dann geht es in einem Aufwasch. Und man fängt nicht zehnmal an.

Wenn Sie damit nicht zurechtkommen, suchen Sie sich einen guten Fachplaner, der sich mit alten Häusern auskennt.Er sollte die Schwachstellen erkennen. Dann kann er Ihnen einen Ablaufplan machen, was wann erledigt werden sollte. Da können Sie dann auch besser planen, was Sie machen können/wollen und was Sie den Handwerkern übergeben.

Ist jetzt doch noch etwas länger geworden die Antwort, aber ich hoffe Sie können etwas damit anfangen.
Gruß
Dorothée



Innendämmungszeug



Hallo

das ganze Innendämmungszeug würde ich wegmachen und die alten Wände entweder mit Kalk (Luftkalkmörtel mehrschichtig) oder mit Lehm verputzen (lassen)

Dann haben Sie keine "Blindgänger" mehr an den Innenwänden, die Ihnen mit dem jetzigen Aufbau sicherlich in der nicht all zu fernen Zukunft Knüppel zwischen die Beine werfen!

Die Wände sind dick genug und noch intakt!
Untersuchen Sie das Fachwerk gewissenhaft und ohne Scheuklappen - das rechnet sich auf Dauer!

gutes Gelingen

FK



Fazit: Styropor-Dämmung runter - Lehmputz drauf - später Wand weiter aufbauen



Vielen Dank für erste Antworten.

Leider kann ich jetzt nicht alles so machen wie vorgeschlagen und von mir gewollt. Nicht ohne Grund mußte ich auf eine ZV zurückgreifen. Will über die Jahr mich durch's Haus kämpfen. Heizungsmäßig ist das Haus erstmal gut ausgestattet (Öl und Feststoff) so dass mir da momentan auch etwas die "Motivation" fehlt auf die bevorzugte Wand- oder Sockelleistenheizung zu wechseln.

Wichtig ist erstmal zu wissen, dass ich mit dem Lehm nicht über die alte Dämmung gehe. Deshalb werde ich diese rausnehmen und zunächst nur eine Lehmschicht auftragen. Später, wenn dann wirklich notw. werde ich mit Hanf o. HWFP eine Dämmung über den Lehm legen und entweder nur mit Lehm abschließen oder sogar eine Wandheizung einlegen.

An den Decken werde ich die Styroporplatten abkratzen und mit Lehmfeinputz alles hübsch machen.



Innendämmung



Ich würde Ihnen einen homogenen Wandaufbau empfehlen. Styropor und Lehm passen nicht zusammen. Lehm besitzt eine hohe kapillare Leitfähigkeit, die für einen guten Transport der Feuchtigkeit sorgt, die der Lehm aufnimmt. Mit einer Styroporschicht wird diese Leitfähigkeit (Diffusionsoffenheit des Wandaufbaus) dann wieder unterbrochen.

Ich habe Dir mal etwas zu der Innendämmung von unserer Internetseite kopiert, mehr Informationen findest Du unter
http://www.hiss-reet.de/bauen-mit-reet/naturbau/architektur/wanddaemmung.html

Anforderungen an Außenwände

Am 01.02.2002 trat in Deutschland die neue Energieeinsparverordnung (EnEV) in Kraft und verschärfte damit die Anforderungen der bis dahin geltenden Wärmeschutzverordnung (WSV). Die Zielsetzung der EnEv ist es, den Energiebedarf von Gebäuden nachhaltig zu begrenzen. Dies soll durch eine verbesserte Wärmedämmung, höhere Luftdichtigkeit, die Vermeidung von Wärmebrücken sowie durch eine verbesserte Anlagentechnik erreicht werden. Die EnEV ist bindend bei allen Neubauten sowie bei baulichen Veränderungen an Altbauten von mehr als 20 % der Bauteilflächen gleicher Orientierung. Die EnEV fordert für alle neugebauten Außenwände beheizter Räume einen U-Wert von 0,45 W/m²K. Beim nachträglichen Einbau von Dämmschichten fordert die EnEV einen U-Wert von 0,35 W/(m²K).

Zum Schutz der Konstruktion vor Tauwasser und Schimmelbildung sind die Anforderungen der DIN 4108 (Wärmeschutz und Energieeinsparung in Gebäuden) einzuhalten. Der Wärmedurchlasswiderstand (Rges) des Wandaufbaus muss nach DIN 4108-3 größer als 1,20 m²K/W sein und die theoretisch anfallende Tauwassermenge darf eine bestimmte Menge (mW,T < 0,5 kg/m² bei nicht wasseraufnahmefähigem, mW,T < 1,0/m² bei wasseraufnahmefähigem Material) nicht überschreiten. Die anfallende Tauwassermenge muss nach einem anderen zugelassenen Verfahren berechnet werden (z.B. mit Hilfe des Glaser-Verfahren).

Kritische Anmerkung: Das allgemein übliche Glaser-Verfahren zur Berechnung der Wasserdampfdiffusion hat sich als einfaches Bewertungsverfahren praktisch bewehrt. Es geht allerdings von statischen klimatischen Verhältnissen im Sommer bzw. Winter aus und entspricht nur im Einzelfall dem tatsächlichen Feuchtetransport im Bauteil und den sich ständig ändernden natürlichen Gegebenheiten. Das Glaser-Verfahren berücksichtigt auch nicht die hygroskopischen Eigenschaften der Baustoffe wie z.B. Lehm, wodurch es zu Fehlanalysen kommen kann. Wenn Berechnungen einen rechnerischen Tauwasseranfall ergeben, muss das nicht den in der Realität auftretenden Verhältnissen entsprechen.
Spezielle Anforderungen für Fachwerkhäuser

Seit kurzem werden auch spezielle Anforderungen an Fachwerkhäuser gestellt. Traditionelle Fachwerkhäuser sind aus dem Landschaftsbild nicht wegzudenken und stehen teilweise unter Denkmalschutz. Um den Anforderungen des Wärmeschutzes, des Klimaschutzes und dem Wunsch der Bewohner nach einem behaglichen Raumklima gerecht zu werden, können Fachwerkhäuser gedämmt werden. Eine Außendämmung, wie sie bei anderen Häusern möglich ist, kommt oftmals aus ästhetischen und denkmalrechtlichen Gründen nicht in Frage, in diesen Fällen bieten sich eine Innendämmung an.

Die Erfüllung der Anforderungen der EnEV kann aber gerade bei der Anordnung der Wärmedämmung auf der Innenseite nicht ohne die Gefahr der Schädigung des Fachwerks erreicht werden. Um Schäden durch eine unbedachte Anwendung der EnEV zu vermeiden, lässt die EnEV auf Antrag Ausnahmen zu. Paragraph 24 der EnEV bietet die Möglichkeit im Falle der Beeinträchtigung von Substanz oder Erscheinungsbild eines Baudenkmales einen Antrag bei der zuständigen Landesbaubehörde für eine Ausnahme zu stellen. Gleiches gilt lt. §24 für Maßnahmen, die zu einem unverhältnismäßig hohen Aufwand führen. §25 der EnEV lässt Anträge auf Befreiung zu, wenn die Einhaltung der nötigen Maßnahmen wegen eines unangemessenen Mehraufwands (§25) zu einer unbilligen Härte führen würde.
Eine Erhaltung des Fachwerkes sollte Vorrang vor übertriebenen Dämmmaßnahmen und einer damit verbundenen Gefahr des Verursachens von Schäden haben.
Um auf raumseitigen Oberflächen die Tauwasserbildung und die Gefahr der Schimmelpilzbildung zu vermeiden, gelten für Fachwerkaußenwände ebenfalls die Anforderungen der DIN 4108-3 (Wärmeschutz und Energieeinsparung in Gebäuden). Die Anforderungen können bei Fachwerkbauten aus bauphysikalischen Gründen jedoch nur schwierig oder gar nicht eingehalten werden. Bei einem Wärmedurchlasswiderstand der Wandkonstruktion R ≤ 1,0 m² K/W und einem sd-Wert von Innenputz und Innenbekleidung zwischen 1,0 m und 2,0 m ist kein rechnerischer Tauwasser-Nachweis erforderlich.

Die Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkerhaltung und Denkmalpflege e.V. (WTA), die sich für den Erhalt alter Fachwerkhäuser einsetzt, fordert abweichend von der DIN 4108 eine Begrenzung des Wärmedurchlasswiderstandes der Innendämmung ohne weiteren Nachweis auf ΔRi ≤ 0,8m² K/W. Dies entspricht in etwa einer Dämmstärke von 4 - 6 cm . Im Falle einer stärkeren Dämmung, ist ein gesonderter Nachweis zu erbringen. Mit geringen Dämmstärken können bereits erhebliche Energieeinsparungen erzielt werden.
Abbildung 1: Verringerung der Wärmeverluste eines 1953 gebauten Einfamilienhauses bei einer Innendämmung mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,04 W/(mK).

Um Schäden durch Tauwasser zu verhindern und gleichzeitig den kapillaren Feuchtetransport zu erhalten, empfiehlt die WTA auf jegliche dampfsperrende Schichten zu verzichten. Stattdessen sollte die Konstruktion diffusionsoffen sein und der sd-Wert der Innendämmung einschließlich der Innenbekleidung und Luftschicht zwischen 1,0 m und 2,0 m liegen. Somit wird die Austrocknung der Tauwassermengen sowie evtl. eingedrungenem Niederschlagswassers auch nach innen ermöglicht. Um den Abtransport eventuell entstehender Feuchtigkeit zu gewährleisten, sollten die Dämmplatten in Verbindung mit hygroskopischen Materialien wie z.B. Lehm verarbeitet werden.

Schlagregenschutz (DIN 4108-3)
Eine nicht zu unterschätzende Gefahr besteht in der Schlagregenbelastung von Fachwerkfassaden. Durch die Fugen zwischen Fachwerk und Gefach kann Schlagregen in die Wand eindringen und Schäden verursachen. Die DIN 4108 3 unterteilt je nach Lage, Ausrichtung und Region in unterschiedliche Beanspruchungsgruppen und empfiehlt für die Beanspruchungsgruppen 2 und 3 einen konstruktiven Regenschutz des Fachwerks (Verkleidung, Verputz o.ä.)
Für den Schlagregenschutz nach DIN 4108-3, bietet es sich an, Fachwerkgebäude im Einzelfall zu untersuchen und nach individuellen Lösungen zu suchen.
Innendämmung

Innendämmungen werden meistens dort eingesetzt, wo die Fassade aus denkmalpflegerischen oder ästhetischen Gründen erhalten werden soll.
Neben denkmalpflegerischen Aspekten kann eine Innendämmung auch sinnvoll sein, wenn nur Teilbereiche eines Gebäudes (z.B. einzelne Wohnungen) nachträglich isoliert werden sollen. Die Dämmung einer Wand von Innen bringt aus bauphysikalischen Gründen (Taupunktproblematik) häufig Probleme mit sich, eine detaillierte und fachliche Planung z.B. durch einen Bauingenieur ist daher Voraussetzung für die Installation einer Innendämmung.

Grundmechanismen des Feuchttransports in einer Fachwerkwand während der HeizperiodeDer Feuchtetransport durch Bauteile findet mittels Dampftransport (Diffusion und Konvektion) oder Flüssigtransport (Kapillarität) statt. Bei der Dampfdiffusion „wandert” aufgrund des Druckausgleichs die Luft mit höherem Dampfdruck (warme, Feuchte Luft) zu der Luft mit niedrigerem Dampfdruck (kalte, trockene Luft). In einem Gebäude diffundiert aufgrund des Dampfdruckgefälles die vorhandene warme, feuchte Innenluft durch Bauteile (z.B. Außenwände oder das Dach) hindurch. Die Diffusion findet quasi ständig statt. Bei der Diffusion kühlt sich die Luft innerhalb des Bauteils ab, im ungünstigsten Fall kann es so zu Tauwasserausfall innerhalb des Bauteils kommen. Durch eine Innendämmung rückt der Taupunkt (der Punkt an dem Wasserdampf kondensiert) einer Wandkonstruktion weiter nach Innen, wodurch die Gefahr von auftretendem Tauwasser innerhalb der Wand steigt. Die Möglichkeit, dieses durch den Einbau von Dampfsperren oder –bremsen zu verhindern, scheidet im Altbau aus, weil es fast unmöglich ist, alle Anschlüsse luftdicht auszuführen. Es besteht die Gefahr dass es durch Undichtigkeiten in der Dampfsperre zu Feuchtekonvektion und damit zu erhöhtem Tauwasseranfall kommen kann. Besonders problematisch ist, dass durch die Konvektion ein Vielfaches an Tauwassermengen verglichen mit der Diffusion innerhalb eines Bauteils ausfallen kann. Daher wird bei bestehenden diffusionsoffenen Wandkonstruktionen von einer Innendämmung mit Dampfsperre abgeraten. Die Kapillarität bestimmt einerseits, in welcher Zeit ein Bauteil bei direkter Berührung mit Feuchtigkeit (Schlagregen, Spritzwasser, Bodenfeuchte, Kondenswasser) welche Menge an Wasser aufnimmt. Andererseits bestimmt die Kapilllarität die Austrocknungsgeschwindigkeit von Bauteilen, in denen durch Diffusion transportierter Wasserdampf zu Wasser auskondensiert ist.

Die nach der DIN 4108 errechnete Tauwassermenge überschreitet zum Teil die zulässige Menge. Deshalb wird oft von einer Innendämmung abgeraten.

Wir empfehlen einen diffusionsoffenen Wandaufbau sowie die Verwendung von hygroskopischen Materialien (Lehm) bei der Montage einer Innendämmung. Diese Materialien sind in der Lage, anfallendes Tauwasser aufzunehmen und aufgrund ihrer Kapillarität auch wieder an die Raumluft abzugeben, ohne dass Bauschäden (beispielsweise Schimmelpilze) entstehen. Die Kombination von Lehm und Schilfrohr hat sich über viele Hundert Jahre als funktionierende Kombination bewiesen. Durch seinen hohen Silikatgehalt nimmt Schilfrohr kaum Feuchtigkeit auf, die Dämmwirkung bleibt dauerhaft erhalten. Lehm ist durch seine hohe Hygroskopizität und seine gute Kapillarleitfähigkeit in der Lage die eventuell anfallende Feuchtigkeit aufzunehmen und abzutransportieren. Dadurch wirkt er auf die Innendämmung aus Schilfplatten konservierend und schützt sie vor Schäden. Gleichzeitig beeinflusst der Lehm die Raumluft positiv, indem er die raumluftfeuchte konstant hält und Schadstoffe wie z.B. Nikotin oder Formaldehyd absorbiert. Die Schilfdämmung hat noch einen weiteren Vorteil, sie dient als Putzträger für den Lehm.
Im folgenden Geben wir Ausführungsbeispiele für innen- und außengedämmte Wände, die dem Stand der Technik entsprechen und sich bewährt haben.



das erinnert mich stark ans Studium ..



da hat auch mal ein Prof gesagt:
…kopieren geht über studieren …

ich hab da ganz andere Gedanken:
Jede Innendämmung - auch Lehm, Schilf, Öko, Superöko, Ultraöko ... macht die Wand - die Konstruktion - kälter, zieht den Taupunkt nach innen und verschlechtert somit die bauphsikalische Situation der Wand.
Da kann man rechnen wie man will!
Diese Rechnereien sind doch dafür da etwas zu verkaufen! Eine Gewährleistung gibt Ihnen keiner drauf!
In erster Linie müssen die Materialien stimmen, die in der Wand verbaut werden - und die stimmen meistens nicht - je moderner die Aufbauten sind!

Und wenn die Fugen der Gefache aus Zementmörtel sind wird Ihnen weder eine Aussen- noch eine Innendämmung wirklich weiterhelfen.

Dieser Dämmgeist ist wie beim Zauberlehrling - so gefährlich:
…die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los…

Da wird auf Teufel komm raus gedämmt, gerechnet, gemacht und getan - ob's nun sinnvoll ist oder nicht - ob's was bringt (ich meine real - nicht rechnerisch) oder nicht - oft bringts im Nachhinein mehr Schaden als Nutzen.

Hinterfragen wie die Kinder: Warum?
klärt so einiges auf - die Mühe lohnt sich!

mfG

FK



Kopierassoziation



Hallo Herr Kurz,

wenn Sie das Kopieren an Ihr Studium erinnert, spricht das wohl für sich. Wenn ich an mein Studium denke, dann assoziere ich damit das Lernen. Genauso Kurz wie Ihr Name sind ja leider auch Ihre Antworten.

In einem gebe ich Ihnen recht: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Laie mit einer Innendämmung Bauschäden verursacht, ist relativ hoch. Die Wahrscheinlichkeit kann durch professionelle Beratung und Information minimiert werden.

Daher liebe Villa Kuntbunt hier zwei Adressen mit denen Sie nichts falsch machen können:

Beratung:
Dr.-Ing. Christof Ziegert
Lehrter Straße 57 Haus 4
10557 Berlin
Tel 030 29 36 93 94
Fax 030 29 36 93 95


Informationen:
Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege e.V.
"Merkblatt 8-5-00/D Fachwerkinstandsetzung nach WTA V: Innendämmsysteme" (zu beziehen unter www.WTA.de)

Mit besten Grüßen


Philip Kullmann



Jatzt hab ichs aber bekommen!



vor allem der "Minuspunkt"

Sie schreiben da zwei kompetente Stellen aus:
den Herrn Dr.-Ing. Christof Ziegert
übernimmt er die Gewährleitstung für die Rechenmodelle, bzw zahlt er für evtl doch auftretende Schäden?
Ich schätze seine Kompetenz und sein Wissen - fahre aber lieber zweigleisig: Wissen aus Forschung und Wissen aus wirklich handwerklicher Erfahrung!
Da verblassen da oft die schön gedruckten Prospekte und Tabellen ...

Informationen:
Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege e.V.
Zu diesem Verein - Das DIN-Institut ist auch ein Verein (e.V.) äusserte sich ein Fachwerkpapst vor kurzem sinngemäss: "die machen das schon gut ... sind aber oft nicht frei von einer Beeinflussung von den Firmen, die sich darin beteiligen ... also auch nicht besser als das DIN-Institut ...
Den Satz möchte ich unkommentiert lassen.

Man muss wissen wie und warum ein Material so oder so reagiert und das Prinzip verstehen und nicht immer alles glauben, was irgendwo steht oder gesagt wird ... oft faht da der Zusammenhang und dadurch wird der Sinn verändert ... da sollte man vorsichtig sein.

also weiter so!

FK



Jetzt gehen die "Freien Meinungsäußerungen" erwartungsgemäß auseinander



... das hatte ich schon erwartet nachdem ich vor meiner Frage hier im Forum viel gelesen hatte. Ein wenig hatte ich auch gehofft, dass Konrad Fischer dazustößt - da muss ich mich outen: dessen Grundauffassungen mir sehr sympathisch sind. (Bitte an dieser Stelle keinen Streit über seine Person vom Zaune brechen - ich möchte Tipps zu meiner Frage :-)

Nun ja, nun habe ich ein paar Meinungen und darf mir daraus meine eigene bilden. Was hab ich erwartet?

Irgendwo glaube ich, einfach den historischen Urzustand wieder herstellen zu müssen. Denn das Haus hatte so vor den letzten "bewegten" 15 Jahren mit schmerzhaften Dämm-Eingriffen schon 100 Jahr überstanden. Da ich an die energiesparende und substanzerhaltende Wirkung von Dämmung glaube und die ökonomischen Aspekte damit auch hinfällig sind, ist das wohl die beste Variante!?

Oder vielleicht doch ein ganz klein wenig Lehmputz für das Raumklima und weil ich es gestalterisch so schon finde?

@Philip Kullmann: Der Vorteil des Altbaues gegenüber eines Neubaues ist, dass ich mich in meiner Entscheidungsfindung wenigsten nicht den staatlichen Dämmverordnungen unterwerfen muss.... ;-) So kann ich für mein Haus entscheiden und nicht für den staatlich gestützten Kommerz.

Wir können bis heute nicht halbwegs genau das Wetter vorhersagen, weil alle computergestützen Berechnungen doch immer nur vereinfachte mathematische Modelle sind und der Komplexität dieses Vorganges nicht gerecht werden. Am zuverlässigsten ist dann doch die menschliche Intuition basierend auf Erfahrungen. Vielleicht ist es auch hier so - Vertrauen auf die alten Baumeister und Materialien...

Lieben Dank für die Postings und die weiterführenden Infoquellen - werde mich auch da mal reinlesen.



Wenn Sie



den (baulichen) historischen Urzustand wiederherstellen wollen, sollten Sie berücksichtigen, daß Sie dann auch zu den zeitlich entsprechenden Nutzungsformen und Bedingungen zurückkehren müssen. Alsoim DG meist ungeheizte Kämmerlein, die Heizung im Haus mit Kachelöfen, Fenster alter Bauart, Baden nur Freitag abend im Waschhaus...

Selbst wenn in damaliger Zeit fehlerlos gebaut wurde (was nachweislich nicht so war); wir haben heute an die Bausubstanz andere Anforderungen als früher, also muß die Bausubstanz mit Verstand und handwerlkichem Können und Wissen angepasst werden.

Substantielle Grüße

Thomas





Hallo

Kein Mensch verlangt doch von Ihnen mit nackten Wänden zu leben und den Lehm dürfen Sie auch mit ruhigem Gewissen anbringen. Auch als das Haus erbaut wurde, waren die Wände verputzt, bemalt, tapeziert oder bespannt etc.

Es ist sogar wichtig die Wände innen zu verputzen, um die Winddichtigeit zu gewährleisten.( Auch vor hundert Jahren wollte man nicht in einer zugigen Hütte sitzen.) Jedenfalls nicht jemand der sich ein solch stattliches Haus erbaut hat.

Problematisch wird es erst, wenn Dämmung dahinkommt, wo sie nicht vorgesehen war. Die Komponenten eines Hauses müssen zusammenpassen. Bei einem Auto käme auch niemand auf die Idee Airbags in einen Oldtimer einzubauen. Auch wenn Airbags, an für sich gesehen, vernünftig sind.

Für meinen Teil wollte ich erst mal ein paar Vorschläge bringen, mehr nicht.

Nutzen Sie die Zeit, die Sie mit dem Entfernen der alten Wandbeläge verbringen, um ein erstes Gefühl für ihr Haus zu bekommen. Wann scheint die Sonne in welches Zimmer, von wo habe ich einen besonders schönen Blick, in welchem Raum fühle ich mich besonders wohl.
Was sicher auch interessant wäre, ob es noch irgendwo alte Fotos von dem Haus gibt. Einfach um sich mal einen Eindruck zu verschaffen wie es früher mal ausgesehen hat. Das heißt ja noch lange nicht, dass man alles bis aufs fitzelchen zurückbauen soll/muss.
Das Foto von der Rückwand?dem Anbau? ist schon schwer mit dem andern Foto zu vereinbaren.

Aber das wird sicher noch eine interesannte Geschichte.
Viel spaß noch weiterhin (auch wenn Sie beim Styropor abkratzen fluchen sollten :))
Gruß
Dorothée



Doppelte Arbeit?



Wenn Sie zuerst Lehm putzen wollen,um dann später HwFp aufzubringen, vergeuden Sie rares Geld. Die Platten müssen in Lehm an die Wand gesetzt werden, anschließend wieder verputzt. Sinnvoller erscheint mir, langsamer zu bauen, dafür aber ohne Provisorien (die mitunter sooo lange leben, obwohl man sie zum Teufel wünscht).

Gera liegt zuweilen für mich am Wege, so's genehm ist, halte ich gern 'mal an.

Grüße

Thomas





Lieben Dank für vielen Antworten.
Hier mal ein Feedback wie's sich entwickelt hat.

Zum Glück hat das Herumkratzen an div. Wänden ergeben, dass nicht alle mit Styropor beklebt sind. Im zukünftigen Esszimmer konnte ich den Lehm (ca. 1-15cm) so direkt auf die Ziegelwand aufbringen. Siehe Bild. Das wird den Wänden hoffentl. auch gut tun, denn diese fühlten sich sehr feucht an (einschl. Salzausblühungen). Vermutlich weil der Raum als Vogelzimmer jahrelang nicht geheizt wurde.

Die gedämmte Wohnstube (ebenfalls Vollziegelwand mit Außenverklinkerung) erhält nur eine dünne Lehmschicht - provisorisch über die Styropordämmung. Die Wand werde ich genau beobachten u.gfls. später neu aufbauen.
Die Wände sind südwestl. und unbeschattet der Sonne ausgesetzt.

@Dorothée
Ihre Herangehensweise finde ich gut. Wird so wohl auch passieren - trotz des Provisoriums in der Wohnstube.
Die Stube musste aber dringend wohnbar gemacht werden, damit das Chaos im Haus erträglich wird.
Ich verputze alles selbst und habe kein Problem das in ein paar Jahren noch mal Neue zu machen. Die Materialkosten sind mit 200€ überschaubar als Provisorium.

In ein paar Jahren kenne ich dann auch den Energiebedarf meines Hauses. Wenn die Statik es hergibt, soll dann auch noch ein Grundofen das alte Ölheizwerk entlasten. Dann wird eh noch mal ein Umbau in der Stube nötig und die Dämmung fliegt raus ... wenn nötig ersetzt durch diffusionsoffen/hygroskopisch.