Fachwerk dämmen oder nicht dämmen, wenn ja wie?

31.07.2011



Hallo, bin am überlegen das Haus meiner Oma zu erwerben.

Ein befreundetet Zimmerer hat mich begleitet und den Zustand des Hauses als sehr gut befunden. Es ist ein Fachwerkhaus aus dem 16./17. Jht und ich bin am überlegen, die Innenwände etwas zu begradigen, bzw. zu dämmen. Er meinte alten Putz entfernen (ich tippe auf Kalk- oder Gipsputz),Lehmputz auftragen (dadurch Wand begradigen), 4cm Holzfaserdämmplatte und mit Lehmputz verputzen.
Jetzt habe ich mich hier schon etwas durchs Forum geschlichen und auch vormauern durch Lehmziegeln entdeckt. Und so eine Dämmung zu erzielen. Ich möchte aber die Böden erhalten.Folglich würde das ja schon mal wegfallen.
Vielen Dank schon mal für eureTipps.

Gruß Thorsten



Innenwände begradigen und gleichzeitig Dämmen...



... das System mit dem Lehm und Holzdämmplatte ist durchaus sinnvoll - besonders dann, wenn mit Lehm ausgefacht wurde. Ich würde zuvor aber noch die Heizungsfrage mit einbeziehen. Ich gehe mal davon aus, dass Du die Innenseite der Außenwände meinst.

Sollte die Ausfachung mit Ziegel erfolgt sein, dann ist auch ein Kalkputz (evtl. Biotherm von HAGA) eine Alternative.

Die Begehung ist schon mal gut. Ich würde aber mich nicht gleich ins Detail stürzen, sondern einen umfassenden Sanierungsplan erstellen lassen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Planen hilft



Hallo

Wie der Vorschreiber vorschlägt - Sanierungsplan oder ein Gesamtkonzept ist notwendig.

Lehmunterputz ist nicht schlecht - aber ob es dann eine Innendämmung sein muss ist hier die Frage - Innendämmung ist IMMER ein Risiko - auch wenn uns von Anderer Seite manchmal etwas anderes weisgemacht werden will (Stichwort: Kapillaraktivität), die zwar besteht aber auch keine Baufehler und keine Denkfehler ausmerzen kann.

Bei Bedarf mache ich Ihnen ein Angebot einer Konzeption.

Gutes Gelingen

FK



Vernunftiges Konzept erstellen



ist wie schon geschrieben sehr wichtig.
Anstatt Lehmputz wäre auch ein Luftkalkmörtel denkbar, bei Fragen einfach melden

Gruss Thomas



Holzweichfaser und Lehm



Ich bin gerade mittendrin in so einer Dämmungsaktion — vorwiegend, weil es mich in Kombination mit einer Wandheizung überzeugt hat.

Das Aufbringen der Holzweichfaser ist aufwändiger als gedacht. Dein Plan einer Begradigung ist da richtig: Bäuche und "negative" Bäuche müssen ausgeglichen werden, damit man mit dem (relativ dünnflüssigen) Lehm die Platten ohne Hohlräume an die Wand bekommt.

Ob ich allerdings ohne Wandheizung zu einer solchen Dämmungsart raten würde?

-Frank



Dämmen ohne Wandheizung



"Ob ich allerdings ohne Wandheizung zu einer solchen Dämmungsart raten würde?"

Genau das ist die Frage und die lässt sich nur beantworten, wenn man das ganze Haus kennen gelernt hat.

Nicht nur die Machbarkeit ist die Frage, sondern auch, was das für Auswirkungen auf das gesamte Bauwerk hat. Viele Details sind dabei zu berücksichtigen.

Über PLZ-Suche kannst Du auch Mitglieder aus Deinem Umfeld finden:

http://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/community/a/showRegionalinformationen/97762$.cfm

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Denkmalschutz?



... da möchte ich mich meinen Vorschreibern anschließen und ergänzend bei einem Haus ab 15xx auf möglichen Denkmalschutz hinweisen, der auf solche Maßnahmen erheblichen Einfluss haben kann.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





schon mal vielen Dank für Ihre/Eure Antworten. Das Haus ist 16./17.Jh. Zu Heizung: da ein Gasanschluss im Gewölbekeller gelegt worden ist, dachte ich an eine Gasheizung (kein Öl im Keller, Gas-Brenngerät ins Dach kurzes Abgasrohr, wobei im Wohnzimmer und im oberen Stock jeweils noch ein Holzofen kommen soll... Bis jetzt war jeder Raum mit Holz beheizbar. Lage des Hauses ist PLZ 97762. Und die Gefache sind mit Lehm/ Reisig ausgefacht..... daher sind einige Unebenheiten im Innenputz wo ich die Wände einigermaßen begradigen wollte...
ich bin mittlerweile echt froh, hier gelandet zu sein...

Danke

Thorsten



Begradigen …



… um des Begradigens Willen?

-Frank