Kaufberatung

01.04.2020 julian89


Kaufberatung

Hallo liebe Gemeinde,

wir überlegen derzeit ein altes Bauernhaus (ca. 1870) zu erwerben.
Der Vorbesitzer hat bereits mit der Renovierung begonnen und das Erdgeschoss ist schon fast fertig.
Anscheinend wurde das Fundament komplett erneuert und die Vorderseite bereits verputzt.
Das sieht alles recht gut aus.

Die Innenwänder sind allerdings aus Fachwerk und hier bin ich etwas verunsichert.
ich habe im Forum bereits etwas gelesen und es sieht mir so aus als wäre nicht alles optimal gelaufen.

Es sieht so aus als wäre hier Beton auf den Balken und Hohlziegel verwendet.
Im Erdgeschoss ist alles verputzt so dass eventuell auch keine Feuchte Entweichen könnte? Wobei anscheinend eine variable Klimamembran (Vario® KM Duplex UV) verwendet wurde.

Ich vermute die Gefahr für Nässe ist bei den Innenwänden etwas geringer, ist das korrekt?
Knackpunkt wäre dann eventuell der Übergang vom Dachboden zum ersten Stock wenn es auf dem Dachboden kalt ist könnte hier ja Wasser kondensieren? Hilft es dann den Dachboden ebenfalls zu dämmen?

freundliche Grüße,

Julian



Das Bild wurde gedreht deswegen ein neuer Versuch


Das Bild wurde gedreht deswegen ein neuer Versuch

Bild erster Stock mit Beton auf den Balken



Neues Fundament


Neues Fundament

Neues Fundament an der Rückseite erkennbar



renoviertes


renoviertes

Erdgeschoss



Kaufberatung



Nur eine Beurteilung von Fotos ist schwierig und ohne genaue Infos zu Wandaufbau
vom ursprünglichen Bestand und dem nach Sanierung nicht möglich.

Wenn der Vorbesitzer schon selber saniert hat müßten die Angaben ja vorliegen-
ggf anhand von Material- und Handwerkerrechnungen.

Die Rückseite sieht etwas verbastelt aus- wie genau das Fundament erstellt wurde läßt sich nicht sagen.

Wenn die oberste Geschoßdecke insgesamt diffusionsoffen ist sollten auch ohne Dämmung keine Schäden entstehen.
Die einfachste Dämmung wäre offen aufgeblasenen Zellulose.



Der Kachelofen



Der Kachelofen sieht toll aus, aber ihr solltet Prüfen, ob der noch betrieben werden darf nach BimschVerordnung. Ist zwar nur eine Nebensächlichkeit bei der Baustelle, aber wenn ihr Pech habt, legt der Schornsteinfeger den Ofen still nach dem Besitzerwechsel.



Vorsicht!



Wichtig sind neben der exakten Ausführung der Sanierung auch der Grund, warum dieses Projekt abgebrochen und verkauft wird.

Besonders Vorsicht ist beiHobby- oder Do-it-youselfe-Sanierungen. Bspw. könnten die vielen OSB-Platten ein Zeichen für eine eher günstige aber ggf. schadensträchtige Sanierung sein.

Ohne Gutachter und einem sehr stabilen Finanzierungsrahmen (Sanierungskosten: mind. 1500€/qm) mit zusätzlicher reichlicher Reserve würde ich dieses Projekt lieber nicht nehmen.

Was jedoch schon anhand der pasr Bilder deutlich wird, solche Projekte sind nichts für die Variante: „Ist kein Problem, ich kann viel selbst und hab paar Kumpels,die helfen mit.“



Hallo


Hallo

Danke für die Antworten bis jetzt.
Bezüglich Kachelofen wurde der Kamin/Ofen auch von innen komplett neu gemacht und abgenommen.

Das Projekt wurde aufgrund einer Scheidung aufgegeben.

Bei der Planung war wohl auch ein Architekt involviert und es wurden Ortsansässige Handwerksfirmen beschäftigt.
Wobei schon auch Eigenleistung drin steckt.

Wasser/Stromleitungen und Heizung ist komplett neu gemacht worden. Das wirkt mir schon alles solide wie auch auf dem Bild vom Wohnzimmer zu sehen.

Meine Frage bezieht sich auf die Innenwände aus Fachwerk. Ist es ein Problem dass augenscheinlich Zement verwendet wurde oder ist das nur bei Außenwänden ein Problem?

Es folgt noch ein weiterer Termin mit einem Zimmermann und Bauleiter. Kennt jemand Gutachter mit Erfahrung mit Fachwerk im Bodenseeraum?

Grüße,
Julian



Ankaufberatung



Innenwände sind bauphysikalisch völlig unproblematisch sofern sie keine Feuchtigkeitsschäden an den Auflageschwellen aufweisen.
Zementputz hat hier nur den Nachteil, nicht flexibel zu sein und zu Rissen in Randbereichen zu neigen.
Als Sachverständiger kann man kaum Bauteilöffnungen vornehmen-
muß sich also bei der Beurteilung auf die sichtbaren Bereiche beschränken bzw auf Konstruktionsangaben.
Hier können zumindest kritische Konstruktionen ermittelt werden.
Unverkleidete Bereiche wie Schwellen, Eckständer, Dachstuhl etc. kannst du vorab selbst untersuchen