Fehlboden Empfehlung für Schüttung

08.11.2011



Ich habe bereits gelesen, dass das Thema schon oft behandelt wurde, bin mir aber trotz aller Beiträge noch unsicher welche Schüttung nun empfehlenswert wäre.

zum Allgemeinen: ich habe vor 3 Wochen ein fränkischen Bauernhof (Bruchstein+innen Fachwerk) erworben. Im Geschoß zum Dachboden hin sind die Fehlböden noch vorhanden. Die Schüttung, (wahrscheinlich geglühter) Sand mit Getreidespreu habe ich mittlerweile entfernt, da sich unglaublich viel Tierkot und Mäusenester darin befanden. Die darunter liegende Lehm-Stroh-Mischung werde ich belassen.

Nun die Frage: Mit was wieder auffüllen: Zellulose klingt für mich nach einem Himmelreich für sämtliches Getier. Bei einer Lehm-Hobelspanmischung kommt mir der selbe Gedanke. Gibt es auch rein mineralische Produkte? Was sagt ihr zu Perlite? Gibt es Schüttungen, die sowohl dämmen, als auch einen gewissen Trittschal mit sich bringen und auch keinen Tierchen Wohnraum spenden?

Grüße
Monika Fersch





Gute Dämmung und guter Trittschallschutz geht nicht gut gleichzeitig.
Dämmung braucht viel eingeschlossene Luft, Trittschall braucht viel Gewicht.
Schlichte (aber praktisch veranlagte) Gemüter legen auch gerne mal Beton-Gehwegplatten auf einen Fehlboden, das geht offenbar ganz gut, die Dämmung geht dann aber extra.

Nun geht es aber um die oberste Geschossdecke zum Dachboden. Da wird ja eher selten oben 'drauf gelaufen, eine Dämmung wäre aber sicher gut.
Ich denke, es wäre empfehlenswert sich zunächst zu überlegen, welche Erfordernisse im Vordergrund stehen sollen.

Gruß Götz



Borsalze



Die Zellulose (Isofloc etc.) wird üblicherweise mit Borsalzen imprägniert und ist für Mikroben und Getier reichlich ungeniessbar. Und brennt auch schlecht.

Also keine Panik

stt



Pro / Contra



Wobei Borsalz in jüngster Vergangenheit auch kontrivers diskutiert/bewertet wird. Siehe auch


---Forenreferenz-----------
Borsalz / Borsäure pro/Contra -
Hallo!
während der Sanierung unseres Hauses wurde ein nicht mehr aktiver Hausbock-Befall in Dachstuhl und angrenzenden Bauteilen (Deckenbalken, Rähm) festgestellt. Nun ist ein neuer Dachstuhl drauf. Die Kontaktbereiche mit den alten Hölzern wurden mit Boracol behandelt (vom ausführenden Zimmermann). Der hat mir nun auch eine vorbeugende Bahndlung des Rähm und der Deckenbalken, die nach außen über den Rähm überstehen ans Herz gelegt obgleich er kein ausgewiesener Schädlingsbekämpfer ist.

Kurzum habe ich mich mal versucht schlau zu machen, was es am Markt so an vermeintlich harmlosen Borsalz Imprägnierungen gibt und auch einige gefunden. Was sie alle gemein haben, ist eine kürzlich verlängerte Zulassung, die aber eine neue Kennzeichnung/Einstufung mit sich bringt.
Ich darf mal Wikipedia heranziehen:

"...Im Juni 2010 wurde Borsäure durch die ECHA als SVHC (substance of very high concern) eingestuft. Nach Inkrafttreten der GHS-Verordnung 1272/2008/EG und der REACH-Änderungs-VO 790/2009/EG wurde Borsäure in die Liste der besonders Besorgnis erregenden Stoffe aufgenommen (Anhang XIV der REACH-Verordnung 1907/2006/EC) und als reproduktionstoxisch gekennzeichnet. Auch Gemische, die Borsäure in einer Konzentration von 5,5% oder mehr enthalten, sind nach der GHS-Verordnung als reproduktionstoxisch zu kennzeichnen...." - Wiki

mir wäre wohl sehr geholfen, wenn diejenigen, die sich nun beruflich mit diesem Thema beschäftigen hier mal Ihre Meinung dazu kundtun könnten.

Ich sehen mich nun vor folgender Entscheidung:

--> Dennoch mit einer Imprägnierung auf Borsalzbasis behandlen. Nur im Außenbereich und mit entsprechender Vorsicht

--> Überhaupt nicht behandlen und die Balkenköpfe nur wie geplant Grundieren und Streichen (Leinoelfarbe). Selbst wenn es noch ein Würmchen/Käferlein gibt, sollte der ja nach der nächsten Generation ausziehen, da die Lebensbedingungen wohl nicht mehr gegeben sind (Dachüberstand groß, neues Dach).

--> Mit einem andere Produkt behandlen. Aber mit welchem? Wenn ich mir die techn. Merkblätter der alternativen bei den Herstellern anschaue, habe ich da die Wahl zwischen Pest und Cholera.

Wiedermal verwirrte Grüße!

Michael mehr ...
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Gruß
Michael



Trittschall



Hallo Monika



Ich hab in die Zwischendecke bei meinem Haus normalen feinen, trockenen Sand gefüllt, das dämmt den Schall ausreichend. Solltest Du noch eine Wärmedämmung brauchen, teilst Du die Balkenhöhe auf: 1/3 Sand und drüber 2/3 Hanfdämmung.


Andreas



Perlite



für diesen Einsatzzweck würden sich folgende Perlite eignen.
ThermoFill
ThermoFloor
ThermoFit
allesamt sind unbrennbar, Ungeziefersicher und haben einen guten Schall und Wärmeschutz.

Grüsse Thomas



@ Michael



"Im Juni 2010 wurde Borsäure durch die ECHA als SVHC (substance of very high concern) eingestuft. Nach Inkrafttreten der GHS-Verordnung 1272/2008/EG und der REACH-Änderungs-VO 790/2009/EG wurde Borsäure in die Liste der besonders Besorgnis erregenden Stoffe aufgenommen "


Da wird wieder etwas falsches miteinander verglichen...so wie Salpeter mit Salpetersäure...

Borsäure ist nicht Borsalz. Borsalz ist ein relativ stabiles Salz, Borsäure eine Flüssigkeit, die als Konservierungsmittel E284 in der Lebensmittelindustrie eingesetzt wird. LD50 2660 mg·kg-1[1], dh, ein Mensch mit 100kg müßte 2660000mg Bosäure aufnehmen, um abzukratzen.


Im Übrigen, Quecksilber ist dagegen hochgiftig, LD50 ist 1mg/kg dh ein 100kg schwerer Mensch braucht nur 100mg zum Lagewechsel. Und Quecksilber ist Bestandteil vom Impfmitteln und Energiesparlampen und lagert sich positiv im Körper an, wird also nicht abgebaut.


Wieviele Balken willst Du abnagen, damit Dein Borsalz wirksam wird? Wieviel Zellulose müssen Mäuse fressen, damit sie in der Dämmung stinken?


MfG Andreas



Borsalz



Bitte, keine Borsäure trinken!

Ich habe mit Borsalz und auch Borsäure (im Labor) gearbeitet. Meiner Ansicht nach sind Borsalze in Holz und Zellulose nicht schädlich, weil praktisch nicht mobil (ok, Staub kann es geben!), und es isst ja keiner die Zellulose (und Mäuse oder Insekten, die es versuchen, klar denen wird schlecht, aber das wollen wir doch, oder nicht?).

stt



Nun...



..wer dort was verglichen hat, habe ich in meinem Beitrag nicht bewertet.
Aber zumindest hat es dazu geführt, dass Mittel auf Borsalzbasis neu/anders gekennzeichnet werden müssen. Als Laie komme ich also zu dem Schluss, der Wirkstoff ist nicht ungefährlich.
Wie ich es sehe geht es auch nicht darum, ob nun jemand davon "abkratzt", sondern dass diese Mittel als reproduktionstoxisch zu kennzeichnen sind.
Wo vorher ein 'X' für reizend drauf war ist jetzt der Totenkopf.
Ich kann natürlich unterstellen, die Leute die dort sitzen, haben alle keine Ahnung usw usf. Das gibt mir aber keineswegs die Sicherheit, dass ich nun ein gesundheitlich unbedenkliches Mittel verwende.

Gruß
Michael
PS: In meinem Fall ging es auch um flüssige Mittel, bei denen ich bei der Verarbeitung u.U. mit den Inhaltsstoffen in Berührung komme.



Kochsalz...



...ist auch ab einer bestimmten Konzentration tödlich, dennoch würde keiner auf Salzbrezeln verzichten. Hinweise auf reale Probleme, die mit der Borax-Imprägnierung der Zellulose zu tun haben, sind mir nicht bekannt. Wer's 1000%ig machen will, kann ja ein dampfoffenes Baupapier auf die Schüttung legen. Er wird allerdings fürchterlich beim anschließenden Dielenverlegen fluchen. Ich halte es denn auch für verzichtbar.

Eine massereichere Schüttung wäre Liapor (=Blähton). Von dem weißen Gebrösel (Isoself & Co. = Bims) rate ich ab, das kratzt mir sehr im Hals, und der feine Staub kommt auch noch nach der Verlegung über die Pumpwirkung der bewegten Diele nach oben.

Noch was Grundlagenchemisches: Borsäure ist genauso flüssig wie Zitronensäure, nämlich nur dann, wenn man Sie in Wasser auflöst. Ansonsten sind das weiße, salzähnliche Kristalle.

Grüße

Thomas



Dann...



...machen wir zum Thema Borsalz hier einen cut.

Liapor kann ich in dem Zusammenhang nur empfehlen, lässt sich sehr gut Verarbeiten, leicht transportieren und ist relativ günstig zu bekommen (mal beim örtlichen Betonwerk nachfragen, da gibt´s das oft lose geschüttet).

Bei Bedarf kann man auch einfach eine gebundene Schüttung draus machen. So haben wir unseren Dachkasten aufgefüllt:
50l Liapor 4/8, 10l Mauersand, 10l CL90.

Gruß
Michael



Fehlboden



Hallo Monika,
Gratulation zum Kauf,
wenn die Lehmfelder mit der Stakung noch halbwegs fest sind würde ich zu Perlitte raten, dieses erdfeucht mit Zement 1 Teil
Perlitte ca 6 - 8 Teile anmischen, geht auch mit Weißkalkhydrat,
statt Zement, Hohlräume sind zu, kein Platz für Getier, dämmtechnisch auch eine Verbesserung, trittschall technisch eher wenig,nicht brennbar, kommt doch eh ein Belag oder Schalung über den Fehlboden, in Iphofen kannst Du loses Material, Sackware ca. 200 ltr, bei der Fa. K beziehen, alternativ bei Klimasan Perlite in Estenfeld, bei tieferen Fehlstellen > 10 cm auch Liapormischung wie beschrieben,
hier ist die Korngröße ca. 8 -10 mm, Weber in Marktbreit fragen bei perlite ca. 2 - 3 mm Korn,
gutes gelingen und grüße nach Kitzi,
Martin



ein verspätetes Danke an alle Beitragsschreiber



nun habe ich mich leider krankheitsbedingt an der Diskussion kaum beteiligen können.

@ Martin
Was hat das dann für eine Konsistenz? Verbacken dann die Perlite Teilchen miteinander? (erdfeucht mit Zement 1 Teil Perlitte ca 6 - 8 Teile anmischen, geht auch mit Weißkalkhydrat,
statt Zement)

Grüße Moni



konsistenz



Hallo Monika,
früher war erdfeucht eine Konsistenzbezeichnung,
Beton ist steif bis plastisch, das Perlite verbackt nicht,
Das Bindemittel Zement oder der Kalk verbinden die Teile,
je nach Korngröße kannst Du noch eine oder 2 Schaufeln Mainsand dazugeben, dadurch wird die Sieblinie verbessert
und es pappt (Backen nur in der Küche) etwas besser,
wichtig ist das verdichten damit wird eine Bindung erreicht,
erdfeucht damit möglichst wenig Wasser an die Holzteile kommt,
hab ein Bildchen von " flüssig " angehängt, bitte so nicht einstellen für den angefragten Zweck, das ist Injektionsschaummörtel zum füllen von Hohlräumen im zerklüfteten Mauerwerk,
gutes gelingen und Grüße
Martin



Konsistenz



Wir haben so gemischt:
50l Liapor 4/8, 10l Mauersand, 10l CL90, 5-6ltr Wasser
Der Sand liefert den 0-Anteil, da im Liepor 4/8 das kleinste Korn eben 4mm ist. Mit den 5-6ltr Wasser ergibt sich das, was man früher wohl erdfeucht genannt hat.
Wir haben das wie erwähnt im Dachkasten, also zwischen neu verbautem KVH eingebaut. Das KVH hat keine Wasserflecken bekommen, das trocknen/abbinden dauert bei der aktuellen Witterung eben seine Zeit, geht mit Zement statt CL90 sicher schneller.

Gruß
Michael





Wie sind derzeit noch am Informationen sammeln. Insofern spielt die derzeitige Witterung keine besondere Rolle.

Grüße
Monika