Schädlingsbefall




Da nach Abnahme der Fassade einige Bauschäden zum Vorschein kamen die Fraßlöcher aufweisen, habe ich einen Bautenschützer hinzugezogen. Laut seinen Ausagen und den Ausagen einiger Zimmerleute habe ich mehrere Mitbewohner:
Eichenbohrer in den Eichenschwellen (Deutliche Austritts-löcher auf Eichenholz beschränkt), sowie Holzbock und Holzwurmbefall im Dachstuhl und im restlichen Fachwerk.

Der Sanierungsplan sieht nun folgendes vor:

Austausch der zu stark geschädigten Hölzer durch einen Zimmermann.

Behandlung des befallen und des neuen Holzes wie folgt:

5 - 6 Bohrlochimpfungen auf dem laufenden Meter mit Rückschlagventil versehen und zweimal mit Aidol Insekt EK ins Holz pressen.

Da sich der Kostenvoranschlag auf über 8000,- € beläuft für 4 Seiten Fachwerk (350 qm) sowie den Dachstuhl (42 GRAD) und den Dachfußboden (10x12,5m)würde es mich sehr interessieren, was in diesem Bereich wirklich notwendig ist und wie wirksam das angegebene Mittel bei beschriebener Anwendungsweise ist.

Bitte teilt mir eure Erfahrungen mit dem beschriebenen Mittel mit oder was für Erfahrungen Ihr sonst bei ähnlichem Befall gemacht habt.



Rat - Schläge


Meine Wenigkeit im Büro  1   (der junge Kerl)

Hallo Hans Bernd

Erst einmal kurz zu dem empfohlenen Mittel:
"Aidol Anti Insekt EK" ist ein wasserverdünnbares Emulsionskonzentrat auf der Wirkstoffbasis von 0,2 % Deltamethrin.

a) Deltamethrin ist ein Neurotoxin (Nervengift)

b) in den Einschränkungen und Hinweisen der Zulassung wird vor großflächigen Anwendungen gewarnt. Ich persönlich halte eine solche großflächige Anwendung gleichfalls für äußerst bedenklich.

c) Es ist auch zu bedenken, dass die Wirksamkeitprüfung in den normierten Prüfverfahren (z.B. DIN EN 48 von 04.90) ein wenig wirklichkeitsfremd doch eher einer Volltränkung des Holzes gleicht. Dabei ist es bei Druckinjektionen jedoch so, dass durch die Injektion räumlich nur sehr begrenzte kleine Wirkstoffdepots angelegt werden. Dies in der Hoffnung das bei der Fraßtätigkeit der Larven diese noch vor dem Schlupf gekreuzt werden, dies geschieht oder auch nicht.

d) Die Wirksamkeit wird den Mittel gängigerweise auch bei einer Abtötungsrate von 80% bescheinigt. Dies widerspricht allerdings den blauäugigen Versprechen der bekämpfenden Firmen und den hoffnungsvollen Wünschen der Bauherren.

e) Zur Bekämpfung sind entgegen der in diesem Fall angebotenen 5-6 Bohrlochimpfungen zumindest 10 Stück per laufenden Meter zu setzen (Kommentare zur DIN 68800/4)



Ich bin in Übereinstimmung mit den Kommentaren der DIN der Ansicht, dass hier erst die Anwendung andere Verfahren (z.B. Heißluftverfahren) geprüft werden sollte.

Mit besten Grüßen

L. Parisek



Danke für die Information!



Danke für die Information! Ich habe mich jetzt erst eimal schlau gemacht, wie das Erhitzungsverfahren funktioniert. So wie es aussieht klappt das aber nur in geschlossenen Räumen! (Dachboden) Fassade bleibt also außen vor und muß mit Bohrlochimpfungen gemacht werden. Bleibt offen wer in meinem Bereich das Erhitzungsverfahren anbietet und wieviel es kostet.

Viele Grüße aus dem Norden!



Verzwicktes



Hallo Hans Bernd

Rein theoretisch können Fassaden und Fachwerk natürlich auch durchheizt werden, allerdings ist hier eine aufwändigere zusätzliche Einhausung des Gebäudes erfoderlich. Ich halte es trotzdem für sinnvoll diese Möglichkeit weiter zu verfolgen, da im Gegensatz zu der angebotenen Vorgehensweise doch einige wesentliche Vorteile bestehen.

Zur Nennung einer geeigneten Fachfirma in Ihrer Nähe können sie mich kurz kontaktieren.

Mit besten Grüßen

L. Parisek