Holzbock, Totenuhr - nur Geräusche, keine anderen indizien




Hallo!
An zwei Stellen im Haus hören wir in den Holzbalken das typische Geräusch eines Nagekäfers. Leider befindet sich einer der Balken im Schlafzimmer. (Es nervt also sehr. Er war gerade ein paar Tage weniger aktiv, dafür jetzt wieder umso lauter) Wir hatten bereits einen Kammerjäger und einen teuren Sachverständigen für Holz hier. Da wir nur die Geräusche hören, aber weder Sägemehl oder frische Ausfluglöcher entdecken können, geschweige denn ein entsprechendes Insekt, sind wir ratlos. Keiner konnte uns sagen um was es sich genau handelt. Was wir tun könnten: Sachverständiger: Alles okay, Haus fällt nicht so schnell ein. Wenn dann Vergasung! Kammerjäger: wenn es nervt, Verkleidung um die Balken entfernen und dann den Balken behandeln. Ansonsten abwarten.
Gibt es keine Möglichkeit die Larve oder um was auch immer es sich handelt per Wärmebildkamera oder ähnliches zu lokalisieren und dann zu durchbohren?
Es ist so müßig, weil uns niemand wirklich etwas sagen kann!
Vielen Dank!
Rebekka





einfache Antwort: es gibt keine, also nein.

Wenn der eine Käfer weg ist, tickt wahrscheinlich ein anderer.
Zahme Spechte gibt es nicht, mit dem Saugrohr kann man sich auch nicht auf die Lauer legen.

Also: trösten Sie sich damit, dass es schlimmere Geräusche gibt, Fluglärm z.B., Autobahnen, Güterzüge........ und genießen Sie Ihre himmlische Ruhe, in der schon ein einziger Pochkäfer stört.

Grüße aus dem Umfeld einer Mahl- und Brechanlage mit Klassiersieb



Totenuhr



Hallo Rebecca,
Ihre Idee das Tier nach dem Lokalisieren mit einem Stich zu töten ("durchbohren!") halte ich im Sinne des Tierschutzes und der Ethik für fragwürdig.
Der Stich kann nicht genau genug platziert werden um lebenswichtige Organe so zu treffen das ein sofortiger und schmerzloser Tod eintritt. Besser wäre es mit einer sicheren und schmerzfreieren Methode zu arbeiten.

Vor Jahren wurde in der DDR mal das Mittel "Mückentötolin" vorgestellt.
Der Vorteil ist das bei der vom Erfinder Herrn Rolf Herricht entwickelten Applizierungstechnik ein schmerzarmer, sicherer Tod gewährleistet ist.
Das Mittel selber ist, einen verantwortungsbewußten und maßvollen Umgang vorausgesetzt, völlig ungefährlich hinsichtlich der Wirkung auf Mensch und Umwelt.

viele Grüße



Humor ...



... ist eine Gottesgabe und kann weder erlernt noch erworben werden. Schön, das er in diesem Forum so subtil dargeboten wird und trotz dräuender Problematik auf angenehmste Weise zu erheitern und zu entspannen weiß.
Da capo !



In diesem Falle…



… wäre ich mir da nicht so sicher, ob der Einwand wirklich humoristisch gemeint war. ;-)



Also bitte !



"Mückentötolin" ist ja wohl nicht mehr als eine halbwegs intelligente kabarettistische Wortspielerei.

Bei Schädlingsbefall, gleich ob tierisch oder pflanzlich, handele ich nach de Devise: "Der Schädling oder Ich (oder mein Haus)".

Da bin ich gänzlich humorfrei und auch vollkommen unberührt von übermäßigen humanistischen Anwandlungen.

Wie lautet noch die Devise (sinngemäß aus dem französischen): "Hast Du Land, dann hast Du Krieg"

In diesem Sinne.



Jaja…



… und bei der NVA wurde den Soldaten Hängolin ins Essen gemischt…



DaDa



Panzerschokolade. NVA=NichtVollzogeneAusgrenzung oder NurVirtuellAnders oder NarkotischVirkendeAmphetamine oder NichtVerstandeneAblehnung.

"The world is not round, it´s flat... at least, when I´m finished with it" Ted Milton/Blurt



Mückentötolin



Anscheinend ist über den Wirkstoff etwas Aufklärung meinerseits angebracht.
Seine ökologische und gesundheitliche Unbedenklichkeit konnte ich vor ein paar Wochen im Urlaub im oralen Selbstversuch testen (siehe Beweisfoto).
Die Wirkung war durchaus angenehm, auch die Eingeborenen, genannt "Tobagonians" pflegen diesen Brauch der oralen Einnahme.
Ich kann versichern das nach der Einnahme keinerlei Holzschädlinge versucht haben mich zu besiedeln.
Der Wirkstoff wird dort unter dem Handelsnamen
"Angustora 1919" in Verkehr gebracht.
Der von Herrn Herricht eingesetzte Wirkstoff war in der DDR z.b. unter dem Namen "Stolitschnaja" bekannt.

Viele Grüße





Hallo Rebekka,

um mal wieder etwas mehr Ernst zurück in's Spiel zu bringen!

... könnt Ihr denn die Geräuschquelle einigermaßen räumlich eingrenzen? Geht es um Dachbalken? Wenn ja, was heißt Verkleidung abmachen? ist da eine Holzvertäfelung verschraubt oder geht es um Trockenbau? Wie lange sind die Balken schon verbaut? Wann ist die Verkleidung angebracht worden? Gab es im Umfeld der befallenen Bauteilen Feuchteschäden?

Du haßt Dich in Deiner Frage auch nicht wirklich klar ausgedrückt ob nun die Vermutung eher auf der Totenur (Bunter/Gescheckter Nagekäfer) oder dem Hausbock (nicht Holzbock) liegt. Meineserachtens sollte das ein wirklicher Experte auseinanderhalten können. Zumindest sollte er solange es keinen eindeutigen Befund durch Ausschlupflöcher oder dergleichen gibt seine Vermutung mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit versehen können.

Wie auch immer! Womit ich mit den Anderen übereinstimme ist, daß ein Haus so schnell nicht zusammenbricht. Zumindest nicht ohne vorher gewisse Anzeichen wie Risse , Schwingungen oder Verformungen Wahrzunehmen. Es gibt schadinsekten wie den Hausbock, der relativ hohe Holzfeuchten braucht, und in seinem Auftreten nicht ortstreu ist. Der Nagekäfer ist genügsamer, kommt also auch an Trockenholz vor und ist zudem Orsttreu, heißt er kann über mehrere Generationen immer wieder das gleiche Bauteil befallen.

Ich geb Dir mal folgenden Link mit auf den Weg:

http://www.holzfragen.de/seiten/tier.html

Hier findest Du jede Menge an Informationen. Aber Achtung, bitte nicht verrückt machen lassen!. Ließ Dir das mal mit Ruhe durch und achte mal auf die Abschnitte wo es um Gegenmaßnahmen geht. Du wirst sehen, daß es nicht immer die chemische Keule sein muß, sondern daß manch Befall auch einfach ohne weitere aktion bleiben kann.


Gruß aus Berlin



Danke



Vielen Dank nach Berlin für den interessanten Link!
Leider kann uns niemand nur aufgrund des Geräusches sagen um was es sich genau handelt. Deshalb sitzen wir auch so auf dem Schlauch. Wir haben quasi gar keine Ahnung und gute und eindeutige Antworten scheint es wohl auch nicht zu geben.
Die Geräuschquelle können wir sehr gut eingrenzen. Sie wird auch immer lauter. Es sind Dachbalken, um die Trockenbauplatten montiert sind. Die Balken stammen angeblich aus Wehrmachtszeiten und wurden beim Wiederaufbau eines alten Fachwerkhauses zusammengeklaubt. Wir sind nicht die Erbauer. So weit ich weiß gab es keine Feuchteschäden. (Luftfeuchtigkeit im Zimmer ist eher niedrig)
Also müssen wir nicht dringend und sofort handeln. Das ist ja schon mal gut zu wissen :-) Hohl klingt der Balken nicht.
Wir sammeln auch alle Insekten, die uns unbekannt vorkommen.
Könnte man auch das ggf befallene Stück Holz ausschneiden? Wir spinnen natürlich viel rum und rätseln welche Möglichkeiten es gäbe...
Würde ein Fachmann den Balken sobald wir ihn freigelegt hätten, mit einem Gift einschmieren? Es handelt sich ja um unser Schlafzimmer?
Die Vergasungsmethode muss man vermutlich auch nur anwenden wenn Gefahr im Verzug ist?





Hallo Rebekka,

solange sich keine Anzeichen von deutlichen Verformungen der Dachschrägen oder aber z.B. Risse in den Wandverkleidungen zeigen würde ich da nicht einfach Anfangen alles aufzureisen.

Sicher läßt sich das befallene Bauteil auch austauschen! Ist nur eine Frage des Aufwandes. Für eine Bekämpfung gibt es durchaus auch alternative Verfahren, die mit Hitze oder Mikrowellen arbeiten. Zu deren Anwendung müssen aber gewisse Voraussetzungen erfüllt sein (übrigens ähnlich wie bei am Ende wirkungsvollen chemischen Bekämpfungsmaßnahmen), die ich bei Ihnen erstmal nicht gegeben sehe.

Da die Tierchen offensichtlich dennoch munter an Ihren Dachbalken nagen muß es wie auch immer Bedingungen geben, die Ihnen das Leben ermöglichen. Selbst wenn im Innenraum alles trocken scheint, kann es dennoch im Bereich der Eindeckung kleinere Leckagen geben, die zu einer Auffeuchtung des Dachaufbaus führen. EVL. prüfen Sie einfach mal ob da irgendein möglicher Zusammenhang bestehen könnte, z.B. Bereiche von Durchdringungen der Eindeckung ( Gauben, Schornsteine, etc.) entlang der betroffenen Dachbalken. Jeh nach Dachaufbau läßt sich das Problem dann einfach auch von Außen angehen.

Gibt es da irgendeine neuzeitliche Dämmung im Aufbau? Wenn nein, wie ist das Nutzungsverhalten des Dachraums? Wird im Winter dort stark geheizt?

Gruß aus Berlin,