Holzbalkendecke & Bodenaufbau

10.03.2010



Hallo zusammen,

wir bekommen in den nächsten Wochen einen neuen Dachstuhl mit Ringanker und neuen Giebelwänden. Die alte Holzbalkendecke mit Lehmschüttung wollen wir ausgleichen um einen möglichst geraden Bodenaufbau für den neuen ausgebauten Dachboden hinzubekommen.

Ich habe mir hierbei überlegt, die Balken rechts und links ein wenig aus der Schüttung auszugraben und neue Balken an den Seiten anzuschrauben. Ich würde mich dann am höchsten Punkt der alten Balken orientieren, ggf. Schnüre spannen und die neuen Balken dann auf dieses Niveau "anheben" und seitlich an die alten Balken verschrauben.

Die Zwischenräume zwischen den Balken und oberhalb der alten Balken würde ich mit eine Granulatschüttung aufüllen, glattziehen und darauf OSB-Platten verschrauben. Haltet Ihr diese Konstruktion für sinnvoll? Ich denke, ich könnte die Aufbauhöhe so relativ gering halten und vielleicht bekomme ich den alten Boden so auch ein wenig ausgesteift.

Muss ich beim Anschrauben der seitlich angelegt Balken etwas beachten ? Welches Holz sollte ich für die Balken nehmen und warum? Welche Schrauben sollte ich nehmen?
Habt ihr so etwas schonmal gemacht?

Viele Grüße
Sascha





Hallo Sascha,

ich würde den Höhenausgleich nicht seitlich, sondern auf die Balken bringen.
Die alten Füllungen würde ich möglichst unberührt lassen.
Die Schüttung sollte nicht bis Oberkante Höhenausgleich aufgetragen werden.
Sonst würden die Verkehrslasten auf die Füllungen und somit den Deckenputz des darunter liegenden Raum übertragen, dieser könnte dann Schaden nehmen.
OSB Platten sollten nur Verwendung finden wenn beide Etagen gleichermaßen temperiert sind.
Besser währe sicher, auch der Aufbauhöhe wegen, direkt auf die Unterkonstruktion Dielung zu verlegen.

Grüße aus Schönebeck



Aber wie ....



... nehme ich dann den Höhenausgelich vor, wenn ich die neuen Balken einfach nur auf die alten aufschrauben? Es werden sich dann doch überall Hohlräume zwichen den beiden Balken bilden, die bei mir im Bereich 1-3 Zentimeter liegen könnten.

Einfach nur "Klötzchen" unterlegen ? Wird da Ganze damit dann auch wirklich stabil oder wie macht man soetwas am besten.

Vielleicht habt ihr ja noch einen Tip für mich.

Viele Grüße
Sascha



Die Verkehrslasten...



...kommen nicht bis zum unteren Deckenputz, da ja sicher ein Einschub vorhanden ist. Auf den würde ich aber auch nichts ablegen.

Die Variante mit den seitlich beigeschraubten Bohlen ist insbesondere dann empfehlenswert, wenn der Einschub nicht verändert werden muß. und die Balken halbwegs kantig sind. Empfehlung: 40er Bohlen und 120er Schrauben. Borgt Euch einen selbstnivellierenden Laser, das geht besonders gut.

Darauf sollte dann direkt die Dielung, am besten raumlang, gelegt werden.

Grüße

Thomas



Die Konstruktion sieht aktuell noch wie folgt aus



... der Raum ist ca 8m x 4,5m. Die Balken liegen über die kurze Seite und haben eine Dimension von ca. 18x18xm. Die Abstände zwischen den Balken betragen ca. 55cm. Zwischen den Balken befindet sich ein Einschub mit Holzbrettern, der Zwischenraum zwischne den Balken ist bis auf Höhe der Balken mit Lehm & Dreck gefüllt.

Aktuell liegt auf dem ganzen noch eine Estrichplatte in der Mitte des Raumes mit ca. 3cm Stärke und der Dimension von ca. 3 x 5m. Sie war die Bodenplatte, da in den Giebel ursprünglich ein Zimmer reingemauert war (Kniestock mit Steinen Wände und Decke mit Verputzen Sauerkrautplatten), welches wir bereits abgebrochen haben um an die Dachkonstruktion zu kommen.

Wenn ich nun auch die Estrichplatte klein mache, würde ich entweder die Schüttung neben den Balken ein wenig freigraben um neben die alten Balken die neuen zu setzen oder wie oben geschrieben eben auf den alten Balken montieren. Wie gleiche ich dann hier die Freiräume zwischen alten und neuen Balken aus um auf ein Niveau zu kommen???

Viele Grüße
Sascha





Ok, bin von Lehmwickel ausgegangen, da gehen die Lasten direkt auf die darunter liegende Decke.
Bei dieser Decke kann man die Deckenbalken bis zum Fehlboden „frei graben“ und dann Bohlen seitlich anschrauben.

Grüße aus Schönebeck



Sollten Sie ...



...auf den Balken ausgleichen, hängt das von der möglichen Aufbauhöhe ab. Sie könnten eine Latte, z.B. 40x60, auf die Balken schrauben und mit vielen kleinen Unterlegehölzern, Keilen etc, in Waage bringen. Ich bringe in diesem Falle im lichten Abstand von ca. 10cm Futterhölzchen. Oder Sie schrauben direkt auf die Balken, und gleichen unter den Dielen mit Hölzern aus. Hier funktionieren verdeckte Dielenschrauben zumeist nicht mehr.

Grüße

Thomas



Die Aufbauhöhe ist eigentlich (fast) egal....



... der der ganze Raum gemacht wird und der Zuganz über eine neue Treppe anstelle der Ruckzuck-Treppe erfolgen wird. Ich habe also nirgends einen Übergang an dem ich mich stören würde.

Da der Dachstuhl inkl. Giebelwände komplett abgerissen und mit Ringanker und Mauerwerk ca. 50 cm. angehoben wird, sollte auch die Raumhöhe kein Problem sein. Aktuell habe ich 2,90m bis in die Giebelspitze + die 50 cm Kniestock die noch hinzukommen. Da machen 5-10cm den Bock nicht fett ;).

Wenn die Konstruktion auf den Balken, mit untergelegten Klötzchen auch dauerhaft stabil ist, wäre das natürlich die einfachere und günstigere Variante und würde auch nicht soviel zusätzlichen Dreck verursachen.

Soll ich in diesem Falle als ersten noch eine Rieselschutzfolie aufbringen und zwischen den aufgesetzten Balken dann noch mit Granulatschüttung auffüllen oder macht dies keinen Sinn? Ich wüßte auch garnicht, wo es hinrieseln soll ;). Ich würde anstatt Dielen aber vermutlich OSB-Platten als Unterbau nehmen und darauf dann Parkett verlegen.

Vielen Dank für die schnelle und netten Infos.
Sascha



Holzbalkendecke



Mein Vorschlag:
Estrichplatte drinlassen,
die fehlenden Teile mit Rauhspund ergänzen,
Trockenestrich auf Ausgleichsschüttung einbauen.

Viele Grüße



ich dachte ....



wenn die Estrichplatte rauskommt, könnte ich den Boden ggf. noch ein wenig entlasten. Oder macht dies keinen Sinn?

Bei einem spez. Trockengewicht von ca. 2,5 Kilo/l Estrich komme ich bei der Fläche auf gut 1,1 Tonnen Gewicht, die frei in der Mitte vom Raum direkt auf den Balken und der Schüttung liegt, ohne dass sie irgendwo auf eine Wand aufliegt oder von unten abgestützt ist.
Nicht doch besser raus mit dem Ding ?

Alleine das Zimmer, was ich aus dem Dachboden rausgeklopft habe und in mühseliger Arbeit durch die Dachbodenluke in den Hof getragen hatte waren fast 2,5 Tonnen. Ich denke, dass tut den alten Balken bestimmt gut ;)))

Viele Grüße
Sascha



Fußboden



Schön, das Sie mit Ihren Deckenbalken mitleiden.
Aber ob Ihnen das guttut oder nicht hängt nicht nur vom Gewicht ab. Ein funktionierendes Bauteil ohne Not herauszureißen ist nicht immer eine gute Idee.
Ich gehe davon aus, das der Dachboden, der als Lager konzipiert war, das locker aushält.
Wenn Sie sich nicht sicher sind, können Sie natürlich den Estrich entfernen und die Fläche insgesamt mit Rauhspund versehen.
Oder Sie nennen die Spannweite, den Abstand und den Querschnitt der Balken, dann kann man die Tragfähigkeit der Decke abschätzen.
Oder Sie fragen Ihren Statiker, der die Dacherhöhung gerechnet hat. Er kennt Ihr Haus und kann Ihnen eine qualifiziertere Auskunft geben.

Viele Grüße