Wärmedämmung einer Lehmwickel-Decke über beheizten Räumen

25.01.2005



BEI ALTEN HÄUSERN ist guter Rat Feuer ....

Solange es nicht brennt, muß ich vorhandene alte und von unten bereits durch Fachleute mit Gipskarton auf Metallprofil verkleidete Holzbalkendecken von oben mit Isolierung nachrüsten. Der Dachraum über dieser Decke wird nicht und soll auch nicht beheizt werden. Die Dachschrägen erhalten keine Wärmedämmung, der Dachboden ist belüftet.

Zwischen den Deckenbalken liegen zum Teil eingeschobene und von unten durch angenagelte Dachlatten gehalterte Lehm-Wellhölzer (Lehmwickel oder auch Strohlehmwickel genannt) mit einer dünnen Kohleasche-Auflage und darüber uralte, teilweise schadhafte Fußbodenbretter und zum Teil nur die Fußbodenbretter. Zwischen dem von unten angebrachten Gipskarton und den Wellhölzern bzw. Fußbodenbrettern ist immer ein unterschiedlich voluminöser Luftraum. In einigen Räumen ist der Gipskarton direkt bis an die freiliegenden, nicht verkleideten bzw. nicht verputzten Deckenbalken herangeführt, in anderen Räumen sind die Deckenbalken mit Gipskarton umkleidet. Aus konstruktiven Gründen bezüglich Raumhöhe war eine Isolierung von unten nicht möglich.

Der Fußboden des unbeheizten Dachbodens muß Abstellräume und einen Wäschetrockenraum aufnehmen, also entsprechend tragfähig und begehbar sein.

MEINE ABSICHT:

Alles so lassen wie es ist, Hochkant 20 cm breite Bohlen kraftschlüssig längs und quer auf die Deckenbalken aufnageln und in die entstehenden Felder von ca. 1,20m x
3,50m 16cm dicke Mineralwolle einpassen. Auf die hochkantigen Bohlen würde ich flächenweise Rauhspund nageln und so anordnen, daß in Längsrichtung Luftzirkulation erfolgen kann. Die Rauhspundflächen werden alle 3,50m durch einen Zwischeraum ca. 0,50m voneinander und auch von den Dachziegeln an der Traufe getrennt.

Ich bilde mir ein, keinerlei Probleme mit Tau zubekommen, weil die Mineralwolle den Dampf sozusagen "temperaturdynamisch" nach oben abgeben kann.
Überlegungen in Richtung "Winddichtigkeit" möchte ich mit einer unter der Mineralwolle ausgelegten, aber diffusionsoffener Montagepapierschicht begegnen.

Im Hinblick auf die neue Energie-Einsparungs-Verodnung (Mineralwolle-Verbauchs-Verodnung) könnte diese Dämmung vorhandener Decken wegen der mangelnden Statik so mancher Deckenbalken und wegen der geringen Raumhöhe zahlreicher alter Fachwerkhäuser von Interesse sein.

Deshalb hier meine Frage an eventuelle Experten:
GEHT DAS SO oder hilft doch nur FEUER ?



Etliche Details



wären noch zu klären. Ich muss gestehn, alles habe ich auch noch nicht verstanden. Aber eines kann ich jetzt schon sagen. Mineralwolle ist für mich keine Lösung. Die Alternative heißt Zellulose. Sie sorgt für bessere bauphysikalische Gegebenheiten und sorgt dafür, dass aus der EnEv keine Mineralwolle-Verbrauchs-Verordnung wird ;-))





meinem vorredner kann ich nur beipflichten

aber warum mit gipskarton eine Holzbalkendecke verkleiden?





Ich würde auch von Mineralwolle abraten. Habe schon von diversen Leuten gehört, dass die Feuchtigkeit an den Fasern kondensiert. Dadurch dauert die Abgabe der Feuchtigkeit sehr viel länger, was die Schicht schwer macht und Schimmel fördert. Es sollen schon ganze Deckenverkleidungen runtergekommen sein, weil die darauf liegende Mineralwolle zu schwer wurde. Also ökologischer Standard ist Zellstoffschüttung. Es gibt aber sicher noch andere Schüttungen.

Viele Grüße
Stephan Schöne



Wärmedämmung einer Lehmwickel-Decke über beheizten Räumen



Weitere Angaben zu dem "Warum" und "Wieso" vom Verfasser der Frage:

1.) Die Deckenbalkenverkleidung mußte z.Teil aus Brandschutzgründen, z.Teil wegen untergestellter Leichtbauwände. z.Teil wegen Ausgleich von Höhendifferenzen und aus zigtausend anderen Gründen so gemacht werden. Die Deckenbalken wurden auch nur dort verkleidet bzw. umkleidet, wo es wirklich konstruktiv nicht anders möglich war und ist immer im Zusammenhang mit ebenso nötigen Gipskarton-Unterdecken zu sehen. Warum so und nicht anders, hat auch statische Gründe. Es war eigentlich nur so möglich, die komplette und nicht reversierbare Neigung der Deckenkonstruktion annähernd, wenn auch nur raumweise, auszugleichen. Die letze Etage diente ursprünglich nur als Apothekenlager, nicht als Wohnraum. Die Füllungen zwischen den Deckenbalken waren entweder zerfressen oder nicht da.

Leider habe ich mich durch diverse Fachleute zu einem Ausbau der gesamten Etage überreden lassen. Jetzt haben wir den Salat.

Also zur Zeit Folgendes:

1.)Deckenbalken von unten frei sichtbar mit dazwischen geschraubten Gipskarton auf Blechprofil nach Art des Hauses Knauf, über dem Gipskarton 3-10 cm Luft und dann von oben die Fußbodenbretter, auf die Deckenbalken aufgenagelt und marode. Sonst nix.

2.)3-seitige Deckenbalkenverkleidung aus Gipskarton auf Blechprofil, dazwischen einzelne Deckenfelder ebenso aus Gipskarton auf Blech. Zwischen den Balkenverkleidungen und den Balken sind einige Zentimeter Luft, über den Gipskartonfeldern sind auch einige Zentimeter Luft. Der Luftraum über den Deckenfeldern wird dann nach oben von Resten alter Lehmwickel-Einschubdecken begrenzt. Diese Lehmwickel aus Fichtenholz liegen auf seitlich an die Deckenbalken genagelten Dachlatten. Über den Lehmwickel liegt dann eine dünne Schicht Kohlenasche. Darüber liegen dann die Fußbodenbretter, aufgenagelt auf die Deckenbalken.

Die Gipskartonarbeiten wurden von einer Fachfirma ausgeführt. Nach deren und nach Architektenansicht sollte absichtlich keine Dampfsperre mit eingebaut werden, weil sie nicht nötig sei und wenn überhaupt möglich, nur äußerst kompliziert und teuer sei, besonders bei freien Deckenbalken. Da die Wärmeisolierung von unten wegen fehlender lichter Deckenhöhe nicht möglich war, sollte die später von oben aufgelegt werden. Natürlich in Eigenleistung, und natürlich, weil das Geld alle war.

Jetzt reichen die Eigenleistungsideen natürlich von Styropor- und Styrodurplatten über aufgeschüttete Flocken der unterschiedlichsten Art bis zur Mineralfasermatte. Zusätzlich muß oben was begehbares und tragfähiges drauf, damit Bewohner mangels anderer Gelegenheiten dort das übliche Gerümpel unterbringen können.

Hier noch mal meine Absicht: Bohlen hochkant unter Berücksichtigung aller einwirkenden Kräfte und Lasten auf die Fußbodenbretter des Dachbodens aufnageln, dazwischen liegt dann eingepasste Mineralwolle direkt auf den Fußbodenbrettern. Die Bohlen sind dann ca. 20cm hoch, die Mineralwolle liegt ca. 16cm hoch, es bleiben ca. 4cm hohe Luft zum Ablüften, Entlüften, Belüften, Zulüften oder auch Abtrocknen. Egal, wie man das nennt. Die auf die ca. 20cm hohen Bohlen aufgenagelten Rauhspundflächen liegen nicht in einer großen Fläche über den gesamten Dachboden, sondern bestehen nur aus kleineren Flächen, damit die "Lüftung" auch funktionieren kann.
Selbstverständlich könnte ich auch irgendwelche Flocken in die Felder zwischen die Bohlen schütten. Allerdings müßte ich dann das durchrieseln nach unten verhindern, weil die aufgenagelten Fußbodenbretter nicht dicht schließen. Da würde aber schon Natronpapier (oder so ähnlich) genügen.

Selbstverständlich könnte ich auch den Bretterfußboden ausbauen. Wenn ich dann noch, von oben hantierend, die verbliebenen Lehmwickel ausbaue, ohne den Gipskarton zu beschädigen, könnte ich selbstverständlich irgendwelche Flocken auch direkt auf den Gips schütten und dann von oben neue Fußbodenbretter aufnageln. Oder erst neue aufnageln und dann den darunter vorhandenen bzw jetzt geschaffenen Hohlraum mit irgendwas ausblasen.

Ich neige zu Mineralwolle, weil es am einfachsten zu machen ist. Nicht deshalb, weil ich eine Neigung zu Mineralwolle besitze. Ich kann als Elektriker das Zeug nicht ausstehen und es graut mir jetzt schon vor dem Einbau.

Mineralwolle würde allerdings ausscheiden, wenn sich wegen der nicht vorhandenen Dampfsperre Kondensat, Tau, Dunst, Wasser oder Damp darin niederschlägt und trotz des belüfteten und Außenluft führenden Dachbodenraumes nicht mehr abtrocknen kann. Mir ist bekannt, daß feuchte Wärmeisolierung nicht isoliert.

Aber eine Dampfsperrfolie direkt auf die Fußbodenbretter ???
Dann würden die Bretter feucht. Ich denke schon an eine elektrische Zwangsventilation, gesteuert durch Feuchtefühler in der Wolle. Dann hätte auch mein Stromversorger was davon.

Da weiß ich als hydrologischer Wärmedämm-Elektriker mit Mineralfaser-Erfahrung bei Temperaturen von innen +30 Grad Celsius (unter der Decke) und außen, sagen wir mal -20 Grad (über der Wolle) einfach nicht weiter.

Wo bleibt der Tau ?

freundliche Grüße vom Elektriker
(Foto vom Haus auf www.stecker-kabel-kupplung.de)



Überschrift (muß eingegeben werden) wird bald geändert !



Hallo !
Was Du vorhast funktioniert .Würde aber den Balkenquerschnitt statisch prüfen und die Abstände der Balken auf 0,85 Mitte-Mitte legen . 1,20 ist doch fur einen HWR-Boden zu groß. Entweder dämmst Du die gesamte Dachneigung mit Klemmfilz und spannst dahinter Folie oder Hölzer daß diese nicht herausfällt .Da Du das nicht willst bleibt es ein Kaltboden .Den Zwischenboden bildest Du als nicht hinterlüftet aus. Luft ist auch ein Isolator und gammelt nicht .Unter die neue Dielung ist eine Dampfbremse (Tyvek) anzubinden und an die Dacheindeckung einzubinden . Die EneV ist in diesem Fall nicht anwendbar.
LG Jens



Mein Vorschlag



Also, wenn ich es richtig verstehe, ist die Unterseite Deiner Decke fertig und wird nicht mehr angefasst. Desweiteren ist sie diffusionsoffen, was ich gut finde.

Dann würde ich auf der Oberseite die alte Dielung runternehmen und die Lehmwickel auf jeden Fall drin lassen. Auf die Balken würde ich quer zur Balkenlage eine Lattenkonstruktion aufnageln (schrauben je nach Philosophie). Höhe und Abstand der Latten ist abhängig von der Dämmdicke und Rauhspunddicke. Gegebenenfalls kannst Du ja bei mangelnder Höhe der ersten Lattenlage eine zweite wieder quer zur ersten befestigen. Den entstehenden Zwischenraum würde ich bis zum Anschlag mit Zelluloseschüttung füllen. Bei Bedarf kannst Du ja Rieselpappe drunterpacken. Dann die alten Dielen oder neuen Rauhspundbretter draufnageln. Bei dieser Lösung sehe ich keine Feuchtigkeitsprobleme, da die entstehende Feuchtigkeit rauskommt.

Viele Grüße
Stephan Schöne



Wenn ich's richtig verstanden



habe ist ein Statiker am Projekt beteiligt. Der Vorschlag von Stephan Schöne ist nur möglich, wenn eine Diffusionsberechnung durchgeführt wird. Eine kurze Kontrollrechnung von mir hat ergeben, dass der Kondensatanfall zu groß ist. Bleibt der alte Dielenboden liegen und wird, wie es von der EnEV erwartet wird (denn die gilt hier natürlich auch!) auf dem Dielenboden eine Dampfbremse (sd-Wert ca. 2,0 m) verlegt, ist die Konstruktion problemlos. Gem. EnEV sind ca. 120 mm Zellulose 040 ausreichend. Ich empfehle ca. 160 mm. Bitte bedenken sie, das ich die Situation nicht so genau kenne, so dass meine Angaben vor Ort schon noch zu kontrollieren sind. Außerdem gehe ich von einer sauberen Verarbeitung der Dampfbremse (Luftdichte-Bahn) aus.

@Jens Beier,
was bezwecken sie mit der Folie unter dem Dielenboden?



Hallo Fred,



wieso, kann es ein Kondensat-Problem geben, wenn ich diffusionsoffen arbeite und Materialien nehme, die temporäre Feuchtigkeit verkraften. Für mich ist es nur ein Problem, wenn die Feuchtigkeit nicht weg kann. Oder sehe ich das falsch? Und was passiert, wenn die Dampfbremse beschädigt wird? Ist ja immer wieder ein heißes Thema.

Viele Grüße
Stephan Schöne



Hallo Stephan



Die Beschädigung einer Dampfbremse ist natürlich ein Problem. Kann ich aber so nicht so viel zu sagen, außer dass halt sauber gearbeitet werden muss. Die nach EnEV geforderte Luftdichte kriege ich natürlich ohne nicht hin.
Richtig ist auch, dass Materialien temporäre Feuchtigkeit verkraften können. Die Menge ist jedoch nach DIN begrenzt. Nach Glaser und den mir vorliegenden Informationen funktioniert es ohne Dielenbelag nicht mehr. Daher habe ich auch gesagt, dass dieses genauer (Wufi) überprüft werden sollte (oder hab ich das vergessen, dann tue ich es hiermit).

Grüß dich



Wärmedämmung einer Lehmwickel-Decke über beheizten Räumen



Der Verfasser der Frage hat jetzt verstanden, wo der Kasus Knaktus liegt : NUR IN DER FOLIE !

1.) Herr Heim ist auf Grund seines Fachwissens und seiner Kenntnis in Richtung "ISOFLOCK" der Meinung, man brauche keine, besser noch : man nehme keine Folie. Diese Ansicht wird übrigens auch von einem von mir zu Rate gezogenem Bauingeneur bestätigt.

2.) Herr Beier, der ganze Dachboden kann nicht gedämmt werden, weil dann die Nutzer der oberen Wohnungen den riesigen Dachboden mit heizen müssten. Ein Verändern des Deckenbalkenabstandes ist nicht möglich, aber das mit Kaltboden ist möglich. Das mit den Luftschichten sehe ich so, als solle die Luft das Kondensat aufnehmen, was sich unter der Folie (Tyvek) bilden kann. Aber wo bleibt dann das Kondensat ?

3.) Herr Schöne, es ist vom Statiker geprüft worden und kann keine zusätzlichen Lasten aufnehmen. Deshalb überlege ich ja auch, die alte Dielung auszubauen. Da, wo keine Lehmwickel sind, entsteht ein schöner, ca. 15cm hoher Luftraum, den ich mit Flocken (ich habe auch schon an Stroh gedacht) ausfüllen könnte.
Die Füllung würde dann direkt auf dem Gipskarton bzw. auf dem Blechprofil aufliegen und seitlich an die Deckenbalken anschließen. Höhenausgleich bzw. zusätzliche Höhe für Isolierung und Luftschicht würde dann durch aufdoppeln gemacht. Darüber käme dann neuer Rauhspund (Rauhspund ist doch sicher diffusionsoffen ?)
Vorteil: Gewicht gespart, weil der alte Bretterboden weg ist. Und Folie gespart !
Da, wo noch 30 m2 Lehmwickel drinn sind (der Architekt hat gesagt, die sollen drinn bleiben) würde ich auch die rausnehmen, um einen definierten Raum zum Ausflocken zu bekommen. Das spart auch was an Gewicht.

4.) Die Unterseite der Decke (Gips auf Blech)ist fertig, das ist richtig, hat ein Schweinegeld gekostet und muß so bleiben.

5.) Vorsicht, Selbstversuch ! Gestern abend bin ich auf einen anderen meiner unbeheizten Dachböden geklettert. Da liegt seit 10 Jahren 2-lagige Mineralwolle (2x5cm) nach oben offen direkt ohne Dampfsperre auf Gipskarton. Ich habe nachgefühlt und mich sehr erschrocken: tatsächlich: -----DEUTLICH FEUCHT ---- ca. 2 cm tief. Womit Herr Schöne auch wieder Recht hat.

Wenn ich eine Lage abnehme und darunter fühle, ist es deutlich trocken. Womit Herr Schöne auch wieder Recht hat, wenn er von Mineralwolle abrät. Oder machen die 2 cm nichts aus ?

6.) Herr Heim nimmt nun doch eine Folie über dem alten Dielenboden. Vermutlich soll dieser das Kondensat aufnehmen, weil er es auch wieder abgeben kann. Fragt sich nur, wohin. Aber die 160 mm Isolierung bekomme ich schon hin.

Übrigens hat mein Architekt, mit dem ich allerdings wegen anderer Dinge nicht mehr spreche, zu mir gesagt, daß ich keinerlei Folie nehmen soll. Alles diffusionsoffen. Egal, welches Isoliermaterial.

Ich muß noch mal überlegen, was mit dem Kondensat im Flock passiert, wenn da Rauhspund drüber liegt. Das müsste doch eigentlich noch feuchter werden als meine Wolle, die ich abgefühlt habe und woüberhaupt nix drauf liegt (nur Staub). Ich habe noch einen anderen Dachboden, genauso gebaut, allerdings ist da noch die ganz alte Glaswolle reingeprummelt und mit uralten Spanplatten der ersten Baureihe übernagelt. Da werde ich heute auch mal nachfühlen.
Die ganze Sache gibt mir doch sehr zu denken....

freundliche Grüße vom ELEKTRIKER



Das mit der Folie



Ich habe noch was vergessen..... und zwar eine Frage :
Gibt es einen Unterschied zwischen Dampfsperre und Dampfbremse ??

Der Elektriker



Na klar,



meine Dampfbremse ist z.B. gar keine Folie.
Aber das ist für heute Abend alles zu viel.



Fußbodenbretter ausbauen



ist eine Möglichkeit, die sind sowieso über 300 Jahre alt und überall repariert und tragen nicht mehr. Kein Problem bei 150 m2. Runde 100 m2 sind ohne Lehmwickel, wo dann nach Aufdoppelung auf die Deckenbalken ein 20 cm hoher Luftraum zum Ausfüllen entsteht. Mit WAS ausfüllen, weiß ich noch nicht. Darüber kommt mit Abstand neuer Rauhspund. Das Isoliermaterial muß leicht sein, weil es nur vom Gipskarton getragen würde.

Vorraussetzung : DAMPSPERRE unter IsoFüllung nicht nötig

Ich muß mal testen, wie sich die Wellhölzer unter den Fußbodenbrettern von oben her ausbauen lassen. Hoffentlich hat der Trockenbauer das Blech (drunter stehende Gipskartonwände) nicht daran geschraubt....

Wenn eine (zumindest) Dampfbremse doch nötig ist, müßte die irgendwo aufliegen, am besten auf den Fußbodenbrettern. Auf eine Aufdoppellung kommt Rauhspung, auch mit Luftschicht. Restkondensat (das, was die Dampbremse noch in geringen Mengen durchlässt) würde abdunsten.

Herr Heim, haben Sie schon mal die Oberfläche von Isoflock abgefühlt, ob trocken oder feucht? Bei meiner Mineralwolle im anderen Haus habe ich mich schrecklich erschröckt.

freundlicher Gruß vom Elektriker



Isofloc



hab ich noch nicht abgefühlt. Aber Schäden sind nicht bekannt.
Ich würde unter dem Rauhspund keine Luft lassen. Die Zellulose bis direkt unter die Dielen kann besser abtrocknen bzw. kann feuchtigkeit direkt weiter transportieren, im Gegensatz zu Mineralwolle.
Meine Lösung wäre die Dampfbremse, Querhölzer und eine Zellulosefüllung bis unter die Rauhspundbretter. Eine genauere Berechnung würde ich in jedem Falle durchführen lassen und peinlichst genau darauf achten, luftundichtigkeiten und Wärmebrücken zu vermeiden.



Dann wird´s oben drauf geflockt



Herr Heim,
Sie bestätigen damit die Meinung eines befreundeten Bauing. Ich hab noch ein anderes Forum aufgetan, da wird´s wohl auf´s gleiche rauslaufen...

http://www.oekonews.de/forum_read.php?f=4&i=475&t=472

Leider brauche ich für Isofloc eine Firma mit Maschine, denn per Hand geht das vermutlich nicht. Ich werde mir jetzt Angebote einholen, aber auch noch nach "Handschüttung"
suchen. Mein Architekt muß auch noch mal rann, ob er will oder nicht.

freundlicher Gruß von Volker Hoffmann



Noch mal zur Folie



Eine Dampfsperre/-bremse soll doch verhindern, dass Luftfeuchtigkeit in die Dämmung eindringt. Da der Innenraum immer feuchter ist, als außen, muss die Dampfbremse also unter die Dämmung. Wird sie über der Dämmung verlegt, so würde sich die Feuchtigkeit in der Dämmung sammeln, was wohl jedes Material früher oder später nicht verkraftet. In Deinem Falle Elektriker, kannst Du jetzt nur noch die Folie auf die Gipskartonkonstruktion und die Balken legen, weil unter die Balken kommst Du ja nicht mehr. Und stückweise Verlegen ist tödlich, da sie absolut dicht sein muss. Benachbarte Bahnen müssen verklebt werden etc. Ansonsten entstehen Wärmebrücken, an denen Feuchtigkeit in die Dämmung eindringt. Die Feuchtigkeit kommt nicht mehr raus, kondensiert und zerstört die umgebende Konstruktion.

Wenn Du jetzt die Folie über die Balken legst, wird sich an den Balken Feuchtigkeit sammeln, da sie nicht nach oben weg kann. Die faulen Dir weg.

Grundsätzlich diffusionsoffen unabhängig vom Dämmmaterial halte ich für einen Fehler. Siehe Deine Mineralwolle. Wenn ich mich für die entscheide, muss ich mich auch an die Empfehlungen der Hersteller halten. Ich halte nur deswegen nichts von Dampfsperren, weil sie keine fehlertolerante Arbeit ermöglichen. Ich muss langfristig peinlichst jedes Loch vermeiden. Das kann ich nicht sicher stellen, also lasse ich die Finger davon.

Grundsätzlich soll doch der Diffusionswiderstand nach außen abnehmen und der Wärmedurchgangswiderstand zunehmen. Also würde ich den Diffusionswiderstand der Gipskartonplatten als oberste Grenze nehmen und das Dämmmaterial danach auswählen. Wenn die Luftdichtheit nicht gegeben ist, kannst Du ja noch Rieselpappe, oder wie das Zeug heißt, drunterpacken.

Weiterhin muss die Wärmedämmung so beschaffen sein, dass sie eine gleiche oder geringere Gleichgewichtsfeuchte als Holz hat, damit eventuelle Feuchtigkeit sich nicht an den Balken sammelt.

Zur Zellulose wurde mir vom Händler gesagt, die könne ich auf waagerechte Flächen auch gut alleine schütten. Maschinen braucht man da nicht.

Meine eigene Geschossdecke will ich übrigens auch mit Stroh(-ballen) dämmen. Das ist aber ziemlich experimentell. Ein gutes Buch dazu gibt es von Minke und Mahlke - "Der Strohballenbau". In Deutschland gibt es wenig Erfahrung. Im Forum von http://www.fasba.de/fachverband/ bekommt man keine Antworten. Heikel ist aus meiner Sicht vor allem der Brandschutz und die Schimmelgefahr.

Viele Grüße
Stephan Schöne



Auf keien Fall oben drauf



Stephan Schöne, das ist klar wie Klossbrühe, auf das Dämmmaterial darf auf keinen Fall eine Folie. Es muß ein beghbarer, tragfähiger Fußboden werden, deshalb muß irgendwas drauf, und da wollte ich Rauhspund nehmen, dessen Diffusionswiderstand möglichst klein sein sollte und was ich nocht festellen muß. Ob Rauhspund die Dämmung berühren darf oder Luftschicht sein muß, weiß ich noch nicht so genau.
Es wird auch nur äußerst schwer bzw. überhaupt nicht gelingen, nach Abnahme der Fußbodenbretter eine absolut dampfdichte Sperre einzubauen, die ja ringsum bei jedem Gipskartonfeld mit den Balken bzw. auch den darunter stehenden Wänden verklebt sein müsste. Das hätte nur der Trockenbauer vorher machen können.

Es wird wohl darauf hinauslaufen, die Bretter rauszunehmen und Dämmung direkt auf den Gips zu schütten. Dabei könnte ich noch eine Pappe drunterlegen. Es wäre dann alles diffusionsoffen und als Zelluloseflocken (schüttbar durch Selbermacher) hätte es auch die gleiche Beschaffenheit wie die Balken und der Rauhspund.
Bei den Deckenteilen, wo noch Lehmwickel drinn und wo der Ausbau nicht geht, muß ich etwas höher Aufdoppeln und auch aufschütten.

Ich habe noch zwei weitere Geschoßdecken darunter, die sind auch von unten bis oben diffusionsoffen, gedämmt mit Mineralfasermatte, mit Luftschicht, aber auch nicht Außenluftberührend, weswegen es keine Tauprobleme geben sollte.

Ich muß noch mal die Brandschutzangelegeneit prüfen, das ist bei mir zwingend.

besten Dank für die Anregungen



Brandschutz



Wenn Du Standardmaterialien nimmst, wie Zellulose, sollte es wohl keine Probleme geben. Die haben doch alle ihre Freigaben. Mein Einwand hat sich nur auf das Stoh bezogen.

Den Luftspalt zwischen Zellulose und Rauhspund würde ich wie Fred auch schon sagte weglassen. Bringt gar nix außer Schallprobleme. Wärmedämmen tut er im Prinzip nur theoretisch, da es irgendwann ganz sicher irgendwo anfängt zu ziehen. Dafür fühlen sich die Mäuse wohl.

Dafür würde ich iiiiiiiimmer den Lehmschlag drin lassen.

Viele Grüße
Stephan Schöne



Brandschutz wird ermittelt



Herr Schöne,
Das mit Brandschutz ist Sache meines Architekten, da wird er sich drumm kümmern müssen. Schließlich hatte er Mineralwolle (schwer oder nicht entflammbar) auflegen wollen. Diesbezüglich wird eine Ausnahmegenemigung des Denkmalschutzes aber möglich sein. Das wird wieder ein Kampf !

Die Lehmwickel bleiben auch drinn, wo es geht. Bezüglich schwacher Statik (die Lehmwickel haben gewaltiges Gewicht) wird der Statiker noch prüfen, ob Demontage was bringt, sonst bleiben die drinn und werden überschüttet.

Und mit der Luftschicht: wenn ich noch mal so überlege, hat ja Zelluloseschüttung und Rauspund in etwa gleiche stoffliche Eigenschaften. Deshalb gehts wohl auch ohne Luft.
und ohne Mäuse. Da wird der Architekt auch entscheiden müssen. Außerdem spart es Geld bei der Aufdoppelung.

freundlicher Gruß



Alternativer Dämmstoff



Hallo,
Warum nicht einen Biologischen Nachwachsenden Dämmstoff:
z.B. Hanffaser Dämmschüttung zu finden unter
http://www.naturbauhof.de/lad_daemm_hanf_schuett.htm
wird Bezuschußt von Bund, alles zu finden auf der Website.
Hab ich gestern selber erst entdeckt



Wärmedämmung Decke und Hanf



Danke, christine

Ich habe auch nach anderen Materialien gesucht, nachdem ich die angeblich günstigen Preise für Zelluloseflocken aus Zeitungspapier gesehen habe. So sehr günstig ist das überhaupt nicht. Ich hatte bisher allerdings angenommen, daß dei Förderung dafür gilt. Ist aber nicht so.

Bei meiner Suche bin ich zwischenzeitlich auch auf Hanf gestoßen, was unter Berücksichtigung der Förderung sogar preiswerter als Papierflocken sein kann.

Ich werde weiter überlegen müssen, auch wegen des Gewichtes der Isolierung und wegen der Tauwasseraufnahme.

freundlicher Gruß



Die Preise



würden mich mal interessieren. Bitte mal ins Forum stellen.
Das Hanf billiger als Zelluloseflocken sein soll habe ich noch nicht erlebt, auch nicht bei Berücksichtigung der Förderung. Wenn es so sein sollte ist das natürlich klasse.
Vorsicht aber, dass man nicht die Flocken incl. Einbau mit dem Hanf + Einbau vergleciht.



Deckendämmung mit Zelluloseflocken



Herr Heim,

Sie verwenden doch so etwas auf Ihren Baustellen auch. Ich habe jetzt ein Angebot über Zelluloseflocken aus Zeitungspapier eingeholt mit Zulassung für Selbstschüttung.
Für 120 m2 (12 cm dick) benötige ich bei diesem Fabrikat in 12,5 kg-Säcken 432 kg, Lieferpreis pro kg 1 Euro, zuzgl. 60 Euro Fracht, zuzügl. Mwst. Bei Selbsteinbau per Hand muß im Kübel per Rührwerk aufgelockert werden.

Für das freie Aufblasen durch eine Firma oder alternative Materialien könnte ich selbst noch Angebote gebrauchen. Verwendungsstelle: Gronau (Leine), 30 km südlich Hannover

freundlicher Gruß von Volker Hoffmann



Niedersachsen ist nun



nicht gerade mein Gebiet. Aber die Firma Isofloc hat in Niedersachen über 30 Betriebe gelistet (www.isofloc.de).
Darüber hinaus sind Adressen sicherlich im alternativen Branchenbuch zu finden. Zu kaufen im Buchhandel oder im Bioladen. Online unter www.oneworld.de.
Mir ist es wesentlich lieber die Zellulose offen aufzublasen. Der Selbereinbau ist mir nicht so ganz geheuer. Daher kenne ich auch nur die genannte Variante. Ein realer Preis liegt zwischen 8,40 und 11,60 €/m² + MWSt für Zellulose Dämmklasse 040.
Thermo Hanf (Dämmklasse 045)kosten nach Abzug von 35 € Förderung ca. 9,00 €/m² und man muss diese dann selber einbauen. (Alle Preise ohne Fracht und Anfahrt.)
Somit ist der Preis für die eingeblasene Zellulose mit dem Materialpreis für Hanf bei einem etwas schlechteren Dämmwert identisch. Es handelt sich auch nicht um reine Hanf Dämmung. Das genannte Dämmmaterial enthält 12 % Kunststoff-Stützfasern.
Es sei noch mal drauf hingewiesen, dass ich 16 cm empfohlen habe.



Preis info



Hanffaser-Dämmschüttung

Die Hanffaser-Dämmschüttung ist überall dort einsetzbar, wo horizontale Hohlräume mit Dämmstoff auszufüllen sind. Gerade bei Dach-Geschossdecken mit hohen Dämmstärken (bis zu 45 cm) werden die Vorteile der losen Hanffaser-Dämmschüttung klar sichtbar: einfache Verarbeitung, sehr günstiger Preis, sämtliche Hohlräume lassen sich perfekt mit Dämmstoff füllen und es gibt keine Fugen, wie diese z.B. bei der Verwendung von Dämmplatten entstehen.

Anwendungsbereiche
Horizontale Hohlraum-Wärmedämmung im Dachbodengeschoss
Schall- und Wärmedämmung von Geschosstrenndecken

Bauphysikalische Eigenschaften
Dichte (der eingebrachten Dämmschüttung): ca. 60 kg/cbm
Wärmeleitzahl: 0,050 W/mK
Brandklasse: C (EU-Norm),
dies entspricht in etwa der alten deutschen "B1" (schwer entflammbar)
Spezifische Wärmekapazität: ca. c = 2,2 kJ/kgK
Wasserdampfdiffusion: ca. µ = 1 - 2

Verarbeitung
Die Hanffaser-Dämmschüttung wird in gepressten Ballen zu ca. 30 kg geliefert (Dichte ca. 150 kg/cbm). Ballengröße ca. 50 x 50 x 80 cm.
 
Als lose Faser-Dämmschüttung verwendet, soll das Raumgewicht im Bauteil ca. 60 kg/cbm aufweisen, d.h.: vor dem Einbringen muss die Hanffaser-Dämmschüttung aus dem Ballen aufgelockert werden.
 
Einbauempfehlung: Zunächst muss die benötigte Dämmstoffmenge ermittelt werden: Länge * Breite * gewünschte Dämmdicke (in Meter) * 60 kg. Die entsprechenden Ballen (Liefereinheiten) werden am Ort der Einbringung geöffnet. Es empfiehlt sich, die Ballen bereits einen Tag vor Einbringung der Schüttung zu öffnen und das Material sich dehnen zu lassen. Mit einem Rechen oder einer Harke werden die Ballen dann weiter aufgelockert und die Fasern locker auseinandergeharkt. Das gesamte Fasermaterial sollte mindestens einmal mit dem Rechen oder der Harke bewegt werden, um die benötigte Auflockerung zu gewährleisten.

Preise
Für den Kauf von Hanffaser-Dämmschüttung erhalten Sie ab sofort wieder eine Förderung von 25,- € pro cbm (gerechnet für eine Schüttdichte von 50 kg / cbm). Förderung ab 5 cbm bis einschließlich 2006
 
Hanffaser-Dämmschüttung, im 30kg- Ballen
1,29  € / kg
Förderung:
0,50  € / kg

.....bei einer Schüttdichte von 60 kg/cbm ergibt sich:
77,40  € / cbm
30,-  € / cbm

.....bei einer Dämmdicke von 10 cm ergibt sich:
6,45  € / qm
3,-  € / qm

.....bei einer Dämmdicke von 20 cm ergibt sich:
12,90  € / qm
6,-  € / qm
 
Alle Preise zzgl. MWSt. und Transportaufwendungen.
Lieferung ab Werk Prenzlau, Abholung aus unserem Lager in Roddahn möglich.
Stand der Preisliste: 1.2.2004.
Alle Preise freibleibend.
Auszug aus der internetseite :www.naturbauhof.de



so ist's verständlicher



anffaser-Dämmschüttung, im 30kg- Ballen 1,29  € / kg
Förderung: 0,50  € / kg

.....bei einer Schüttdichte von 60 kg/cbm ergibt sich: 77,40  € / cbm
Förderung: 30,-  € / cbm

.....bei einer Dämmdicke von 10 cm ergibt sich: 6,45  € / qm
Förderung: 3,-  € / qm

.....bei einer Dämmdicke von 20 cm ergibt sich: 12,90  € / qm
Förderung: 6,-  € / qm



Ich war



nicht von einem Schüttmaterisl sondern von Bahnenware ausgegangen. liege ich dann mit meinen geschätzten Preisen in etwa richtig?



Isolierschüttung



Christine, Herr Heim,

wegen meiner extremen Altbausituation (nicht parallel laufende, verdrehte, nicht höhengleiche und unterschiedlich starke Deckenbalken) meine ich, mit schüttbarem Material besser zu liegen als mit Mattenware. Welches Material es denn sein wird, richtet sich auch nach dem Gewicht in eingebauten Zustand, weil die Gipskartondecke das Material tragen muß, nicht unbedingt nach dem Preis.

Und auch die Frage, ob Selbsteinbau oder durch Firma, ist immer noch die Frage. Wenn ich bedenke, bisher runde 500 Tsd. Euro für die Sanierung ausgegeben zu haben, kommt es wirklich nicht mehr darauf an, ob mich die Deckenisolierung nun 5 oder 9 oder 15 Euro kostet. Bei Handschüttung zum Selbermachen kann ich mir das Material entweder abholen oder liefern lassen und dann abschnittsweise meine Deckenbalken aufdoppeln und einzelne Felder ausfüllen, Fußboden nachlegen usw., je nach dem, was meine Zeit gerade zulässt. Wenn ich durch Firma aufblasen lasse, habe ich alles gleichzeitig am Halse, muß alle alte Bretter ausbauen, alle Aufdoppelungen anbringen, temporär Laufbohlen auslegen usw.

Wenn ich es durch Firma ausführen lasse, scheinen dabei unter Berücksichtigung allen drumm und drann die Zellulosefasern aus Zeitungspapier, frei aufgeblasen und von oben befeuchtet, am günstigsten abzuschneiden. Dafür habe ich noch kein Angebot einer Firma.

Für das Selbstschütten habe ich lediglich Materialpreise vorliegen, das ist das in den 12,5kg-Säcken, 1kg kostet 1Euro netto und nennt sich Klimazell. Herr Heim, deshalb kann ich zur Zeit noch nichts zu Ihrer Frage (Preisvergleich) sagen. Ihren Hinweis bezgl. Dämmstärke habe ich zur Kenntnis genommen. Ich werde in den nächsten Tagen eine Leistungsbeschreibung anfertigen und bei einigen Isoflock-Betrieben anfragen. Ich schätze aber unter Berücksichtigung der Fahrt- Montage und Maschinenkosten so etwa Ihren Kostenansatz im unteren Bereich, wenn ich 1 Tag Zeitaufwand annehme. Ich komme aber noch mal darauf zurück.

Und Christine, danke für die Hinweise. Ich traue der Hanffaserschüttung etwas bessere Eigenschaften zu, weil ich Hanf aus der Verarbeitung als Gewindedichtung kenne. Ich habe vor 20 Jahren einen Zopf Hanf gekauft und arbeite immer noch damit, das Zeugs ist wie neu. Bei diesen Papierfasern habe ich schon gewisse Bedenken. Schließlich bliebe als Handschüttung mit Selbsteinbau auch noch Perlite, das nennt sich "Isoself" aus Vulkangestein oder so ähnlich, da kostet der Sack mit 100ltr. 8,15Euro (Lieferung) netto.

Ich werde in den nächsten Tage eine Tabelle aufstellen, wo ich die in Frage kommenden Materialien mit allen Daten erfassen werde und zwar anständig umgerechnet in m2.

Herr Heim, noch etwas: mein Architekt möchte nur 8cm stark einbauen, schüttet bzw. bläst direkt auf den Gipskarton, belässt über der Schüttung 3cm ruhende Luftschicht und legt darüber 24mm V-100-Spanplatte. Er hat das ausgerechnet und verlangt eine Unterspannbahn unter dem vorhandenen Ziegeldach (Hohlpfanne). Das ganze soll dem Wärmeschutznachweis genügen. In seiner Berechnung beträgt dabei der Tauwasseranfall (R)in der Zellulose 1,78 (m2K/W), was ich als nicht unerheblich gegenüber der Summe der Konstruktion (RT) mit 2,58 m2K/W ansehe.
Wenn ich die Zellulose dicker mache, müßte doch eigentlich auch der Tauwasseranfall größer werden ?

gez. Volker Hoffmann



Irgendetwas läuft hier durcheinander



schreiben sie mir doch bitte mal auf, welche Materialfolge und welche Dicke ihr Architekt zu Grunde gelegt hat.

Rechne ich mit folgendem Aufbau (von innen nach außen)
1. 12,5 cm Gipsfaserplatte 2. Pro-Clima Dampfbremse 3. 80 mm Zellulose 040 4. 30 mm Luftschicht (schwach belüftet) und 5. 22 mm V-100 Spanplatte so erhalte ich bei einem Balkenanteil in der Decke von 10% einen R-Wert von 1,99 m²K/W und einen zugehörigen U-Wert von 0,46 W/m²K. Nach EnEV ist ein U-Wert von max 0,30 W/m²K zulässig. Diesen Wert erreiche ich bei 140 mmm Zellulose. Also ist der Vorschlag ihres Architekten bei weitem nicht ausreichend.

Weitere Erklärungen:
1. der R-Wert hat nichts mit der anfallenden Feuchtigkeit zu tun, sondern es handelt sich um einen Wert für den Wärmeduchlasswiderstand. Je größer je besser!
2. bei dem oben beschriebenen Aufbau fallen in der Tauperiode 0,26 kg/m² Tauwasser an. Betroffen ist die Luftschicht und die Unterseite der Spanplatte.
Fülle ich den gesamten Raum mit Zellulose, fällt 0,28 kg/m² Tauwasser an (also fast gleich). Beide Werte liegen im zulässigen Bereich, da in der Verdunstungszeit ca. 0,50 kg/m² verdunsten könnten.
3. Der Verzicht auf die Unterlüftung hat folgenden Effekt. Während bei der Luftschicht die Feuchtigkeit lediglich durch Verdunstung abgebaut wird, haben Naturmaterialien bei Kontakt mit der Außenschale die Möglichkeit auch Nässe in Form von Wasser zu transportieren. Um diesen Nachweis zu führen benötigt man allerdings spezielle Rechenprogramme, die sehr teuer und daher für ein so kleine Büro wie meines nicht tragbar sind. Daher immer mein Verweis darauf, die Konstruktion vom Hersteller prüfen zu lassen.



Der Deckenaufbau....



Herr Heim, es war mir klar, ich hab`s nicht kapiert. Folgender Aufbau wurde berechnet (von innen nach außen)
ich sage: von unten nach oben

Er beginnt mit Nische zwischen den freiliegenden Deckenbalken, die i.M. einen Abstand von 1,20m haben.

Dach mit Unterspannbahn
Bauteiltyp Decke unter Dachräumen

1 Nische zwischen Deckenbalken----18 cm
2 Gipskartonplatten----1,25 cm
3 Zellulosefasern 045----8 cm
4 Luftschicht ruhend zwi. Aufdoppelung----3 cm
5 V-100 Spanplatte 24 mm----2,4 cm
6 Dachraum, Ziegel, Unterspannbahn

Zusammengesetztes Bauteil:

1 Deckenbalken 20 cm
2 Unterkonstruktion 10,25 cm
3 Holzschalung 24 m
4 Dachraum, Ziegel, Unterspannbahn

U(R)= 0,34 W/m2K,

Bei der 2. Berechnung ist alles gleich, es kommt aber
U(R)= 0,36 W/m2K raus.

Ich habe das hier in Tabellenform nicht hingekriegt. Es gibt noch ein 2. Blatt, das mit Klimabedingungen beginnt, Grenzschichttemperaturen und Sättigungsdampdrücke sowie Diffusionswiderstände enthält und mit Diffusionsberechnung (Glaserverfahren) endet.

Endergebniss bei mit Dach-Unterspannbahn:
866 g/m2 Tauwasser, 1509 g/m2 Verdunstung

Endergebniss bei ohne Dach-Unterspannbahn:
1975,7 g/m2 Tauwasser, 2313,2 g/m2 Verdunstung

freundl. Grüße von Volker Hoffmann

(schade, hier geht keine Tabelle rein)



Nachtrag



Die "Holzschalung" ist natürlich auch 24 mm und soll V 100 -Spanplatte sein,
mit der "2. Berechnung" ist Dach ohne Unterspannbahn gemeint



Aaalso



da komme ich noch nicht ganz klar. Hat ihr Architekt 2 Bauteile auf einmal gerechnet?
Das erste Bauteil ist eine Holzbalkendecke zwischen einem behezten Raum und einem ungenutzten Dachraum. An das 2. Bauteil Dach mit Ziegeln und Unterspannbahn sind keine Anforderungen gestellt.
grübel ... grübel
Ich werd's mir morgen noch mal zu Gemüte führen.

Wie hoch ist das Dach im First also zwischen geplanter OSB und Firstpfette und welche Neigung hat es?
Was ist eine Nische zwischen Deckenbalken 1,20 m oder auch 18 cm? Bedeutet das, dass die Deckenbalken von unten sichtbar sind? Und die Gipsfaserplatte ist zwischen den Deckenbalken eingebaut? ...?
Irgendwie hab ich Verständnisschwierigkeiten.
Wenn Sie möchten mailen sie mir die Unterlagen doch einmal zu. 15 min investiere ich kostenlos aus reiner Neugierde.



Der Deckenaufbau ...



ist nicht so außergewöhnlich, Fax ist an Sie unterwegs.
Wegen der Raumhöhe zwischen und unter Deckenbalken mußte unterschiedlich gearbeitet werden, wo es zu niedrig war, wurden die Deckenbalken nicht verkleidet.

Sie können als "Premium-Mitglied" hier Bilder einbringen, können Sie ja mit dem halben Blatt machen, für die anderen Nutzer.

Zwischenzeitlich habe ich ein Angebot von einem Isofloc-Betrieb hier aus der Nähe: 120 m2 12 cm dick frei aufblasen
1000,- Euro plus Mwst.
Der Vergleich: Flocken zum Selbermachen geliefert = runde 450,- Euro plus Mwst, wobei überlegt werden muß, ob sich das Selbermachen überhaupt lohnt.

freundl. Gruß von Volker Hoffmann



Hab's anders geregelt!



Eine e-mail ist unterwegs. Ich hoffe t-online hat den Anhang nicht beschränkt, sind nämlich 2,5 MB. Liegt am scannen, die Unterlagen wären sonst nicht mehr lesbar gewesen.
Ich habe mich darauf beschränkt den Aufbau ihres Architekten zu untersuchen und komme auf unterschiedliche Ergebnisse. Eine Zusammenfassung kann man ja später für die Mitleser hier einstellen.
Darüber hinaus habe ich dann festgestellt, dass 140 mm Zellulose 040 (!!) für eine EnEV- und DIN 4108-gerechte Ausführung nach dem Konstruktionsvorschlag ihres Architekten erforderlich wäre. Außerdem dürfte unter Umständen eine raumseitige Dampfbremse erforderlich werden.



Wärmedämmung einer Lehmwickeldecke



Dieser Teil in diesem Forum könnte bald ein Buch sein, zu lang. Deshalb nur noch eine Frage an die Experten :

Wenn die Wärmeisolierung dicker wird, wird dann die darin anfallende Tauwassermenge größer oder kleiner ?

gefragt von Volker Hoffmann



geringfügig größer





Auf die Dampfbremse ...



....Herr Heim, möchte der Architekt gern verzichten, weil sonst die unter der Decke stehenden Gipskarton-Innenwände der darunterliegenden Etage, die auch diffusionsoffen sind, zuviel Kondensat aufnehmen würden. Er sagt mir, es muß ein Teil durch die Decke hindurchdiffundieren können.

Wenn er jedoch in seinem Rechenprogramm versuchsweise das Bauteil "Damfbremse" mit dem Wert "30" einfügt, ergäbe sich "KEIN" Tauwasser in der Wärmeisolierung. Für eine dickere Wärmeisolierung hat er mir auf Anfrage auch eine geringfügige Zunahme des Kondensat bestätigt. So hatten Sie das hier im Forum ja auch gesehen. Das "U" würde mit Dampfbremse und 12 cm Isolierdicke von 0,42 auf 0,29 verbessert.

Er erklärte mir noch, das sei bei meinem Umbau nicht zwingend erforderlich, den es würde Punkt 5 der Energieeinsparverordnung gelten. Es würden nur Decken und Wände erneuert und Dämmschichten nach Ziffer "f" eingebaut und es würde ein Umax 0,50 genügen.

Wegen des "Rsi" und "Rse" melde ich mich noch mal per Mail. Da konnte der Architekt am Telefon spontan nichts zu sagen.

bis dann V.Hoffmann



Anforderung



nach EnEV bei Änderung von Außenbauteilen bestehender Gebäude, Anhang 3 nicht Pkt 5 sondern Pkt 4.1 Decken unter nicht ausgebauten Dachräumen d) Dämmschichten eingebaut werden --> aus Tab 1 Zeile 4a max U = 0,30 W/(m²K)

12 cm Isolierung zwischen den Balken mit einem Dämmwert von 045 ergibt einen U-Wert von 0,350. 14 cm Isolierung zwischen den Balken mit einem Dämmwert von 040 ergibt einen U-Wert von 0,296. Das ganze bei einem Holzanteil von 15 % (habe ich aus der Berechnung ihres Architekten entnommen).

Bei einer Dampfbremse von 2,3 m ergibt sich ein Tauwasseranfall von 0,222 kg/m². Bei einer Dampfbremse von 30 m ergibt natürlich kein Kondensat mehr, es handelt sich ja dann auch schon fast um eine Dampfsperre (PE-Folie = 20 m). Was ich nicht verstehe ist, warum sagt er er möchte auf die Dampfbremse verzichten und rechnet dann eine Dampfsperre ein?



Wo jetzt die Dampsperre ...



des Architekten sein soll, kann ich jetzt nicht erkennen, Herr Heim. Er hat keine eingerechnet.
( Siehe weiter oben im Forum unter "Der Deckenaufbau" )
dort steht geschrieben:

Dach mit Unterspannbahn
Bauteiltyp Decke unter Dachräumen

1 Nische zwischen Deckenbalken----18 cm
2 Gipskartonplatten----1,25 cm
3 Zellulosefasern 045----8 cm
4 Luftschicht ruhend zwi. Aufdoppelung----3 cm
5 V-100 Spanplatte 24 mm----2,4 cm
6 Dachraum, Ziegel, Unterspannbahn

Da ist für mich keine Dampfsperre erkennbar. Und darum geht es ja auch. Der Architekt will ja "ohne Sperre" arbeiten. Erst nach Ihrem Hinweis, Herr Heim, auf die "Dampfbremse" habe ich den Architekten angerufen und danach gefragt, ob das nicht besser sei. Er hat dann "versuchsweise" die Dampbremse mit einem sehr hohen Wert eingerechnet, aber rät nach wie vor davon ab. Er befürchtet Nachteile in den darunterstehenden Wänden. Dort müßte dann das zwangsweise und unvermeidlich anfallende Kondensat aufgenommen werden.
Er versicherte mir am Telefon, daß die Verdunstung in der Deckenisolierung auf jeden Fall wesentlich größer sei als der Kondensatanfall, wenn ich seinem Konstruktionsvorschlag folge.
(Also Schichtaufbau so wie siehe oben)

Die Frage, wie die EnEV anzuwenden ist, werde ich mit dem Architekten noch erörtern. Ebenso das mit "Rse" und "Rsi".
Ich berichte dann hier im Forum.

Hoffentlich habe ich mich nicht wieder falsch ausgedrückt.
gez. Volker Hoffmann



Er, der Architekt



kommt aber in seiner Berechnung ohne Dampfbremse auf Tauwassermengen, die bei einem mehrfachen der zugelassenen Werte liegen. Hierbei spielt es keine Rolle, ob die mögliche Verdunstungsmenge größer ist.
Rse und Rsi sind Wärmeübergangswerte, die nicht vernachlässigt werden dürfen.
Die Dachfolie und die Pfannen haben füe diese Berechnung keine Bedeutung und müssen weggelassen werden.



Das mit der Tauwassermenge..



erschien mir eigentlich auch sehr hoch, runde 3 Liter auf 1 qm Fläche. Ich werde ihn darauf in den nächsten Tagen ansprechen. Da wird wieder irgendwas anderes bei rauskommen.

Zufälligerweise hat noch ein anderer Wärmeschutzspezi Schulden bei mir. Die will er jetzt durch eine Berechnung abbauen. Mal sehen, was dabei rauskommt. Das warte ich noch ab und melde mich dann noch mal im Forum.

In Gedanken sehen ich mich schon dabei, wie ich eine Dampfbremse mit mittlerem Wert nachrüste. Kompliziert, aber nicht unmöglich.

bis später
Volker Hoffmann