Innendämmung bei schräger Wand




Hallo,

wir haben uns letztes Jahr ein Fachwerkhaus zugelegt.
Jetzt habe ich vor, eine Außenwand von innen zu begradigen. Mein erster Gedanke war, eine Holzlattung auf den momentanen Putz aufzubringen, diese auszugleichen und die Zwischenräume mit Mineralwolle zu dämmen. Davor 12,5mm OSB Platten und da drauf 12,5mm Gipskarton.
Nun habe ich hier bereits gelesen, dass das der größte Unsinn ist den man machen kann, wg. Kondenswasserbildung, Schimmel, etc.
Da ich die Wand jedoch begradigen will, fallen Holzfaserdämmplatten oder ähnliche Platten weg, da ich ja unterschiedliche Stärken habe.
Ist mein Gedankengang richtig, wenn ich den Aufbau, wie oben beschrieben durchführe, jedoch den Hohlraum mit Perlite wie ISORAAB von quickmix oder Wärmedämmschüttung von Fermacell anstelle der Wolle nehme?
Oder sollte der Aufbau generell anders aussehen, also keine OSB Platten oder Gipskarton?
Hab das Forum schon durchgesucht jedoch nichts passendes für meine schräge Wand gefunden.

Das Haus ist Baujahr 1920 und hat noch keine Außendämmung. Die auszugleichen Höhe ist von unten nach oben ca. 5,00cm
Solltet ihr noch mehr Angaben benötigen, gebe ich die euch gern weiter.

Schon mal Vielen Dank für Eure hilfreichen Antworten.

MfG
Daniel



Die Wärmedämmung ...



... muss kapillaraktiv sein, um Kondensat aus der Raumluftfeuchte von der kalten Innenseite der Außenwand wieder zurück in den Raum transportieren zu können. Ist sie nicht kapillaraktiv, verbleibt die Feuchtigkeit in der Konstruktion und begünstigt die Schimmelbildung.

Mineralwolle ist nicht kapilaraktiv, nur diffusionsoffen. Die meisten Dämmschüttungen sind es auch nicht, weil sie ggf. hydrophob eingestellt sind.

Sie können die Ausgleichslattung lückenlos + hohlraumfrei mit einem Lehm-Unterputz ausfüllen, in Lagen von 2-3 cm, die jeweils sehr gut durchtrocknen müssen, bevor die nächste Lage aufgebracht wird.

Zum Abschluss können Sie die Lattung = verlorenen Schalung mit einer Holzweichfaserplatte vollflächig schließen und mit einem Lehm-Oberputz versehen.

Sie sollten vorher den ggf. dubiosen Altputz auf dem FAchwerk/den Gefachen komplett entfernen, vorallem, wenn´s ein zementärer Putz oder ein Gipsputz ist, z.B. der beliebte "Rotband"-Putz.



Alternativ



könnte die Wand mit einem Leichtlehm verfüllt werden.

So wie auf dem Foto, mit einer verlorenen Schalung aus Schilfrohrgewebe.

Grüße





Hallo,
danke für die Antworten.
Ich denke ich werde die Unebenheiten mit Lehmputz ausgleichen und darüber Holzfaserplatten montieren.
Welche Dicke wären hier angebracht? Da die Dämmung der Aussenwand auch noch ein späteres Thema ist, würde ich die Platte so dünn wie möglich nehmen, um nicht zuviel Raumverlust zu haben. Sind 20mm ausreichend?
Die Holzfaserplatten werde ich ebenfalls mit dem Lehmputz verkleben und zusätzlich mit Schrauben fixieren. Abschließend die Platten mit Armierungsgewebe und Lehm Verputzen und eventuell tapezieren oder nur streichen.
Ist dieser Aufbau so machbar?
Wie gehe ich am besten im Fensterbereich vor. Das Fenster ist in einem Holzrahmen eingefasst. Kann ich hier ebenfalls dünne Holzfaserplatten verschrauben und später verputzen?


Mit freundlichen Grüßen
Daniel



Innendämmung



Für die Innenwanddämmung sollten Sie 40mm mit Nut und Feder nehmen, weniger macht dämmtechnisch und auch von der Verarbeitung her keinen Sinn.

Für die Laibungen gibt´s 20mm Laibungsplatten. Sie müssen vorher überprüfen, ob die Beschläge Ihrer Fenster dann noch vor der Platte + Lehmputz liegen und Sie das Fenster noch öffnen können. Diesen zusätzlichen Wandaufbau kann man beim Bestellen neuer Fenster berücksichtigen; im Bestand zwickt´s da schon manchmal.

Bestellen Sie sich bei Claytec den Planungsordner oder schauen Sie auf die Internetseite. Da werden alle Fragen zur Anwendung sehr ausführlich und gut besprochen



Wenn sowieso...



... eine Außendämmung in absehbarer Zeit angedacht ist, macht es wenig Sinn sich gedanklich und finanziell mit einer "halbherzigen" Innendämmung zu beschäftigen.

MfG,
sh





Hallo,

der Hauptaugenmerk liegt bei dieser Wand auf das Begradigen. Da ich aber irgendwas in den Hohlraum zwischen Wand und den Platten machen muss, will ich dies so gut wie möglich realisieren, um nicht in 3 Jahren wegen Schimmel alles wieder runterreißen zu müssen.
Da wie gesagt, da die Außendämmung noch folgt, ist eine Innendämmung für mich nicht ganz so wichtig. Aber ohne Dämmung des Hohlraums bildet sich ja wieder Kondenswasser der warmen Luft an der kalten Außenwand und dass will ich vermeiden.
Aber generell gehe ich richtig der Annahme, dass in Fachwerkhäusern eine Beplankung der Außenwände mit OSB Platten oder Gipskarton auch als 2 Schicht auf Holzfaserplatten vermieden werden sollte?



Was denn jetzt schon wieder...



... für Hohlräume? Draufputzen da (s.o.) und fertig... keine Holzfaser, kein weiterer Putz, kein Raumverlust...

MfG,
sh





stimmt... ich hab mich so darauf versteift holzfaserplatten zu verbauen, die ich eigentlich nicht unbedingt benötige.
Werde erstmal die Wand mit Hilfe von Lehm begradigen und dann schau ich mal weiter. Für die Fenster Verlaibung nehme ich die Laibungsplatten und fertig ist es.
Danke an dieser Stelle für die hilfreichen Antworten.
Um nochmal die letzte Frage aufzurollen und für zukünftige Projekte zu klären. Ich kann mich generell von dem Gedanken verabschieden an meinen Aussenwänden von innen mit OSB Platten oder Gipskarton zu arbeiten, auch nicht als zweite Lage auf Holzfaserplatten?

MfG
Daniel



Ohne Innendämmung...



... macht auch die Dämmung der Laibung innen keinen echten Sinn.

Zur zweiten Frage: Als grundsätzliches NeinNeinNein kann man weder OSB noch GK einstufen, auch nicht eine Kombination. Das Problem bei der ursprünglichen Idee bestand eher durch die angedachte Dämmung und kaum vermeidbare Hohlräume zur bestehenden Außenwand.

MfG,
sh



Hatte angedacht...



... die Laibungsplatten eher als Grundlagen für den späteren Oberputz in Erwägung zu ziehen. Daher wollte ich diese einsetzen. Eine Alternative, wie ich sonst einen geeigneten Übergang zum Lehmputz der Wand hinbekomm fällt mir grad nicht ein.



Wie wäre es...



...mit, ähem, Lehmputz?

MfG,
sh





Lehmputz direkt auf die Holzlaibung? Möglich mit Schilfrohr als Putzträger?



Wenn ichs recht verstehe,



ist die bestehende Fensterlaibung aus Holz. Wenn die Wand begradigt wird, vermute ich dass an der Rauminnenseite ein Keil zur Innenkante Lehmputz entsteht.
Da sehe ich drei Möglichkeuten: Einen Keil aus Holz anbauen, die alte Fensterlaibung zu verputzen ( dann muss aufs holz vermutlich Gewebe draufgetackert werden) oder auf das alte Holz neues Holz als neue Fensterlaibung schrauben.
Gruß
Ralph



Wenn ichs recht verstehe,



ist die bestehende Fensterlaibung aus Holz. Wenn die Wand begradigt wird, vermute ich dass an der Rauminnenseite ein Keil zur Innenkante Lehmputz entsteht.
Da sehe ich drei Möglichkeuten: Einen Keil aus Holz anbauen, die alte Fensterlaibung zu verputzen ( dann muss aufs holz vermutlich Gewebe draufgetackert werden) oder auf das alte Holz neues Holz als neue Fensterlaibung schrauben.
Gruß
Ralph



Handelt es sich um ein Sichtfachwerk oder um ein verputztes Fachwerk?



Dies sind erstmal grundlegende Information die wichtig sind, bevor man zu der Maßnahme definitive Aussagen machen kann.
So einfach wie Sie sich da vorstellen ist es nicht. Hier gibt es noch mehrere Punkte zu beachten.
Was hier noch nicht richtig angesprochen wurde ist das Thema Wärmebrücken, dies wurde nur Ansatzweise angesprochen.
Ein Fachwerkhaus verzeiht auf lange Sicht hin keine Fehler, daher sollte das Gesamtkonzept stimmen.

Grüsse Thomas



Moin Daniel,



Hast du einen Plan? (Aussendämmung, neue Fenster etc.)

Wie sieht der aus? (Zeichnung, link etc.)

In welcher Reihenfolge soll der in welchem Zeitraum umgesetzt werden? (also z.B. erst Fenster, dann Innenausbau, später Wärmedämmung aussen)

Daraus ergibt sich z.B. die Einbaulage der neuen Fenster, sowie die bestmöglichen Anschlüsse daran.

Naja und 5cm.....das ist im Altbau noch ne halbwegs gerade Wand......ich weiss ehrlich nicht, wo da ein Hohlraum auftreten sollte - mehrlagig verputzen und gut is'.

Gruss, Boris





Hallo,

Werde morgen mal ein Foto meiner wand einstellen.
Das jetzige Fenster soll bleiben.
Würde jetzt sagen, dass es ein verputztes Fachwerk ist.

Mfg
Daniel





Hallo,

anbei mal 2 Bilder. Einmal die zu bearbeitende Wand, auf dem auch ein Holzbalken zu sehen ist und einmal ein Foto von der Fensterlaibung. Diese ist momentan noch weiß lackiert.
Wenn ich richtig geguckt habe, sind keine Lehmziegel verwendet wurden.

Der Ablauf besteht erstmals darin die Wand zu begradigen, da diese im Zugangsbereich für ein neues Gäste WC liegt. Das Fenster was vorhanden ist sollte bleiben, auch die restlichen Fenster im Haus, da diese schon relativ neu sind und eine Doppelverglasung haben.
Wenn es im Budget noch drin ist, soll im Sommer diesen Jahres die Außendämmung realisiert werden. In ein paar Jahren wird dann das Dachgeschoß ausgebaut, was aber hier nicht relevant sein sollte.



das zweite Bild



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