Feuchte Kellerwände

21.01.2013 Tom1968



Hallo schon wieder,

heute Nacht geht es drunter und drüber. Aber ich bin schnell im Schreiben und hoffe auf ebenso schnelle Antworten. Manche dürfen sogar fachkundig sein, denn ich bin es nicht!

So, also kurz zum Haus. 1956 erbaut, 2005 zum großen Teil saniert, 2011 von uns übernommen. Der Keller ist unser größtes Problemkind. Wir haben im Bereich der Aussen- und Innenwände (im Innenbereich des Kellers) bis zu einer Höhe von ca. 75cm Aussalzungen durch Feuchte. Die Wände die keinen Kontakt nach aussen haben sind weniger betroffen aber trotzdem betroffen.

Auf dem Bild seht ihr die eigentlich am meisten betroffene Wand. Diese habe ich nun erstmal vom schimmeligen Putz befreit.

Kurz etwas zu den Umgebungsfaktoren. Wir haben einen recht hohen Grundwasserspiegel, jedoch bisher kein Wasser im Keller stehen gehabt. Allerdings rieht es unangenehm nach Fäkalien (wenn Spiegel höher) was wahrscheinlich auf das drückende Wasser zuruckzuführen ist. Im Keller tut ein ordentlicher Luftentfeuchter seinen Dienst. Dieser hat das Raumklima schon sehr verbessert und zieht im Sommer ca. 7 Liter/ 2Wochen und im Winter ca. 7 Liter/4 Tage aus der Luft. Der Aussenbereich wurde vom Voreigentümer selbst saniert. Wir haben noch nicht geöffnet, aber es soll ein Bitumenanstrich und eine Noppenbahn aufgezogen worden sein. Ausserdem ist eine Vertikaldrainage verlegt worden, welche ich in sehr regenintensiven Zeiten täglich auspumpen muss. es darf aber davon ausgegangen werden, dass der Voreigentümer die arbeiten eher nicht fachgerecht ausgeführt hat. Achso, die Wand ist eine vorgesetzte Wand, dahinter ist Schutt und Luft und eine aus goßen groben Bruchsteinen gemauerte Wand. Zweischalentechnik?

Gut, nun zu meinen Fragen. Muss ich von aussen sanieren? Mir ist klar, dass ich auf Grund der Bauweise, der ursprünglichen Funktion des Kellers und des hohen Grundwasserspiegels den Keller nie ganz trocken bekommen werde. Ich will diesen eigentlich auch nur für Vorräte nutzen. Trotzdem soll es nicht schimmeln und auch nicht stinken. Was ihr seht ist nur ein Teilbereich (als Sanitärbereich eingerichteter Raum). Es betrifft noch den Kellergang davor und den Vorratsraum rechts davon, Bilder davon findet ihr in meinem Profil bzw. auf meiner Bilderseite.

Meine Idee war den abgeschlagenen Bereich zu säubern, neu zu verfugen (Kalksandmörtel) und mit Kalkfarbe zu kalken.

Was sind eure Ideen/ Bedenken/ Ratschläge?

Jetzt habe ich einen leichten Krampf in den Fingern, deshalb vielen Dank fürs Lesen.

Grüße

Thomas



feuchter Keller



Um genaueres zur Ursache zu sagen muß man sich das Haus ansehen.
Es gibt mehrere wahrscheinliche Szenarien: Eines wäre eine fehlerhaft eingebaute Dränanlage, die bei Regen als Kellerbewässerungsanlage arbeitet. Der Fäkalgeruch kann aus einer defekten Grundleitung oder aus der falsch angeschlossenen Dränanlage resultieren.

Viele Grüße



Sandstein



Hallo Thomas,

von Deinen anderen Beiträgen und den Bildern heraus, schließe ich, dass Dein Haus mit Buntsandstein gemauert wurde. (meines auch, in der Region Odenwald/Untermain wurde das viel verbaut)

Folgendes zum Thema Sandstein (da ich auch seit einem Jahr saniere, habe ich dazu schon viel gelesen und von unseren lokalen Handwerkern erfahren):
Sandstein ist ein poröser Stein, mit der Eigenschaft Wasser/Feuchtigkeit aufzunehmen - das muss allerdings auch wieder abgegeben werden können. Sonst bleibt vom "Stein" irgendwann nur noch der "Sand" übrig - der Stein zerfällt....
Wenn also Sandstein zB verputzt wird, muss ein diffusionsofferner Putz verwendet werden, sonst blättert dieser im Laufe der Zeit ab.
Wenn dann wie bei Dir, auf einer Seite "abgedichtet" wurde, und die Steine doch irgendwoher Wasser aufnehmen, muss es auch wieder raus aus dem Stein (auf Deiner Innenseite)...

So viel ganz allgemein zum Thema "Sandstein", das Du bei Deinen Wänden berücksichtigen solltest.

Wie Du das dann jedoch in den Griff bekommst, dazu kann ich dann aber nichts sagen und verweise auf die Antwort von GB

Viel Erfolg
Andreas



Sandstein



Hallo,

die Ursache der Feuchtigkeit sollte abgestellt werden. Klar!

Schlag den alten Putz, Gips ab.
So weit ich das auf den Bildern erkennen kann hast du oder der Vorbesitzer die Wände mit einer Dispersionfarbe gestrichen. Die Wände "atmen" nicht.


Ich würde alles runter nehmen und einen Kalkputz drauf tuen.
Als Anstrich eine Kalkfarbe verwenden, wenig Pigmente!

gruß nobody



alles der Reihe nach...



"Eines wäre eine fehlerhaft eingebaute Dränanlage, die bei Regen als Kellerbewässerungsanlage arbeitet"

...kann ich also nur durch Aufschachten ermitteln?

"Der Fäkalgeruch kann aus einer defekten Grundleitung oder aus der falsch angeschlossenen Dränanlage resultieren."

..wie bekomme ich das heraus?

"Schlag den alten Putz, Gips ab.
So weit ich das auf den Bildern erkennen kann hast du oder der Vorbesitzer die Wände mit einer Dispersionfarbe gestrichen. Die Wände "atmen" nicht."

..den Putz bis oben abschlagen oder nur bis zu den Salzschäden? Die Farbe hat der Vorbesitzer aufgebracht, der hat ständig mit Zementputz und Farbe die Schäden beseitigt. Das hat ja auch so geschimmelt. Ich wollte auf jeden Fall mit Kalk arbeiten, allerdings nicht putzen sondern nur ankalken.

"Folgendes zum Thema Sandstein (da ich auch seit einem Jahr saniere, habe ich dazu schon viel gelesen und von unseren lokalen Handwerkern erfahren):
Sandstein ist ein poröser Stein, mit der Eigenschaft Wasser/Feuchtigkeit aufzunehmen - das muss allerdings auch wieder abgegeben werden können. Sonst bleibt vom "Stein" irgendwann nur noch der "Sand" übrig - der Stein zerfällt....
Wenn also Sandstein zB verputzt wird, muss ein diffusionsofferner Putz verwendet werden, sonst blättert dieser im Laufe der Zeit ab.
Wenn dann wie bei Dir, auf einer Seite "abgedichtet" wurde, und die Steine doch irgendwoher Wasser aufnehmen, muss es auch wieder raus aus dem Stein (auf Deiner Innenseite)..."

...mir ist klar, dass ich die Räume nie ganz trocken bekomme, will ich auch gar nicht, der Entfeuchter tut seinen Dienst und ich hoffte mit Kalk an den Wänden dem Schimmel Herr zu werden...für die Zukunft ist aber auf jeden Fall noch einmal die Sanierung des Außenbereichs vorgesehen!

Vielen Dank erstmal für die Antworten.

Grüße

Thomas





"Achso, die Wand ist eine vorgesetzte Wand, dahinter ist Schutt und Luft und eine aus goßen groben Bruchsteinen gemauerte Wand. Zweischalentechnik?"

Das heißt die Backsteinwand ist vorgesetzt?
Dahinter ist Bruch oder Sandstein?

Mal sehen was die Profis dazu sagen.

In einem Haus mit feuchte Schäden würde ich in den betroffenen Räumen, Gips oder Putz mit Dispersionsfarben abschlagen und mit Kalk verputzen.
Der Kalkputz nimmt feuchte auf und gibt sie wieder ab.

Natürlich sollte wenn möglich was gegen die Feuchte unternommen werden.

Wir haben unsere Bruch / Sandsteinwände teilweise frei gelassen. (siehe Bilder Profil/Beiträge)
Ist halt Geschmacksache.

Schaut doch mal bei Kreidezeit.de unter Prospekte.


gruß nobody





...ja die Backsteinwand ist vorgesetzt. Wir hatten schon einen Teil geöffnet um zu schauen was dahinter ist. Schutt und Dreck und ein nicht gleichbleibender Abstand zwischen Bruchsteinaussenwand und Innenmauer. Der Schutt/ Dreck ist an einigen Stellen auch feucht. Die Hauptfeuchteschäden konzentrieren sich aber vor allem auf die linke untere Ecke, dort schien mir beim Entputzen auch erdähnliches feuchtes Material entgegenzukommen.

Hier nochmal ein Bild wie die Wand zur Übernahme aussah. Der Vorbesitzer hat immer ausgebessert und gestrichen und IMMER gelüftet egal ob draussen warm oder kalt war. Das war dem Raumklima sicher auch nicht zuträglich.

Vielen Dank für Eure Gedanken!!

Grüße

Thomas



Es fällt schon auf...



... dass die feuchte Ecke im Bereich des Hauswasseranschlusses liegt.

MfG,
sh





. ... Ja das stimmt. Meinen Sie ich sollte da mal genauer nachschauen? Meine Feuchtemessung hat unten links und direkt dahinter auch die größte Feuchte gemessen! Zufall? Immerhin habe ich einen Raum weiter über die ganze Wand ebenfalls Feuchte Schäden. Ausserdem fällt mir auf dass die Aussalzungen ungefähr bis zur Höhe Ende Erdreich außen reichen! Wie kann ich das genauer eruieren?



Ich schätze mal...



... dass mit der mußmalichen Undichtigkeit am Wasseranschluss die Hauptursache des Feuchteeintrags durch Grundwasser gefunden ist. Die Behebung des Problems ist ein anderes Ding...
Die Gerüche sind damit auch noch nicht weg...

MfG,
sh





Heißt der Wasseranschluss hat einen Schaden? Das wäre ärgerlich jedoch zu beheben! Oder?



Ich vermute...



eine Undichtigkeit an der Wanddurchführung des Anschlusses; beim hohen Grundwasserpegel könnte das die Durchfeuchtung erklären. Und ja klar wäre das zu beheben...

Ferndiagnose...

MfG,
sh



hallo



sind die zwischenwände auch unten feucht?

mfg alex





"sind die zwischenwände auch unten feucht? mfg alex"

...welche jetzt genau?

Also Sie meinen, dass nicht der Anschluss an und für sich undicht aber die Durchführung des Gleichen eine Undichtigkeit haben könnte?! Könnte das auch die Wände im Raum daneben betreffen?

Wie kann ich herausfinden ob es daran liegt? Alles Aufstemmen und reinschauen?

Grüße

Thomas



hallo



ich meine nicht den Zwischenraum zwischen ausenwand und vormauerung, sondern die wände zwischen den einzelnen zimmern quasi die zwischenwände aber hat sich erledigt hab gelesen das die auch betroffen sind. gehe ich recht in der annahme das bei diesen wänden die ausblühungen höchstens 40 cm hoch sind? wenn ja ist das problem aufsteigende feuchtigkeit weil keine Horizontalsperre da ist. bei Ziegelmauerwerk wie bei ihnen wurde in versuchen nachgewiesen das feuchtigkeit maximal 3 schichten aufsteigen kann, das erklärt das bei den zwischenwänden die ausblühungen nicht so hoch sind. bei den ausenwänden ist zwischen Bruchsteinwand und vormauerung schutt und was auch immer, hier kann die feuchtigkeit wesentlich weiter aufsteigen, was erklären würde das das feuchtigkeitsproblem bis zu einer höhe von ca. 75 cm reicht.
wenn meine vermutung stimmt helfen nur bohrlochinjektionen. aber ich bin kein gutachter, sowas müssen welche vor ort entscheiden die nen größeren kopf als ich haben :-)



...die Kollegen waren schon da...



und haben mir einen Kostenvoranschlag gemacht, 11,000 Euro für einige Wände im Keller ohne Garantie, dass das Ergebnis am Ende auch gut ausfällt. Die vorgemauerte Wand könne man so gar nicht behandeln!

Aber könnte es trotzdem sein, dass der Hauswasseranschluß einen Teil Verantwortung trägt, für mich würde das z.B. auch den Abfall der Höhe der Ausblühungen in den Raum hinein erklären oder?

Grüße

Thomas



hallo



ja die möglichkeit besteht durchaus, du könntes eventuell mal außen Freilegen und schauen ob die durchführung der Leitung ok ist.
was hat man dir vorgeschlagen?
zwischenwände mit bohrlochinjektionen und bei den ausenwänden noch ne vorwand mit Hinterlüftung oder?
die ausenwände gehen wirklich nicht mit bohrlochinjektion wegen dem schutt dahinter.

mfg alex



feuchter Keller



Was haben diese beiden "Kollegen" zur Schadensursache gesagt?
Was soll denn für 11.000,- € (das ist eine Menge Geld) gemacht werden?

Viele Grüße





Nach kurzer Begutachtung waren sich die Kollegen einig, der Fehler muss in einer nicht mehr vollständig intakten Horizontalsperre liegen, Lösung wäre auf jeden Fall die Setzung von Bohrlochinjektionen, diese wurden mir auf den Meter Kellerwand berechnet, waren ca. 20- 25m und da sind wir auf den stolzen Preis von 11,000 Euro gekommen. Das haben wir aber erstmal dankend abgelehnt, zumal keinerlei Garantie auf Erfolg gegeben werden konnte und die Hauptproblemwand nicht behandelbar war!



feuchte Wand



Das sind wahrscheinlich Kollegen Verkäufer, die sich anscheinend immer und überall "nach kurzer Beratung" einig sind was der Schaden ist und was gemacht werden muß.
Vergessen Sie das, diese Art Schadensbegutachtung hilft Ihnen nicht weiter. Bei solchen Leuten ist die Ursache immer eine defekte oder fehlende Horizontalabdichtung und aufsteigende Feuchte.

Viele Grüße