Welche Innendämmung ist denn nun am besten???

10.02.2010



Wir renovieren (entkernen) gerade unser Fachwerkhaus, bisher war das Gebäude verputzt, under dem Putz liegt aber ein sehr schönes Fachwerk mit allerlei Schnitzereien, das jetzt sichtbar werden soll.
Die Gefache sind mit Lehm gefüllt, und sollen auch so erhalten bleiben, ein paar Teile sind mit Lehm und Ziegelsteinen ausgemauert. Der Giebel in Richtung Westen ist aus Bruchsteinen (Kalksteine) Nord und Südseite im Erdgeschoss ebenfalls. Ostgiebel und Südseite-Obergeschos sind Fachwerk.

Innendämmung ist nicht das Ideale, das weiß ich schon. Aber das Fachwerk soll unbedingt sichtbar werden, und ein bisschen Dämmung hätten wir schon gerne.

Wir wurden von allen Seiten beraten und jeder sagt was anderes.

Was ist enn nun die beste Innendämmung im fürs Fachwerk?

Und vor allem: Braucht man wirklich eine Dampfbremse bzw. Dampfsperre, und wo soll die liegen?



Dampfbremse bei altem Fachwerk geht nicht wirklich...



... an Eurer Stelle würde ich zuerst eine verlorene Lehmschalung mit Leichtlehm überlegen.

Bei Claytec oder Conluto sollten da ausreichend Infos abrufbar sein.

Wichtig ist, dass Ihr Materialien nehmt, die sorptiv und kapillar Feuchtigkeit weiter transportieren können und ohne Luftzwischenräume mit dem tragenden Fachwerk verbunden sind.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Frage - Antwort



Hallo

Welche Innendämmung ist denn nun am besten???

Keine!

FK



Endlich...



kann ich als Nicht-Handwerker auch mal was sagen!
Habe vor kurzem hier ne ähnliche Frage gestellt und den Aufbau auf dem Bild zur Diskussion gestellt. Die Schicht zwischen der Lehmbauplatte und der Fachwerkwand ist eine Leichlehm Schüttung, die Lufttrocken eingebracht wird (leicht verdichtet).

Hat gar nicht so schlecht abgeschnitten und wir werden das so machen! Wie Ihr seht, ohne Dampfbremse/sperre. Ich bin der Meinung, dass der Diffusionsoffene Wandaufbau mit Lehm/Kalkputz nunmehr 150-200 Jahre Funktioniert hat (zumindest bei uns). Die Hausseite, die von innen mit Styropor und Rigips vor ca 30 Jahren "verschlimmbessert" wurde weist die grössten Schäden am Holz auf, das spricht wohl für sich.
Fazit: Ich verbaue weder Dampfbremse noch Sperre, zumindest nicht im herkömmlichen Sinn.

Viele Grüße
Michael



innen und aussen



Hallo

eine Innendämmung hat es nie gegeben und nach dem dann in 30 Jahren die heutigen unter grossem Aufwand demontiert worden sind und noch mal saniert wurden, werden die nächsten dann neue Häuser bauen.

Der Glaube heiligt die Mittel!

Weiter so!

FK



Na, dann nennen wir es halt nicht Innendämmug....



... sondern Verstärkung der Außenwand von Innen durch möglichst homogenes Baumaterial, das sorptiv und kapillarfähig ist.

Grüße auf Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Der Ansatz



mag ja richtig sein
aber
die Grundlage ist schon getürkt!

"sorptiv und kapillarfähig"

Der Glaube ist grösser als die Vernunft!

War und ist immer noch so!

Homo sapiens erectus

FK



mhhh...



ich will ja hier keinem zu nahe treten, aber besonders ergiebig sind so manche Beiträge ja nicht?!

@Florian Kurz:
Wenn die vorgeschlagene Variante so ungeeignet ist, könnten Sie ja einen Gegenvorschlag mach. Ich lasse mich gerne zu besserem beraten!
Zu Ihrer Anspielung auf die Haltbarkeit einer solchen Lösung:
Bei uns ist an einigen Außenwänden folgender Zustand:
Eichenfachwerk mit Vollziegausfachung (Lehmörtel), außen Kalkputz, innen ca 4cm Lehmputz mit viel Stroh drin, darüber dünn Lehmputz ohne nennenswerte Strohanteile. Das ganze hat, entgegen Ihrer Schätzung, mindestens 150 Jahre gehalten.
Warum genau soll also der Skizzierte Wandaufbau nur 30Jahre halten, wenn doch dieselben Werkstoffe benutzt werden, die aber wegen Ihrer Plattenform rationeller verarbeitet werden können?

Viele Grüße
Michael



Platten und Schüttung...



@Michael

Bei Deiner Variante hätte ich ein wenig Bauchschmerzen, wenn die Schüttung nicht ausreichend verdichtet worden ist.

@Florian Kurz

Eva schrieb: "... und ein bisschen Dämmung hätten wir schon gerne" - Dieser Wunsch entstand bestimmt nicht allein im Blick auf die Heizkosten und Klimarettung, sondern sicher schlicht und ergreifend im Blick auf mehr Behaglichkeit im Wohnraum.

Warum dann nicht mit den Stoffen arbeiten, die genannt wurden? Würdest Du nicht sorptives und nicht kapillarfähiges Material vorziehen? Das kann ich mir eigentlich nicht vorstellen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Wie auch immer man es nennt...



... Naturbaustoffe sind einfach das authentische Material für die Sanierung von Fachwerkhäusern, die gewisse positive Eigenschaften seit langer Zeit unter Beweis stellen.

Ob man eine Schale mit Leichtlehm, ein Mauerwerk aus Leichtlehmsteinen erstellt, auf Schilfrohrplatten zurückgreift oder andere Konstruktionen vorsieht: die Funktion und Dauerhaftigkeit ist bei ordnungsgemäßer Planung und Ausführung gewährleistet.

Mein Favorit unter den zahlreichen Innendämmungen ist inzwischen die Holzfaserdämmplatte in Kombination mit Lehm und am besten noch einer Wandheizung.

Hier ein Bild dazu: Die Dämmplatten wurden ohne Luftzwischenräume zum Mauerwerk mit Lehm angeklebt und für einen besseren Halt des Unterputzes mit Lehmkleber überspachtelt.

Gruß

Marc K.



Welche Innendämmung ?



Hallo,

die Antwort "keine Dämmung ist die beste" kann nur von einem Liebhaber extremer Kälte stammen (im Sommer ist es andersrum).
Es ist auch bauphysikalisch falsch, ein kleines Haus zu bewohnen, aber nicht zu beheizen. Die Kondensatschäden werden nicht lange auf sich warten lassen.

Natürlich ist eine innendämmung- richtig ausgeführt - sinnvoll, und es gibt auch keinen Zweifel daran, dass diese im Fachwerkhaus nur aus (nahezu)Naturbaustoffen bestehen kann. Die von Marc K. vorgestellte Lösung ist immer noch die beste, die ich kenne, was die unkomplizierte Verarbeitung angeht, den hohen Dämmwert, den günstigen Preis, die Ökobilanz nicht zu vergessen.
Und lassen Sie die Liebhaber ungdämmter Häuser ruhig weiter Holz hacken !

Grüße vom Niederrhein



@ Gerold



warum wurde aber dann Schaum bei der Fentermontage verwendet, wenn Naturbaustoffe so gut sind



Ohne Dämmung wirds zu kalt :-(



Das Haus wurde bis vor 10 Jahren bewohnt, ohne Dämmung. (Außer an ein paar Stellen, an denen Styroporplatten an die Wand genagelt wurden *lach* an diesen Stellen mussten wir alles wegreißen)
Es würde schon gehen, aber ich hätte gerne im Winter mehr wie 15° in den Wohnräumen, und möchte nicht immer Zuhause sein müssen, und alle halbe Stunde die Öfen nachschüren.
Die Natursteinwände müssen wir definitiv Dämmen. Da wir die nicht an allen Seiten austauschen wollen. Der Giebel nach Westen wird, da die ganze Seite Stein ist außen gedämmt, sollte ja kein Problem sein.

Allderings haben wir ja dann an den übergängen zu den anderen Seiten super Wärmebrücken :-(

Eigentlich habe ich die ja im Haus überall. Die sind nicht wirklich zu vermeiden, oder?

Ich bin auch von natürlichen Baustoffen überzeugt. Dämmplatten aus Lehm, oder eben eine Vorbauwand mit Lehm...

Allerdings wurde mir von mehreren Fachleuten geraten eine Dampfsperre einzubauen, und alles "Dicht" zu machen. Das hat mich ganz schön verunsichert.

Ich mir nicht sicher ob es zum Beispiel im Badezimmer mit dem Lehm funktioniert... Da entsteht schon ziemlich viel Feuchtigkeit.



@ Heike: Fenstermontage



Hallo Heike,

warum Schaum verwendet wurde? Darüber können wir nur spekulieren, wie bei allen anderen konventionellen Baustoffen. Auf jeden Fall gibt es auf Seiten der Naturbaustoffe eine Alternative, die sich schon lange bewährt hat: Hanf!

@ Eva: Lehm hat auch seine Existenzberechtigung im Badezimmer, zumindest wenn er nicht direkt dem Spritzwasser ausgesetzt ist. Das hat z.B. den Vorteil, dass man sich nach dem Duschen in einem nicht beschlagenem Spiegel anschauen kann!

Viele Grüße

Marc K.



Klar Schiff jetzt mal



So, das kann wie folgt laufen: auf die alten Wände zuerst eine Ausgleichsschicht aus Lehmputz, um die Wände halbwegs zu begradigen. Sollten die Wände gerade genug sein, kann darauf verzichtet werden.
Darauf werden Holzweichfaserplatten mit z.B . 6 cm Dicke geklebt, indem sie von hinten mit Lehm "bestrichen" werden, und dann ohne Lufteinschlüsse auf den beschriebenen Ausgleichsputz gedrückt werden.
Auf die Holzweichfaserplatten werden die Kunststoffhalterungen für die Heizschlangen der Wandheizung geschraubt.
Dann werden die Heizschlangen verlegt, also die Kunststoffrohre, in denen das Heizungswasser zirkuliert, eingeclipst. Das tatsächliche Machen ist einfach, aber für die Planung braucht man jemanden mit Ahnung, der einem z.B. was über die maximale Länge der einzelnen Heizkreise sagen kann.
Diese Konstruktion wird dann wieder mit Lehmputz verputzt, und zwar nur minimal dünn über die Rohre, also quasi hauchdünn abdeckend.
Als Abschluß wird Lehmfeinputz aufgebracht, der mit Lehmfarben gestrichen werden kann. Lehmfarben gibt es z.B. von Volvox in ca. 1,5 Millionen Farbtönen ;-).
In diese Schicht sollte ein Gewebe eingerbeitet werden, um Rissen im Feinputz vorzubeugen.
Spätestens beim Aufbringen des Putzes über den Rohren sollte die Heizung laufen, damit die Rohre ausgedehnt sind, und nicht später im Lehm "drücken", weil sie sich bei Erwärmung ausdehnen.
Auch vorher ist es ratsam, die Heizung laufen zu lassen, weil enorme Mengen an Wasser mit dem feuchten Lehm ins Gebäude eingebracht werden, das muß alles wieder rausverdunsten.
Kann vorübergehend Schimmelflecken an den Wänden geben, wenn man nicht immer vor Ort sein kann, um die Feuchte Luft entfleuchen zu lassen, dat is aber nich schlimm, weil der Schimmel auf dem Lehm nach einer Weile kein Bock mehr hat, und von alleine wieder verschwindet. Ruhe bewahren..
Wir haben diesen Aufbau in allen Räumen, auch in den Bädern und in der Küche, nach 10 Monaten lautet unser Fazit: ich wollte nix anderes mehr haben!
Bei der Heizung haben wir ein paar kleine Anfänger- und Angstfehler gemacht, will sagen etwas zu viel des Guten, aber das können wir dem System ja nicht anlasten.
Die Wände Strahlen keine Kälte ab, sehr schönes Raumklima, Winddichtigkeit ist auf jeden Fall gegeben, und auch bei
-16 Grad wird das Haus schön warm. Eingestellte Raumtemperatur liegt bei 19 Grad, reicht völlig aus.
Bei ca. 250 m2 Wohnfläche betragendie Kosten für Heizung und Warmwasser für 3 Personen mit Wärmepumpe so 80-100 € pro Monat.
Und zu guter Letzt: lassen sich von Herrn F. K. hier nicht verrückt machen.
Wer auch im Winter gerne im Zelt wohnt, kann das ja tun, aber ob das jedermanns Sache ist? Wie soll man sich denn in sowas wohl fühlen?
Das Ganze ist wirklich kein Hexenwerk und sieht nachher auch noch toll aus.
Gutes Gelingen wünscht
Mario Albrecht



am Niederrhein



is wohl Carneval
niedriger kann man wohl nicht sinken
als den Kakao, durch den man gezogen wird auch noch zu trinken

Da hatte ich mehr erwartet und genau das bestärkt mich in der Meinung:
Der Glaube heiligt alle Mittel!

Am liebsten würden alle "Gore-isten" die "Ungläubigen" doch am Scheiterhaufen brennen sehen - aber bitte mit Holz schüren - ist nämlich CO2-neutral!

Ein bisschen Dämmung bitte - am Stück - oder in Scheiben!
Behaglichkeit - ist ein Gefühl!
Dem Schwarzen in Daressalam ists ein anderes als dem Inuit im Norden von Canada
Bloss die Besserossis und Wessis im "gelobten Gscheiderlesland" wissen Alles - und das auch EU-Certifiziert!

FK



Dampfsperrenbremsgedöns



Hallo Eva,ich hatte noch was vergessen: Dampf-was-auch-immer-Vorrichtungen könnt Ihr vergessen.
Erstens kostet das unnötig Geld.
Zweitens steht ein Handwerker fast immer unter Zeitdruck, und wie sich das dann auf das Anbringen der Dampf....auswirkt, insbesondere an den kniffeligen Stellen, kann man sich ja vorstellen.
Drittens strebt man einen diffusionsoffenen Wandaufbau an, den man mit einer Dampf.... ja nur "stören" würde.
Viertens nimmt der Lehm die Feuchtigkeit auf, und gibt sie auch wieder ab.
Wozu also?
Ich halte das für überflüssig und mindestens unnötig, wenn nicht gar schädlich.
P S. Werte Haarspalter(innen): Die Frage war nicht, ob Fenster mit Bauschaum eingesetzt werden sollen, oder nicht.
Grüße,
Mario Albrecht



Ich bitte Sie, Herr Kurz,



ich komme nicht vom Niederrhein, und selbst wenn es so wäre, versuche ich zumindest, hilfreiche Kommentare abzugeben, die auf die Frage Antwort geben können.
Versuchen Sie das zur Abwechslung doch auch mal. Immer nur: "keine Dämmung ist das Beste" hilft doch denen, denen es in ihrem ungedämmt Haus zu kalt ist, nicht weiter.
Erklären Sie doch mal, wo genau das Problem bei diesem Aufbau liegen soll, wo Schäden auftreten sollen. Und Ihre Polemik mit Ossis und Wessis und EU-Gläubigkeit hat hier auch noch keinem weitergeholfen. Ich pfeife auch auf Normen, Standards und EU-Richtlinien, aber das tut doch hier gar nichts zur Sache.
Desweiteren bitte ich, bei der Sache und sachlich zu bleiben.
Helau und auf eine gute Tasse Kakao,
Mario Albrecht



Beste Innendämmung ist Keine



@F.K.
Dir sollte man mal die "Altneihauser Feierwehr Kapelln" vorbeischicken !



Laßt ab,



bei dem Thema steht FK das ganze Jahr in der Bütt. Dädäää, dädäää, dädäää!

Mario hat den Aufbau gut beschrieben, eine WH auf HwPl ist der puren Dämmung auf jeden Fall vorzuziehen, wenn sowieso alles angefasst werden muß. Besonders schön geht es mit den Stufenfalzplatten von DOSER, weil in dem innenliegenden Stufenfalz gleich ein Montageholz für die Befestigung der Kammschienen der Heizleitung befestigt werden kann.

Grüße

Thomas



Innendämmung mit Holzfaser



Hallo zusammen,

ich habe eine ähnliche Frage formuliert und noch keine richtig Antwort bekommen.

den Aufbau habe ich begriffen

Lehmputz an Aussenwand
Holzfaserdämmplatte mit Lehmputz an Außenwand kleben
Wandheizung
mit Lehm Verputzen ggf. finish

fertig

aber,
welche Holzfaserplatte(n) oder Holzweichfaserdämmplatte(n) (genaue Angabe Typenbezeichnung / Hersteller) ist denn jetzt hier zu verwenden?

wenn man einfach "nur" Holzfaserdämmplatte bei google eingibt bekommt man zig verschiedene Platten von zig verschiedenen Herstellern genannt.
Meine Erkenntnisse bisher:

Gutex-Thermoroom, Pavatex-Pavadentro, Claytec-Pavadentro

gibt es "preiswertere" Alternativen?

würde mich freuen, wenn Ihr (insbesondere ihr Fachleute ihr :-)) zum Thema Holzfaserdämmung mal bitte meine Frage lest

"Innendämmung bei 24er Mauerwerk - einzige Nicht-Fachwerk-Außenwand "

...ohne euch die ganzen unzähligen - oft am Thema vorbeigehenden - Antworten durchzulesen und mir eventuell dazu etwas schreiben könntet?

Das wäre super!

Vielen Dank und liebe Grüße

Die Schmiddi



Also hier...



...noch 'mal in Kürze meine Empfehlung:

DOSER DHD N 50mm Stufenfalz.

Günstig? Was ist das genau in bezogen auf den Bau? Mit dem Begriff "Preiswert" kann ich etwas anfangen als gutes Verhältnis von Leistung und Preis. "Billig" soll's immer dann sein, wenn man besser gar nicht erst angefangen hätte mit bauen. Aber "günstig"? Der Bau ist kein Gunstgewerbe.

Grüße

Thomas



Wieso Wandheizung? und wie Dämme ich die Steinwände?



Hallo,

ersteinmal Danke für die vielen Antworten, Erklärungen und vor allem Fotos und Zeichnungen!!!

ich bin jetzt denke ich richtig von der diffunsionsoffenen Wand überzeugt. Will mir jetzt die Materialien alle mal "live" anschauen:-)

Habe da aber noch zwei Fragen:

Was sind die Vorteile der Wandheizung? Wieso ist die bei der Lehmdämmung sinnvoll.
Im Erdgeschoss werden wir Fussbodenheizung machen. im Obergeschoss, wo wir die Fachwerkwände haben, ist noch nichts festgelegt. Und Heizkörper die zum Fachwerk und dem ganzen Stil des Hauses passen, kann ich mir im moment nur schwer vorstellen (habe mich aber auch noch nicht umgeschaut)
Fussbodenheizung brauche ich oben nicht, wir haben teils noch schönen Eichendielenboden, der bestehen bleibt, und in den Bereichen wo eine neue Decke reinkommt, werden wir ähnliche Eichendielen reinlegen. Auf Holzboden brauche ich keine Fussbodenheizung, und von den Aufbauhöhen wird es dann eh schwierig.
Also wäre eine Wandheizung ganz gut. Kann man die Räume komplett mit einer Wandheizung beheizen? Angenehm stelle ich es mir vor, auf der Eckbank zu sitzen und eine Warme Wand hinter mir zu haben.

Aber wieso soll man da weniger Energie brauchen? Verstehe ich nicht.

zweite Frage:

Die Wände im Erdgeschoss (Kalkstein 60cm stark) müssen zum Teil auch innen gedämmt werden. Sollten die Wände hier auch diffusionsoffen sein? Kann ich hier auch Lehm und Holzfaserplatten als Dämmung verwenden, also den gleichen Aufbau wie am Fachwerk? Oder macht man hier den gleichen Aufbau einer Vorsatzschale wie im Neubau, mit Dampfsperre und herkömmlicher Dämmung?

Viele Grüße aus dem Frankenland



Die beschriebene WH...



...kann auch im EG eingesetzt werden. Zu den Ausführungsdetails sollten Sie freilich auf einen versierten Fachbetrieb zurückgreifen, der das ganze auch richtig berechnen kann.

Energie sparen Sie, weil sie nicht Luft erwärmen, die dann zirkuliert, sondern Strahlungswärme vorliegt. Diese wird zudem als intensiver empfunden, weswegen der Termostat zumeist etwas heruntergeregelt werden kann. Letztlich sind WH Niedertemperaturheizungen, insofern auch sehr gut mit Wärmepumpen kombinierbar, jetzt oder später.

Lehmdämmung? Ein Lehmputz dämmt nicht mehr, als ein Ziegelstein.

Grüße

Thomas



Hallo Eva,



wir stehen auch gerade vor der Sanierung und Wärmedämmung eines Fachwerkhauses, allerdings haben wir Vollziegel als Ausfachung.

Nach vielen Recherchen und das Abwägen von "für und wider" haben wir für uns folgende Variante der Innendämmung geplant.

An die Innenseite der Außenwände eine Holzkonstruktion von 6 cm Tiefe.
Darüber Schilfrohrmatten (5 cm, WLG 0,056) befestigen, den Hohlraum der Holzkonstruktion mit einer Leichtlehmschüttung befüllen (z.B. Holzleichtlehm WLG ??? oder z.B. Hanfleichtlehm 200 kg-400 kg/cbm WLG je nach Wahl ca 0,06 - 0,08
Über die Schilfrohrmatten dann an der Holzkonstruktion Wandheizung.
Das ganze dann ca. 3-4 cm mit Lehm verputzen bis die Heizrohre nicht mehr sichtbar sind.
Bei unserem Wandaufbau bringt das den U-Wert von ca. 2 auf ca. 0,5 W/mK (reicht natürlich nicht wenn man die ENEV einhalten muß...)

Die Wandheizung hat folgende Vorteile:
1. beim erstmaligen Aufbau wird der Lehmputz schneller getrocknet.
2. ist Strahlungswärme angenehmer und gesünder als erwärmte Luft über übliche Heizkörper.
3. Die Wandheizung ist nicht sichtbar.
4.Die Wandheizung hilft Wandfeuchte zu vertreiben, bzw. Kondenswasser schneller auszutrocknen.

Nachteil:
die Wandheizung sollte nicht höher als mit 45°C Vorlauftemperatur betrieben werden.
Das bedeutet:
entweder
man tauscht alle Heizkörper gegen Wandheizung
oder
wenn nur einzelne Räume mit Wandheizung betrieben werden sollen, muß die Wandheizung z.B. an den Rücklauf eines Heizkörpers mit Zwischenschaltung eines Rücklauftemperaturbegrenzers gekoppelt werden.
Oder
die Heizungsanlage muß (Wie weiß ich nicht) für 2 verschiedene Vorlauftemperaturen verändert werden (das soll wohl sehr teuer und umständlich sein).
zu beachten ist, je nach Herstellerangaben eine maximale Heizrohrlänge von ca. 80 -90 lfm pro Heizkreis

Wenn man alle Heizkörper gegen Wandheizung austauscht und dann die Vorlauftemperatur am Heizkessel entsprechend runter setzt soll das ca. 10 - 15 % Energieeinsparung bringen, weil man bei Strahlungsheizung ein anderes Temperturempfinden hat (weiß nicht wie ich das besser erklären soll).
Das soll heissen, wenn man mit Heizkörpern sonst eine Raumtemperatur von 22 °C als angenehm empfunden hat, braucht man für das gleiche Temperaturempfinden bei Wandheizung nur ca 19 °C Raumtemperatur.

zum Thema Preise:
es scheint hier sehr schwer zu sein von den Fachleuten Preise in Erfahrung zu bringen, also hab ich mich selber durchgekämpft.
Hier mal ein paar Materialpreise für den Selberbauer (alles nur ungefähr und ohne eventuellen Versandkosten)

Hanfleichtlehm: bei 6 cm Dämmdicke ca. 9 - 11 € / qm
Schilfrohrmatten bei 5 cm Dämmdicke ca. 11- 13 € / qm
Wandheizungsrohr (bei einem Verlegeabstand von ca. 15 cm ca 7lfm /qm) ca. 150 - 350 € / Rolle mit 200 lfm je nach Hersteller.
Wandschienen für Heizungsrohr (Verlegeabstand ca 100cm, also vom Fußboden bis Decke pro lfm Wand ca. 3 Schienen) ca 2-3 € / lfm
Preise für die Lattenkonstruktion weiß ich nicht - wird aber nicht riesig sein.
Lehmputz: 1 cbm / Bigbag erdfeucht (sollte bei 3 - 4 cm Dicke für ca. 20 qm reichen) kosten ab ca. 130 € aufwärts

so. ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen (und ich hoffe mich steinigt jetzt keiner)

alle Angaben ohne Gewähr. wie gesagt - alles Internetpreise nach zeitaufwendigen recherchen

und übrigens: Ich habe mich von dem Gedanken mit Holzfaserplatten zu dämmen verabschiedet, weil ich zu viele negative Erfahrungsberichte gelesen habe, bei denen die Platten vergammelt / verschimmelt sind aufgrund von Tauwasserproblemen. Wobei ich denke, dass man in Kombi mit Wandheizung da weniger Probleme hat. Fakt ist WIR werden nicht jede Außenwand mit Wandheizung bestücken, daher hoffe ich, dass meine Wahl der Dämmung weniger Gammelprobleme ergibt wegen des hohen Lehmanteils...

Dafür nehme ich lieber ca 8 cm mehr Raumverlust in Kauf und einen etwas aufwendigeren Aufbau...

Und Ja, man kann einen Raum komplett nur mit Wandheizung beheizen,
aber...
dazu sollte der Raum gut gedämmt sein
und...
Sie dürften je nach dem wieviel Wandfläche benötigt wird und wie groß der Raum ist nicht allzu viele Schränke an diese Wände stellen.

Wieviel Heizfläche Sie benötigen muß aufgrund Ihres Wärmebedarfs genau berechnet werden. Das sollte auf jeden Fall ein Fachmann erledigen...


Liebe Grüße

Die Schmiddi



noch als Ergänzung...



habe wohl überlesen, dass derzeit nur über Öfen geheizt wird und Ihr eh überall neue Heizkörper (als Sammelbegriff) einbauen wollt.

Wandheizung ist ideal in kombi mit Fußbodenheizung, weil Ihr da eben bei beiden Systemen nur ne Vorlauftemperatur von ca. 45 ° C braucht.
Also wenn unten sowieso nur Fußbodenheizung, dann sonst nur Wandheizung.
Heizkörper machen dann oben überhaupt keinen Sinn, es sei denn Ihr wollt so Mega-Teile, die den Raum dann auch mit 45 °C Vorlauf warmkriegen...

Ist doch optimal bei euch!

Ich wünschte wir hätten nicht überall die alten hässlichen Heizkörper...dann müßte ich mir über die "Wirtschaftlichkeit" alles gegen Wandheizung zu tauschen keine Gedanken machen!.

by the way....

ich würde ja keine Fußbodenheizung machen. wenn der Fußboden gut gedämt ist, und das muß nun mal bei FBH sein, dann hat man mit Holzfußböden auch so schön warme Füße.... Fußbodenheizung ist viel zu träge, gerade bei dem ganzjährigen deutschen Aprilwetter wo ständig wahnsinns Temperaturunterschiede von einem Tag zum Anderen zu befürchten sind. Erst friert man einen Tag bis die FBH läuft, ... wenns dann am nächsten Tag schon deutlich wärmer ist schwitzt man wieder ohne Ende und reisst die Fenster auf weil die FBH einige Stunden braucht bis sie sich wieder abkühlt....
Ne Wandheizung reagiert innerhalb von Minuten....

Aber ich will hier keine Werbung machen. Bin ja selbst nur ein Häuslebesitzer mit Wissensdurst nach der für UNS optimalen Lösung.

Jedem das Seine !

Wünsche Euch viel Erfolg bei der Sanierung



Hallo Herr Kurz!



Wie ich Ihrem Profil entnehmen konnte, ist eines Ihrer Unternehmensziele die Denkmalpflege. Sie preisen auch die Nachhaltigkeit. Na dann erklären sie mir doch mal bitte, wie man ein Fachwerk oder eine historische Fassade (egal welche Epoche) energetisch aufwertet ohne Innendämmung?!
Mit einem WDVS von aussen? Vielleicht noch aus Styropor?
Und für bauphysikalische Nachhilfe gibts das Fraunhofer, denn die weißen soetwas nach.

Errar humanum est!

Bene docet, qui bene distinguit.



Heizung wird komplett neu...



Derzeit wird nur über 3 Holzöfen geheizt. Das war 260 Jahre so.

Wir lassen selbstverständlich die Holzöfen drinnen. (bietet sich an, da wir eigenen Wald haben) Die Holzofenwärme ist einfach angenehmer...

Aber zusätzlich kommt noch eine Pelletsheizung rein. Außerdem wird ein Kaminofen wasserführend sein und die Heizung unterstützen. Also alles was die Heizung betrifft wird neu werden. Ich bin ehrlich gesagt froh dass noch garnichts im Haus war. Weil alles was in den letzten 50 Jahren an dem Haus gemacht wurde, war großer "Pfusch" und hat nur noch mehr kaputt gemacht ...
Solche Fehler will ich nicht auch machen!!!


Das mit der Wandheizung hört sich sehr gut an. Wir werden das mal durchplanen.
Vor allem wäre es super wenn wir auf die Heizkörper verzichten können.
Und die Wandheizung wäre auch in den Räumen möglich wo der Boden nicht ausgetauscht wird.

Ich bin auch kein großer Fan von Fussbodenheizung, außer im Babezimmer, dort will ich nicht darauf verzichten :-)

Die Fussbodenheizung kann ja auch mit der gleichen Temperatur laufen. Geht das dann in einem Heizkreis?

Liebe Grüße...



@ Schmiddi



"Fußbodenheizung ist viel zu träge"

Stimmt, aber nicht immer. Die Trägheit bringt der Heizestrich mit sich. Im Trockenaufbau (Beispiele unter www.ripal.de) trifft das nicht zu. Funktioniert sogar zusammen mit massiver, d.h. nicht abgesperrter Dielung.

Jede Dämmung sollte fachgerecht ausgeführt werden, und mitunter ist ein System einfach nicht verwendbar. Insofern ist die Holzweichfaserplatte oft das Mittel der Wahl, aber eben nicht immer. Vor einer wasserziehenden Wand im EG z.B. ist sie halt falsch. Hinter einer Wandheizung ist der Tauwasserausfall allerdings ja wohl ausgeschlossen.

Grüße

Thomas



@ EVA



Zitat: "Die Fussbodenheizung kann ja auch mit der gleichen Temperatur laufen. Geht das dann in einem Heizkreis?"

was verstehen Sie unter Heizkreis?

In einem Heizkreis egal ob für Fußboden oder Wandheizung dürfen max ca. 90 lfm Heizungsrohr verlegt werden. Reicht das für die Raumerwärmung nicht aus, muß ein 2. Heizkreis im Raum verlegt werden.

Wenn Sie jetzt mit "Heizkreis" die Einstellung über die Heizung meinen, sprich eine Vorlauftemperatur für alle Heizsysteme, dann "ja"

Da sowohl FBH als auch Wandheizung mit der gleichen Vorlauftemperatur betrieben werden, sind sie grade "wie geschaffen für einander"

wenn Sie sich über Wandheizung informieren wollen schauen sie auf der Seite www.wandheizung.de
dort finden sie eine gute Erklärung und unter Downloads sowohl die Planungsmappe als auch ne Preisliste.
Zugegeben, die WEM Wandheizung ist vergleichsweise ein relativ teures System (zumindest das Heizungsrohr für den Selberbauer)... für den Selberbauer lassen sich Heizungsrohr und Wandschienen gleicher Güte auch für den halben Preis beschaffen....



Vorteile der Wandheizung



-keine Heizkörper in den Räumen
-Wärme, die der eines Ofens nahekommt (nahe!, nicht gleich..)
- niedrige Vorlauftemperatur
- daraus resultierend Energieeinsparung
- für Laien tlw. in Eigenleistung erstellbar
- für die Fassade eines Fachwerkhauses "gesund"
- für die Bewohner eines Fachwerkhauses angenehm, da keine erwärmte Luft zirkuliert, und nicht unter der Decke 37 Grad und an den Füßen 17 Grad herrschen
- die Gegenstände, Wände und Personen im Raum sind warm
- ein tolles Wohnklima
Sollte das nicht langsam reichen?
Zum in echt ansehen: Silke und Mario Albrecht, Corveyer Str. 15 in 59590 Geseke, NRW.
Zum Schluß: man kann auch alles kaputtüberlegen, aber eine Entscheidung muß dennoch gefällt werden. Haben Sie in all den Berichten fundierte Kritik an Wandheizung gefunden?
Fußbodenheizung im Bad ist spitze, wollte ich auch nicht mehr missen, in allen anderen Räumen überflüssig, der Boden wird auch so warm, glauben Sie mir.
Viel Erfolg bei der Entscheidung wünscht
Mario Albrecht



Also Wandheizung hört sich super an



Guten Abend... :-)

das mit dem Kaputt-überlegen kommt mir so bekannt vor :-) Aber man will ja wenn möglich nur einmal Sanieren... und am besten alles richtig machen (nicht Kaputt-sanieren). Und wenn man dann noch viele "Fachleute" im Bekanntenkreis hat die alles ganz genau wissen und jeder anders, dann wirds echt nicht einfach.
Mit Fachwerkhäusern hatte ich bist jetzt ja noch nicht sooo viel zutun.

Aber von der Wandheizung bin ich inzwischen überzeugt. Wusste nicht dass die so gut zum Fachwerkhaus passt...
Ich habe jetzt schon ein paar Systeme im Internet angeschaut.Meine Entscheidung ist denke ich gefallen.


Vielleicht sollte die Fussbodenheizung doch nur ins Badezimmer... da kommt eh ein Trockenestrich rein mit minimalem Aufbau. Die sind ja dann auch nicht so wahnsinnig Träge.

Das mit dem Heizkreis habe ich die Temperatur gemeint. Die Temperatur im Heizkörper ist ja um einiges heißer, soweit ich weiß... Dann würde alles mit einer Temperatur laufen... :-)


Ich wünsche euch eine Gute Nacht