Dachdämmung / Aufbau

27.01.2010



Hallo,

wir bekommen ein neues Dach auf unser Haus.
Laut Architekt soll es wie folgt aufgebaut werden.
- Tonziegel
- Lattung und Konterlattung
- Dachpappe 500
- Rauspund
- 16 cm Sparren, dazwischen Glaswolle
- Fermacell

Mein Dachdecker hat hier Bedenken wg. Schwitzwasser.
Wie kann ich das verstehen bzw. ist die Konstruktion ok?



Dachaufbau



Hallo Marco



Glaub den Bedenken Deines Dachdeckers oder frag mal Deinen Architekten, wo die Raumfeuchte hin kommt, wenn sie durchs Fermazell durch ist und in der Wolle kondensiert...

Oder gehts um dampfdichte Fermazellplatten? Durch die Dachpappe geht jedenfalls zu wenig nach draussen weg.



MfG Andreas



Fermazell



Hallo Andreas,

es handelt sich um normale Fermacellplatten.



Dachaufbau



Marco


Von Innen nach aussen immer diffusionsoffener. Pappe ist dicht und innen fehlt die Sperre. Da wirds fast garantiert nass...


Andreas





Hallo Marco,

die Bedenken hätte ich auch angemeldet.
Die Diffusion wird 1. schon durch den Rauspund behindert und 2. durch die Dachpappe gänzlich unterbunden.
Rauspund und Dachpappe weg lassen (wird auch billiger) und über die Sparren eine Unterspannbahn.

Dann ist es OK

Grüße aus Schönebeck



Unterspannbahn



Hallo,

von einer Unterspannbahn bin ich nicht so begeistert.
Früher wurden die Dächer doch auch mit Holz verschaalt und Dachpappe darüber genagelt. Macht man das nicht mehr?



Dachaufbau



@ Oliver


gegen den Rauhspund hab ich nix, kommt bei mir aufs neue Dach auch rauf, die 3 Euro/m² machens auch nicht. Aber darauf statt Pappe eine Windbremse. Und unter der Wolle eine ordentliche Dampfsperre...



Andreas





@Andreas
so natürlich auch OK. Aber etwas teurer. Wahrscheinlich?

@Marco
Früher wurden diese Dächer auch nicht gedämmt.

Grüße aus Schönebeck



Was für eine



Neigung soll das Dach denn haben?



Neigung



Ca. 45 Grad



bei der



Neigung brauchst Du kein wasserfestes Unterdach. Dachaufbau ganz normal von Außen nach innen: Ziegel, Traglattung, Konterlattung, Diffusionsoffene Unterspannbahn, Sparren 20cm, 200er Dämmung 035, Dampfsperre Klimamempran, Trockenbau mit fachgerechter Unterkonstrucktion.

Dein Archi will blos ne 160er Dämmung verbauen was ich nicht nachvollziehen kann und sein Dachaufbau ist mir auch unverständlich. Die Neigung wollte ich nur wissen weil bei geringer Neigung ein wasserfestes Unterdach verbaut werden muß allerdings gibts da mittlerweile auch wasserdichte hochdiffusionsoffene Unterspannbahnen die allerdings auf einer Schalung bzw. tragenden Dämmung verlegt werden.

LG aus Dresden

der Lohri



achso



falls das ne Sanierung ist und der alte Dachstuhl nur 16er Sparren hat doppelt man auf um auf die Dämmebene von 200 zu kommen.



Dachaufbau



Beim Dachaufbau sollte darauf geachtet werden, dass er Diffussionsoffen ist.

Aufbau:
- Tonziegel
- Dach- und Konterlattung
- Schalungsbahn diffussionsoffen z.B. Solitex UD von proclima
- Schalung (Rohschalung oder Rauhspund)
- Dämmung vorzugsweise Naturnah z.B Lehm-Hobelspan-Dämmung,flexible Holzfaser Dämmung, Hanf, Steinwolle, etc.
- Dampfbremse feuchtevariabel z.B. Vario KM, Intello etc.
- Deckenbekleidung

Warum Dachaufbau diffusionsoffen:

Warm drückt immer nach Kalt, somit ergibt sich, dass im Winter die warme Luft nach aussen drückt.
Um das Tauwasserproblem im Winter zu lösen wird innen eine Dampfbremse angebracht (meist PE-Folien mit hohem Sd-Wert).
Was ist aber im Sommer? Hier ensteht der umgekehrte Fall warme Feuchte Luft drückt von aussen nach innen und somit kann Tauwasser zwischen Folie und Dämmung anfallen.
Daher eine feuchtevariable Dampfbremse, die eine Rückdifffussion nach innen zulässt.

Grüsse Thomas



Mit 16 cm



Mineralwolle der Klasse 035 wird incl. der Verschalung so gerade der für die Sanierung geforderte Wert der EnEv 2009 erfüllt.
Von innen wird auf jeden Fall eine Dampfbremse oder Dampfsperre benötigt, die gleichzeitig die luftdichte Ebene darstellt.
Um die Konstruktion tauwasserfrei zu halten wäre eine Dampfbremse mit dem sd-Wert 50 m oder mehr erforderlich.
Wenn man die Schalung mit der Bitumenbahn durch eine vergütete 22 mm strake Holzweichfaserplatte ersetz, reicht von innen eine Dampfbremse mit dem sd-Wert von 2,3 m. Schalung udn Bitumenpappe sind überflüssig und auch eine Folie ist von außen nicht erforderlich.
Wird die Schalung durch eine diffusionsoffene Folie ersetzt muss die Dämmstoffstärke erhoht werden um den Grenzwert nach EnEV einzuhalten.
An Stelle von Mineralwolle würde ich aus Gründen des besseren Schallschutzes, des besseren sommerlichen Wärmeschutzes und des besseren Feuchteverhaltens Zellulose oder einen vergleichbaren Naturdämmstoff einsetzen. Dann muss die Dämmstoffstärke allerdings auf 18 cm erhöht werden.



Aufsparrendämmung



Hallo,

kann ich auch eine Aufsparrendämmung verwenden, oder wird dadurch mein Dach optisch viel dicker?



Man bekommt



einen höheren Dachaufbau.Bei diesem waren es 24 cm von OB Sparren.Mit 120mm Dämmelemente.





Hallo,

die Verschalung mit Rauhspund macht Sinn, sie verleiht dem Dach Festigkeit und bewirkt einen höheren Schallschutz.
Sommerlicher Hitzeschutz wird verbessert.
Dazu muss aber die Dachpappe weg und stattdessen eine zugelassene Unterdeckbahn (z.B. Klöber Permo Solar nach DIN EN 13501-1)verklebt wwerden.
16 cm Dämmung zwischen den Sparren sind o.K., weil damit der geforderte u-Wert von 0,24 erreicht wird.
Jetzt wird innen eine Dampfsperre mit variablem sd-Wert verlegt.
Es gibt aber noch keine Überdämmung der Sparren, die ich bei einem neuen Dach immer vorsehen würde, also 4 cm quer zu den Sparren verlegt. Merke: Dampfsperre zwischen den Dämmschichten Verlegen !

In der Planung Ihres Architekten sind Fehler bei
a) der fehlenden Dampfsperre
b) beim falschen Material für die Unterdeckbahn.

Egl wie man das früher gemacht hat, heute geht es so wie beschrieben. Bitte beachten Sie auch die Ausführungen von Thomas Kehle !

Ansonsten ist die Lösungsmenge für ein Dach natürlich unendlich. Aufsparrendämmungen ziehen weitere Probleme in der Detaillierung von Traufen, Ortgängen und Anschlüssen nach sich. Außerdem muß der Anwendungsberater vor ort sein, um Maßnahmen gegen das abrutschen der dicken Pakete vorzusehen.

Grüße vom Niederrhein



Richtig



man sollte nur Betriebe nehmen die diese Systemdämmarten schon mehrmals ausgeführt haben und das nicht aus dem Anwendungsortner empfehlen.Ich lasse die interessierten Leute immer zur Baustelle kommen.Dort können diese sich dann selbst ein Bild von den Details machen und sehen wie aufwendig so etwas ist.



Aufsparrendämmung



Hallo Marco,
bei einem neuen Dach sollte auch eine Statik für die Tragkonstruktion vorliegen. Daraus ergibt sich die Sparrenhöhe. 16 cm könnten allerdings schon reichen. Hier bietet sich die Verwendung von Holzweichfaserplatten als zusätzliche Aufsparrendämmung an. Entsprechend dem Wärmeschutznachweis sollte bei 16 cm Zwischensparrendämmung eine Auflage von 8 cm genügen.
Vorteile:
-komplett diffusionsoffen
-keine zusätzliche Unterspannbahn
-durch die Phasenverschiebung sehr guter sommerlicher Hitzeschutz.
-guter Schallschutz

Nachteil:
-kostet etwas mehr an Geld.



Holzdämmplatten als leichte Aufsparrendämmung und



als funktionierendes Unterdach anstatt der Holzschalung und der "Dachpappe". Wenn man die Lohnkosten mal mit berücksichtigt, dann ist das preislich auch nicht mehr so viel teurer.

Die Zwischensparrendämmung könnte dann mit Zellulose erfolgen.

Zur Innenseite braucht es eine entsprechende Dampfbremse.

@mke
Hast Du da tatsächlich einen Architekten an der Hand?

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Architekt, ja natürlich



Klar habe ich einen Architekten dabei.
Ich habe vergessen, dass er zwischen Sparren und Schalung eine 2-3cm Hinterlüftung haben möchte. Dann bräuchte ich keine Dampfbremsen oder andere Folien.
Bekomme ich mit der Hinterlüftung tatsächlich keine Tauwasserprobleme?

Der Dachstuhl soll außerdem komplett aus Douglasien gemacht werden.

Es sind im Dach 2 Sprengwerke vorhanden, die er auch erhalten will, allerdings sollen diese zwecks Durchgangshöhe 20 cm hochgesetzt werden.

P.S. Vielen Dank für die bisherigen Antworten



Glaswolle unter "Dachpappe 500" ....



... darüber, zur Außenseite hin, eine "Hinterlüftung" und auf der Innenseite "keine Dampfbremsen oder andere Folien"

Sorry, mke,
... aber, entweder Du hörst Deinem Architekten nicht genau zu oder Dein Architekt hat noch nicht einmal Grundlegendes in Sachen Bauphysik verinnerlicht.

Das schreibe ich jetzt als nicht studierter Laie, der aber schon einiges am Bau erlebt hat - so einen Architekten jedoch noch nicht.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Kondensattrockner



Hallo,
Sie wollen sich offenbar einen Kondensattrockner bauen,der nichteinmal eine Steckdose braucht.

Im oberen Bereich der Dämmung und an der Unterseite der Schalung wird sich bei den jetzigen Wetterbedingungen
Raureif bilden.
Wenn es dann wärmer wird , wird das "Schmelzwasser" nicht in den Eimer laufen, sondern.....???

viele Grüße



und wenn



der Marder da oben erst mal die Sau rauslässt, wirds blöd.

Glaswolle ist ein Material, das den Anforderungen im Hausbau nicht gewachsen ist. Es sind zuviel technische Tricks und konstruktive Kniffe zu beachten, um das Zeug halbwegs vernünftig zu verbauen. Und im Dachbereich wirds erfahrungsgemäß teuer, wenns Probleme gibt.

Ach ja, und daß Dein Architekt hinterm Mond wohnt...so hat man in den 70er Jahren gebaut, vieles ist kaputt gegangen.

Gruß...J



Mama Mia !



Ich glaub ich geh ins Kloster.
Viele gute Ansätze, aber in der beschreibenden Konsequenz?

Die Sache mit der Aufsparrendämmung aus UDP o. THD (HWF) oder, oder, oder) ist ne gute Möglichkeit, wenn man die Bedenken von Herrn Beckmann berücksichtigt und in den Griff bekommt.
Der Vorschlag vom Dietmar Beckmann ist schon soweit I.O., außer das die UDB nicht "unbedingt" verklebt werden muß, denn Rauspund hat N+F und gilt als Winddicht. Und eine Dampfsperre ist nicht die feine englische. Machen wir aus der Sperre ne variable Bremse und aus der Miwo ne Howo dan klapperts.