Fachwerkhaus dämmen und verputzen

30.06.2010


Habe ein 200 Jahre altes Bauernhaus in Fachwerkbauweise. Nun möchte ich die Fassade von aussen dämmen und anschliessend verputzen.Die alte Fassade mit Brettern wird komplett entfernt, so dass nur noch das Fachwerk und das "ausgemauerte" bleibt. Ein sichtbares Fachwerk kommt nicht in Frage.
Habe mir folgenden Aufbau gedacht:
Unterkonstruktion mit Rahmenhölzer 8cm auf vorh.Fachwerkskonstruktion, einlegen von Fassaden-Dämmplatten ISOVER-Kontur FSP 4 WLG 035 in Stärke 80mm, über die ganze Konstruktion die Unterspannbahn BAUDER Difutex NSK winddicht verkleben, darauf als Putzträger eine HWL-Platte, darauf ein Netz verspachteln zwecks Vermeidung Rissbildung und anschliessend ein mineralischer Putz.
Ist das OK?



Dämmen



Ich möchte dir nicht zu nahe treten, aber du gehört bestimmt zu den Leuten die auch die Pyramiden dämmen würden.

Den selben Fall hatten wir im Dorf auch. Ein sehr schönes altes Fachwerkhaus mit schöner Inschrift wurde komplett verkleidet. Nur die alte Haustür ist durch einen äußeren Glaswindfang noch zu erkennen. Welch Schande.

Auch wenn ich dich nicht überzeugen kann, aber überleg es dir. Ein schönes Haus von aussen hat mehr Freunde als Gegener.

MfG





Hallo,

da gäbe es noch die Möglichkeit, zu dämmen und die Bretter als Vorhangfassade wieder zu montieren.
So würde man das Schöne und historisch richtige mit dem nützlichen verbinden.

Grüße



Oder abreissen..



Hallo Tobias,

die Verwendung einer Dämmplatte, die in der Lage ist, die Unebenheiten der Fachwerkwand auszugleichen und keine Lufttaschen zwischen Dämmung und Fachwerk produziert, ist schonmal gut. Ich würde aber mehr als 80mm nehmen.

Der anschließende Aufbau mit Unterspannbahn, Putzträger usw. ist aber m.E. nach problematisch, weil dadurch die Dämmung nach außen nicht ablüften kann. Das produziert je nach eingetragener Wassermenge mehr oder weniger gravierende Feuchteschäden.

Wenn Du Dir den Prospekt zur Isover Kontur anschaust, dann steht da auch nichts von Putzträger, sondern von hinterlüfteter Fassade. Warum wohl? Du bist gut geraten, Dich daran zu halten.

Mann kann z.B. über die senkrechten Rahmenhölzer waagerechte Latten anbringen und darauf einen Behang anbringen. Das können auch Ziegel sein - das sieht bei einem Fachwerkhaus wenigstens authentisch aus.

Viele Grüße

Wolfgang



Wieder eine Schalung aus Brettern als...



hinterlüftete Fassade wäre wirklich mehr zu empfehlen, als die HWL-Platte direkt auf der Dämmung mit Putz.

Die HWL-Platte muss wenigstens 5cm dick sein. Somit würde eine Hinterlüftungsebene und die Bretterschalung auch nicht stärker auftragen.

Bei der Version mit der HWL-Platte sind eher Folgeschäden zu befürchten, als bei der hinterlüfteten Holzfassade.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Das hört sich sehr perfekt an,



um die systeminterne Luftfeuchte zum winterlichen Auskondensieren in der kalten Dämmebene zu zwingen. Von der innen zwangsläufig zuströmenden Luftfeuchte und der Eigenfeuchte der Holzbalken mal ganz zu schweigen. Ordentlich dichte Fenster dazu und eine selbstverständliche Nachtabsenkung in der Heizanlagenregelung - so macht Fachwerkzerstörung bestimmt am meisten Spaß!

Viel Freude wünscht
Konrad Fischer
Dämm- und Dichtspezl



Ja, dass musste noch geschrieben werden...



... aber irgendwie wird man müde und konzentriert sich dann auf das, was die Situation eingermaßen noch retten kann.

Klar, das mit der Isover kann ich auch nicht empfehlen. Die Frage nach den Fenstern und der Heizung sollte natürlich auch geklärt sein.

Grüße, Frank



200 Jahre bewährt...



und in wenigen Jahren zerstört.
Hinterlüftete Vorhangfassade ohne irgendwelche teure und unwirtschaftliche Dämmplatten dazwischen, aber mit der richtigen Strahlungsheizung, bietet gemütliches Wohnen zu geringen kosten.
Fehler an solchen Gebäuden sind doch nun genug gemacht!



Fachwerk



Hmm... wieso kauft man sich ein 200 Jahre altes Fachwerkhaus, wenn man kein Fachwerk mag / sehen möchte...???