Aufbau vom Gefachenputz

10.05.2015



Hallo,
ich möchte echte die Gefache eines alten Kottens verputzen. Zwei Möglichkeiten wurden mir empfohlen:
1. der Putz steht an allen 4 Seiten etwa 1 cm "über" dem Niveau der Balken und läuft an den Balken dann in etwa 45 Grad zum Balkenrand hin aus.
2. der Putz steht nur auf der Unterseite der Gefache "über" und läuft nach oben hin flach aus. Dies soll die Balken etwas vor Regen schützen.
Frage: Welche Vorgehensweise ist zu empfehlen bzw. sinnvoller?
Vielen Dank und herzlichen Gruss, Roland





Hallo,

ich kenne es eigentlich eher so, dass die Gefache möglichst bündig sein sollen. Die Traufe sollte den Großteil des Regens von der Wand fern halten - der Teil des Regens, der an die Wand geht, soll einfach möglichst schnell ablaufen.



Gefachputz



Immer Balkenbündig verputzen ,wobei mir der Gedanke unten in der waagerechten den Putz vorspringen zulassen um eine Tropfkante zu schaffen,auch schon durch den Kopf gegangen ist.



Aufbau beim Gefachenputz



Vielen Dank für die Antworten. Ich denke ich versuche es dann mit der unteren Tropfkante. Der Gefache "Struktur" zu geben, scheint in Ostwestfalen üblich zu sein. Habe ich hier schon oft gesehen.
Nochmals danke und viele Grüsse,
Roland



Putz mit Tropfkante ?



oben im Gefache den Putz bündig abzuziehen und unten vorspringen lassen dürfte eine merkwürdige Optik geben, da die Putzflächen dann alle schräg liegen.
Eine wirkliche Tropfkante ergibt sich nur, wenn unterseitig eine Nut oä hergestellt wird- dies wäre aber bei Putz zu labil.

Bei waagerechtem Anschluß kann das Wasser in tropfenform an dieser Kante länger bleiben als wenn der Putz bündig abgezogen wird.

Zudem wird bei stärkerem Wind bei einer unten gerade überstehenden Putzkante eine Verwirbelung stattfinden, die eher einen stärkeren Feuchtigkeitseintrag und höhere Belastungen mit sich bringt.
Rein mechanisch ist eine 90 Grad Außenecke nicht sehr stabil.

Probiere beide Varianten irgendwo aus und sieh dir alte Fachwerkhäuser an, um eine passende Lösung zu finden.

Ich würde die Putzflächen allseitig bündig abziehen-

Nur wenn die Putzstärke zu dünn wäre oder optisch eine stärkere Profilierung/Auflockerung der Flächen gewünscht ist die Putzflächen überstehen lassen und alle Kanten stark abschrägen.

Andreas Teich



Gefachputz



Zudem wird bei stärkerem Wind bei einer unten gerade überstehenden Putzkante eine Verwirbelung stattfinden, die eher einen stärkeren Feuchtigkeitseintrag und höhere Belastungen mit sich bringt.

Find ich jetzt ne sehr krause Theorie,bei starkem Wind klatscht der Regen auf der Schlagwetterseite ,gegen Putz und Holz ,egal ob bündig abgezogen oder Putzkante vorspringend.

Eine wirkliche Tropfkante ergibt sich nur, wenn unterseitig eine Nut oä hergestellt wird- dies wäre aber bei Putz zu labil.
Mir ist bis jetzt noch keine Schwelle mit Tropfkante begegnet wo unterseitig im Überstand eine Nut eingelassen wurde,trotzdem raten alle die Schwelle 2cm vorspringen zulassen.
Ich werde beides ausprobieren und nur weil etwas alt ist ,ist nicht unbedingt am besten.



Gefachputz



Verwirbelungen bei vorspringenden Kanten sind nicht meine Theorie sondern eine strömungstechnische Realität-
besonders wenn sich diese auch mitten in der Fläche weiter oben am Gebäude und nicht nur im Erdgeschoß befinden.

Daher werden ja strömungstechnisch optimnierte Konstruktionen ohne überstehende Kanten gebaut.
Die Verwirbelungen sind bei jedem Stauwehr oder Felsen in strömenden Gewässern sichtbar.

Daß Regen durch Wind angetrieben natürlich gegen die Hauswände schlägt ist klar- zusätzlich finden aber Verwirbelungen an solchen Kanten statt.

Ich würde daher an Fassaden keine überstehenden Putzkanten herstellen, die ohnehin zu stark belastet würden und eher beschädigt werden.

An Schwellen läuft das gesamte Wasser herunter,welches an die Fassade schlägt, daher sind diese natürlich besonders belastet, zusätzlich durch Spritzwasser.
Nuten an solchen Balkenunterseiten als Tropfkante anzubringen funktioniert nicht, da die Kante dadurch geschwächt würde und ein größerer Überstand über das Mauerwerk auch statische Probleme durch geringeres Auflager mit sich bringen würde.

Bei Fensterbänken, Wetterschenkeln, Kämpfern bei genügendem Überstand etc wird dies aber gemacht und ist techn richtig.

Häufig wird es nicht gemacht da schwierig herzustellen oder kein genügender Überstand zur Ausbildung einer richtigen Tropfkante vorhanden ist.
Bretter unterseitig schräg zu schneiden dient demselben Zweck.
Ebenso die Profilierung von Rhombusbrettern

Andreas Teich