Aufbau D?mmung

06.09.2015 Veronico



Hallo,

ich m?chte drei R?ume in meinem ca. 200 Jahre alten Fachwerkhaus komplett neu ausbauen.

Dabei m?chte ich die Au?enw?nde von innen mit Holzfaserd?mmplatten d?mmen und die Stromleitungen neu ziehen. Die Anbringung der Holzfaserd?mmplatten erfolgt nass in nass in Luftkalk. Als Finish bekommen die Platten einen Streichlehmputz im Innenraum.

Hierzu habe ich zwei Fragen:

1. Ich bin gezwungen zu interagieren, da der Voreigent?mer folgenden Aufbau der Wand vollzogen hatte (von innen nach au?en): Holzvert?felung/Nut und Federbretter, Steinwolle (ohne Dampfsperre), Alte Tapete, Luftkalkmauerwerk mit innenliegendem Fachwerk, Kalkau?enputz. Den direkten D?mmstoff ohne sperre und davor nur ein paar Nut- und Federbretter kann ich nicht mal ansatzweise akzeptieren.

Was haltet Ihr von meinem Vorhaben und dem beschriebenen Aufbau/Vorgehen?

2. In welcher "Schicht" verlege ich meine Stromkabel, bzw. die von mir eingeplanten Leerrohre? Ich denke mal das Leerrohr geh?rt in den Kalkputz und dar?ber kommt die Holzfaserd?mmplatte. Korrekt?

So, ich hoffe ihr k?nnt etwas mit meiner Beschreibung anfangen.

Viele Gr??e,

Nico



Innendämmung



Unabhängig vom Sinn des vorhandenen Aufbaues interessiert es mich ob Sie Schäden durch Feuchte gefunden haben und wie die aussehen.
Zum Aufbau:
Verwenden Sie keinen Luftkalk als Kleberschicht sondern systemkonforme Kleber vom Plattenhersteller.



Innendämmung



Partiell ist die Dämmwolle dunkel und die Tapete verschimmelt, was auf Feuchtigkeit hinweist. Das Fachwerk, welches ich teils freigelegt habe, zeigt aber keine Schädigung durch Nässe (Fäulnis o.ä.).

Warum sollte ich keinen Luftkalkmörtel für die Verlegung der Dämmplatten verwenden? Bei Agepan (Hersteller) hieß es, dies sei vollkommen in Ordnung. Mit was werden diese Platten sonst verklebt?

Vielen Dank und liebe Grüße!

Nico



Innendämmung



Dann sind die Schäden hoffentlich nur auf eindringende warme Innenluft zurückzuführen und nicht auf von außen eindringende Feuchte- etwas das bei Innendämmung von Fachwerk zu Schäden führen kann da die Rücktrocknung des jetzt kalten Fachwerks verzögert wird. Die schwarze Verfärbung der Miwokann, neben Schimmelbesiedelung, auf undichtes Fachwerk und Luftdurchströmung hinweisen. Dann war die Dämmung dort zwar nutzlos aber wenigstens trocknen Kondensatausfälle wieder ab.
Ich schrieb etwas von "systemkonformen" Klebern. Das sind Kleber die vom Hersteller ausdrücklich verlangt oder mindestens empfohlen werden. Bei Trockenmischungen spielt der Name Luftkalk nicht die Rolle die Sie erwarten, es sind bis zu einer gewissen Menge Zugaben anderer Stoffe erlaubt. Ohne diese Zugaben würde reiner Luftkalk nicht oder in sehr langen Zeiträumen abbinden und somit keine tragende Funktion ausüben.
Auf Deutsch: "reiner" Luftkalk ist ein denkbar schlechter Kleber. Deshalb Hände weg von Eigenmischungen.



Innendämmung



Welche Dämmung/Aufbau würden Sie denn empfehlen?

Hinsichtlich des Mörtels hatte ich bei Agepan Rotkalk von Marmorit angefragt. Also keinen reinen Luftkalkmörtel... Dies hatte Agepan bejat.

Jedoch hatte ich eigentlich vor reinen Luftkalkmörtel zu verwenden, wovon ich dann wohl abkommen werde.

Gibt es noch weitere Ansichten zum Thema?

Danke.

Nico



Als



Klebemörtel für die Dämmplatten ist Lehm oder Kalk geeignet!

Die Platten nur Streichen sieht bedingt schön aus, da sich die Stöße abzeichnen und reißen werden. Also besser in 2- Lagen putzen und armieren.

Grüße Gerd



Innendämmung



Das ist sehr widersprüchlich. Kalk eignet sich lt. dem vorhergehenden Beitrag als Kleber, der Beitrag darüber schließt jedoch Luftkalk aus.

Allgemein eine Frage in die Runde: Wie dämmt ihr eure Fachwerkhäuser?

Innen oder außen?
Und wenn innen - lasst ihr euch überhaupt eine Taupunktberechnung erstellen?

Viele schreiben etwas von kapilaraktiver Bauweise und packen die dicksten Holzfaserdämmplatten drauf - das kann doch garnicht durch trocknen - das klingt für mich manchmal sehr waghalsig.

Gibt es zwischen Holzfaser und Lehm mit oder ohne Wandheizung überhaupt adäquate Alternativen im Innenraum?

Gruß

Nico



Kleber



Kalk ist ein Synonym, weder Handels- noch Produktbezeichnung.
Noch mal:
Handelsübliche Trockenmörtel die als Kalkmörtel bezeichnet werden sind keine REINEN Luftkalkmörtel, genauso wie es kein reines Benzin an der Tankstelle gibt. Wollen Sie mit reinem Benzin Ihr Auto betanken?
Kleber auf Kalkbasis sind Kalkmörtel die modifiziert sind und deshalb besser funktionieren.
FRAGEN SIE DEN PLATTENHERSTELLER WELCHEN KLEBER ER VORSCHREIBT ODER EMPFIELT!



Innendämmung



Zum Kleber: Vielen Dank, der Hersteller unterstützt u.a. wie gesagt die Verwendung von Marmorit Rotkalk.

Allgemein nochmals die Frage in die Runde: Wie dämmt ihr eure Fachwerkhäuser?

Innen oder außen?
Und wenn innen - lasst ihr euch überhaupt eine Taupunktberechnung erstellen?

Viele schreiben etwas von kapilaraktiver Bauweise und packen die dicksten Holzfaserdämmplatten drauf - das kann doch garnicht durch trocknen - das klingt für mich manchmal sehr waghalsig.

Gibt es zwischen Holzfaser und Lehm mit oder ohne Wandheizung überhaupt adäquate Alternativen im Innenraum?

Danke und Gruß

Nico



Hallo Nico,



ich habe teilweise aussen und teilweise innen gedämmt.

Wenn die Schlagregenbelastung überschau ist, werden Dämmstärken bis ca. 6 cm, wenn die Details nach den Regel der Technik ausgeführt werden als unkritisch eingestuft.

Grüße



Innendämmung Außendämmung



Danke für die Rückmeldung. Hat hier sonst noch jemand Erfahrungswerte oder kann aus der Theorie etwas beitragen?

Weiter würde ich mich noch über eine Info zum Thema Elektroleitungen freuen (siehe eingehende Fragestellung).

Einen schönen Tag an alle Leser!

Nico