4 unterschiedliche Schädlinge in 300 Jahre altem Fachwerk




Hallo,
ich habe nun leider feststellen müssen, daß die Gibelwand von meinem Fachwerkhaus nicht besonders toll aussieht. Ich glaube, daß das Holz von 4 unterschiedlichen Schädlingen befallen ist. Bin mir aber nicht sicher, und würde gerne von Ihnen eine erste Einschätzung bekommen, sowie gerne einen Rat erhalten, wer sich um solch einen Befall kümmern könnte. Ich denke es sollte zügigst jemand sich um die Bekämpfung kümmern. Weiß jedoch nicht, ob das ein Zimmermann, oder ein Insektenprofi, oder jemand anderes übernehmen könnte. Ich habe 4 Bilder der nach meiner Meinung unterschiedlichen Schädlingsarten angehängt. Kann jemand diese 4 zuordnen, und eine Empfehlung geben, wer sich darum am besten kümmert??
Danke vorab.

Etwa 1-2mm große Löcher mit Mehlauswurf



Bild 2



Bild 2

Etwa 2 mm große Löcher mit klebrigem Auswurf rund um das Loch verteilt.



Bild 3



Bild 3

5-6mm große Frasgänge mit Mehlauswurf



Bild 4



Bild 4

Verkrustungen in gelb-brauner-weißer Farbe, evtl. pflanzlicher Befall?



Manchmal …



sind Holzschädlinge und Pilze ein Indikator für den Zustand des Fachwerkes im Innern.

Mir kommt die Farbe etwas dicht vor?

Wissen Sie was für eine da drauf ist?

Auch mal da reinschauen:
http://www.slow-house.de/slow-house/I-3.html
3. Link

Florian Kurz
www.slow-house.de



Schäden



Ich gehe auch davon aus das die Schäden weit aus größer sind und im im verborgenen liegen.
Die Frabe macht einen recht dichten Eindruck und sollte restlos entfernt werden.

Danach sollte ein Bestandsaufnahme aller Schäden erfolgen und ein entsprechender Sanierungsplan erstellt werden.

LG.P:Schneider



Hallo



hast du mal auf das Holz geklopft. Klingt es noch voll
oder eher schon hohl? Hast du mal eine Probebohrung gemacht?

Bevor du alles runterschleifst und alle Balken austauschst, hol dir einen Zimmermann aus der Nähe, der sich das mal ansieht. Keine Panik. Bis das Haus einstürzt, kannst du noch ein paar Nächte drin schlafen.

VG J. Simon



Vielen Dank



für die bisherigen Antworten. Ich glaube jedoch nicht das es sich um ein Feuchtigkeitsproblem von innen handelt. Das Raumklima innen ist sehr gut. Auch gibt es an keinem Ort im ganzen Haus auch nur ansatzweise Feuchte Stellen. Hingegen sind die Fotos an einer Außenwand gemacht worden, welche sich in einer ca. 30-40cm breiten Baulücke befindet. Diese Baulücke ist 4-seitig umschlossen – und dadurch sehr dunkel. Sonne, die etwas trockenen könnte, kommt hier nie hin. Positiv ist, daß die Lücke vor Regen geschützt ist, es gibt einen Dachvorsprung der sie fast vollständig abdeckt. Aber es könnte schon sein, daß es in dieser Lücke immer etwas kühler ist, und auch immer ein wenig feuchter als „draußen“.
Das ich einen Zimmermann vor Ort um Rat fragen könnte ist klar. Jedoch ist meine Erfahrung, daß 3 Zimmermänner auch 3 unterschiedliche Sanierungsvorschläge machen. Deshalb ist es nach meiner Erfahrung unumgänglich, das Problem genau zu versehen und damit auch einigermaßen kompetent zu sein, um aus den Alternativen auswählen zu können.
Deshalb habe ich hier um Rat gefragt. Ich hatte gehofft das jemand einordnen kann, wo mein Problem liegt. Aber wahrscheinlich ist das nur vor Ort richtig zu beurteilen.

Probebohrungen habe ich nicht gemacht. Das Holz klingt teilweise etwas hohl, und ist teilweise auch etwas weich. Aber ich bin kein Fachmann, und kann das schlecht beurteilen. Ich hätte wohl besser Baugutachter oder Zimmermann werden sollen, wenn ich ein Fachwerkhaus besitzen will...

Der Schädlingbefall ist übrigens eher lokal. Weiter oben an der Wand, welche besser belüftet ist, habe ich keine Schadstellen finden können.

Ich würde mich weiterhin über die Meinung der Fachleute freuen. Danke vorab.



Meinungen können schädlich sein …



Erfahrung und Können Schaden dabei eher nicht.

Leider kaufen viele Bauherrn nach dem Auge und dem Internet und nicht mit einem Fachmann an der Seite.

Nicht nur bei einem Fall kam es vor, dass Bauherren und oder Bauherrinnen richtig Lehrgeld zahlen mussten, weil das schöne Fachwerkhaus so "gefallen" hat!

Gerade dichte Farben und andere moderne und auch von Handwerksfachleuten und Denkmalrestaurierspezialisten propagierte und vorgeschlagene Falschmaterialien sind oft der Tod des Fachwerks und oder zumindest die Ursache für eklatante Verteuerungen bei den Sanierungen.

Was dem Laien als lapidar und unscheinbar vorkommt kann bei genauerer Betrachtung sich zu einer Vollsanierung ausarten.

Florian Kurz
www.slow-house.de



falscher Anstrich



Ich denke auch, daß der Holzanstrich viiiieel zu dicht ist und keinerlei Diffusion mehr zuläßt. Es ist hier schon gesagt worden von F.Kurz und P.Schneider:
Der Anstrich sollte komplett runter genommen und allenfalls mit einem traditionellen Anstrich aus Leinölfirnis-Halböl + Pigment neu gefaßt werden.
Wegen ein paar Anobien besteht noch keine Gefahr.



falscher Anstrich



Ich denke auch, daß der Holzanstrich viiiieel zu dicht ist und keinerlei Diffusion mehr zuläßt. Es ist hier schon gesagt worden von F.Kurz und P.Schneider:
Der Anstrich sollte komplett runter genommen und allenfalls mit einem traditionellen Anstrich aus Leinölfirnis-Halböl + Pigment neu gefaßt werden.
Wegen ein paar Anobien besteht noch keine Gefahr.



… die paar Anobien …



… müssen ja auch keine Gefahr darstellen …

aus Erfahrung heraus heisst das meist: geschädigtes Holz durch Feuchte im Inneren …

Florian Kurz
www.slow-house.de



Hallo



"Holz ist weich und klingtb stllenweise hohl" -
das klingt nicht gut.

Da wirst du wohl oder übel mal den Zimmermann bemühen müssen, um das Ausmaß des Schadens feststellen zu können und die Frabe sollte am besten komplett runter.

VG J. Simon