Was für Dach haben wir?

Was für Dach haben wir?Hallo,
wir sind vor kurzem in ein Fachwerkhaus von 1860j. gezogen. Nun wollen Stück für Stück sanieren.
Als erstes ist das Dach zum Teil dran. Und da stoßen wir auf Unmengen von Fragen. Vor allem können wir nicht mal das Dach richtig einordnen. Einerseits sieht es wie ein Sparendach aus, andererseits sind Pfeten vorhanden. 2 Zangen sind auch da. Sind die Balken, die quer liegen, Kehlbalken? Oder doch nur Balken, die den für den Zwischenboden eingebaut wurden? Denn manche liegen dirikt unterhalb des Sparens, die anderen daneben.

Das Dach ist auch nicht wirklich gespiegelt. Der linke Teil hat nur die Zange, der rechte aber noch horizontale Balken, die die Pfette stutzen, weil diese nicht durchgehend verläuft.

In der Zukunft würden wir gerne den Dach ausbauen. Aber die Höhe.... Der Stockwerk unterm Dach ist nur 2m hoch und wir würden gerne die Bodenbalker höher legen, da diese eh ausgetauscht werden sollten. Aber die Sparen liegen direkt auf den Balken auf. Wenn wir die trotz allem höher bekommen würden, würde die Höhe auf dem Dach von Boden bis zu den Kehlbalken ( ich nenne die jetzt mal so) leiden, also müssten diese dann auch höher kommen. Ist das den überhaupt machbar, oder eher nicht.

Ein Zimmerer war mal da, meinte aber nur, dass die Sparen für die Dämmung und späteren Ausbau etwas schwach wären und an den Seiten aufgedoppelt werden sollten. Gut das ist aber kaum ein Problem.
Hoffe ich bin einigermassen verständlich in meinen Erklärungen. Wenn nicht bitte hinterfragen und nach fragen.

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| 28.01.16

Könnte


Könnte ein Pfettendach mit zweifach liegendem Stuhl sein.


Methusalem | 28.01.16

Oder


ein Kehlbalkendach mit liegendem Stuhl?


Methusalem | 28.01.16

Oben


ObenOben, an der Spitze, ist aber keine Pfette vorhanden. Oder muss sie nicht unbedingt da sein. Also alle rechten Sparren liegen auf den linken auf.
Das allerblödeste ist, dass die Sparren auf den Bodenbalken aufliegen. Wenn man den Verlauf des Sparrens folgt, lastet er nicht an der Wand (stärke 14cm) sondern knapp daneben nach außen. Habe davon Bilden im Profil.

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| 28.01.16

hmmm


und wie finde ich das nun raus, was das ist? Pfettendach oder Kehlendach? was ist der entscheidende Unterschied? Ich weiß nur das ich bei dem Kehlendach wohl mehr Schwierigkeiten haben werde die Balken (Kehlbalken?) höher zu legen. Bei Pfettendach ist das dann ja eher Problemlos.

Vorhaben war: die alten Balken raus. 20cm hohen, in der Stärke wie Pfette, Balken drauf. und dann neuen Balken drauf.
Wegen der Höhe, würde er dann aber nicht vor dem Sparren liegen, sondern seitlich von ihm. Dann das Ganze gut verschrauben und mit Winkeln sichern.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 28.01.16

Dachfragen


Ich denke auch, daß es sich hier um einen Dachstuhl mit liegendem Stuhl und separater Sparrenlage ohne Firstpfette handelt.

Die Balken der Decke über dem OG bilden zusammen mit der Fusspfette und den Stuhlgebinden eine Einheit und können nicht einfach höhergelegt werden. Wenn ich das Foto "oben" richtig interpretiere und der Punkt typisch für alle Fusspunkte der Stuhlsäulen ist, die in die Deckenbalken eingezapft sind.

Auch passen die Teile des stehenden Stuhls nicht so recht zum liegenden Dachstuhl, da sich die Kopfbänder für die Aussteifung in Längsrichtung auch "liegend" in der Dachfläche befinden und nicht "stehend" im Raum.

Eventuell ist der Dachstuhl auch schon mal m.o .w. sachkundig verändert worden. Von weiteren Eingriffen und ungeplanten Aktionen würde ich erst einmal abraten. Hier sollte ein Statiker den Dachstuhl aufmessen und die Stimmigkeit der Konstruktion erst einmal klären. Dann können auch eventuell größere Veränderungen geplant werden.

Ausbau und Umnutzung des Dachstuhls sind bauantragspflichtig. Sie müssen dafür einen Architekten oder einen bauvorlageberechtigten Statiker engagieren. Das empfiehlt sich auch für alle weiteren Planungen.
... den Dingen auf den Grund gehen ...
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Will Pickartz Architekt AKNW | | 28.01.16

Kehlbalken höher legen


Eine Firstpfette ist nicht immer notwendig.
Wir haben auch ein Pfettendach mit Fuß und Mittelpfette,
aber ohne Firstpfette.

Bei deinem Vorschlag wird die Schwierigkeit sein, die Last der Sparren, die jetzt die Kehlbalken übertragen abzufangen. Wenn du die Mittelpfette Aufdoppeln willst müssen vorher jeweils ein Großteil der Kehlbalken abgesägt werden, wobei die Sparren dabei nicht mehr unterstützt werden.
Dein Zimmermann könnte außerhalb/oberhalb der Pfetten eine Dreieckskonstruktion zur Aussteifung und Lastabtragung herstellen.
Die Konstruktion ist aber aus deinen Fotos nicht genau zu beurteilen- von daher alles etwas spekulativ..
Es wird ja wohl ohnehin von einer Zimmerei ausgeführt werden?

Warum ersparst du dir nicht die ganze Arbeit (und die Kosten!), läßt die Kehlbalkenlage zumindest zum großen Teil offen und dämmst bis in den First?
An den Giebeln könnte dabei trotzdem ein Teil mit Fußboden versehen werden.

Dann wirkt es zumindest nicht zu niedrig, der obere Dachbereich könnte von den Pfetten aus mit Strahlern, Fenstern oä beleuchtet/belichtet werden, was den Raumeindruck erweitert.

Evt die Kehlbalken weiß oder hellgrau streichen- dann drückt's optisch nicht so wie bei dunklen Balken.

Der Fußbodenaufbau unten muß dann natürlich möglichst niedrig sein.

Andreas Teich

Dach


lieben, lieben Dank für die Antworten. Ich werde mal morgen einen Zimmermannmeister kontaktieren. Was kostet den da wohl die Beratung.

Es ist so dass im OG nur 2m Höhe gegeben ist. Die Höhe ist von Boden bis Deckenbalken gemessen. Also wollten wir die Mauer um 20cm erhöhen (40cm Luft wäre da noch) und drauf neue Balken legen. Auf dem Foto ist ja ersichtlich, dass diese von Vorbesitzer abgeschlagen worden und dadurch sehr dünn sind und kaum mehr was tragen werden. Also müssen die eh erneuert oder unterstützt werden.
Nur haben wir damit nicht gerechnet, dass die Sparren nicht auf der Wand aufliegen, sondern auf den Deckenbalken lasten und über der Wand ragen. Also ist unsere Planung fürn Eimer.
Dazu kommt, dass wir heute das noch mal in Detail angeschaut haben. Mein Mann hat noch ein Teil von Boden aufgemacht. Es steht nun fest: Unten ist auch keine Pfette da. Also dienen die Deckenbalken auch als Kehlbalken?

Auf jeden Fall ist unterhalb der Hälfte des Daches eine Einliegerwohnung geplant, die vermietet werden soll. Darüber (wenn das Dachboden ausgebaut wird) soll ein Kinderzimmer hin. Also kann ich es nicht bei einem dünnen Boden lassen.
Sprich: wenn die Deckenbalken doch höher kommen können, bleibt die Höhe bis zu den Mittelkehlen nur 1,80m. Deswegen wollten wir die auch höher haben.
man man man.... Man plant und plant, dann macht man da Zeug auf und alles beginnt vom Neuen.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 29.01.16

Balkenlage verändern


Dann hatte ich wohl etwas falsch verstanden:
Du willst also nicht die Kehlbalkenlage auf deinem 1. Foto verändern, sondern den auf dem Bild sichtbaren Fußboden des Dachgeschosses erhöhen, um im Geschoß darunter mehr Raumhöhe zu bekommen. Richtig?

Den Boden darunter tiefer legen ist nicht möglich?
Oder ist darunter noch eine weitere Etage?

Für normale Wohnräume gilt doch ohnehin eine Mindesthöhe von 240 cm (uU 250cm)- das könnte evt schwierig werden mit Vermietung und Umbau.

Andreas Teich

in Ba-Wü gilt


lichte Höhe von 2,30 m und im Dachgeschoss 2,20 m.
Vielleich kann dir das Amt eine Ausnahme gestatten. Musst du mal nachfragen.
Das ganze Unterfangen klingt für mich sehr spektakulär und teuer. Gleich 2 Geschosse sollen mehr Höhe bekommen!?! Da baut ihr das Haus besser ab und wieder neu oder sucht euch ein anderes Haus.


Methusalem | 29.01.16

Ich mein


das Dach! Die Dachkonstruktion abbauen und neubauen, nicht das ganze Haus ;-)


Methusalem | 29.01.16

Reihenfolge


Vor der Planung kommt die Bauaufnahme, in der solche grundlegenden Zusammenhänge geklärt werden. Vor der Bauaufnahme kommt der Immobilienkauf mit einer fachkundigen Kaufberatung, die solche Details berücksichtigt, wenn Sie vorab den Wunsch zu dieser Umnutzungsmaßnahme äußern.

Möglicherweise hätte sich bei der Kaufberatung bereits herausgestellt, das Ihr Wunsch und das Objekt eventuell nicht zusammenpassen.

Sie beginnen die Planung am falschen Ende. Suchen Sie sich einen Architekten oder Bauingenieur, keinen Zimmermann. Sie müssen früher oder später einen Bauantrag stellen und benötigen vorab eine Beratung im ZUsammenhang des gesamten Gebäudes, nicht nur für ein einzelnes Gewerk.
... den Dingen auf den Grund gehen ...
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Will Pickartz Architekt AKNW | | 29.01.16

Pläne vorhanden?


Gibt's einen Schnitt oder Pläne vom Gebäude, aus dem die Höhen der einzelnen Etagen und des Dachs hervorgehen?
Zur weiteren Planung ist es sinnvoll bzw auch notwendig, wenn ihr Nutzungsänderungen oder Umbauten beantragen wollt.
Du kannst auch eine Mail schicken

Andreas Teich

Dach-Bilder aus der Bilddatenbank: