Lehmputz oder Kalkputz

Guten Tag,

meine Aufgabe ist es, eine Wohnung für die spätere Vermietung zu renovieren.

Bei der Materialwahl bin ich unschlüssig. Wichtig ist, das die Bauteile immer wieder leicht zurück in den tapezierfähigen Zustand gebracht werden können.

Am liebsten wäre mir ein Lehmputz. Um seine Eigenschaften erfahren zu können.

Im Fachhandel wurde mir zu dem Universalputz von Keim geraten. Dieser sei besser besser um Schimmelbildung zu verhindern, als Lehm. Außerdem sei er auch ökologisch.

Die Feuchtigkeit entsteht durch eine offene Wohnküche, und ein fensterloses innenliegendes Bad. Außerdem ist das Gebäude mit WDV nachgedämmt. Die Fenster sind aus Kunststoff.
Demnach ist die Bildung Tauwasser in den kalten Raumecken begünstigt.

Hinzukommt, das die Decke aus Betonfertigteilen besteht. Um eine schöne Decke zu haben, gibt es wohl nur die Möglichkeit diese zu spachteln. Selber könnte ich mir auch vorstellen, den Beton als Sichtbeton, stehen zu lassen. Dafür müßte man ihn jedoch auch noch renovieren, da er nicht an allen Stellen wirklich ansehnlich ist.

Nun meine Fragen
a) Ist Lehmputz ein tapezierfähiger Putz?
b) Ist bei einem Wandaufbau von Lehmputz, dann Farbanstrich , der Anstrich einfach abzuschleifen?
c) Oder ist ein Lehmanstrich auch ein tapezierfähiger Untergrund?

DECKE
c) Auch wurde mir von Raufasertapete an der Decke abgeraten. Deswegen bleibt nur die Möglichkeit die Decke zu verspachteln.
Kann man einen Lehmputz restlos von einer Betondecke wieder entfernen?

Oder ist allgemein Lehm nicht die richtige Wahl?

Hoffentlich könnt ihr mir mit euren Gedanken und Wissen weiterbringen. Ich bin gespannt, es ist meine erste Frage im Forum.

Viele Grüße

Miriam
metamorphose
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 25.10.16


hierzu gibt es ein paar Dinge zu bedenken:

Der Vorteil von Lehmputz stellt sich erst bei einer gewissen Dicke ein, paar mm reichen hierfür nicht aus.

Lehmputz kann man selbstverständlich Streichen und auch tapezieren, man bekommt auch beides wieder ab, allerdings wird dabei mit hoher Wahrscheinlichkeit die Oberfläche in einer Weise beschädigt, dass man überputzen muss.

Je nach Farbe, insbesondere aber beim Tapezieren gehen die gewünschten Egenschaften des Lehmputz aber ohnehin verloren.

In einem Raum, in dem man aufgrund von Fauchtigkeitsanfall und kalten Wandabschnitten mit Kondensatanfall rechnen muss,
ist Lehmputz eher ungeeignet.
Sobld einen bestimmter Grad der Durchfeuchtung erreicht ist, wird sich die Farbe oder Tapete lösen, weil der Putz seine oberflächliche Festigkeit verliert.

Warum man erst einen Anstrich mit einer Lehmfarbe herstellen will und dann tapezieren erschießt sich mir allerdings nicht. Wenn man die Decke vor dem Tapezieren glätten muss, gibt es sicher bessere Materialien, die viel sicherer haften.

Ja, man kann einen Lehmputz restlos von einer Betondecke entfernen (erst mechanisch, den Rest dann Abwaschen). Das dürfte aber eine große Sauerei werden.

Ich denke für die Oberflächengestaltung in einer Mietwohnung gibt es bessere Lösungen als Lehmputz, insbesondere wenn ohnehin tapeziert werden soll.

Wenn man eine Empfehlung abgeben soll, wäre es sicher hilfreich zu erfahren, was der Sinn der ganzen Maßnahme ist.

Wenn es um das herunterholen von Tapeten oder Farbanstrichen der Mieter geht, würde ich eine Oberfläche wählen, die möglichst robust und feuchtigkeitsbeständig ist und sich auch leicht reparieren lässt.

Es wird nicht lange dauern, dass irgendjemand den dünnen Lehmputz in irgend einer Weise traktiert hat, dass er teilweise abfällt und dann rasch die Löcher mit Gips zuspachtelt.

Gruß

GE
es gibt viel zu tun, fangt schon mal an
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 26.10.16

Lehm und Tapete??


Entweder will ich Raumklima verbessern und dieses auch an Mieter weitergeben oder ich will renovierungsfreudige Papierbeschichtungen bieten.
Mietwohnungen sind problemlos mit Lehmfeinputzen auf "fast" allen Untergründen möglich.
Was mein Vorredner am Anfang seiner Wortmeldung darlegte, dass erst eine gewisse Schichtstärke zur klimatischen Raumverbesserung führe, widerlege ich etwas.
ich arbeite seit Jahren sehr viel im Renovierungsbereich und gestalte Küchen und auch viele Bäder mit Lehmfeinputzen auf unterschiedlichste Untergründe.
Auch Stahlbetondecken.
wenn der Raum eine entsprechende Größe aufweist, hat man locker einmal 100 bis 150 kg Lehm an den Wänden.
Auch eben bei 2-lagiger Feinputzbeschichtung in drei - vier Milimeterbereichen verarbeitet.
Darauf Lehmfarben und die sind stetig erneuerbar.
Und dies auch für Mietwohnungen möglich und renovierbar.
Der Mieter sollte halt nur ein paar Informationen in die Hand bekommen.
LEHM - natur am bau
Mitglied der Fachwerk.de Community
LehmHandWerk Udo Mühle | | 28.10.16

Lehmputz-Bilder aus der Bilddatenbank: