Fachwerk.de - Willco-Fertighaus Baujahr 1979

Wir haben im Jahre 2003 für 4 Monate ein Willco-Fertighaus bewohnt. Das Gutachten eines Baubiologen ergab hohe Werte
von Pentachlorphenol, Methoxychlor, Permethrin sowie Formaldehyd. Der Eigentümer hat trotz Kenntnis das Haus ohne Sanierung wieder vermietet. Die gleichen Krankheitssymptome sind aufgetreten. Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht und kann Ratschläge geben.


Hannelore Haussig | 23.06.05
Da wurde ja bestimmt sehr normgemäß holzgeschützt, was Ihre Giftliste offenbart.
Ihre Frage ist aber unklar, worauf wollen Sie hinaus? Den Vermieter wg. Körperverletzung drankriegen? Minderung wegen verdeckter schwerer Mängel geltend machen? Betrugsverfahren wg. absichtlichem Verschweigen? Regreß von den Handwerkern, die das Gift verspritzt haben?

Googeln Sie mal den Bruno Henneck (Webseite), der kennt sich ganz gut mit solchen genormten Hausschweinereien aus. Vielleicht kennt er auch nen RA, der Ihnen aus der Patsche hilft.
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Architektur- & Ingenieurbüro Dipl.-Ing. Architekt | Konrad Fischer | 24.06.05
Fertighaus: das haus ist fertig, der bauherr auch!
hallo,
ich vemute dass alles nach der damaligen DIN ausgeführt worden ist.
Sie als ehemaliger Mieter können nichts machen. Der jetzigen Bewohner ja!
Sie können nur in Ihrem Umfeld auf solche "genormten Hausschweinereien" aufmerksam machen. Regressansprüche haben Sie nicht, außer Sie können ein Leiden direkt mit der Mietzeit im Haus verbinden und glaubhaft machen.
Ich würde einmal das Institut für Baubiologie und Ökologie anschreiben: institut@baubiologie.de.
Das örtliche Umweltamt könnte (ich habe gesagt könnte) vielleicht helfen, auch ein Sachverständiger für Bauwesen.
Allerdings sind dass Sachen die offiziell laufen müssen, am besten mit einem RA (obwohl ich da auch schon bittere Erfahrungen gemacht habe).
Oder einfach ausziehen. Wenn alle drei Monate der Mieter wegen unzumutbares Wohnen auszieht, wird sich der Vermieter doch noch etwas einfallen lassen müssen. Aber ich kenne auch Leute die solche Sachen nichts ausmachen und mich auslachen wenn ich auf der chemische Keule im Haus verzichten möchte.
mit nachdenkliche Grüße
J.E.Hamesse
Neubau, Altbau, ökologisches Gedankengut
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Architekt und Planer | HAMESSE, Jean-Elie | 24.06.05

Danke für Ihre Nachricht. Wir haben das Haus auf Grund der Giftbelastung verlassen müssen, das gerichtliche Verfahren läuft. Wir haben jedoch den Eindruck, daß hier vieles unter den Tisch gekehrt wird (der Vermieter ist Rechtsanwalt!) Mietrechtlich reicht es aus, wenn die "Gefahr einer Gesundheitsschädigung" besteht. Wir haben lediglich unsere Kosten eingeklagt. Uns interessiert besonders, ob offizielle Stellen unparteiisch Untersuchungen durchführen und ein Haus als "unbewohnbar" erklären können. Leider ist es den denzeitigen Mietern nicht möglich, einfach so - wie wir - auszuziehen.
Nochmals besten Dank und freundliche Grüsse H. Haussig


Hannelore Haussig | 24.06.05
Mir ist eine amtliche Unbewohnbarkeitserklärung in Ihrem Sinne noch nicht
bekannt geworden. Ob das überhaupt vorstellbar ist? Nach Auskunft meiner Quelle im Bundestag darf man die Fertighauslobby als eine der stärksten Gruppen einschätzen. Ich glaub also erst mal an geringe bis keine Chancen.
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Architektur- & Ingenieurbüro Dipl.-Ing. Architekt | Konrad Fischer | 25.06.05
Willco Fertighaus Baujahr 1929
Liebe Frau Haussig,

wir haben vor einem Jahr ein Willco Fertighaus Baujahr 1979 in Berlin-Kladow gekauft und bewohnen es mit unseren drei Kindern. Nun lese ich Ihren Beitrag und bin beunruhigt. Welche Krankheitssymptome hatten Sie? Wo haben sie ein Gutachten machen lassen und wie teuer war es?
Ich Danke Ihnen!


Natalia Eichhorn | 19.04.06
Willco Fertighaus Baujahr 1979
Hallo Frau Eichhorn,
die Beschwerden waren vielfältig, z.B. Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, extreme Hautrötungen, Nasennebenhöhlenentzündungen, Bronchitis, Konzentrationsschwäche etc.
Das Gutachten von einem Baubiologen kostete ca. 600,00 EUR. Gerichtlich wurde dies jedoch nicht anerkannt und es wurde ein IHK-Gutachter bestimmt (hier: Eco-Institut Köln, Dr. Grün) - Kostenvorauszahlung 2.500 EUR. Die Räume mussten von der derzeitigen Mieterin komplett geräumt werden, wurden dann versiegelt und am nächsten Tag wurden die Messungen durchgeführt. Die derzeitigen Mieter klagen über die gleichen Beschwerden, es liegen sogar positive Blutuntersuchungen vor. Auch in diesem Haushalt leben Kinder! Wir sind diesen kostspieligen Weg gegangen, da wir das Verhalten des Vermieters (Rechtsanwalt) für verantwortungslos und lebensgefährlich halten. Recherchen haben ergeben, dass seine eigene Mutter, die das Haus gewohnte, kurzfristig an einer Lungenkrankheit verstorben ist. Wenn das Ergebnis des Gerichtsgutachtens vorliegt, werde ich darüber berichten. Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.


Hannelore Haussig | 25.04.06
Willco Fertighaus Baujahr 1979
Liebe Frau Haussig,

vielen Dank für Ihre Antwort. Bitte halten Sie mich auf dem Laufendem. Ich werde mich in der Zwischenzeit um eine Messung kümmern.


Natalia Eichhorn | 25.04.06
Willco Fertighaus Baujahr 1979
Hallo Frau Eichhorn,
hier wie versprochen das Ergebnis des Sachverständigen bezüglich der Schadstoffmessung: keine erhöhten Werte!
Es wurden Raumluftmessungen durchgeführt, wogegen seinerzeit (ausser Formaldehyd) Hausstaubproben entnommen wurden. Im jetzigen Gutachten wurde verschwiegen, dass es sich um ein Fertighaus handelt, obwohl eine Rubrik dafür vorhanden ist, gleichfalls wurde das Baujahr nicht angegeben. Es gibt noch weitere Punkte, die ich jetzt noch nicht zu Papier bringen kann, da die nächste Gerichtsverhandlung ansteht.
Haben Sie schon etwas unternommen? Ich würde mich über entsprechende Informationen was Fertighaus und Giftstoffe allgemein betrifft sehr freuen, zumal unser Anwalt zwischenzeitlich "das Handtuch geworfen hat". Sie können mich auch gerne anrufen: 06593-208377 (wenn der Anrufbeantworter läuft, bitte Nachricht und Telefonnummer hinterlassen).
Freundliche Grüsse
H. Haussig


Hannelore Haussig | 26.06.06

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