Bergisches Fachwerkhaus Innen Isolieren.

Hallo,
wir haben uns ein denkmalgeschütztes, verschiefertes Fachwerkhaus gekauft. Im Moment sind wird total verunsichert, ob wir eine Innenwärmedämmung anbringen sollen oder nicht. Wenn wir keine anbringen, benötigen wir dann einen atmungsaktiven Putz und Farbe (wenn es sowas überhaupt gibt)oder verputzt man mit Rotband und streicht mit z. B. Alpina? Wir würden uns über Tipps und/oder Erfahrungsberichte freuen.
Bergischer Jugendstil
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 03.07.11

Natürlich nicht dämmen!


Das spart schon mal Geld, Aufnässung, Schimmelpilz, Hausschwamm und Algen. Und dann den alten Putz wo's geht erhalten und net alles abkloppern, was noch sitzt. Putzfehlstellen mit Luftkalkmörtel (auf Baustelle produziert am billigsten) ausbessern, dann mit Kalktünche (aus Kalkpulver selber machen) malern.

Außerdem: Selbst wenn die Fachwerkwand innen mit einer massiven Vorsatzkonstruktion (Lehmsteine, Leichtlehmschale gemixt mit was auch immer, alles sehr schlecht bis nie austrocknende Wasserfallen ...) "gedämmt" wird, werden sich weder die Kosten sinnvoll amortisieren, werden die Raumflächen kleiner und werden die Außenseiten kälter und dann durch schlechter Austrocknen des Regens, mehr Innenkondensat und hoher Eigenfeuchte/Ausgleichsfeuchte der Lehmpampe nässer - für das Fachwerkhaus und dessen Bewohner insgesamt eine suboptimale Option, besonders auf Dauer. Deswegen baut man ja gerne Heizrohre in die nasse Pampe. Was natürlich energetisch auch nicht optimal gegenüber der freien Rohrverlegung mit freier, ungebremster Wärmeabstrahlung ist.

Und merken: Es kommt nicht auf's "Atmen" der Oberflächen an, sondern auf deren kapillaren Feuchtetransport. Sonst geht das Kondensat rein und bleibt drinnen. 1000 : 1 findet der Feuchtetransport aus dem Baustoff kapillar (flüssig!) statt, gegenüber dem Dampftransport.

Beim dämmen und Beschichten werden viele Kunden von Falschaussagen der Dämm- und Farb-Werbung dolle reingelegt und Opfer der Klimaschutz-Massenhalluzination, des Öko-Herdentriebs und der Bio-Psychose!

Sie nicht!

wünscht Ihnen und allen noch nicht unheilbar Angesteckten
Konrad Fischer
Wasserexperte
Erhaltende Instandsetzung
Mitglied der Fachwerk.de Community
Architektur- & Ingenieurbüro Dipl.-Ing. Architekt | | 03.07.11

Natürlich Dämmen


Kürzlich habe ich in einem Internetportal www.hekontec.de einen interessanten auszug gelesen, es gäbe Natürliche Farben für den Denkmalschutz, die bis zu 20 Prozent Heizkosten sparen. Ich selbst habe mit letztes Jahr zum Anlass genommen an mein Denkmalgeschütztes Haus von Jahre 1798 einen Innenanstrich mit dieser Farbe zu machen. Man hat deutlich gemerkt, dass es einige Grade aus gemacht hat. Das Wohnklima war auch noch besser. Und die Farbe ist für den Denkmalschutz ausreichend ohne Kunststoffe oder jegliche andere Chemie.

Freundliche Grüße
Kurt


Kurt Lampold | 03.07.11


Die Farbe will ich auch haben
… ich würde aber dann gleich fünf mal Streichen ;-)


anonymus | 03.07.11

Natürlich Dämmen


Ich habe einen Vorschlag zu machen, du probierst die Farbe einmal aus und du wirst merken, das solch eine Farbe, nach meinen Erfahrungen mit ein bis zwei anstrichen aufgetragen wird. Du brauchst sicherlich nicht mehr. Ich habe sogar nur einen gebraucht. Die Farbe von hekontec soll sogar einer der best deckenden Naturfarben sein, die überhaupt auf dem Markt ist.

Gruß

Kurt


Kurt Lampold | 03.07.11


Ich will ja 100% Heizenergie einsparen
… wenn das schon so einfach ist ;-))


anonymus | 03.07.11


Kurt,
wird das jetzt ein Werbefeldzug?
Es gibt Wichtigeres im Leben,als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen.
Mitglied der Fachwerk.de Community
Malermeister | | 03.07.11

Auf jeden Fall nicht mit ...


Hallo Ingo,

... allgemein gängigen Sachen wie Styropor o.ä. arbeiten. Normalerweise brauchst Du auch keine Innendämmung, da diese Haustypen schon durchdacht gebaut wurden, denn damals gab es ja halt noch andere Heizungssysteme wie heute. Wir sind in unserem 1885er Haus gerade während der Renovierung einer Mietwohnung dabei diese "typischen" Fehler wie Rotband auf / anstatt Lehmputz und ähnliches zu beseitigen.
Gegen durch`s Dach schlagende Kälte im Winter gibt es auch natürliche und entsprechend für das Haus verträgliche Baustoffe. Hier in unserer Region hat sich da das Naturhaus Hetfeld in Velbert einen Namen gemacht.
Nichts ist so schlimm, wie wir fürchten, nichts so gut, wie wir hoffen.
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 04.07.11

Jetzt beiß ich mich aber grade wohin...


da hab ich doch tausende von Euros und noch mehr an Arbeitsstunden in meine Innendämmung aus ca. 15 cm Hanf-Leichtlehm investiert, und hätte doch alles soooo einfach haben können!!! Ca. 20 Tonnen sinnlos in Eimern rumgeschleppt...in unendliche Meter von Schalung gestampft... ich glaub es ned ;-)
Ärmel hoch und ran...
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 04.07.11

So einfach ist das nicht


Am besten einen Fachberater holen, der sich wirklich auskennt und zwar
A. mit alten Häusern
B: natürlichen Baustoffen
C: Dämmung
D: Heizung

Danach kann dann wahrscheinlich eine fundierte Entscheidung fallen ob und wenn wie, bzw womit gedämmt werden kann.
Wichtig ist es immer das Gesamtkonzept im Auge zu behalten.
Nur Lehm, nur dämmen, nur heizen oder nur nichts tun ist meistens falsch und kann das Problem - vor allem bei falscher Materialwahl- verschlimmbessern.
Rotband und Alpina sind auf keinen Fall die richtigen Materialien für ein Bergisches Fachwerkhaus!
Wenn Ihr niemanden in der Nähe habt - einfach melden.
Viele Grüße
Natürlich Bauen und Leben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Glöckner Naturbaustoffe | | 05.07.11

Ja aber,


ein Fachberater sollte auf keinen Fall in einem Interessenskonflikt mit seinen Umsätzen beraten. Sonst verzerrt sich sein Verstand. Er ist ja auch nur ein (Un)Mensch.

Aber das sagt schon der gesunde Menschenverstand. Der beim Bauen jedoch oft abhanden gekommen ist, wofür gibt es denn die Werbung und all die redaktionell getürkten Werbeartikel der Fachpublikationen und die Produzenten-Kick-Backs für Planer und Handwerk?

Konrad Fischer
Baupsychologist
Erhaltende Instandsetzung
Mitglied der Fachwerk.de Community
Architektur- & Ingenieurbüro Dipl.-Ing. Architekt | | 05.07.11

Nana Herr Fischer


ich betrachte das mal als allgemeine Aussage und nicht als Unterstellung.
Auch ein Architekt muß ja von was leben und könnte in Versuchung kommen...
Aber da gehe ich bei Ihnen, genau wie bei mir, nicht von aus.

Viele kollegiale Grüße
R.-Gunther Glöckner
(u. a. zertifizierter Fachberater für Ökologisches Bauen und Wohnen)
Natürlich Bauen und Leben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Glöckner Naturbaustoffe | | 05.07.11

Wie aber,


das ein Planer unabhängig ist mag schon sein, davon würde ich aber nicht ableiten das ein Planer auch zwangsläufig mit Sachverstand gesegnet ist.
Eine Rechnung stellt der Planer ja wohl auch, ganz uneigennützig versteht sich.

Grüße
Oliver Struve


anonymus | 05.07.11

Natürlich


bekommt ein Planer normalerweise Geld für seine Planung. Was wäre daran falsch, wenn er seinen Kunden fair - als Treuhänder sogar gegen seine eigenen Interessen - pflichtgemäß berät? Und der Kunde dann dank Einkauf des vorzugsweise auf Erfahrung beruhenden Fachwissens die für ihn selbst - technisch, gestalterisch, wirtschaftlich - beste Lösung verwirklichen kann?

Wenn es der Produktverkäufer genauso für Geld machen würde oder der Handwerker, wäre das auf jeden Fall etwas ganz anderes, als sein Brot mit dem umsatzbringenden "ERGEBNIS" der "Kostenlos-Planung" fristen zu müssen. Seltsam, daß dieser kleine, aber doch sehr feine Unterschied scheinbar einer Erklärung bedarf.

Doch die Tragik dabei ist, daß der Bauherr, der sich doch nur eine für ihn selbst vorteilhafte Bauberatung wünschen sollte, von Anfang an dem Trugschluß verfällt, "Umsonstberatung" wäre eine gute, nein bestimmt der beste Anfang für seinen Bau.

Und so wird der Bauherr von "umsonstberatenden" Verkäufern und Handwerkern zwangsweise und trickreich in eine kostenträchtige und allzuoft bauzerstörende und verpfuschte Richtung gedrängt, die erst in zweiter Linie den "Kostenlos-Planer" des Handwerks / Produktverkaufs ernähren kann und muß.

Die von der Werbung erzeugte Verkaufshypnose für die beworbenen Bauprodukte - als klassische Massenhalluzination bis in den letzten Gefühlsabgrund verankert, kommt den Kostenlos-Beratern natürlich sehr zu gute. Sie können beruhigt auf eine entsprechende Baupfusch-Vorkonditionierung ihrer Kunden in spe setzen. Die käuflichen Medien & Politiker haben ihren Auftrag gut erfüllt. Selbst der "unabhängige" Planer hat es schwer, dagegen anzukommen.

Der dabei natürlich gegebene Interessenskonflikt der "Umsonst-Beratung" scheut logischerweise Lösungen für den Kunden, bei denen zu wenig oder nix herausspringt, wie der Teufel das Weihwasser. Lösungen, die zu billig sind, bei denen gar nichts notwendig wird oder etwas, was der Umsonstberater gar nicht drauf hat. Irgendwo her muß das Geld ja kommen, warum nicht vom Kunden, der gerade zur Verfügung steht? Wer guckt schon gern in die Röhre nach dem Schuß in den Ofen? So dumm ist man dann doch nicht!

Für den fairen Planer dagegen sind bauherrenbegünstigende Lösungen eine sportliche Herausforderung (wg. Überwindung der tiefsitzenden Vorurteile des Kunden) und moralische Ehrensache (weil auch der Planer oft von Baukostenmaximierung schlichtweg profitiert).

Um diesen Konflikt zu dämpfen, gibt es das "Honorar für die mitverarbeitete Bausubstanz" - das gem. HOAI 2009 nun separat vereinbart werden muß. Wieviele Planer hier und da haben es wohl außer mir schon mal wirklich angemessen und ohne Abstriche vereinbart? Oder andere beidseits faire Wege gefunden, das Honorar von den Baukosten abzukoppeln (die es freilich auch gibt)?

Und während der Handwerker und Produktverkäufer geradezu fixiert auf "sein Ding" ist, lebt der Planer idealerweise von der Zusammenschau aller Details in ein großes Ganzes.

Klar wie Kloßbrühe, oder? Und eigentlich keiner Erwähnung wert. Obwohl ein Großteil der Bauherren - Saving the Penny & Losing the Pound - von Anfang an den falschen Weg einschlagen. Warum?, mag sich jeder selbst beantworten.

Nun hat sich freilich auch bei so manchen Planern - jawoll, auch Architekten - die nicht nur vom Anstand, sondern auch rechtlich verbotene Unsitte eingeschlichen, Umsonstplanung von Handwerkern und/oder Produzenten/Produktverkäufern anzunehmen und dem arglosen Bauherren frech weiterzuverkaufen. Weil der Planer entweder selbst keine Ahnung von den konstruktiven Details hat, oder weil es eben für ihn wesentlich bequemer und auch materiell wesentlich vorteilhafter ist.

In all diesen Fällen stoßen wir immer auf erhebliche Planungshonorar-Nachlässe "unter HOAI-Mindestsatz" bzw. unangebrachtes Weglassen von Leistungsprozenten als bedeutende Minderungsfaktoren für das damit schnell erreichte billigste Honorarangebot, was der dumme und oft öffentliche Bauherr leider als zentrales Vergabekriterium hat.

Die planerseitige Vergabemanipulation und Korruption erkennt man beispielsweise an Ausschreibungstexten, in denen dann "Produkt XY oder gleichwertig" steht. Wenn der Handwerker dem Architekten/Ingenieur die Planung bis zum Leistungsverzeichnis (LV) gemacht hat, ist das für Laien etwas schwerer zu erkennen. Denn der Betrugs-Handwerker baut ein paar nicht leicht erkennbare Tricks ein, die ihm als Bieter auf sein eigenes LV - eigentlich ein Unding! - immer den Auftrag zu seinem überhöhten Preis (inkl. Belohnung für den untreuen Planer) verschaffen.

Beispielsweise, weil er auf die von ihm hineingetürkten Pseudo-Positionen, die es später gar nicht braucht, billig bietet und alle Mitbieter, die das nicht wissen, normale Preise und dann rausfliegen.

So einfach ist der Vergabeschwindel, für den ahnungslosen Bauherren immer mit unabwendbaren und deswegen so beliebten krassen Mehrkosten verbunden und überraschend (?) weit verbreitet. Schöner können die dabei Beteiligten ihre Umsätze und Gewinne auf dem Buckel des doofen und wehrlosen Bauherren bestimmt nicht steigern. Darin liegt die Verführung. Ihr nicht zu erliegen, setzt etwas mehr als den Besuch der Sonntagsmesse voraus.

Wer von den mitlesenden Bauherren und Handwerkern grad ein von irgendeinem Planer aufgestelltes LV zur Hand hat, einfach mal reingucken. Ist ein Produkt genannt, dürfte alles klar sein, oder? Und wenn ausgeschriebene Positionen dann in der Schlußrechnung gar nicht vorkommen, wohl auch. Denn auch so manche Architekten/Ingenieure sind nur (Un)Menschen.

Ende der Aufklärung und das war keine Philippika gegen die Sonntagsmesse!

Konrad Fischer
Abgeklärter
Erhaltende Instandsetzung
Mitglied der Fachwerk.de Community
Architektur- & Ingenieurbüro Dipl.-Ing. Architekt | | 05.07.11

ich bin zu einer Entscheidung gekommen


Hallo,
Ich danke erst mal für die Antworten.
Ich werde die Wände nicht isolieren, und werde einen Lehm oder Kalkputz zum glätten auftragen und dann die Wände mit einer entsprchenden Farbe Streichen (welche weiß ich noch nicht?).
Jetzt eine andere Frage: Kann ich die Decke denn Tapezieren oder ist das auch nicht ratsam.
Ich wollte auch Stuckleisten anbringen, nur sind mir die Gipsleisten zu teuer, daher wollte ich hier gute aus Styropor nehmen.
Bergischer Jugendstil
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 05.07.11

Gratulation,


starke Entscheidung. Und an der Decke tapezieren - warum nicht? Wobei Billig-Stuckleisten aus Styropor, da ist nur die Geschmacksache diskutabel - das lasse ich, bin doch nicht verrückt ... ;-)

Glückauf!

Konrad Fischer
Bausparer
Erhaltende Instandsetzung
Mitglied der Fachwerk.de Community
Architektur- & Ingenieurbüro Dipl.-Ing. Architekt | | 05.07.11


Mein lieber Architekt Herr Fischer,

es gibt durchaus Handwerker die auf Erfahrung und fundiertes Fachwissen verweisen können.
Wer glaubt, das Architekten mehr wissen als Handwerker der verschiedensten
Gewerke die am Bau so notwendig sind, der glaubt auch das ein Zitronenfalter Zitronen faltet.

Was glauben Sie Herr Fischer wer am meisten, z.B. an Sanierputz verdient?

[ ] Planer nach HOIA
[ ] Hersteller
[ ] Handwerker

Ich habs schon in die richtigen Reihenfolge gesetzt.

Grüße
Oliver Struve


anonymus | 05.07.11

VOB für Einsteiger…


und Herr Fischer!

>>>“Beispielsweise, weil er auf die von ihm hineingetürkten Pseudo-Positionen, die es später gar nicht braucht, billig bietet und alle Mitbieter, die das nicht wissen, normale Preise und dann rausfliegen.”<<<

… dann muss er die Leistung erbringen mein lieber Herr Fischer, das LV ist nämlich Vertragsbestandteil.

Nicht mit unwirksamen Klauseln verwechseln.

Grüße ;-))
Oliver Struve
Handwerker


anonymus | 05.07.11

Ok,


lieber Herr Struve, Sie hätten bemerken können, daß ich bewußt nicht verallgemeinert habe. Denn wie es um das gewerkübergreifende Verständnis von Handwerksleuten und Architekten und Bauingenieuren im allgemeinen und besonderen aussieht, ist bestimmt dikutabel.

Die Pseudopositionen sind in den von mir angesprochenen handwerkergestrickten LVs, die dann architektenseits dem Bauherren verkauft und in die Ausschreibung übernommen werden, durchaus Sitte, das habe ich vom Handwerksmeister selber auf Nachfrage bestätigt bekommen und auch schon mal selber in einem nicht von mir betreuten Vorgängerbauabschnitt bei Überprüfung der Bauunterlagen entdeckt. Außerdem stehen solche und alle anderen Sachen auch in der Fachliteratur zur Korruptionsverhüteung.

Und wer sollte denn für nicht notwendige, sinnlose Positionen, die auch gerne mal durch sog. Alternativpositionen ersetzt werden (so war es am o.g. Fall), die Vertragserfüllung fordern? Der untreue Planer vielleicht, der mit dem begünstigten Handwerker Halbe-Halbe macht? Daß ich nicht lache.

Solche Dinge sind es, die gerne auch bei Kirch-, Stadt- und Staatsbauämtern allerlei Taschen füllen. Einfach mal die Ausschreibungstexte auf Produktangaben prüfen, schon fände man den Milliardenschwindel, auch bei vielen/den meisten (?) HOAI-Unterschreitern ...

Sanierputz: Wenn vom Sanierberater dem Architekten "umsonst" ins LV reingetürkt, und dann seitens Architekt dem Bauherren als Planungsleistung verkauft und damit die Baukosten maximiert und dann noch das Weihnachtsgeschenk des Herstellers eingesackt, gewinnt der Architekt und kann sich einen neuen Porsche leisten. Und wenn kein Architekt im Spiel ist, und der Handwerker den Sanierputz als Retter ins Spiel bringt, der Handwerker. Und sowieso immer der Hersteller.

Konrad Fischer
Handwerksfreund
Erhaltende Instandsetzung
Mitglied der Fachwerk.de Community
Architektur- & Ingenieurbüro Dipl.-Ing. Architekt | | 05.07.11


Nein, nein, nein

>>>"Und wenn kein Architekt im Spiel ist, und der Handwerker den Sanierputz als Retter ins Spiel bringt"<<<

Dem blöden Handwerker ist es doch egal welchen Putz er an die Wand klatscht, der Stundenverrechnungssatz ist der gleiche.

Oder verdient der Taxiunternehmer der mit Daimler fährt mehr als der mit einem billigerem Modell?

Die meisten von Architekten vergebenen LV`s sind nicht bei Handwerkern abgeschrieben, sondern von Lieferanten geliefert wurden.


Grüße
Oliver Struve


anonymus | 05.07.11

Na, da kenne ich schon andere Handwerker,


die den Sanierputz freiwillig bringen. Vielleicht auch, weil sie sich mit nassen, salzigen Wänden überhaupt nicht auskennen und auf Nummer Sicher gehen wollen, stimmt's?

Und betr. Produzentenbestechung der Architekten: Stimmt! Es gibt aber Bereiche, wo das nicht so funktioniert, und der befreundete Handwerker her muß.

Beispiele: Haustechnik. Zimmerarbeiten. Schreinerarbeiten. Diverse Restaurierungsarbeiten.

Konrad Fischer
Wahrheitsfreund
Erhaltende Instandsetzung
Mitglied der Fachwerk.de Community
Architektur- & Ingenieurbüro Dipl.-Ing. Architekt | | 05.07.11

VOB für Fortgeschrittene


Herr Fischer,
Sie haben von hineingetürkten Pseudo-Positionen geschrieben.
Eventualpositionen, der Name sagt es schon, sind Positionen die eventuell zur Ausführung kommen könnten.
Ob sie zur Ausführung kommen bestimmt letztendlich der Auftraggeber, und selbst wenn sie Sinnfrei wären sind sie schlimmstenfalls wie angeboten auszuführen.


Grüße
Oliver Struve


anonymus | 05.07.11

Aber doch nicht,


wenn auf Auftraggeberseite der untreue Baubeamte oder Architekt sitzt, der mit dem schlauen Handwerker (und Verfasser des Leistungsverzeichnisses!) das abscheuliche Bündnis zulasten der Bauherrnkasse geschlossen hat.

Dann entfällt alles, was die beiden entfallen lassen wollen und es wird gemacht - egal ob als Alternativposition, Eventualposition oder Nachtrag, was die beiden beschließen.

Genau weil das so häufig vorkommt, versucht der staatliche Auftraggeber in seienr Gesamtheit, im Rahmen seiner Vergabevorschriften (RBBau), solchen "Alternativpositionen" und "Bedarfspositionen" oder unbezifferten "Für-wo-am-nötigsten-Positionen" einen Riegel vorzuschieben. Nicht immer mit durchschlagendem Erfolg. Und die von den Industrievertretern hineingetürkten Positionen werden von den Baubeamten frech "Leitpositionen" genannt. Wo es doch nur aufs "Durchleiten" ankommt ...

Zu diesem Komplex habe ich eine freche Rezension der aktuellen Beuth-VOB-Gesamtausgabe geschrieben, die Sie hier finden:

VOB Gesamtausgabe

Konrad Fischer
Staatsbauauftragnehmer + VOB-Freund
Erhaltende Instandsetzung
Mitglied der Fachwerk.de Community
Architektur- & Ingenieurbüro Dipl.-Ing. Architekt | | 06.07.11

VOB zum anfassen!


Herr Fischer, Herr Fischer,

Warum werden nach VOB ausgeschriebene Bauleistungen immer teurer als sie ausgeschrieben sind?

Ich verrate es Ihnen.
Nicht weil Eventualpositionen im LV stehen sondern eher weil diese fehlen.

Was glauben Sie was der Bauunternehmer macht wenn im LV zur regelgerechten Ausführung Leistungsbeschreibungen fehlen?

1. Der schreibt da ganz schnell einen moderaten Preis rein.
2. Erhält dann den Zuschlag.
3. Schließt mit dem AG den Bauvertrag ab.
4. Meldet dann begründete Bedenken an.

Und dann?
… liegt es am Auftraggeber ob er
a) an der Leistung wie ausgeschrieben festhalten will.
Oder
b) er eine regelgerechte Leistung erhalten will.

Im Fall a) erhält der Auftraggeber dann hochoffiziell geplanten Pfusch ohne Anspruch auf Gewährleistung.
Im Fall b) wird der Unternehmer (5.) Preise für die nicht ausgeschriebenen Leistungen mit dem Auftraggeber aushandeln. Da der Unternehmer aber den Auftrag bereits in der Tasche hat werden diese Verhandlungen recht einseitig sein.

Hätte der schlaue Planer diese Leistungen als Eventualpositionen ins LV aufgenommen, lieber Herr Fischer, dann hätte der Unternehmer diese Preise bevor er den Zuschlag erhalten hat angeben müssen.

Grüße
Oliver Struve


anonymus | 06.07.11

Deswegen


entlasse ich den Auftragnehmer aus der DIN, wenn es eben mal Abweichungen von den Industrie-Regeln braucht, und fordere nur das Beschriebene. Ist freilich ein ewiges Thema, das wir hier nicht auch noch durchkauen müssen. Ansonsten gebe ich ihnen Recht: Viele Handwerker sind ausgewiesene Nachtragsfüchse, die schon bei der Angebotsabgabe vortrefflich auf die Nachtragsmaximierung zu spekulieren wissen.

Im Fall der Hauskaufberatung habe ich da schon krasse Sachen präsentiert bekommen:

Zimmerleute, die mal so eben gar nicht erkennen wollten, was sich hinter ein paar Schiefstellungen und über stecknadelgroßen ovalen oder kreisrunden Fluglöchlein verbergen wird. Und Sanierpreise in die Welt stellten, die meilenweit von dem lagen, was kommen wird ...

Oder auch Baumeister, die wegen ein paar Rissen das ganze Repertoire des Sanierwahns auspackten, von der Komplettunterfangung bis zum Abriß, von der nachträglichen Bohrpfahlgründung bis zur Komplettdurchnadelung.

Und bei inkompetenten (meist HOAI-unterbietenden) Planerluschen oder gar keinem Planer wirkt sich das für Bauherren tragisch aus. Doch die haben es ja selbst so gewollt: Penny wise & Pound foolish / Saving the Penny & Losing the Pound.

Konrad Fischer
Schottlandfan
Erhaltende Instandsetzung
Mitglied der Fachwerk.de Community
Architektur- & Ingenieurbüro Dipl.-Ing. Architekt | | 06.07.11

Innendämmung nur rein mineralisch!


Wenn Sie einen Raum von innen dämmen wollen, der feucht ist , z.b. einen Keller, der dauerfeucht ist, und dauerfeucht bleiben wird, ( z.b. wegen aufsteigender Feuchte oder hygroskopischem Material, das stark saugt, z.b. Sandsteinsockel), gibt es eine bauphysikalisch gute Möglichkeit:
Dann nehmen Sie eine rein mineralische Calciumsilikat-Innendämmung. Ab 5 - 6 cm. Evtl. mehr, je nach Tauwasserberechnung.

Bitte kein Standard 0815 Wärmedämmverbundsystem aus Styrodur oder ähnlichem , wie EPS, oder XPS. Was ich hier leider schon oft gehört habe. Das Zeug verschiebt ihnen den Taupunkt in den Innenraum, sprich: Die Feuchte staut sich schön zwischen der Styrodurplatte und dem Mauerwerk. Falls die Mauer innen verputzt und mit polymerer Farbe gestrichen ist, können sich nach einiger Zeit wunderbare farbige Schimmelpilze herausbilden.

Falls Sie einen Wohnraum in einem Fachwerkhaus ab dem Obergeschoss 1 dämmen wollen, ist die Calciumsilikatplatte ebenfalls passend.
Bitte keine polymeren oder erdölhaltigen Innendämmungen wie EPS, die machen Ihnen ihr Haus in spätestens 15 Jahren kaputt.

Grüße
Freundliche Grüße


anonymus | 06.07.11

Feuchte Keller innen dämmen?


Jetzt wird’s interessant.


anonymus | 07.07.11

denkmalgeschütztes, verschiefertes Fachwerkhaus


gekauft und los geht's mit der Dämmung.

Bevor hier nun über eine Einzelmaßnahme diskutiert wird, würde ich den Rat von Gunther Glöckner und Konrad Fischer ernst nehmen und von einem Fachmann eine Bestandsaufnahme machen lassen.

Danach kann dann abgewogen werden, welche Einzelmaßnahmen in welcher Abfolge geschehen sollen.

Klar der Fachmann sollte fair, unabhängig, neutral, ohne Interessenskonflikt, mit unverzerrten Sachverstand, etc. sein und sich "wirklich auskennen", "Erfahrung haben", etc.

Das Ideal wird es nicht geben - bei Architekten, sonstigen Planern, Handwerkern und Baustoffverkäufern nicht.

Aber es gibt Leute, die nachweislich Referenzen haben. Auch das kann täuschen - aber es gibt schon Vertrauen, wenn wenigstens 10 Bauherren seit über X-Jahren mit den Leistungen von dem Fachmann zufrieden sind und die Häuser noch stehen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de
lehm lassn und lehm - Naturfarben und Baubiologie
Mitglied der Fachwerk.de Community
Natural Naturfarben Shop | | 07.07.11

dämmen-Bilder aus der Bilddatenbank: