Ein Fachwerkhaus im noerdlichen Kanada

Ein Fachwerkhaus im noerdlichen KanadaEin Servus an alle Zimmermaenner, Bauherren, Lehmbauern, Liebhaber etc.
Vor etwa 5 Jahren bin ich nach Kanada ausgewandert. Seitdem bin ich verheiratet und habe zwei Kinder. Zusammen mit ihrer Grossfamile leben wir hier auf 360 Hektar Land wovon die Haelfte Pappel und Fichtenwald , die andere Haelfte Acker und Weideland ist. Zusammen mit allen Verwandten und derren Kindern leben hier mehr als 60 Leute. Wir sind zu einem Teil Selbstversorger und mein Schwager und ich schneiden unser Bauholz auf einer Bandsaege.
Meine Frau und ich sind jetzt am Haus plannen und wir wollen ein Fachwerkhaus bauen 14m lang und 10m breit. Das Pfettendach soll einen Kniestock haben damit ich den Dachraum spaeter bewohnbar machen kann. Die Saeulen sollen 15cm mal 15cm stark und das Fachwerk soll von aussen sichtbar sein. Die Gefache will ich mit Strohlehm ausfuellen und innen will ich mit Stampflehm/Leichtlehm "isolieren". Bevor ich hier in Alberta (Kanada) sesshaft geworden bin , arbeitete ich im Drautal, Kaernten als Zimmermannsgehilfe und durfte dort an Riegelholzbauten mitarbeiten ,aber in Sachen Lehmbau bin ich ausser ein paar Spielereien mit Lehm letzten Sommer noch sehr "gruen hinter den Ohren". Deswegen hier meine Fragen an euch

1) Ist es grundsaetzlich moeglich ein Fachwerkhaus zu bauen in diesem kalten Klima hier ,dass heizbar ist ueber die langen Wintermonate?
Ein paar Klimadetails: Die Durchschnittstemperatur uber die 4 kaeltesten Monate liegt bei etwa - 13 grad Celcius und der Tiefpunkt liegt bei etwa -30 fuer einige Tage. Die Luftfeuchtigkeit ist dementsprechend relativ niedrig.

2) Wenn moeglich welchen Stroh/Lehmanteil wuerdet ihr empfehlen fuer die Ausfachungen ,und fuer die Innendaemmung?

Ueber die letzten Jahre haben wir hier ein Strohballenhaus und ein Rundholzhaus gebaut ,und in Sachen Selbstversorger wuerde Lehm glaube ich sehr gut zu uns passen. Auch haben wir seit kurzem hier eine Hackschnitzelheizung die ich vielleicht mit unserem Haus kombinieren koennte.
Ich habe auch ein paar Plaenne fuer das Fachwerk gezeichnet die ich nach Bedarf anhaengen koennte.

Liebe Gruesse , Sebastian Mair

Ps: Im Falle , dass sich wer in den Westen Kanadas verirrt kann er gerne bei uns einkehren.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 16.02.15

Was mir...


...da als erstes durch den Kopf geht, da Du quasi mit frischem Holz baust:

Holz (Fichte!) im zeitigen Winter nach Mondphasen schlagen, und mit Ästen, möglichst mit der Krone hangabwärts, einige Monate bis Winterende im Wald liegen lassen. Das reduziert die Holzfeuchte extrem! Besser sollten die Balken dann eingestapelt ein Jahr trocknen. Falls unmöglich, sollte die Holzkonstruktion auswintern, bevor im nächsten Frühjahr mit dem Lehm begonnen wird.

Eine kapillaraktive Dämmschicht innen sollte eingeplant werden.

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 16.02.15

Fachwerkhaus in Kanada


Hallo Sebastian
(Im Drautal hatte eine Freundin von uns gewohnt)
Ich war vor Jahren in Lappland und habe mir mehrere Blockhäuser im Bau angesehen.
Das Klima wird dort etwas ähnlich dem euren sein und wenn Blockhäuser mit Stammdurchmessern von 30-40 cm warm genug sind wird's ein Fachwerkhaus mit Dämmung genauso werden.

Du könntest ja auch die Strohballen innen vor die Fachwerkkonstruktionen stellen und die Felder zusätzlich ausfachen wie üblich, wobei die dann mehr Wetterschutzfunktion hätten.

Geht's dir um die Optik und wie soll die werden?

Große Dachüberstände sind sicher sinnvoll, darunter ließen sich ja wasserdurchlässige Terrassen als Holzkonstruktion herstellen.

Warum eigentlich eine Hackschnitzelheizung oder ist die für alle Häuser wie eine Fernwärmeanlage? Stellt ihr die selber her?
Wovon lebt ihr da?

Pläne wären hilfreich
Ein Besuch wäre sicher interessant

Andreas Teich


Andreas Teich | 16.02.15

Strohballen innen?


Das mag ernstnehmen, wer will.

Der Rosenmontag sollte nicht auf's Bauen ausgedehnt werden. Der Aschermittwoch kommt schnell...


Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 16.02.15

Kanadisches Fachwerkhaus


Ein FWH in Kanada zu bauen wäre nicht meine erste Wahl. Lehm ist kein Baustoff, der über Wärmedämmeigenschaften verfügt; er ähnelt da sehr dem Beton. Die FAchwerkkonstruktion hat einen enormen Fugenanteil, der die Wind- und Schlagregendichtigkeit problematisch werden lässt. Grundsätzlich ist das Fachwerk nicht mehr zeitgemäß und sollte durch modernen Holzbau mit baukonstruktiven und bauphysikalischen Vorteilen ersetzt werden. Auch die sog. modernen Fachwerkbauten in Deutschland sind i.d.R. Fake-Objekte, da das eigentliche Wohnhaus innen als Mauerwerkkonstruktion eingestellt ist.
Davon ist zu halten: nichts.

Sie sollten den Hauptaspekt auf die Wärmedämmung des Gebäudes legen und z.B. ein massives Holzhaus errichten, so wie auf Ihrem Foto (oder auch etwas eleganteres - diese Blockhäuser sind recht grobschlächtig), eine ausreichende und winddichte Wärmedämmschicht außen davorsetzen (z.B. Stroh) und eine hinterlüftete Wetterschutzfassade davorbauen. Nicht zu vergessen ist dabei die Gebäudedämmung der Bodenplatte und der obersten Geschossdecke bzw. des Daches.
... den Dingen auf den Grund gehen ...
Mitglied der Fachwerk.de Community
Will Pickartz Architekt AKNW | | 16.02.15

Fachwerk geht noch immer


Ich baue noch immer ab und zu echte FW-Häuser. Das letzte Großprojekt von 3 Häusern mit Nebengelass habe ich letztes Jahr in Sosa im Erzgebirge gebaut, was auch nicht grad ne warme Gegend ist. Sieht aus, als wär ich da ein absoluter Exot unter den Zimmerleuten hier.
Heino Langer
www.zimmerei-langer.de
kontakt@zimmerei-langer.de


Heino Langer | 17.02.15

Danke fuer die rasche Antwort


An Andreas Teich:

Das mit den Strohballen innen ist wahrscheinlich eine Moeglichkeit, dann Lehm in die Ausfachungen und einen Kalkputz. Haben sie so etwas schon einmal gesehen, kombiniert mit einem Fachwerk? Muss man sich da keine Sorgen machen wegen dem Taupunkt und dem Stroh?
Ich habe ein paar Zeichnungen angehaengt, damit wir uns besser verstehen in Sachen Optik. Aber bin natuerlich auch fuer andere Vorschlaege offen die konstruktiv sinnvoller sind.

Ja unsere Hackschnitzelheizung ist wie eine Fernwaerme . Mein Schwager und ich waren letztes Jahr auf einem Besuch in Oberoesterreich und haben uns ein paar Hackschnitzelheizungen angeschaut. Er hat dann selber eine solche gebaut, und wir heizen seitdem unser Gemeindehaus (das Rundholzhaus auf meinem Foto). In naher Zukunft wollen wir auch die restlichen Haeuser anschliessen. Hackschnitzel haben wir genug von den Scharten im Saegewerk und von unserem Wald.

Wir leben von dem was wir anbauen hier (Gemuese,verschiedenste Getreide), und haben Ziegen,Schafe,Rinder,Huehner und Schweine. Was wir im Ueberschuss haben Verkaufen wir, also auch Heu und Strohballen. Wir haben eine Muehle fuer unser Getreide und pressen unser eigenes Oel. Die Sommer sind relativ kurz hier, aber doch lange genug um die Scheunen und Gemuesekeller aufzufuellen.
Die Brueder meiner Frau (6 Brueder) haben alle das Rigipsen gelernt von ihrem Vater. Und ein paar ihrer Soehne lernen es jetzt auch. So einige von uns gehen zusammen fuer etwa 3 Monate im Jahr Rigipsen hier in der Gegend.

Wo sind sie beheimatet?
Ach ja und das mit der Kanada Einladung ist mir Ernst.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 18.02.15

Seitenansicht


Seitenansicht2. Bild

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 18.02.15

Balkenlage


Balkenlage3. Bild: die Balkenlage

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 18.02.15

An Thomas Boehme


Die Balken die ich geseagt habe, sind zum Trocknen aufgelegt und ich werde ihnen zumindest ein Jahr geben bevor ich zum abbinden anfange. Fuer die Sauelen und Streben unten habe ich Kiefernholz fuer die Bodentrame Fichte gewaehlt.

Wie wuerden sie sich den Aufbau mit der "kapillaraktiven Dämmschicht" vorstellen bei einem Fachwerkhaus in Kanada?

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 18.02.15

Eine Frage an Herr Langer.


Servus. Wuerden sie so ein Fachwerk auch in einer noch kaelteren Region wie der meinen bauen? Mal so angenommen.
Gruesse,
Sebastian Mair

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 18.02.15

Fachwerkhaus in Kanada


Sieht ja nach einem interessanten besuchenswerten Projekt aus.
Ich bin überwiegend in Kärnten und gelegentlich bei Bonn/Köln

wie siehts mit Schnee, Regen und Windbelastung bei euch aus und Sonneneinstrahlung im Winter?

Vielleicht wäre eine breite umlaufende erhöhte Terrasse sinnvoll?
Also sehr großen Dachüberstand, nach außen nur einige statisch notwendige Stützen, Boden erhöht , wobei der Boden dann auch nach entsprechender Abdichtung mit Strohballen gedämmt werden könnte.

Dies würde die Wetterbelastung der Wände erheblich reduzieren zudem
könnte die später teilweise verglast werden und würde einen guten Temperaturpuffer darstellen.
Bei Strohballenbau sind ja innen oder außen davorgesetzte oder auch in die Wände integrierte Holzkonstruktionen üblich, sodaß Feuchtigkeitsprobleme bei richtiger Bauweise nicht auftreten.

Wenn auch im Winter Sonneneinstrahlung möglich ist würde ich das Gebäude so orientieren, daß Räume mit höherem Temperaturbedarf und größeren Glasflächen nach Süden orientiert sind- die längere Gebäudeseite.
Bei kälteren Temperaturen diese Öffnungen dann mit gedämmten Klappläden verschließen.
Bei uns ist auch bei Minusgraden außen der ungeheizte Wintergarten nach einigen Stunden Sonneneinstrahlung der wärmste Raum im Haus.

Wird bei euch Englisch oder Französisch gesprochen?
Wenn Englisch kein Problem ist, sieh dir doch die Website 'strawbale.com 'an, ich hatte schon vor Jahren mit denen Kontakte und div Infos bekommen.
Da die überall auf der Welt bauen und Kurse geben wissen die in div Klimaregionen gut Bescheid was Strohballenhäuser betrifft.
Das funktioniert aber auch in der Schweiz, Österreich, Deutschland in Gegenden mit rauherem Klima.

Stroh, Lehm,Kalkputz, Holzfaserplatten etc sind alles kapillaraktive, sorptionsfähige Materialien, die Feuchtigkeit gut aufnehmen aber auch schnell wieder abgeben können.
Nur außen darauf achten, daß die Dampfdiffusion nicht eingeschränkt ist.

Wie macht ihr die Fundamente? Und sind Baumaterialien problemlos zu bekommen?Womit sollen die Dächer gedeckt werden?
Die Pläne sind nicht so gut lesbar , als CAD Datei gibt's die wohl nicht?
Sonst könntest du die auch als DWG oder DXF an mich mailen
Gerne nachfragen
Andreas Teich

Hallo Sebastian,


schön, daß Ihr dem Holz etwas Zeit gebt. Im Winter trocknet das bestens...

Eine kapillaraktive Dämmschicht, die auch für die Winddichtigkeit wichtig ist, wäre zum Beispiel eine Holzweichfaserplatte von 5cm, völlflächig in Lehm angesetzt und auch in Lehm verputzt. In die Putzschicht könnte bei Bedarf auch eine Wandheizung integriert werden.

Euere Rigipserfahrungen solltet Ihr besser bei einem FWH ausblenden. Die Platten sind für eine Innenverkleidung nicht unproblematisch und auch ein wenig zu steif für das eher elastische und "arbeitende" Fachwerk.

Die Schnapsidee mit dem Stroh innen wirst Du nach genauerer Prüfung garantiert verwerfen. In Foren tummeln sich leider auch wichtigtuerische Windmacher, die Irgendwo Irgendwas gesehen haben und meinen, sich umgehend als Experten anpreisen zu können.

Gutes Gelingen (und berichte doch über Deine Fortschritte)

wünscht

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 18.02.15

Entscheidend ist der Wetterschutz..


...für alle Hausarten und die zum Bau verwendenden Materialien gibt es Regeln, die aus der Bauphysik abgeleitet werden. Die beiden Berater hier im Chat, Andreas und Thomas haben sehr wichtige Hinweise gegeben. Sehr wichtig für die Langlebigkeit ist ein großer Dachüberstand, der die vielen Gefachefugen vor Regenwasser schützt. Wir sehen das an den Fachwerkhäusern im Schwarzwald, die die Jahrhunderte überdauern. Der 2. Punkt sind die "trockenen Füße" für das Haus. Bitte für ein ausreichendes Fundament sorgen, was keine aufsteigende Feuchte zulässt. Das Schwellholz bitte aus Eiche anfertigen. Das Fachwerk mindestens aus Lärche oder Douglasie. Das Holz im Winter ernten ist als Hinweis schon gekommen! Das Holz kernfrei schneiden und trocken lagern usw. Einfach die DIN 68800 beachten! Dem FW-Bau steht somit nichts im Wege, auch nicht in Kanada. Viel Freude beim Bauen! Wenn ihr noch Hinweise zum Lehmbau braucht, sag mir Bescheid.


Heino Langer | 18.02.15

Lesestoff: Passivhaus in Kanada


nix Fachwerk, aber auch Holzbauweise:

https://www.efficiencyvermont.com/docs/for_partners/bbd_presentations/2015/wednesday/living-with-arctic-sun-keynote-opt.pdf

Man beachte die Dicke der Dämmschicht, bei der ein Kind reinpasst. Gemäss dem Autor ist es nicht nur eine Frage der Energie, sondern auch der Resilienz - was wenn mal die Heizung ausfällt ? Ein normales Haus (nach Vorschrift) friert dort ohne Heizung in Nullkommanix ein.

Lehmausfachungen scheinen mir wegen dem bescheidenen Dämmwert Platzverschwendung (auch wenn der bei diesen Latifundien weniger relevant erscheint). Ueber Strohballen könnte man m.E. noch eher reden.
Ich habe einen einfachen Geschmack - ich bin mit dem möglichen zufrieden. (frei nach Oscar Wilde)
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 18.02.15

Da...


arbeite ich mich jetzt mal nicht durch.

Grundsätzlich wäre neben der Dämmung auch die Wärmespeicherung beachtenswert. Leichte Dämmungen speichern in sich kaum Wärme. Hier würde der einzige statisch tragende Dämmstoff, massives bzw. Schichtholz, hingegen sehr gut abschneiden. Erwin Thoma hat da in seinem Buch zum HOLZ100 - System interessantes geschrieben. Das werdet Ihr vermutlich nicht nach Kanada importieren wollen, die Ergebnisse sind dennoch interessant.

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 18.02.15


Einen schoenen Gruss ins schoene Kaernten. Ich habe dort sehr viel (Gast)- Freundschaft erfahren duerfen.

Schnee haben wir hier sehr viel. Wind ist nicht so schlimm , weil hier viel Wald ist rundherum. Vorallem an den sehr kalten Tagen hier scheint die Sonne.
Deshalb gefaellt mir ihr Vorschlag mit dem Wintergarten auf der Sonnenseite sehr gut. Auch weil es in Etappen machbar ist.

Wir sprechen Englisch hier. Ich glaube alle Gebiete westlich von Toronto sprechen Englisch.
Ich werde mich mal mehr ueber "strawbale" informieren. Klingt vielversprechend...

In Sachen Fundament haben wir folgendes vor: Unter den Aussenwaenden einen Graben ausheben unter die Frostgrenze. Etwa knappe 2 Meter. Unten dann Roehre Verlegen die das Wasser aufnehmen und abfliessen lassen (hilf mir aus mit dem deutschen Wort dafuer). Mit gewaschenem Schotter,Schotter und Steine auffuellen. Dann ein Streifenfundament aus Zement wo die Fachwerksschwelle aufliegen kann. Auf der Innenseite oder Aussenseite des Grabens wird auch eine harte Styroporisolierung angebracht. Diese Art des Fundaments heisst: "Rubbel Trench Foundation".

Bin noch unentschlossen wie ich das Dach decken soll. Die meisten Haeuser hier sind mit Blech gedeckt. Vielleicht keine schlechte Idee, weil Feuersicher und guenstig. Oder ich koennte Fichten Schindeln saegen auf meiner Bandsaege.
Aber ich weiss nicht wie lange die gesaegten Fichten- Schindel halten wuerden am Dach!? Vielleicht nicht so schlecht bei 40 Grad Dachneigung. Wenn sie 15-20 Jahre halten kann ich dann meine zwei Burschen aufs Dach schicken zum neu eindecken. Ein Generationenprojekt sozusagen.

Ja Baumaterialien sind recht einfach zu bekommen hier. Ausser es handelt sich um Lehmbauplatten oder etwas in diese Richtung.

Bis auf weiteres,
Sebastian Mair

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 20.02.15

An Thomas Boehme


Was sind ihre Bedenken mit einer Innendaemmung aus Stroh und dann Lehm?

Jawohl, Rigipsplatten wird man nicht finden in dem Fachwerk.

Schoene Gruesse,

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 20.02.15

An Heino Langer


Ja die Haeuser im Schwarzwald sind klasse.
Meinten sie wirklich "kernfrei schneiden". Ist das ein muss?
Danke dass sie sich die Zeit nehmen,
Sebastian

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 20.02.15

Ich frage anders herum:


gibt es irgendeinen Grund, ein ziemlich instabiles Gebrösel, also einen Strohballen, mit Lehm zu beputzen? Auch noch innen? Wie soll das im Detail und vor allem dauerhaft mit Installationen, Hängeschränken etc. funktionieren? Sind derart dicke Wände (Lichtausbeute der Fenster!) wirklich gewünscht? Wohnen im Strohballen vielleicht bald die Mäuse? Wie geht so eine Strohballeninnenwand mit Kondensatfeuchte um? Impfen Sie Champignonbrut in der Küche, für den Notfall...Sie erfinden da das Fahrrad neu, und es handelt sich, auch wenn ein paar Phantasten möglichweise einen gegenteiligen Eindruck erwecken wollen, nicht um eine ausgereifte Technologie.

Sicher gibt es ja analog zu Holzweichfaserplatten auch Platten aus gepresstem Stroh mit einer gewissen Formstabilität. Diese könnten dann als Putzträger geeignet sein. Grundsätzlich sind aber eben Innendämmungen mit Holzweichfaser bewährt, die Platten sollten bei Ihnen verfügbar sein. Sie sind mit definierten Eigenschaften ausgestattet und leicht verarbeitbar in einem einfachen Aufbau. "Baubiologisch" problemlos zudem, da kleberfrei.

Die Empfehlung, kernfrei zu schneiden, kann ich nur unterstützen. Das wirkt sich ganz wesentlich auf die Formstabilität aus. Am besten wären Viertelhölzer ohne Kern.

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 20.02.15

Fachwerkhaus in Kanada


Hallo Sebastian
Schicke mir deine Pläne doch per Mail , dann sehe ich mir die genauer an.
Allerdings würde ich die äußeren Streben immer zur Außenecke schräg stellen und bei den Giebelseiten nur diese nehmen.
Auf der langen Seite nur max 2 noch zusätzlich in die Mitte der Wand symmetrisch.
Das ist sonst viel unnötige Fummelei mit der Ausfachung.

Ich würde aber keine Drainage (Wasserableitung) legen und statt dem Betonfundament mit Styropor/XPS eine andere Fundamentierung überlegen.
Habt ihr einen eigenen Bagger?
Gibt's Steine, größere Felsen bei euch?
Falls nicht gerade Erdbebengebiet oder schwieriger Untergrund vorliegt könntet ihr aus Steinen/Felsen das komplette Fundament herstellen- Punktfundamente wären auch möglich.

Falls es das bei euch gibt sind Schraubfundamente ( Screw Foundation) evt eine Möglichkeit- wie sehr große Schrauben, die in den Boden gedreht werden und worauf das Gebäude steht. Die gibt's in allen Größen bis zur Verwendung für Industriehallen.
Dann lange Schwellenhölzer daraufschrauben und das Haus daraufstellen.
Ihr habt dann einen Hohlraum unter dem Haus ( da freuen sich dann Katzen, Hunde und anderes Kleingetier über einen trockenen Platz)

Bei entsprechendem Bodenaufbau kannst du diesen dann auch mit Stroh dämmen- allseitig besser eine Lehmschicht aufbringen gegen Tiere und außen zusätzlich ein feines Gitter gegen Nager.

Bei entsprechender Dimensionierung könntest du die Bodenbalken über das Fundament auskragen lassen um die Terrasse zu bilden.
Falls Dach aus Holz kannst du das auch aus geschnittenen,viel besser aus gespaltenen, Brettern machen statt Schindeln und dann aber auch nur aus Lärche, Zeder, Douglasie- Fichte dürfte nicht so lange halten.

Der Dämmwert von Stroh ist je nach Halmorientierung etwas schlechter als von Holzfaserplatten, dafür fast umsonst und Null Energieverbrauch bei der Herstellung- gibt's übrigens schon länger als Holzfaserplatten- wobei die auch gut sind und ich die selber reichlich verwendet habe.
Dick gedämmte Wände haben auch den Vorteil, daß man gute Sitzflächen in Fensteröffnungen dadurch bekommt- Brüstung entsprechend niedriger machen.
Bekommt ihr Glas mit U-Wert 0,5 oder 0,6 ? Und wie sieht es mit Fenstern aus?
Mach doch Bilder vom Grundstück aus in alle 4 Himmelsrichtungen und auf das Grundstück hin
Andreas Teich

Die Innendämmung mit Strohballen...


...ist ein Phantasieprodukt eines forumstechnisch hyperaktiven Herren, der das mit Sicherheit noch nie gemacht hat. Ich bezweifle, daß das überhaupt schon 'mal jemand gemacht hat UND das heute noch gut findet. Langzeiterfahrungen dazu gibt es mit Sicherheit auch nicht in verwertbarer Form.

Auf meine konkreten Fragen kann er nicht antworten... Über eine vage Erwähnung kommt er nicht hinaus. Warum wohl?

Wer das Haus zum Wohnen braucht, vergesse das besser. Wer was anderes zum Wohnen hat, experimentieren will und mit Douglas Adams der Meinung ist, daß die Mäuse die intelligenteste Lebensform auf der Erde sind, baue so :-)

Letztlich gibt es ja wohl auch keinen Grund, übermäßig viel Mühe auf die Dämmung zu verwenden, da Ihr mit eigenem Holz heizt. Europäische Bauvorschiftlichkleiten bleiben ja glücklicherweise außen vor. Eine moderate Dämmung, die gleichfalls die Winddichtigkeit sichert, reicht völlig aus und insbesondere gibt es keinen Grund, sich auf völlig unbekanntes Terrain vorzutasten.

Was vielleicht eine schöne B-Variante sein könnte, wäre eine Holzweichfaserplatte zwischen Montagehölzern, und darauf gut getrocknete Bohlen, das kann dann auch Pappel sein, montiert.

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 20.02.15

Strohballendämmung


jeder unvoreingenommene Interessierte findet unter Strohballenbau oder Strawbale Building jede Menge Infos, auch zu bau- und dämmtechnisch einwandfreien Gebäuden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wie auch solche auf anderen Kontinenten.

Dabei findet der Bauinteressierte auch alle bautechnischen Normen, amtlich geprüfte U-Werte, Brandschutzprüfungen etc.

Rege vorurteilsfreie umgängliche Beteiligung in diesem Forum wäre ein Gewinn für alle und wenn dann auch noch nicht nur Behauptungen aufgestellt sondern entsprechende fachliche, technische nachprüfbare
Informationen gegeben werden hilft das nochmals weiter.

Es gibt auch außerhalb deutscher Baunormen und Erfahrungen interessante Bau- und Gestaltungsmöglichkeiten

Andreas Teich


Andreas Teich | 20.02.15

Herr Teich:


Haben SIE (und nicht das Internet) schon einmal eine solche Innendämmung ausgeführt?

Wenn ja, könnten Sie ja 'mal hier darüber berichten, und Konkretes statt Links darbieten. Das wäre ja vielleicht tatsächlich 'mal informativ... Und ein Gewinn für die Diskussion statt nur vieler Worte über NICHTS.

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 20.02.15

GREB Wand


Zur Horizonterweiterung - hier keine praktische Erfahrung. Diese Technik kommt ursprünglich aus Quebec / Kanada.

http://documents.approchepaille.fr/doc2014/greb_straw_bale_technique.pdf

https://fr.wikipedia.org/wiki/Technique_du_GREB

Unter den gegebenen Umständen (eigenes Holz, Getreideanbau in der Umgebung) durchaus einen Blick wert.
Ich habe einen einfachen Geschmack - ich bin mit dem möglichen zufrieden. (frei nach Oscar Wilde)
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 20.02.15

Es ist...


eine beträchtliche Fehlerquelle, wenn man nichtzertifizierte Materialien unebekannter Feuchte in Hohlräume stopft.

Meine Bedenken sind also:

-wie wird sichergestellt, daß die Materialien die richtige Einbaufeuchte haben?
-was passiert bei Kondensateintrag? Anderen feuchtespendenden Baufehlern? Das sind alles unbehandelte Naturmaterialien, die ein hochwertiges Futter für Pilze und Schadinsekten bieten. Glücklicherweise gibt es wohl in Canada keine Termiten, aber da bleiben genügend andere übrig.
-Ohne Dampfbremse zu bauen wäre hier wohl ziemlich leichtsinnig. Deren Dauerhaftigkeit (Abklebungen, Anbindungen, der Elektriker ist beim Bohren abgerutscht...) ist aber auch bei konventionellen Ständerbauten ein Dauerthema.

Durch die Jahre habe ich schon viel aus solchen "extrembaubiologischen" Füllungen krabbeln und flattern sehen. Und man kommt an diese Hohlräume nicht mehr ran...

Alles in Allem sind das für mich reine Experimentalbauten. Sowas kann man mit Spielgeld in der Baukasse für sich selber errichten, wenn man des Hobbys wegen den Totalverlust einkalkulieren will. Ein Baubetrieb wird dafür schwerlich eine Gewährleistung geben, und falls doch, ist diese nichts wert. Solche Firmen gehen oft schneller, als man seine Forderungen pfändbar auf dem Papier hat.

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 20.02.15

Stroh


als Baumaterial ist alt, und schon in Vor- und Früh-geschichtlicher Zeit wurde getrocknetes Gras in die Ständer geschoben. Ich selbst habe auch schon Stroh (und sogar Torf) in den Zwischenböden gesehen, In der Form als Stroh-Lehm Gemisch wird es auch verwendet. Ich habe es noch nicht selber verarbeitet, aber das ist auch nicht unbedingt notwendig. Und das Ungeziefer finden wir ebenso in gutem zertifiziertem Dämmmaterial. Marder und Mäuse stören sich auch nicht an Glaswolle.

Übrigens finde ich das Projekt absolut Genial :-) weiter so.

Grüße Herbert
Ein Fachwerkhaus ist romantisch und hat große Vorteile. Die Raumaufteilung ist nicht vernünftig
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 20.02.15

Vom ...


"genialen" Brandschutz (das Haus brennt immer vollständig und besonders schnell ab, was die Entsorgungskosten minimiert) mal ganz abgesehen...
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 20.02.15

Brandschutz Strohballen


Warum nur immer so negativ ?

Natürlich müssen bei jedem Baustoff und jedem Material bestimmte Anforderungen und Verarbeitungsrichtlinien erfüllt werden.
Das ist bei Strohballenbau, Lehm, Holzfasermaterialien, Beton, Stein ezc nicht anders.

Zuerst aber hilft der Blick auf entsprechende Veröffentlichungen weiter- egal ob im Internet oder sonstwo.

Hier der link, der das Bestehen der F90 Brandschutzprüfung von lasttragenden Strohballenwänden mit 30 mm Lehmputz bestätigt. Verfasser: MPA Dortmund:
http://baubiologie.at/download/F90-Pruefbericht_DE.pdf

Andreas Teich

Am Ende wieder Äpfeln mit Birnen verglichen … 


Hallo

Es geht doch in der Diskussion um eine Innendämmung aus Stroh und nicht um eine Strohballenkonstruktion im Gesamten.

… und daraus zu schliessen, dass eine soundso dicke Strohlehmwand mit =30mm Lehmputz F90 erfüllt und eine weniger dicke mit Putz das selbe erfüllt ist gewagt … 

… eine gesamt dicke Strohballenwand hat doch ganz andere (bau) physikalische Eigenschaften als eine verputzte Innendämmschale … vor allem wie von Thomas erwähnt die feuchterelevanten Risiken … 

… und dann immer die Einwürfe von "Balstlern": "Ja ich habe auch schon xy in Zwischenböden gefunden und gesehen und DAS wurde auch IMMER als (natürlich super-biologische) Innendämmung hergenommen … " denen kann ich sagen, dass dann auch vertrocknete Ratzen, Vögel, Zigarettenschachteln, leere Bierflaschen etc. dort auch schon "verbaut" worden sind … also rein "wissenschaftlich" …

Diese "Einschübe" haben nur einen Vorteil. wenn die IMMER trocken sind und bleiben und wieder werden können, wenn sie feucht wurden … und das ist m.E. NIE mit irgend welchen theoretischen Berechnungen zu gewährleisten … das ist Augenwischerei … 

aber trotzdem … Gutes Gelingen

Florian Kurz
langlebig - nachhaltig - einfach
Mitglied der Fachwerk.de Community
Architekturbüro slow-house | | 20.02.15

fachwerkhaus in Kanada-Strohballendämmunngu


Also ich zumindest habe nie von einer Innendämmung gesprochen und ausschließlich von Strohballen:

"Du könntest ja auch die Strohballen innen vor die Fachwerkkonstruktionen stellen und die Felder zusätzlich ausfachen wie üblich, wobei die dann mehr Wetterschutzfunktion hätten."

"Bei Strohballenbau sind ja innen oder außen davorgesetzte oder auch in die Wände integrierte Holzkonstruktionen üblich, sodaß Feuchtigkeitsprobleme bei richtiger Bauweise nicht auftreten."

Wer genau liest wird feststellen, daß es sich dabei nicht um eine Innendämmung handelt, nur weil die Strohballen innen vor das statische Gerüst gestellt werden.

Die Fachwerkzwischenräume können dabei auch mit Stroh o.ä. gedämmt werden, sodaß es sich um einen prinzipiell homogenen Wandaufbau handelt mit beidseitigem Verputz, wobei die Wand je nach Positionierung des Fachwerks auch F90 (nach alter Bezeichnung) erreichen könnte.

Natürlich müssen bei allen Bautechniken entsprechende Fachregeln eingehalten werden-
ein Risiko bei unsachgemäßer Arbeit besteht bei allen Bauweisen und Materialien.

Und warum immer mal wieder Beiträge als von 'Bastlern' stammend bezeichnet werden erschließt sich mir auch nicht-vor allem wenn es inhaltlich korrekt ist, da pflanzliche Fasern seit Jahrtausenden in irgendeiner Form im Bauwesen verwendet werden.

Sich kundig machen hilft weiter und dem Fachwerkbauer wenn er konstruktive Antworten und Ratschläge bekommt.

Niemand behauptet, daß Strohballenbau die einzig seeligmachende Bauweise ist- aber eine der günstigsten, ökologischsten und dämmtechnisch besten, da statische und dämmtechnische Anforderungen von einem Material erfüllt werden, was in diesem Fall auch noch reichlich zur Verfügung steht.

und jetzt bitte möglichst noch weiterführende Beiträge

Andreas Teich

Aha:


"Wer genau liest wird feststellen, daß es sich dabei nicht um eine Innendämmung handelt, nur weil die Strohballen innen vor das statische Gerüst gestellt werden."

Mir ist es leider nicht gegeben, mir eine andere Funktion als die der Dämmung vorzustellen - für Strohballen an der beschriebenen Stelle. Was also wäre diese denn?

Fachregeln für Strohballenbau? Die gibt es nicht, weil das kein "Fach" ist. Keine tradierte Bauweise. Keine erwähnenswerten Referenzobjekte. Nur Futter für die, die um jeden Preis "was anderes" wollen. Tipp: Auswandern zum Iglubau - das hat auch nicht Jeder. Von der Entsorgungsschiene her super, und: Man kann sein Haus auch trinken :-)

"Und warum immer mal wieder Beiträge als von 'Bastlern' stammend bezeichnet werden erschließt sich mir auch nicht-vor allem wenn es inhaltlich korrekt ist, da pflanzliche Fasern seit Jahrtausenden in irgendeiner Form im Bauwesen verwendet werden."

Der Sinn dieses Satzes ist höchstens Ihnen selbst bekannt. Sie sind in dieser Sache noch nicht einmal ein "Bastler", weil Sie offenbar keinerlei praktische Erkenntnisse dazu sammeln konnten, die über Links hinausgehen. Daraus, daß in irgendeiner Form durch die Jahrtausende auch Pflanzenfasern im Bauwesen verwendet wurden (wohl hauptsächlich als Seile), läßt sich gewiss keine Legitimation des Strohballenbaues ableiten. Äh, und: Wie lange gibt es schon StrohBALLEN?

"und jetzt bitte möglichst noch weiterführende Beiträge"

Folgen Sie Ihrer Forderung, oder schweigen Sie! Herr Teich, das Thema mag Ihre Fantasie beflügeln, wirkliches Wissen dazu lassen Sie bisher nicht erkennen. Meine Einwände können Sie nicht widerlegen, und Ihr Versuch sie verbal zuzuschütten, ist lächerlich. Das hatten wir schon ein paar Mal zu verschiedenen Themen...und immer brachen Ihre dünnen Brettchen.

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 20.02.15

Geschichte (etwas OT)


die man nicht versteht sollte man nicht in dieser Form kommentieren. Sehr wohl ist Stroh zur Isolation in Zwischenböden eingesetzt worden und hat sich bewährt. Strohballen werden verwendet und es gibt bereits Referenzen dafür. Ich habe genügend Ausgrabungsberichte gelesen und weiß ihre Bedeutung, auch wenn ich diese Bauten noch nicht selbst mit meinen Händen nachgebaut habe. Durch Strohballen lässt sie sich jetzt auch statisch einsetzen, ich hoffe dadurch ist niemand in der Ehre gekränkt der das nicht machen möchte. Es ist zumindest eine Überlegung wert, auch wenn es nicht oder noch nicht in den Fachregeln definiert ist. Wenn man in der Steinzeit auf Fachregeln gewartet hätte säßen wir heute noch auf den Bäumen um die Staunässe auf dem Boden zu vermeiden. Oder vielleicht in Höhlen von denen niemand die Statik berechnet hat.

Links sind die Literaturreferenzen unserer Zeit und habe ihre Berechtigungen. Das meiste Wissen eignet man sich heute über Literatur oder das Internet an.

Si tacuisses ...

Herbert
Ein Fachwerkhaus ist romantisch und hat große Vorteile. Die Raumaufteilung ist nicht vernünftig
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 21.02.15

Nein Herbert,


Stroh hat sich zur "Isolation" in Zwischenböden (was auch immer das bedeuten soll), schon des Brandschutzes und der nicht gegebenen Verrottungfestigkeit wegen nicht bewährt. Es wurde auch zu schnell zur Spielwiese für Nagetiere. Sonst wäre das heute Stand der Technik. Das zuweilen aus Unkenntnis oder Armut heraus Stroh zwischen die Balken gekippt wurde, ist eine andere Sache, und nicht verallgemeinerbar.

Ich habe nichts gegen Links. Obwohl das keine exakten Quellenangaben sind. Aber ich habe etwas dagegen, daß eine spezielle Spezies Forenbenutzer kühne Behauptungen aufstellt (Innendämmung mit Stroh), diese dann nicht unterlegen kann (ein konkreter Aufbauvorschlag fehlt bisher) und dann mit allgemeinem Geblabber und Links von Irgendwas (ohne konkrete Quellenangabe) vermeint, etwas "beweisen" zu können. Ich sehe nämlich in solch blauäugigem Geschreibsel ein konkretes Problem mit Schadenspotential. Es wird eine nicht in Ansätzen vorhandene Kompetenz vorgegaukelt (ob nun aus Gewinnstreben oder Geltungssucht) und andere bläuäuguge Zeitgenossen verplempern Geld und Zeit, schädigen vielleicht auch noch wertvolle originale Bausubstanz - weil sie das ernst nehmen.

Vor diesem Hintergrund ist es mir weitaus lieber, hier eines klaren Tones wegen angegriffen zu werden, als hier unwidersprochen Unfug stehen zu lassen. Ich bin nur in diesem Forum aktiv, seit langer Zeit. Und dessen Qualität ist mir wichtiger als allumfassende Harmonie, die eh nur eine Lüge sein kann.

Sicher kann man über alles schreiben. In der Demokratie kann ja jeder alles sagen und keiner muß zuhören. HIER aber wäre mir wichtig, daß Fiktionen klar von Fakten getrennt werden.

"Das meiste Wissen eignet man sich heute über Literatur oder das Internet an." Ein für einen Bautheoretiker überzeugende Argumentation :-) Ich finde hier aber immer wieder die Tendenz, aus fremden Behauptungen eigenes Wissen "schaffen". An sich schon fragwürdig, aber ohne die Umsetzung in die Praxis völlig wertlos.

Daß es eine kleine Handvoll Strohballenhäuser hier oder da in unterschiedlichen Verrottungsphasen gibt, läuft für mich nicht unter "erwähnenswerte Referenzobjekte". Auch nicht, daß möglicherweise ein Einzelexeplar dank außergewöhnlicher Zuwendung etwas länger lebt.

Und hier noch ein Reim von Erich Kästner, der auch für Strohballendämmeuphoriker passt:

"Irrtümer haben ihren Wert,
jedoch nur hie und da.
Nicht jeder, der nach Indien fährt,
entdeckt Amerika."

In diesem Sinnen wünscht ein schönes Wochenende

Thomas

P.S.

...philosophus mansisses". Ei gewiss, wie schön, das Latein. Nur braucht dieses Forum Philosophen vermutlich genausosehr wie Sie, lieber Herbert, ein drittes Knie.
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 21.02.15

Servus


Ich wollte mich zuerst bedanken fuer die viele Hilfe.
Habe kuerzlich erfahren,dass an der Ostkueste Kanadas (Toronto) ein Zimmermann und Lehmbauer ein Haus gebaut hat mit 30 cm dicken Waenden aus Strohleichtlehm.Und die Erfahrungsberichte der Bauherren klingen sehr positiv. Die haben dort in etwa gleich kaltes Wetter wie wir es haben hier.
Deshalb werde ich es auch wagen.
Hab mich jetzt doch entschieden mit Stroh-Leichtlehm auszufachen und auch mit Lehm innen zu daemmen. Den kommenden Sommer will ich Strohlehmsteine machen, und naechsten Herbst oder Winter zum abbinden anfangen.

Ein paar Fragen haette ich zum Abschluss aber dann doch noch:
1) waehlt man einen hoeheren Lehmanteil zwischen den Balken , als fuer innen in der Gleitschalung? oder alles am Besten gleich?

2) Ihr habt ja alle meine Zeichnungen gesehen. Meine Eckstreben sind nach innen geneigt. Meine Begruendung dafuer ist, dass meine Pfetten gestossen sind. Ist das konstruktiv falsch?

Noch ein gute Arbeitswoche,
Sebastian Mair

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 23.02.15

Beachte...


....die Trockenzeiten für Lehm. Du kannst nicht im Späterherbst anfangen, auszufachen. Alternative wären Staaken zwischen den Balken und althergebracht beputzen. Da dient Dir der Rohbau gleich als Trockengerüst. Das kann Dir ein guter Lehmbauer sicher ganz genau erklären.

Ein Leichtlehm mit einer Gleitschalung ist eine weitaus bessere Idee als der Strohballenmumpitz. Versuche da aber 'mal ein wirklich machbares Mischungsverhältnis, Strohqualität und Halmlänge im Vorfeld herauszubekommen. Und erwarte nicht zuviel von der Dämmwirkung. Lehm an sich ist kein Dämmstoff, und durch den Strohzusatz bekommt er eine schöne Armierung, die Dämmeigenschaften werden jedoch nur mäßig besser. Aber solange Ihr mit eigenem Holz heizt...

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 23.02.15

Die Leichtlehmbauweise...


... ist eine von mir seit 19 Jahren in Zusammenarbeit mit der Fa. Lehmwek Thilo Schneider www.lehmbau-ts.de angewandte Bauweise. Viele der so entstandenen Häuser sind eine große Freude für die Bauherrn und unbestritten eine sehr gute Bauweise.-ABER... bitte das Mischungsverhältnis beachten. bitte den Leichtlehm die Möglichkeit des schnellen Austrocknens geben. Eine zu lange am Fachwerk anstehende Feuchtigkeit sorgt für einen Schimmel oder Pilzbefall (Holzzerstörende Pilze). Eine zu sehr mit Dämmaterial abgemagerte Lehmmischung trocknet sehr schlecht aus und gibt für einen evtl. Verputz einen zu lockeren Untergrund.


Heino | 23.02.15

Fachwerk in Kanada


Hallo Sebastian
Ich habe jetzt zufällig gesehen,daß es 2009 hier schon mal Beiträge gab zu Strohballenbau und Fachwerkhaus.
Gib das doch hier bei der Suchfunktion ein.
Damals waren die Hinweise ganz hilfreich und die Diskussion ist nicht durch Negativäußerungen etc wie hier jetzt abgeglitten.

Übrigens wäre zu deinem Hinweis daß ihr viel Schnee habt erwähnenswert, daß leichter Schnee fast denselben Dämmwert hat wie Holz ( 0,15 gegenüber 0,13 W/m2K)

Wenn du die Dachneigung nicht zu steil machst oder Schneefanggitter o.ä. vorsiehst kannst du dadurch eine erhebliche Verbesserung der Dämmung erreichen.

Die Erfahrungen deiner Bekannten mit dem Strohlehm könnten darauf beruhen und nicht auf dem Wandmaterial.
Schreib mir doch deine Emailadresse- meine findest du bei meinen Daten

Hast du noch interessante Infos gefunden für dein Projekt?

Andreas Teich

Tatsächlich?


"durch Negativäußerungen etc wie hier jetzt abgeglitten"

Kritik = Negativ?

Herr Teich, sie propagieren ohne eigene praktische Erfahrungen zusammengegoogelte "Fundstücke". Dieses Verfahren lehne ich ab, schon deshalb, weil Sie auf meine Einwände gar nicht regieren können. Das wäre dann eine Diskussion, kein gegenseitiges Taschenfüllen mit Fiktionen.

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 26.02.15

Liebe Unternehmer...


....Macht bitte einen eigenen Chat auf, wir unterhalten uns mit dem Kunden! Der Kunde darf sich noch immer seine eigene Meinung bilden. Wir präsentieren unsere Leistungen und ziehen nicht über die Leistung anderer Mitbewerber her. Da wär ich den ganzen Tag nur am schreiben.


Heino | 26.02.15

Fachwerkhaus in Kanada


Die Art der 'Kritik' und die offensichtliche Haltung dahinter macht den Unterschied aus.

Wirkliches Interesse und vorurteilslose Beurteilung konnte ich bisher nicht entdecken- daher meine Zurückhaltung.

Wieviel der letzte Beiträge hatten noch etwas mit dem Thema zu tun und halfen Sebastian bei seiner Entscheidung ?

Zu Brandschutz und Strohballenbau bzw Strawbale-building das Internet oder die Fachliteratur bemühen, dann wird man fündig, sofern ein Mindestmaß an wirklichem Interesse vorliegt.

Bei jeder Fortbildungsveranstaltung, Seminaren, in der Architekten-, Ingenieurs-, Meisterausbildung wird auf Recherche und Forschungsergebnisse aus im Internet veröffentlichten Beiträge verwiesen.

Was ist grundsätzlich verwerflich daran ?
Worauf beruhen Ausbildungsinhalte ?

Auch Wissen aus zweiter Hand, von Anderen ist hilfreich- man sollte nur in der Lage sein, die Quellen und Ergebnisse zu beurteilen und gegenteilige Aussagen abzuwägen.

Das kostet Zeit, setzt ggf Sprachkenntnisse voraus und eine vorurteilsfreie Haltung bei der Beurteilung.

Wer sich dann noch die Zeit nimmt, Fortbildungen, Seminare, Symposien, Messen etc zu besuchen kommt eher zu anwendbarem Wissen- und wenn dann noch eigene praktische Erfahrungen und Studien dazu kommen gibts vielleicht insgesamt ein gutes Ergebnis.

Damit sollte es dann auch genug sein.

Beiträge sollen dem Fragenden und anderen Lesern weiterhelfen

Andreas Teich

Hallo Heino,


wer ist "Wir"?

Dein Posting verstehe ich nicht.

Eine "eigene" Leistung kann ich hier gar nicht schlecht gemacht haben, weil keiner der bisher hier Beteiligten eine eigene Leistung, sprich Strohballenhaus, vorweist.

Hier hat Jemand, aus meiner Sicht etwas blauäugig, diese Bauweise in's Spiel gebracht, und ich habe Bedenken angemeldet. Was mich freilich etwas nervt, sind wiederholte substanzfreie Sermone. Aber sei's drum, jeder darf schreiben, was ihm passt.

Und der geneigte Mitleser macht sich seinen Reim darauf.

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 26.02.15

Fachwerkhaus in Kanada


dann können wir uns vielleicht wieder darauf konzentrieren, Beiträge zu bringen, die nicht nur etwas anzweifeln, sondern den Leser informieren und weiterführende Infos bringen ?

auch links aus dem Internet oder Erfahrungsberichte von Anderen sind mir willkommen !!!

Andreas Teich

Dann...


wäre vielleicht jetzt der Zeitpunkt für Sie, einen konkreten Aufbauvorschlag, der zur Frage passt, zu bringen?

Im Übrigen: Am Anfang vieler großen Sachen stand der Zweifel; aber er ist auch der Bestatter von Irrtümern und Schnapsideen. Nix gegen den Zweifel!

Neugierige Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 26.02.15

Wie wär's


mal mit 'nem neuen Thread wenn der Inhalt sich jetzt so wandelt? ;-)
Ein Fachwerkhaus ist romantisch und hat große Vorteile. Die Raumaufteilung ist nicht vernünftig
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 26.02.15

Davon ausgehend...


...daß das Strohballenthema hier nie reinpasste, und der Fragesteller vermutlich schon resigniert hat, wäre tatsächlich die Rückkehr zur Ausgangsfrage wünschenswert.

In Sachen Innendämmung wird wohl Heino Langer am meisten Substanz beibringen können. Interessant wäre, ob Holzweichfaserplatten, und wenn ja, mit welchen Eigenschaften, in Kanada verfügbar sind.

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 26.02.15

Fachwerkhaus-Bilder aus der Bilddatenbank: