Balkon an Gaube anbauen




Wir haben vor, im Dachgeschoss eine Gaube einzusetzen.

Der Boden ist derzeit völlig "leer", sprich, es liegen derzeit nur noch die Balken, alle Füllungen, der Bodenaufbau usw. sind entfernt (d.h. ich kann derzeit aus dem Erdgeschoss bis unters Dach schauen).

Die Gaube ist ebenfalls noch nicht eingebaut. Sie soll ein Glasschiebeelement bekommen und ... die naheliegende Frage ist für uns:
Welchen Aufwand würde es bedeuten, vor diesem Fenster einen kleinen Balkon anzubauen und wie würde man da vorgehen?

Wir würden uns über Anregungen freuen und schicken herzliche Grüße,
Nika und Tom



Ein Weg wäre:



Architekt beauftragen ne Zeichnung nach euren Vorstellungen zu machen, dann zum Statiker wegen des Tragfähigkeitsnachweises, wenn das geklärt ist Bauantrag fertigmachen, zum Bauamt schonmal vorbesprechen wg. Brandschutz und Rettungswege. Hier bei uns in Tü läuft dann nix ohne einen Prüfingenieur, der den Dachboden begutachtet, ob der den h e u t i g e n Bestimmungen entspricht (was unserer gewiss nicht tut - wir sind erst seit ein paar Jahren Erdbebengebiet). Na, und wenn die sich alle geeinigt haben, dann kann der Bauantrag gestellt werden. Wenn ihr dann eure Baufreigabe habt, dürft ihr loslegen.

Was sagt denn euer Zimmermann zu der Idee?

Gruss, Boris



Balkon



Hallo Nika,
welchen Zweck soll der Balkon erfüllen?

Viele Grüße





Die Gaube wird ein großes Fensterelement bekommen, das bis zum Boden reicht und zu öffnen ist.
Der Balkon würde die Möglichkeit geben, dass man sich z.B. dort hinsetzen kann. Er müsste nicht sonderlich weit nach draußen reichen 1 - 1,5 Meter wäre klasse.



Balkon an Gaube anbauen



Hallo Nika,
meine Frage war auch etwas provokativ gestellt. Aus meiner beruflichen Praxis weiß ich, das solche Balkone bei eigenem Grundstück keinen Sinn machen und nicht genutzt werden.
Wozu auch, man hat ja eine Terrasse oder einen Freisitz im Garten.
Etwas anderes ist eine städtische Wohnlage ohne Freiflächen, wo Balkone, Loggien oder Dachterrassen die einzige Möglichkeit sind, mal im Freien zu sitzen.

Bei Eurem Vorhaben empfehle ich Euch, das noch einmal zu überdenken und Vor- und Nachteile miteinander abzuwägen.
Was wäre der Vorteil:
2 Personen können sich auf den Balkon setzen und auf Ihren Garten, den der Nachbarn oder was weiß ich schauen.

Nachteile:
Das kostet Geld, und zwar nicht zu knapp.
Der bauliche Aufwand ist nicht zu unterschätzen, auch wenn der Einbau einiger Kragbalken in die Deckenlage keinen große Sache ist.
Der Bereich des Hauses, der unter dem Balkon liegt, wird abgeschattet.
Man sitzt auf so einer kleinen Fläche wie auf dem Präsentierteller.

Fragt Euch also, ob es das wert ist.

Übrigens:
Bei einer großen Gaube mit Terrassentürelement kann man beide Flügel aufmachen und sitzt praktisch auch an der frischen Luft. Ein außen angebrachtes Geländer reicht als Absturzsicherung.
Dazu noch ein oder zwei Dachflächenfenster und es stellt sich im Sommer schnell das Gefühl ein, auf einer großen Dachterrasse zu sitzen.

Viele Grüße

p.s.:
Wenn Ihr wissen wollt, wo diese Mode herkommt:
Aus dem 19.Jhr. und der Gründerzeit.
Der Herr Fabrikbesitzer Heinrich Gewinnsucht konnte so zum Geburtstag von oben die Huldigungen seiner Belegschaft entgegennehmen oder seine Absichten den Arbeitern kundtun.
In Städten, die eine Garnison hatten (eine Stadt ohne Garnison war keine richtige Stadt) waren solche Stehbalkone die Wertsteigerung bei Häusern, die am Exerzierplatz oder an den Ausfallstraßen lagen, auf denen die Truppen ins Gelände zogen.
So konnten die bürgelichen Fräuleins den Herren Leutnants zuwinken und von der Karriere einer adeligen Hausfrau träumen.
Balkone wurden zum Synonym des reichen Bürgertums und einer guten Immobilienlage.
Arme legten sich ein Kissen aufs Fensterbrett.





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