"Eingepacktes" Fachwerkhaus 1687

Hallo,

ich lese schon länger mit und hab auch schon ein paar Bilder gesehen die mich etwas verunsichert haben.

Wir möchten uns ein Fachwerkhaus zulegen und suchen schon länger. Heute haben wir einen Termin zu einer Hausbesichtigung. Der Besitzer ist Fernfahrer und deshalb nur am Wochenende zuahuse. Ein paar äusserliche Merkmale des Hauses.

- neue Fenster
- neue Dacheindeckung
- Reihenendhaus
- Sandsteinfundament ca. 2m Hoch, da es an einem Hang steht,
- 2 Etagen
- 120 qm²
- Aussendämmung an Stirn und Westseite. Scheint aber etwas moderneres zu sein. Soetwas wie man heutzutage überall sieht.

Restliches Haus konnte man bisher nicht ansehen, da ein Vierbeiner dies nicht wollte.

Da es unsere Erstbesichtigung ist, wollte ich mal fragen auf was ich genau achten muss. Speziell bei Aussendämmung oder eventuell vorhandener Rigipsverkleidung.

Manuel

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 16.03.13

Hausbesichtigung


Hallo Manuel
wenn Du heute den Termin machst, nimm Fotoapperat, Taschenlampe, Spitzhammer mit. Versuche einen Blick hinter die Verkleidungen zu werfen... Mit welchem Material wurde gedämmt? An welchen Stellen kann potentiell Wasser in die Außendämmung eintreten. Wie ist der Zustand der Balken? Wie sind die Außenwände von innen behandelt? Existiert hier eine Luftschicht? Viele Fotos machen und anschließend mit den neu auftauchenden Fragen wieder hier ins Forum einstellen :-)

Grüße, viel Erfolg und ein wachsames Auge bei der Besichtigung
Mathias
Aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen: Bauen mit Naturbaustoffen
Mitglied der Fachwerk.de Community
Lehmbau & Sanierung | | 16.03.13

Die Dinge,


die zu beachten sind, sind zumeist so vielzählig, -fältig und komplex, dass mit ruhigem Gewissen eigentlich keine selektive "Checkliste" an die Hand gegeben werden kann.

Außerdem wissen wir aus Erfahrung heraus, dass viele Unzulänglichkeiten oder Mängel von Laien gar nicht erkannt werden (können).

Vermeintliche "Schnäppchen" oder "Traumhäuser" entpuppen sich oftmals als Fass ohne Boden, wenn es an die Sanierung oder den Umbau geht.
Unlängst hatten wir z. B. den Fall, dass ein vermeintlich ohne nennswerte Aufwendungen zu beziehendes Objekt jetzt, nachdem eingebaute Innendämmungen wegen Tauwasserbildung und Durchnässung entfernt werden mussten, ein klassischer Sanierungsfall ist.

Von daher kann ich nur eindringlich empfehlen, schon bei der ersten eingehenderen Besichtigung einen fach- und sachkundigen Architekten, Ingenieur oder Gutachter hinzuzuziehen, der über viel Erfahrung mit älterer Bausubstanz und über alle Gewerke hinweg, d. h. von Dach und Fach bis hin zur Haustechnik verfügt.

i. V. Dirk Meisinger
so ursprünglich wie möglich, so zeitgemäß wie nötig
Mitglied der Fachwerk.de Community
Meisinger Ingenieurleistungen | | 16.03.13

Ein Experte...


...bei der Besichtigung dabeizuhaben ist natürlich, gerade bei dieser komplexen Situation teilweise Außendämmung, Verkleidungen usw. wichtig und notwendig. Wie Herr Meisinger es sagt. Da der Termin aber eben heute schon ist, wird sich so schnell kaum jemand finden. Daher kann der Fragensteller zunächst so vorgehen, wie ich oben geschrieben habe. Um weitere Fragen zur Bausubstanz darzulegen, mit einem Profi zu erörtern, oder gleich von dem Gebäude abzulassen, wenn es zu viele Ausschlusskriterien gibt...
Ist vielleicht ähnlich wie beim Gebrauchtwagenkauf...
da fährt man das zweite mal ggf. auch mit einem Mechaniker hin... oder eben gar nicht mehr...

Grüße aus Nordhessen

Mathias Josef
Aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen: Bauen mit Naturbaustoffen
Mitglied der Fachwerk.de Community
Lehmbau & Sanierung | | 16.03.13

Das


sehe ich auch so. Erst mal kucken gehen und so viel wie möglich an Infos mitnehmen. Das wichtigste ist doch das er schon jetzt Mitglied im Forum ist ;)

Er kann ja dann erst mal hier nachfragen und dann weiter sehen. Muss net immer gleich Geld kosten...................
Imma rann!!!!!
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 16.03.13

hallo


wenn ein haus ausen gedämmt und innen mit rigips verkleitet ist, kauft man schon die katze im sack, man kann nie genau sagen was darunter los ist. die idee mit dem spitzhammer ist recht lustig mathias, klaar ist das eine gute möglichkeit aber ich glaube nicht das der jetzige besitzer erfreut wäre wenn da irgentwelche kunden mit dem Hammer kommen, die wände aufhacken und anschliesend sage ok das wars hehe. es ist immer ein risiko. neue Dacheindeckung ist schon mal gut aber schauen sie auch genau die Balken an nicht das die morsch sind.
im eg oder in ihrem fall im teilunterkellerten bereich nach wänden suchen die evtl. nicht verkleidet sind ob Feuchtigkeit im unteren bereich vorhanden ist, indizien können tapeten sein die sich ablösen, wasserränder oder ausblühungen. wenn in diesen zimmern fußbodenbeläge wie Fliesen oder ähnliches sind, die fugen anschauen, sind diese feucht oder bestehen auch ausblühungen. sind die Fenster vieleicht von innen beschlagen oder ist vieleicht Schimmel in den ecken.
auf alle fälle immer versuchen den preis zu drücken.

mfg alex


alex | 16.03.13

Eingepacktes Fachwerkhaus


Die Frage kommt gerade häüfiger in´s Forum. Scheint eine der ersten Auswirkungen der EnEv zu sein.

Beidseitig in "moderne" Materialien eingepacktes Fachwerk = totes Fachwerk.
WDVS mit organischs-sytnthetischen Dämmmaterialen (EPS/XPS) und kunststoffangereicherten Putzen außen und/oder GK-Vorsatzschalen mit Mineralwolle innen ("eine schöne, gerade Wand vor die krummen Fachwerkbalken bauen und darin Heizungs- und Elektroleitungen verschwinden lassen), ansonsten noch die eine oder andere Dampfbremse verkleben führt regelmäßig zum Exodus der ehemals kerngesunden Fachwerkkonstruktion. Die können Sie dann mit dem Löffel herauskratzen.

Meiden Sie hochglanzsanierte Objekte. Nehme Sie auf jeden Fall einen fachkundigen Kaufberater mit und sehen Sie sich 2-3 Stunden das Objekt sehr intensiv an. Auch wenn der Makler nervös wird.
... den Dingen auf den Grund gehen ...
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Will Pickartz Architekt AKNW | | 17.03.13


Hallo,

danke für die ganzen Antworten.

Wir haben es uns gestern angesehen und ich muss sagen, dass es nichts für mich ist. Zum einen, weil ich der Dämmung nicht traue. Zum anderen, weil es innen mit Rigipsplatten "verziert" wurde. Zudem ist auf der Rückseite der originale Eingang entfernt und ein moderner Anbau rangeklatscht worden. Im Inneren waren sogar die abgeschnittenen Balken zu sehen.
Die Balken der Kellerdecke sahen aber ganz gut aus. Kein Pilz oder irgendwelche Löcher. Und er war trocken. Vermutlich wegen der Gasheizung.

Dafür war der Garten schön nur will ich dort ja nicht wohnen. Da müssen wir wohl noch weitersuchen.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 17.03.13

Besichtigung-Bilder aus der Bilddatenbank: