Aufbau ungedämmter Fußboden im EG

Hallo liebe Forengemeinde,

wir sanieren gerade ein kleines Fachwerkhaus. Im EG ist ein Flur mit einem ca. 30 cm höheren Betonboden, der zu einem Abstellraum und zum Bad führt, das in einem roten Klinkeranbau ist. Durch den hohen Boden ist in diesem Flur lediglich eine Stehhöhe von 1,85m zwischen den Balken vorhanden.

Dieser ca. 2,5 m lange Flur soll nun abgesenkt werden. Rechts des Flures ist eine Außenwand. Der Schwellbalken liegt hier auf einem Natursteinsockel.

Nun möchten wir den Boden herausstemmen und schauen, wie tief wir gehen können. Ich gehe davon aus, dass dieser Absatz aus dort verlegten Abwasserleitungen beruht. Je nachdem wie tief wir runter gehen können, suche ich noch eine guten Aufbau für den neuen Fußboden. Sofern es passt würde ich wie folgt vorgehen:

60...80 mm Beton, leicht bewehrt
Bitumenbahn
40 mm Estrich

Wahrscheinlich ist die Bitumenbahn nicht förderlich oder schädlich oder gar nicht notwendig.
Gegen eine Lösung bei der wir nicht bis ins Erdreich vorstoßen müssen und auf dem vorhanden Beton aufbauen können, hätte ich natürlich auch nichts einzuwenden.

Hierauf sollen bisher Fliesen verlegt werden. Wenn euch ein besonders flacher Aufbau aus Dielen auch in den Sinn käme, könnte man darüber auch nachdenken.

Ich freue mich über Eure und Ihre Anregungen.

Viele Grüße,
C. Bürger


C. Bürger | 16.01.17

Fußbodenaufbau im Flur


je nach Untergrund kann können als niedrigster Aufbau auch nur Schiefer-, Granit-, Sandsteinplatten in scharfen Sand gelegt werden- analog zur Terrassenverlegung.
Vorher den Boden gut verdichten.

Abdichtung ist primär dann notwendig, wenn ein Holzbodenaufbau erfolgen soll oder sorptionsfähige Dämmstoffe untergelegt werden.

Es gibt gerade Beiträge hier zu einem erdberührten Bodenaufbau wie bei dir.
Der ist abhängig von der möglichen Aufbauhöhe und wieweit gedämmt werden soll.
Du könntest auch auf den nivellierten Boden Schaumglas- oder XPS-Platten auflegen und darüber Platten in Mörtel verlegen.

Andreas Teich

doppel


doppel

Fußbodenaufbau


Ich hoffe das der "Beton" nur ein paar Zentimeter dick ist. Das Zeug muß nämlich raus.
Sie müssen etwa 30 Zentimeter tiefer kommen, Minimum sind 25 Zentimeter. Falls Leitungen auftauchen müssen die tiefer gelegt oder verlegt werden. Falls Sie in den Bereich der Fundamentflanke kommen gibt es hier ein paar Verfahrensschritte zu beachten.
Die genaue Vorgehensweise ergibt sich erst wenn Sie anfangen abzubrechen.
Immer vorher Gehirn einschalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 17.01.17

Abbruch


Vielen Dank f?r die ersten Antworten.

Der Abbruch zeigt, das in dem Bereich ca. 4 cm Betonplatte lagen und darunter sich ca. 20...25 cm Sand anschlie?en. Leitungen k?nnen nicht ohne weiteres tiefergelegt werden, da nicht das gesamte EG ausgeschachtet werden soll (der vordere Bereich liegt schon unterhalb des Stra?enniveaus).

Im n?chsten Schritt wird der Sand herausgebracht und geschaut, wie weit man noch tiefer gehen kann ohne Fundamente zu untergraben.

Nichts desto trotz, suche ich einen d?nnen Bodenaufbau, um m?glichst viel Raumh?he zu gewinnen. Dementsprechend wird ein Aufbau mit D?mmung mit st?rken von 25 cm und mehr nicht m?glich sein.

Da es sich im EG lediglich um Durchgangsbereiche zu einem Bad und eine Abstellraum handelt, kann man hier auch getrost auf D?mmung verzichten. Die 5% W?rmeverluste sind bei einer Grundfl?che von knapp ?ber 30m? zu verschmerzen und hinzunehmen.

Dementsprechend w?rde ich mich ?ber weitere Ideen freuen.

Viele Gr?


C. B? | 17.01.17

Fußbodenaufbau


Ich gehe von einer Aufbauhöhe von 10 bis 15 Zentimetern inklusive Dämmung aus. Die lichte Höhe muß vergrößert werden. Es gibt einige wenn auch ungewöhnliche Lösungen, das "wie" hängt allerdings von der realen Situation vor Ort ab. Am besten ist sich die Sache selber vor Ort ansehen. Vielleicht geht es auch mit Fotos nach dem Aushub, dem Übergang zum Bad.. je mehr Fotos je besser.

Jede Leitung kann man umverlegen.
Immer vorher Gehirn einschalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 17.01.17

Dünner Bodenaufbau


Untergrund nivellieren
12,5 mm Cetris, Betonyp oä zementgebundenen Spanplatte verlegen, ggf darauf Dampfsperre
Ab 50 mm XPS-, Glasschaum-, PUR/PIR-Platten verlegen
10 mm Holzfaserplatte
20 mm Creatonplatten verlegen

Aufbauhöhe ca 100 mm

Andreas Teich

Aufbau ungedämmter Fußboden im EG


Hallo,

vielen Dank für die bisherigen Antworten.
Es ist bisher abzusehen, dass wir durchaus bis 15 cm Aufbauhöhe gehen können. Das Abflussrohr muss nur im Bad tiefergelegt werden, da es sehr tief liegt (55cm unter dem bisherigen Aufbau). Der Sinn dieses Sockels hat sich bisher nicht erschlossen ;)
In der Zwischenzeit haben wir auch das Badezimmer ausgebuddelt und bis auf Fundamentniveau ausgeschachtet. Mittlerweile plane ich den bewohnten Bereich zu nivellieren (Küche, Flur, Bad).

Die Idee von Herrn Teich finde ich prinzipiell gut, doch scheint sie ja sehr kostenintensiv zu sein. Grob überschlagen komme ich auf 55€/m². Zudem ist es mit dem Schneiden der zahlreichen Plattenbaustoffe recht aufwendig.

Am Samstag laufe ich aber nochmal mit der Kamera durch.

Mir wurde jetzt vom lokalen Handwerker der folgende Aufbau vorgeschlagen:

PE-Folie
50 mm XPS
60...80mm Stampfbeton
~ 18,80 €/m²

Alternativ, damit keine Mäuse und Ratten durchkommen:
PE-Folie
60...80mm Stampfbeton
50 mm XPS
20mm Fermacell
~36,80 €/m²

Die Böden würden komplett mit Fliesen belegt werden.

VG,
Christian


C. Bürger | 19.01.17

Preise für Fußbodenaufbau


Cetris-Platte 10 mm ca 6,-€/qm
XPS 80 mm ca 12,-€/qm
Holzfaserplatte 10 mm ca 3,-€/qm
Creaton-Tonestrich 20 mm ca 20,-€/qm
Kleber dafür ua. 4,-€/qm. = 45,€ inkl MwSt

120 mm Aufbauhöhe,
U-Wert 0,37 W/m2K
Kosten 45,-€ fertiger Boden inkl Belag
Die Dämmung könnte natürlich noch verbessert werden

bei nagersicheren Schaumglasplatten ca 60,-€/qm,
bei niedrige Aufbauhöhe mit gutem U-Wert.

Andreas Teich

Fußbodenaufbau


Nichts gegen lokale Handwerker, aber ob das praktikabel ist bezweifle ich.
Die PE- Folie wird durch die nachfolgenden Montagearbeiten zerstört und verschiebt sich wenn sie lose auf dem Baugrund liegt. Die Dämmplatten solltn zweilagig mit versetzten Fugen hohlraumfrei, eben, waagerecht und voll aufliegend verlegt werden. Die letzte Forderung halte ich hier für nicht ausführbar. Stampfbeton ist Quatsch,wer soll den einstampfen. Etwa 50 mm Zementestrich auf Schrenzlage wäre hier möglich. Nachteil: Die lange Abbinde- und Trocknungszeit.
In der zweiten Variante reichen ein paar Zentimeter Beton 0/8 oder Zementmörtel als Sauberkeitsschicht aus. Die muß exakt eben, waagerecht und glatt eingebaut werden. Wenn das nicht erfolgt kippelt die Dämmlage und in Folge dann der Trockenestrich. Dann die Dämmung, dann der Trockenestrich, dann die Fliesen. Bei Fliesenbelag empfehle ich über eine Entkopplungsmatte nachzudenken.
Immer vorher Gehirn einschalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 20.01.17

Online-Bodenplaner


Hallo C. Bürger,

es gibt einen Online-Bodenplaner von fermacell, der dir vielleicht weiterhilft. Bisher wurden damit gute Erfahrungen gemacht, weil man alle Angaben individuell anpassen kann (Dämmung, Fliesen usw.).

Schau mal hier: http://bodenplaner.com/

Viel Erfolg weiterhin!

Mitglied der Fachwerk.de Community
Fermacell GmbH | | 24.01.17

Aufbau-Bilder aus der Bilddatenbank: