Holzspalt / Balkenfugen wetterseitig schließen

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Eike1

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balken-wetterseitig-verbindungsstellen-i30503_202355142710.jpgHallo zusammen!

Wir restaurieren aktuell unser altes Bauernhaus von ca. 1830. Im Sommer haben wir bereits alle Gefache entfernt und mit weichgebrannten Tonziegeln im RF und Trasskalkmörtel neu ausgemauert. Zuvor wurden alle Balken von Consolan befreit und anschließend gesandstrahlt. Die Balken wurden mit Leinöl behandelt.

Wetterseitig haben wir teils bis zu 2cm breite Fugen an den Verbindungsstellen der Balken. Diese waren zuvor mit einer harzartigen Maße zugestrichen. Das Holz im Spalt ist überall gesund.

Da die Spalte teils sehr groß sind, würde ich sie gern verschließen. Auskeilen kommt für uns nicht in Frage. Welche Materialien bieten sich hierfür an?

Vielen Dank für Beispiele!

Gruß Eike
 
Lehmfugenfüller

Einfach mal googeln. Das sollte Mittel der Wahl sein. Kann man nach dem erhärten auch mit leinöl(Farbe) im selben Ton wie das Holz behandeln.
 
Warum nicht ausspanen?

Lehmfugenfüller ist für innen.
Wenn Pampe, dann z. B. Histolith Sanopas, o. ä.

"Auskeilen kommt für uns nicht in Frage."
Wenn dann Ausspanen, das wäre fachgerecht.
Vor allem bei so breiten Stoßfugen wie auf dem Foto.

Gruß,
KH
 
Anschlussfugen falsch

Du solltest unbedingt den Mörtel der Anschlussfugen zwischen Gefachen und Balken hinter die Vorderkante des Holzes reduzieren. Vor allem an der oberen waagrechten Fuge läuft das Wasser vom Holz hinter den Mörtel, in die Fuge/die Wand rein!

Gruß,
KH
 
wetterseitig-balkenfugen-schlie-en-i30503_202357103247.jpgHolzspalt / Balkenfugen wetterseitig schließen

Na dann werden wir mal ausspanen probieren. Tipps zum Faserverlauf der Holzstücke? Dann habe ich zumindest mal nen Grund mir ne Kappsäge zu kaufen. Eigentlich wollte ich mich da nicht ranbegeben, da die Fassade knapp 200m2 hat...
 
anschlussfugen-hergestellt-fachgerecht-i30503_202357103427.jpgAnschlussfugen

Die Anschlussfugen wurden fachgerecht hergestellt. Stehen nicht vor, das täuscht auf dem Bild.
 
Ich bin da...

...eher für Histolith Sanopas. Fugenflanken gut reinigen, Rundrum Abkleben, damit der restliche Balken nicht verkleckert wird.

Ich bezweifle nämlich, daß das "Ausspanen" hier zu wesentlich dauerhafteren Ergänzungen führt. Zudem wird man beim Ausspanen auch nich an der Originalsubstanz verputzen, Herumkratzen, Schleifen, Begradigen. Optisch wird das auch kein echter Gewinn.

Grüße

Thomas
 
Schlagregenschutz

Mir geht es primär um Schlagregenschutz. Wir werden einen Lehmwandaufbau mit 60mm Weichholzfaserplatte und Wandheizung installieren. Eindringende Feuchtigkeit kann somit in gewissem Maße weggetrocknet werden.

So ein tiefer Wassersammelspalt ist mir trotzdem irgendwie ein Dorn im Auge. Die Zimmermänner haben "neues Eichenholz" genutzt, das fällt optisch schon sehr stark auf. Meine bisherige Ausbesserungen mit Altholz fügen sich unsichtbar ein. Ich würde wenn auch mit Altholz ausspanen. Werde ich nächste Woche mal berichten :)
Gruß Eike
 
Die beste Anpassung...

...an die gegebene und oft unregelmäßige Form böte nun mal der Kitt.

Quer zur Maserung kurze (Holz)Ergänzungen dürften zudem kaum dauerhaft sein. Wenn, dann längs.

Grüße

Thomas
 
ausspanen-anpassung-fachwerk-i12737_20235714554.jpgRe: Ich bin da...

Sanopas und andere Holzrisspasten härten mit der Zeit aus und werden mehr oder weniger "starr". Das Holz bleibt aber elastisch und "arbeitet" immer weiter. Da die Flankenhaftung von solchen Spachtelmassen bei weitem nicht so hoch ist wie von Leim, gehen auch damit Risse und Fugen wieder auf wenn das Holz mehr schrumpft als die Elastizität der Paste her gibt.
Abgesehen davon, in so breiten Spalten wie auf dem Foto zu sehen, funktioniert Sanopas sowieso nicht.
Zitat aus dem technischen Datenblatt: "Bei Rissen und Öffnungen mit einer Breite von mehr als 10 mm in die eingefüllte Risspaste zusätzlich ein passendes trockenes Holzstück eindrücken."
Also doch ausspanen.... ;-)

Entgegen aller Zweifel hält Ausspanen genauso lange wie alle anderen Reparaturen, bzw. Auswechselungen beschädigter Balkenabschnitte, wenn die "Späne" genauso fachgerecht eingeleimt werden.
Zudem ist ein verwittertes Fachwerk ist kein Fußboden und erst recht kein Möbelstück. Da wird selbst von Restauratoren dran herumgekratzt, verputzt und wenns dem konstruktiven Holzschutz dient, auch mal geschliffen und begradigt.
Optisch fällt das am Ende kaum auf, wenn es gut gemacht ist. Jedenfalls weniger als das übliche "Histolith-Geschmiere". ("Rundrum Abkleben, damit der restliche Balken nicht verkleckert wird." macht in der Realität keiner...wie gesagt, es geht um Fachwerk nicht um Möbel)

Gruß,
KH
 
Re: Die beste Anpassung

@ Thomas
Vergleichen wir es mal mit einer Situation aus deinem Metier, einem Dielenboden.
Bei einem solchen Boden hast du zwei Optionen: Entweder die Fugen zu spachteln, oder die Fugen aufweiten und Leisten (einseitig mit Leim bestrichen) ein leimen. Werden die Fugen zu gespachtelt, ist es nur eine Frage der Zeit bis sie wieder auf gehen, die Risse evtl. unregelmäßig mal links , mal rechts der Spachtelmasse entstehen. Es gibt keine definierte Sollbruchstelle. Dazu kommt dass die Spachtelmasse evtl. stellenweise beidseitig abplatzt und in die Fuge fällt (oder der Staubsauger holt sie raus, oder oder).
Leimt man in den aufgeweiteten Fugen Leisten an die Dielen, gehen die nicht verleimten Fugen ebenfalls früher oder später wieder auf, aber als gerade Linien, weil der "Abriss" durch die einseitige Verleimung definiert ist und die Leisten fallen nicht heraus. Es ist eine viel dauerhaftere Art Fugen zu minimieren.
Genau darum gehts doch letztendlich "nur". Du wirst mir doch hoffentlich recht geben, wenn ich sage, weder ein (nicht vollflächig verklebter) Dielenboden, noch ein Fachwerk kann fugenlos dicht verschlossen werden.

Gruß,
KH
 
Groß ist das Internet...

...und Jeder findet Etwas, was ihm Recht gibt. Schön.

Anhand des Bildes hier würde ich tatsächlich abkleben, weil alle Oberflächen rundum fertig sind. Das geht schnell, wenn man nicht aus der grobstofflichen Ecke der Holzbearbeitung, also aus der Zimmerei, kommt.

Es spricht doch auch nichts dagegen, bei breiteren Fugen ein Hölzchen mit einzudrücken. Es muß nicht exakt angepasst werden, weil der Kitt es hält. Der leinölbasierte Kitt wird allenfalls verzögert hart. Wer dem Leinölprodukt nicht trauen sollte, kann Ponal Duo selber pigmentieren. Das bleibt elastisch.

All das ist kein hoher Aufwand, und bei einigen Handvoll lediglich balkenbreiter Fugen ohne Stress zu stemmen. Für die Variante mit den Leistchen will sich der Fragesteller erst eine Kappsäge kaufen... An den Balken wird nachgearbeitet werden müssen. Die Holzplomben verputzt werden. Und wenn dann der falsche Kleber genommen wurde, oder die Flankenhaftung bei dem alten Material nachgibt, taugt es dennoch nichts.

Wären Längsrisse in Balken zu schließen, griffe ich auch eher zu Spänen, und würde sie in Ponal Duo pigmentiert einsetzen. Um wie hier die Balken zu "verlängern", scheint mir die Kitt - Variante, ggf. halt mit eingelegtem Hölzchen, besser.

Vergleiche mit Dielen sind da eher unpassend.

Grüße

Thomas
 
th-ringen-ilmenau-klebestreifen-i3214_2019726154753.jpgDielen...

...sind ein anderes Thema.

Hier ein Abschwiff dazu:


"Vergleichen wir es mal mit einer Situation aus deinem Metier, einem Dielenboden.
Bei einem solchen Boden hast du zwei Optionen: Entweder die Fugen zu spachteln, oder die Fugen aufweiten und Leisten (einseitig mit Leim bestrichen) ein leimen. Werden die Fugen zu gespachtelt, ist es nur eine Frage der Zeit bis sie wieder auf gehen, die Risse evtl. unregelmäßig mal links , mal rechts der Spachtelmasse entstehen. Es gibt keine definierte Sollbruchstelle. Dazu kommt dass die Spachtelmasse evtl. stellenweise beidseitig abplatzt und in die Fuge fällt (oder der Staubsauger holt sie raus, oder oder)."

Das hängt ganz ohne Zweifel von der Qualität der Ausführung und dem Kittmaterial ab. Mischt man einfach Schleifstaub mit Weißleim und schmiert die Fugen voll, passiert es wie beschrieben. Füllt man die Fugen stattdessen z.B. mit einer vertieften Fugenschnur und verschließt mit Profi Seal SMP von Bostik, bleiben die Fugen dauerlastisch. Und bereitet man die Dielenflanken korrekt vor, reißt die Kittfüllung auch nicht ab.

"Leimt man in den aufgeweiteten Fugen Leisten an die Dielen, gehen die nicht verleimten Fugen ebenfalls früher oder später wieder auf, aber als gerade Linien, weil der "Abriss" durch die einseitige Verleimung definiert ist und die Leisten fallen nicht heraus. Es ist eine viel dauerhaftere Art Fugen zu minimieren.
Genau darum gehts doch letztendlich "nur". Du wirst mir doch hoffentlich recht geben, wenn ich sage, weder ein (nicht vollflächig verklebter) Dielenboden, noch ein Fachwerk kann fugenlos dicht verschlossen"

Eingeleimte Fugenleisten reissen übrigends auch dann, wenn man sie korrekt einklebt, nicht selten später ab.

Im unten gezeigten Beispiel aus einem Thüringer Museum waren unregelmäßige Flanken, unregelmäßiger Altschliff, erhaltenswerte Patina, stark gerundete Brettkanten und statisch betrachtet zu dünne Bestandsdielen Gründe, vom Ausspanen abzusehen. Die 4-16mm breiten Fugen der stumpf gestossenen Dielen wurden mit passenden PE-Schnüren nach unten verschlossen und mit dem oben erwähnten Bostik - Produkt passender Farbe geschlossen. Da auf der durchgehenden Abklebung abgezogen wurde, konnte auf ein Verschleifen der Kittmasse verzichtet werden. Ein ungewöhnliches, aber zielführendes Verfahren. Auch noch nach Jahren ohne Abrisse und Versprödungen.

Und ja: Fugenlos verschlossen. Das war nicht der Sinn des Ganzen, kleine gleichmäßige Fugen wären tolerabel gewesen. Die Fugenlosigkeit gab es systembedingt als "Beifang".

Grüße

Thomas
 
fertiggestellt-i3214_202357173858.jpgUnd hier...

ist der Boden fertiggestellt. Und so sieht er nach 4 Jahren immer noch aus.
 
Re: Anschlussfugen

"Die Anschlussfugen wurden fachgerecht hergestellt. Stehen nicht vor, das täuscht auf dem Bild."

Nicht vorstehen ist nicht gleich fachgerecht. Fachgerecht wäre, wenn der Mörtel der Anschlussfugen nicht einfach über die Vorderkante der Balken abgezogen wäre und nicht auf der Vordeseite der Balken haften würde. Nochmal. vor allem an den oberen waagrechten Anschlussfugen kann so das an der Wand runter laufende Wasser hinter den Mörtel und in die Risse zwischen Mörtel und Holz rein laufen.
Selbst wenn da jetzt noch keine Risse sind/sein sollten, in 1 - 2 Jahren sind da welche, wahrscheinlich sogar jede Menge...

Falls du beim Zuschmieren der Stoßfugen bleibst, achte wenigstens darauf dass du so zu schmierst, dass sich kein Wasser hinter der Pampe stauen kann und die vermutlich sowieso schon "angefressenen" Zapflöcher und Zapfen von innen heraus noch mehr vergammeln.

Gruß,
KH
 
Thema: Holzspalt / Balkenfugen wetterseitig schließen

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