Dichtschlämme vs. Folien, bitte um Diskussionsbeiträge

Diskutiere Dichtschlämme vs. Folien, bitte um Diskussionsbeiträge im Forum Sanierung allgemein im Bereich - Wie heißt es immer so schön: "Aus aktuellem Anlass".... ....möchte ich hier eine kleine fachliche Diskussion eröffnen zu der Frage, was speziell...
KHH

KHH

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Wie heißt es immer so schön: "Aus aktuellem Anlass"....
....möchte ich hier eine kleine fachliche Diskussion eröffnen zu der Frage, was speziell in der Altbausanierung als Abdichtung gegen aufsteigende Feuchtigkeit in Wände und/oder betonierte Bodenplatten die bessere Lösung ist: Dichtschlämmen und/oder physikalisch-chemisch wirkende Injektionen vs. Folien im weiten Sinne, sprich Kunststofffolien, Bitumenbahnen, usw..
Der "aktuelle Anlass" ist dieser Beitrag: https://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/306527$.cfm#306549.
Speziell die Frage wie der Anschluss einer neuen Abdichtung auf einer neuen Sauberkeitschicht an eine vorhandene, über der Sauberkeitschicht liegende Mauersperrbahn bestenfalls ausgeführt werden sollte.

Damit man sich nicht den verlinkten Beitrag in Gänze durch lesen muss, eine kurze Zusammenfassung:
Vorhanden sind Außenwände aus Ziegelsteinmauerwerk, mit einer Mauersperrbahn in einer Lagerfuge ca. eine Steinlage über einer neu eingebauten Betonplatte als Sauberkeitsschicht/Rohboden.
Der Altputz ist am Wandfuß bis über die Horizontalsperre entfernt, die Mauersperrbahn endet bündig mit der Steinvorderkante, die Betonplatte ist gegen das rohe Mauerwerk gegossen.
Die Frage ist: Wie wird in so einer Situation der weitere Bodenaufbau gegen aufsteigende Feuchtigkeit am Besten abgedichtet?

Mein Vorschlag ist: Die Lagerfuge, in der die Sperrbahn liegt einige cm tief auszukratzen, um den Rand der Sperrbahn freizulegen, an diesen Rand einen Streifen Abdichtunsgfolie oder breites Abdichtungklebeband anzukleben, eine Folie auf die Bodenplatte auszulegen, deren Ränder bis zur Sperrbahn hoch zu ziehen und mit dem Folienstreifen, bzw. Klebeband zu verkleben.
Meiner Meinung nach bekommt man nur so eine genügend elastische Abdichtung hin, die die unterschiedlichen Bewegungen von Mauerwerk und Bodenplatte dauehaft aushalten/mitmachen.

Eine anderer Vorschlag ist (der Einfachheit halber copy&paste):
(Zitat) "In solchen Fällen bin ich wie folgt vorgegangen.
Ich habe / Den Putz ins gesamt abgeschlagen .
Die freigelegte Pappe ( Horizontalsperre ) ca. 2-3cm tief ausgestemmt ( geschält )
Dann die Fuge mit einem Dichtmörtel versiegelt - Mit dem Dichtmörtel habe ich eine Hohlkehle zwischen Mauerwerk und Bodenplatte erstellt.
Dann eine Sulfatexschlämme ( Z.b. von Remmers ) bis ca. 1 Steinreihe über die Horizontalsperre und ca. 10cm über die Hohlkehle zur Bodenplatte aufgetragen . und mit Zementmörtel angeraut ( Vorspritzmörtel. Die Schlämme hat die Aufgabe den Bereich gegen Feuchtigkeit und Bauschädliche Salze zu versiegeln. Dann einen Bitumen Voranstrich auch auf die gesamte Betonsohle aufgetragen ( bis etwas unter Estrich höhe ) Dann eine Schweißbahn V 60 ( Dampfsperre ) mit dem Brenner aufgeschweißt. Der direkte Anschluss zur vorhandenen Horizontalsperre mit einer Dichtbahn ist praktisch kaum möglich . Zu dem sind Mineralische Abdichtung Maßnahmen gegen negativ wirkende Belastung wie Feuchtigkeit und Mauersalze besser geeignet , gegenüber Folien , weil sie sich besser mit dem Untergrund verkrallen können. Zu dem sind sie Kunststoff modifiziert , was eine Rissbildung in den Bereichen ausschließt." (Zitat Ende)

Um die Diskussion zu eröffnen, meine erste Antwort dazu:

@ Dearno, du schreibst: "Mit dem Dichtmörtel habe ich eine Hohlkehle zwischen Mauerwerk und Bodenplatte erstellt." und "Zu dem sind sie Kunststoff modifiziert , was eine Rissbildung in den Bereichen ausschließt."
Mit "in den Bereichen" meinst du wahrscheinlich auch die Fuge zwischen einer Rohbodenplatte, bzw. Sauberkeitsschicht (womit ich das Gleiche bezeichne) und den Wänden.
Genau das ist die Stelle von der ich denke, dass ein Dichtmörtl und eine Dichtschlämme auf Dauer nicht funktioniert. Frage: Wie elastisch ist denn ein kunststoffvergüteter Dichtmörtel und eine Dichtschlämme und wie dick muss die Schlämme aufgezogen werden, als dass sie die konträren Bewegungen von Wänden und einer "lose" dazwischen liegenden Bodenplatte auf Dauer mit machen?
Oder anderer Fall: Kann eine auf einen Wandfuß aufgezogene Dichtschlämme Rißbildungen im Mauerwerk unterhalb der Mauersperrbahn mitmachen?
Ich frage deshalb, weil ich erst 3 - 4 mal Dichtschlämmen verarbeitet habe und immer das gleiche Produkt verwendete. Diese Schlämme schien mir nach Aushärtung nicht besonders elastisch. Ich hatte nicht das Gefühl dass sie einen nachträglichen Riss von 1-2 mm mit macht.

Gruß,
KH
 
Dichtschlämme vs.Folie

Hallo - Ich steige dann mal ein
Beginnen möchte ich bei der vorhandenen im Altmauerwerk verlegt Bitumen Sperrbahn.
Ich würde es mir nicht zutrauen die Sperrbahn unter und oberseitig so weit sauber freilegen zu können , das ich übergangslos eine neue Folie Wasserdicht und Sulfat beständig ankleben kann . Zu dem hat diese alte Sperrbahn mindestens 50Jahre oder mehr gegen Feuchtigkeit und Mauersalze halten müssen und ist so sicher mittlerweile recht spröde.
Kommen wir zum Dichtmörtel / dazu möchte ich auch auf Materialien der Fa. Remmers verweisen . Soll aber keine Werbung sein .
2mm Setzungen halte ich für übertrieben viel. Rissbildungen in der Stärke , in einer aufgetragenen Schlämme oder auch im Dichtmörtel sind in der Regel Verarbeitungsfehler / Der Untergrund war nicht entsprechend vorbereitet , zu trocken . das Material wurde in einem Arbeitsgang zu dick aufgetragen , oder das Material ist nicht nach Herstellerangaben in der Konsistenz angerührt worden.
Sollte es dir den noch gelingen eine Folie so wie beschrieben einarbeiten zu können - wie würdest du diese auf der neuen Bodenplatte verkleben , oder sollte diese ohne festen Kontakt verlegt werden ?
Sperrbahnen im Altmauerwerk verursachten in der Außenhaut der Kellerwand Horizontalrisse . Diese wurde verursacht aufgrund von früheren Setzungen. ( vor Jahrzehnten und sind mittlerweile abgeschlossen. ) zu dem wurden die Außenflächen mit starren Zementputzen versiegelt welche diese Bewegungen nicht auffangen konnten. Dadurch hat sich ober und unterseitig der Sperrbahn eine vermehrte Feuchte und Salzbelastung ergeben . Durch das ausschälen der Sperrbahn und das kraftschlüssige einbringen des Dichtmörtels schaffe ich hier eine kapillare Unterbrechung auf die Oberfläche der Innenwand. Dieses ist mir mit der angeklebten Folie nicht möglich. Zu dem habe ich die Möglichkeit über das Mineralische Abdichtungssystem nahtlos in den aufsteigenden Wandbereich mit entsprechenden Materialien gegen Mauerwerksfeuchtigkeit und Sulfatbelastungen weiter zu sanieren. Ich sehe da nicht primär nur den Bodenaufbau sondern betrachte den alten Baukörper im ganzen , welcher seinen Anspruch zur Sanierung gegen Altlasten sicher auch im aufsteigenden Mauerbereich haben wird.
 
Einzelfallentscheidung

für die Frage gibt es keine endgültige Lösung. Wenn neue Risse durch Setzungen ausgeschlossen werden können, ist Dichtschlämme sicher das Produkt, dass sicher einfacher verarbeiten und auf dem sich besser aufbauen lässt. Bei Kellerabdichtungen von außen leisten Bitumenbahnen gute Dienste.
Die Frage ist auch, wie empfindlich gegen Fehler der komplette Aufbau nach der Abdichtung ist.
Bei einer Holzfaserdämmung unter einem diffusionsdichten Bodenbelag führt jedes Leck langfristig zu Schäden, während sich auf einem Kalkputz an der Wand ein kleines Leck wahrscheinlich gar nicht zeigt.
 
Re: Einzelfallentscheidung

"Wenn neue Risse durch Setzungen ausgeschlossen werden können,"
"Die Frage ist auch, wie empfindlich gegen Fehler der komplette Aufbau nach der Abdichtung ist."
Diese Voraussetzung und diese Frage sind für mich in Summe schon ein Grund warum ich bei "starren" Abdichtungen, wie Schlämmen, Injektionsverfahren, usw. sehr skeptisch bin.
Denn sowohl im Altbau. als auch im Neubau gibt es im Laufe der Zeit meistens, ich würde fast sagen, immer, an irgendwelchen "Ecken" Setzungen und Bewegungen. Sei es durch Erschütterungen an stark befahrenen Straßen od. Bahnlinien, sei es durch wechselnde Feuchtigkeit im Untergrund, in Bergbauregionen, Hanglagen, Tiefbauarbeiten ums Gebäude, usw..
Ich kenne keine wissenschaftlichen Untersuchungen, denke aber, rein von der Logik her sind "elastische", z. B. Folien-Abdichtungen mindestens fehlertoleranter. Eben weil sie Bewegungen besser mit machen als starres Material.
Die Haltbarkeit, sprich Dauerhaftigkeit hängt in beiden Fällen von der Haltbarkeit der verwendeten Materialien ab. Bestes Beispiel sind die vor vielen Jahren eingebauten Dachpappen. Wenn die ihre "Halbwertszeit" überschritten haben werden sie auch bröselig und undicht. Aber ob chemische, kunststoffvergütete Materialien so lange halten wie Dachpappe muss sich erst noch beweisen.

" Bei einer Holzfaserdämmung unter einem diffusionsdichten Bodenbelag führt jedes Leck langfristig zu Schäden,.."
Richtig, sie verrottet mit der Zeit. Aber auch nicht verrottendes Material bringt wenig, wenn der Schimmel unter dem Belag sprießt.

"....während sich auf einem Kalkputz an der Wand ein kleines Leck wahrscheinlich gar nicht zeigt."
Nicht richtig, der Kalkputz lässt die Feuchtigkeit sogar noch schneller durch als andere Putze. Nur wenn das Leck so klein ist, dass die Feuchtigkeit an der Oberfläche schneller verdunstet als sie aus dem Leck austritt, könnte es sein dass man nichts sieht.

Gruß,
KH
 
Belastung des zu sanierenden Gebäude

Was in der Fragestellung und dann logischer weise auch in der Antwort immer zu kurz kommt ist die Belastung eines Altmauerwerks im Bezug auf die Bauschädlichen Salze mit denen jedes Bauwerk zu kämpfen hat.
Feuchtigkeit ist mit Folien oder Kunststoff modifizierten Materialien sicher in den Griff zu bekommen. Der Anschluss an alt vorhandenen Sperrbahnen mit Folien Material wird dabei sicher nicht einfach sein. aber Salze die sich aus dem belasteten Altkörper lösen sind ganz sicher mit Sperrbahnen nicht in den Griff zu bekommen sein. Dazu braucht es Materialien welche die natürlichen Expansionsvorgänge zulassen und trotzdem nicht dazu führen das sich aufgetragenes Material flächendeckend löst. Dieses erlaubt nur ein in sich gebundenes Mineralisches Sanierungssystem.
 
Horizontal oder vertikal?

Ich setze mal noch etwas früher an.
Die erste Frage ist, was will ich erreichen?
Geht es darum das Aufsteigen von Feuchtigkeit über einen bestimmten Punkt, besser gesagt, eine bestimmte Höhenlinie hinaus zu unterbinden, oder geht es darum zu verhindern dass Feuchtigkeit und die darin enthaltenen Salze eine Mauerwerks- bzw. Putzoberfläche beschädigen/zerstören?
Das sind zwei völlig verschiedene Ansätze.
Salze schädigen Stein nicht (Mörtel u. U. auf Grund chem. Reaktionen schon eher), solange sie noch in Wasser/Feuchtigkeit gelöst sind. Erst durch die Kristallisation expandieren sie und es entsteht ihre Sprengwirkung.
D. h., will man "nur" dass ein Fußboden im EG von unten her, oder ein Wandfuß ab Oberkante Erdniveau trocken bleiben, braucht es keine Maßnahmen um den Kristallisationsprozess zu verhindern.
Solange der Untergrund oder das Fundament feucht bleiben, gibts keine zerstörende Expansion. Die Salze bleiben gelöst im durchfeuchteten Stein. Den Grenzbereich am Erdniveau mal außen vor gelassen.

Etwas ganz anderes ist, wenn es darum geht, z. B. einen Putz vor Ausblühungen und Abplatzungen zu schützen. Da sind vertikal abdichtende Folien und abdichtende Beschichtungen (in welcher Form auch immer) völlig kontraproduktiv. Die Folien sperren die Feuchtigkeit im Mauerwerk nur ein, wodurch sie noch weiter hoch zieht.
Das ist der Punkt an dem ich mich gerne belehren/weiterbilden lasse.
Ich habe bis jetzt noch nicht verstanden, bzw. nachvollziehen können, wie angeworfene oder aufgezogene oder aufgestrichene Sanierungssysteme die Expansion von kristallisierenden Salzen DAUERHAFT "überleben" und gleichzeitig die Feuchtigkeit entweichen lassen. Wie wird die Kristallisation unterdrückt, bei gleichzeitiger Verdunstung des Wassers?
Kann das bitte ein Mitleser hier mal erklären?

"Der Anschluss an alt vorhandenen Sperrbahnen mit Folien Material wird dabei sicher nicht einfach sein."
Das ist in den meisten Fällen so. Keine Mauersperrbahn steht weit genug vor, als dass man an ihr "einfach so" eine neue Folie anschließen kann. Manchmal sind die alten auch so marode dass es gar nicht mehr geht. Manchmal geht es mit etwas Fummelei schon. Ich habe es schon gemacht, darum weiß ich dass es Fummelei ist und mit entsprechenden Kleber zur echten Sauerei ausarten kann... ;-)

Gruß,
KH
 
Kommt auf den Einzelfall an

"Etwas ganz anderes ist, wenn es darum geht, z. B. einen Putz vor Ausblühungen und Abplatzungen zu schützen. Da sind vertikal abdichtende Folien und abdichtende Beschichtungen (in welcher Form auch immer) völlig kontraproduktiv. Die Folien sperren die Feuchtigkeit im Mauerwerk nur ein, wodurch sie noch weiter hoch zieht."

Es gibt sicher auch Fälle, in denen eine vertikale Abdichtung an der Innenseite der Wand eine Lösung sein kann. Zum einen ist auch die Höhe durch die die Feuchtigkeit kapillar weiter steigt begrenzt. Zum anderen ist die Frage, welche anderen Möglichkeiten gegeben sind. Bei einer Bruchsteinmauer die sich aufgrund von anderen Bedingungen nicht von außen aufgraben lässt, bleibt neben einer vertikal Abdichtung nur die Tolerierung der durch die Wand austretenden Feuchtigkeit.
 
Re: Kommt auf den Einzelfall an

"Zum einen ist auch die Höhe durch die die Feuchtigkeit kapillar weiter steigt begrenzt."
Ich kenne mehrere Häuser die sind bis ins 1. OG feucht.
In einem ist es so extrem dass teilweise Deckenbalken schon bis weit nach innen weg gefault sind. Und das bei traufseitigen Wänden, wo der Dachüberstand so groß ist, dass die Wände garantiert nicht zusätzlich von Schlagregen belastet sind. Das Haus ist außen mit einem zu dichten Kalkzementputz verputzt. Innen weiß man es nicht genau welcher Putz da ist, jedenfalls sind die Wände der Feuchtigkeit wegen mit der berühmten 2mm-Styropor-"Tapete" "abgedichtet", damit die Tapete hält. Die alte Frau die darin wohnt heizt sich arm.....
Der andere Klassiker sind die inwändigen Bitumenanstrich bis in halbe Raumhöhe, wo die Feuchtigkeit dann darüber die Tapeten ablösen.
Will sagen, die maximale kapillare Steighöhe liegt u. U. seeehr hoch.

"Bei einer Bruchsteinmauer die sich aufgrund von anderen Bedingungen nicht von außen aufgraben lässt, bleibt neben einer vertikal Abdichtung nur die Tolerierung der durch die Wand austretenden Feuchtigkeit."
Richtig. Man muss dabei halt dafür sorgen dass sich die Feuchtigkeit nicht in einbindende Wänden und Decken weiter verbreiten kann.

Gruß,
KH
 
Feuchtigkeit im Ansatz Von unten gesehen.

Auch ich möchte da noch einmal unten im Mauerfuß Punkt ansetzen.
In wie weit schafft es eine Folie den unteren von Innen gesehenen Mauerwerksbereich gegen Feuchtigkeit zu versiegeln ?
Wenn es mir gelingen sollte eine Folie an die alt vorhandene Sperrbahn dicht an zu schließen , wie schaffe ich es den Mauerwerksbereich von der Sperrbahn abwärts zur Betonplatte so ab zu dichten das es keine nachhaltigen Kondensierungs Probleme gibt ?
Die Folie müsste sich komplett mit dem Mauerwerk nachhaltig verbinden können. Ist das möglich ?
Wie schon geschrieben , ich denke da werden die vorhandenen Mauersalze kaum zu kontrollieren sein.
Die neu erstellte Bodenplatte gegen Wasserdampf Diffusion so ab zu dichten wird nicht das Problem sein.
Zur Frage / wie schaffe ich es Putz vor Abplatzungen und Salzausblühungen zu schützen ?

Da zu / Ich habe in meiner Jahrzehnten langen Anwendung niemals einen Putz direkt auf das Mauerwerk aufgetragen. Um vorhandene Mauer Feuchtigkeit zu bremsen und das auskristallisieren von Mauer Salze zu minimieren habe ich immer vor weg eine geeignete Schlämme aufgetragen . Die Schlämme musste Flächen bindend sein und zu dem Wasserdampfdurchlässig .
zu dem musste die Schlämme den Transport von Feuchtigkeit und Mauersalze auf die Oberfläche verlangsamen . Der aufgetragene Letzt etliche Putz muss in der Lage sein restliche Mauersalze auf zu nehmen und so zu speichern das es auf der trockenen Wandoberfläche nicht zu einer so genannten Salzexpansion kommt.
Geeignet sind da klassische Sanierputze WTA - oder auch reiner Luftkalkmörtel . Auch der wird sicher als so genannter Opferputz zu sehen sein ( wird so aber einige Jahre halten )
In Wohnbereichen ist da allerdings verstärkt für eine gute geeignete Be und Entlüftung der Räumlichkeiten zu sorgen.
Wenn es vernachlässigt wird , ist an den Wandflächen ( je nach dem wie hoch die Salzbelastung ist - bei alte Stallungen verstärkt ) mit einer erhöhten hygroskopischen Feuchtigkeit zu rechnen. Von da her ist jedes Gebäude in seinem Ursprung und der geplanten Nutzung individuell zu sehen und zu sanieren.

Gruß / Detlef
 
Folienwanne

"In wie weit schafft es eine Folie den unteren von Innen gesehenen Mauerwerksbereich gegen Feuchtigkeit zu versiegeln ?"
Indem man die Folie wie eine Art Wanne entweder schon von unter der Bodenplatte, oder erst über der Bodenplatte an den Wänden bis zur Mauersperrbahn hoch zieht.
So liegt wird im ersten Fall schon die Bodenplatte selbst allseitig im Trockenen, im zweiten Fall wird sie noch von unten und seitlich durchfeuchtet, aber die Fußbodendämmung und der weitere Aufbau liegen allseitig im Trockenen. Darum geht es doch letztendlich.
Als Beispiel zitiere ich mal aus dem "Technischen Blatt" der bekannten Katja Sprint von Knauf:
Ausführung im Wandbereich
Die Katja Sprint Abdichtungsbahn wird an die Mauersperrbahn so herangeführt, dass am Anschluss kein kapillarer Wassertransport (z. B. über Putzbrücken) in schädigendem Umfang möglich ist (DIN 18533-1, 8.8.3.3). Dies ist z. B. gegeben, wenn die Abdichtungsbahn die Mauersperrbahn überlappt und keine Feuchtigkeitsbrücken durch Mörtelreste o. Ä. entstehen. Weitere bewährte Ausführungen, die jedoch nicht zwingend sind, z. B.:
¦ Bei Mauersperrbahn auf der ersten Steinlage
Hochziehen der Abdichtungsbahn bis zur Oberkante des Fußbodens
¦ Bei Mauersperrbahn auf der Bodenplatte
Die Verklebung der Katja Sprint Abdichtungsbahn mit der Mauersperrbahn erfolgt mit Katja Sprint Anschlussfix oder Katja Sprint Anschlussstreifen.
Alternativ: Hochziehen der Abdichtungsbahn, wie bei Mauersperrbahn auf der ersten Steinlage.
(Zitat Ende)
Siehe hier: https://www.knauf.de/wmv/?id=1040

"Wenn es mir gelingen sollte eine Folie an die alt vorhandene Sperrbahn dicht an zu schließen , wie schaffe ich es den Mauerwerksbereich von der Sperrbahn abwärts zur Betonplatte so ab zu dichten das es keine nachhaltigen Kondensierungs Probleme gibt ?"
Wenn überhaupt einen nennenswerte Kondensatbildung, d. h., ausfallende Luftfeuchtigkeit, in dem Bereich stattfindet, wäre das auf der Innenseite der Folie, wo die Raumluft hin kommt. Nicht auf dem "eingesperrten" Mauerwerk.
Das "eingesperrte" Mauerwerk selbst ist und bleibt unterhalb der Mauersperrbahn natürlich feucht.
Deshalb soll die Mauersperrbahn ja möglichst tief, mindestens unterhalb der OKFFB liegen. Das ändert sich auch nicht, wenn man irgendwelche Abdichtungen drauf pinselt, drüber spachtelt oder anputzt.

Den Innenputz, der eine Brücke für die aufsteigende Feuchtigkeit über die Mauersperrbahn bildet, muss man nicht bis auf den Rohboden verputzen. Es reicht wenn er bis OKFFB gezogen ist. Damit er nicht auf dem Estrich aufsteht, wird der der Randdämmstreifen des Estrich dicker gewählt, um auf diesen drauf zu verputzen, oder man legt vorm Verputzten einen Trennstreifen auf den Estrich.
Was spricht dagegen, dass das feuchte Mauerwerk unterhalb der OKFFB und hinter der hochgezogenen Folie unverputzt bleibt?
Mögen die Salze dort in Ruhe ausblühen... ;-)

Gruß,
KH
 
"Mögen die Salze dort in Ruhe ausblühen..."

Ich möchte noch anfügen, solange die Feuchtigkeit unter der Folie nicht verdunsten kann, gibt es weder einen Salztransport noch Ausblühungen.
 
Ich möchte da auch noch hinzu fügen

Wenn es keine Salze gibt welche ausblühen ( expandieren ) können , dann ist eine aufsteigende Feuchtigkeit ausgeschlossen. Ich gebe da zu bedenken das die vorhandene Sperrbahn schon sehr alt und sicher auch brüchig ist . Oder hat es vom Mauerwerks Fuß über die veraltete Sperrbahn keinen Feuchtigkeit und Salz Transport gegeben?
Ist die Feuchtigkeit und Salzbelastung im aufsteigenden Mauerwerk , nur vertikal erfolgt ?
Oder gibt es da keine entsprechende Belastung , und das Mauerwerk könnte z.b. auch mit einem Rotband Spachtel geglättet werden ? Das die neue Beton Bodenplatte mit Anschluss an das Altmauerwerk auch im Folien Verfahren ab zu dichten ist hat KH hier verdeutlicht. Vorausgesetzt , das es Handwerklich um zusetzen und umgesetzt wird. Auch die Schlämme wie beschrieben hat da Ihren Anspruch auf Erfolg. Es würde mich freuen wenn der weitere Aufbau der Wand im Anschluss diskutiert würde.

Gruß / Detlef
 
@Detlef

"Wenn es keine Salze gibt welche ausblühen ( expandieren ) können , dann ist eine aufsteigende Feuchtigkeit ausgeschlossen."

Ich versuche es noch einmal anders zu erklären. Für Ausblühungen müssen mehrere Bedingungen erfüllt sein:

1. In der Wand/putz ist Feuchtigkeit mit im Wasser gebundenen Salzen vorhanden. Es reicht Feuchtigkeit aus Lecks, Bodenfeuchte etc., Salze in der Feuchtigkeit und dem Mauerwerk eigentlich immer vorhanden.

2. Die Salze kristallisieren dort aus, wo die Feuchtigkeit verdunstet. typischerweise im Putz im Innenraum, da dort die Luft trocken ist.

Wenn ich die Verdunstung komplett verhindere, gibt es keine Ausblühungen, weil die weiterhin Salze in der Feuchtigkeit gelöst vorliegen und nicht auskristallisieren. Die Mauer bleibt in diesem Fall feucht, war Sie aber die letzten 100 Jahre davor auch schon.
 
Feuchtigkeit und Salze in der Wand

Es würde bedeuten das , wenn Salze in der Alt Mauerwand schon immer vorhanden sind es auch immer zu Salz Ausblühungen kommen muss . Bei Altmauerwerk und Wänden ist dann ein Ausblühen der Salze vorprogrammiert. Oder nicht ? Und wenn nicht --warum nicht ?
Wie schaffe ich es die Wand Oberfläche in einem Altbau , so zu sanieren das mir die aufgetragene Wand Oberfläche auch nachhaltig erhalten bleibt ?
Und nicht durch expandierende Salze zerstört wird .

Gruß / Detlef
 
Thema: Dichtschlämme vs. Folien, bitte um Diskussionsbeiträge

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