Baukonjunktur im Herbst 2004: Bauumsätze und Baunachfrage weiter unter Druck!

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Die
gesamtwirtschaftlichen Ausdruckskräfte waren bislang zu schwach, um den
baukonjunkturellen Abschwungprozess zu stoppen: Der baukonjunkturelle Umsatz im
Bauhauptgewerbe lag in den Monaten Januar bis August 2004 um nominal 5,2%, der
Auftragseingang sogar um nominal 5,7% unter dem Vorjahresniveau. Der
Hauptverband der Deutschen Bauindustrie sieht sich deshalb gezwungen, seine
Frühjahrsprognose deutlich nach unten zu korrigieren: Der Verband rechnet für
das Gesamtjahr 2004 – nach den noch zu erwartenden statistischen Korrekturen –
mit einem Umsatzminus über alle Bausparten von 4,5%. Die Unternehmen werden ihre
personellen Kapazitäten der schwachen Umsatzentwicklung anpassen: Die Zahl der
Beschäftigten wird voraussichtlich im Jahresdurchschnitt um 50.000 auf nur noch
765.000 Beschäftigte zurückgehen. Aber auch für das nächste Jahr ist keine
Trendwende in Sicht: Der Hauptverband erwartet einen weiteren Rückgang des
Umsatzes von bis zu 3% und den Abbau von weiteren 25.000 Arbeitsplätzen.



Am stärksten betroffen von der schlechten konjunkturellen
Entwicklung ist der Wirtschaftsbau: Der Umsatz lag in den ersten acht
Monaten um 8,5% unter dem Vorjahresniveau, der Auftragseingang um 8,1%. Die
Ursachen liegen zum einen in den unverändert hohen Leerständen bei
Büroimmobilien, zum anderen aber auch in dem anhaltenden Trend zur Verlagerung
von deutscher Produktion ins Ausland. Aber auch der Investitionsstopp der
Deutschen Bahn AG, mit einem Anteil am Auftragseingang von bis zu 13% der
wichtigste Einzelauftraggeber für die deutsche Bauwirtschaft, belastet die im
Wirtschaftsbau tätigen Unternehmen. Der Hauptverband erwartet für dieses Jahr
ein Umsatzminus von 7% und im nächsten Jahr von bis zu 4%.



Die Hoffnung, dass die steigenden Gewerbesteuereinnahmen der
Gemeinden zu einem Abbau des Investitionsstaus verwendet werden, hat sich bisher
nicht erfüllt: Der Umsatz im Öffentlichen Bau lag in den Monaten Januar
bis August um 8,1%, der Auftragseingang um 3,1% unter dem Vorjahresergebnis.
Lediglich die Umschichtung im Bundeshaushalt zugunsten des Straßenbaus führte in
Ostdeutschland zu steigenden Auftragseingängen, die sich aber noch nicht im
Umsatz widerspiegeln. In Westdeutschland profitiert der Öffentliche Hochbau vom
Ganztagsschulprogramm, für das der Bund in diesem Jahr 1 Mrd. Euro zur Verfügung
gestellt hat. Der Hauptverband rechnet für 2004 mit einem Umsatzminus von 5%,
das sich 2005 auf 2% abschwächen wird.



Der Wohnungsbau profitierte von der anhaltenden
Diskussion über die Abschaffung der Eigenheimzulage. Die Umsätze lagen bis
August um 1,1% über dem Vorjahreswert. Allerdings weisen sowohl die
Auftragseingänge <nobr>(-6,5%)</nobr> als auch die Baugenehmigungen für Ein- und
Zweifamilienhäuser <nobr>(-8,9%)</nobr> auf ein allmähliches Abflauen der Sonderkonjunktur
hin. Der Hauptverband rechnet für 2004 mit einem Rückgang von 1% und für 2005
von bis zu 3%.



<div align='right'>Siehe auch:

Hauptverband der Deutschen Bauindustrie
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