Zimmerausbau mit Porenbeton

08.04.2021 Dirk


Ich will den Raum über der Toreinfahrt zum Kinderzimmer ausbauen. Die Einfahrt war mit Rundbogentor. Der Vorbesitzer hatte schon einen Betonboden eingezugen. Die Wände sind wie folgt. Bei dem ehemaligen Torbogen (rechts neben der Tür) ist die Wand 3-steinig gemauert bis auf ca. 1m Höhe und dann 2-steinig bis zum Dach. Diese Wand ist von außen noch verklinkert. Die gegenüberliegende Wand (links neben der Tür) ist 2-steinig gemauert und außen nicht verklinkert. Der Fensterdurchbruch war schon vorbereitet und wieder zugemauert worden. Die Wand gegenüber der Tür ist die Außenwand des Nebenhauses.
Ich wollte jetzt vor diese 3 Wände innen eine 11,5er Porenbetonwand setzen. Links und gegenüber der Tür von der Bodenplatte bis zum Dach und rechst vom Ende des 3-steinigen Mauerwerks bis zum Dach. Den Absatz will ich erst mit Mörtel oder Beton ausgleichen, um eine gerade Fläche für die Porenbetonsteine herzustellen. Darauf kommt eine Balkendecke mit Zwischenbalkendämmung. Die Wände werden abschließend verputzt.
Meine Frage ist jetzt, wie stelle ich eine Verbindung zwischen den bestehenden Wänden und den Porenbetonwänden her und worauf sollte ich besonders achten?



Vormauerung



was ist das Ziel, welches Du mit dieser Vormauerung erreichen willst? Was ist jetzt für eine Decke in dem Raum und soll der Bereich über der geplanten Decke auch genutzt werden?



Ziel



Der Raum ist bis zum Dach offen. Die neue Balkendecke liegt links auf der bestehenden Mauer (ein Stein) und der Porenbetonwand auf. Rechts brauche ich die Porenbetonwand auch komplett als Balkenauflage, da die Mauer dort höher ist als der Raum werden soll.
Die beiden Wände neigen sich nach außen. Es wird also einen Hohlraum geben. Muss ich den füllen, und wenn ja womit?
Ich möchte Porenbeton nehmen, da es schnell geht und eine glatte Wand ergibt. Er ist nicht als Dämmung gedacht. Die rechte Wand ist mit Klinker 45cm dick und linke 2-steinige bekommt später eine Außendämmung.



Vormauerung



aha. Der Hohlraum sollte in jedem Fall gefüllt werden, dazu kann eine magere kalkmischung ( 1:5) mit hydraulischen Kalk, evtl. gemischt mit Perlite verwendet werden. Wichtig ist, dass ein kapillaraktives Material verwendet wird. Am besten gleich beim Mauern Reihe für Reihe mit hinterfüllen.
Die Frage ist, wie der Raum über dem Kinderzimmer genutzt werden soll. Wenn er begehbar bzw. als Lagerraum dienen soll, wird es kritisch, die Balkenlage auf einer Seite nur auf der 11,5-er Ytongwand aufzulegen, dass sollte vorher abgeprüft werden anhand der Druckfestigkeit des Steines.
Willst Du mauern oder kleben? Wie hoch wird die vorgemauerte Wand? Es sollte durch die Hinterfüllung eigentlich eine ausreichende Stabilität auch ohne Verankerung erreicht werde.



Raum über dem Zimmer



Der Raum über dem Zimmer wird ungenutzter Dachboden. Von oben kommen lediglich OSB-Platten drauf, dass er begehbar ist.
Kann ich für den Hohlraum auch Zementmörtel nehmen? Der Taupunkt bei 30cm Wand incl. der Klinkerfassade dürfte in der Wand liegen. Wenn ich die Balkenauflage nicht bräuchte, hätte ich die Wand einfach verputzt und den Sockel gelassen.



Hinterfüllung



da es sich um relativ weiches Wandmaterial handelt ( Ytong jedenfalls, wahrscheinlich auch die Ziegel) würde ich hier keinen harten Zementmörtel nehmen, warum kommt Dir das in den Sinn? Maximal geht auch ein ganz magerer Zementmörtel, mit 1: 6 Mischungsverhältnis.
Was viel wichtiger ist: Wie willst Du die Decke aufbauen und die Dämmung dieses Bauteils vornehmen?



Deckenaufbau



Als Balken kommt KVH 10X20 drauf, die habe ich hier noch liegen. Der Balkenabstand wird 60-65cm. Der Raum ist nicht rechtwinklig. Aufbau von unten. Rigipsplatte, 18mm OSB3, Balken mit Zwischendämmung, 18mm OSB3 als begehbarer Dachboden. Lärm wird es von oben nicht geben. Um den Druck auf die Porenbetonwand zu verteilen, kann ich auch einen Balken KVH 10X10 auflegen, der die Deckenbalken trägt.

Das Mauerwerk besteht aus verschiedenen Ziegeln. Das meiste ist Hartbrand oder etwas weicher. Die Einschusslöcher hat man 1945 mit dem was da war zugemacht. Die jetzige Einfahrt hat etwa die Breite des Torbogens. Da die Wände nicht verputzt sind, hätte ich bei jeder Lage Porenbeton den Holraum mit Putz und Mauermörtel oder einer Sand-Zement Mischung 1:5 aufgefüllt. Damit kann ich dann auch noch die Löcher der ehemaligen Balkenköpfe verschließen.



Deckenaufbau



die dampfdichte OSB auf der Kaltseite sehe ich kritisch, hier wäre etwas diffusionsoffenes z.B. Rauspund besser.



OSB



Das mit der Kaltseite lässt sich einrichten. Ich muss den ganzen Dachboden noch dämmen und belegen.



Ich hab mal nachgerechnet.



Wenn ich bei dem Porenbeton von PP2-04 ausgehe, kann der 2,8N/mm².
Die aufliegende Fläche des Balkens wären dann 11500mm². Das ergibt dann 32200N. Geteilt durch g, komme ich auf knapp 3,28 Tonnen. Der Balken wiegt ca. 60kg, plus Dachaufbau und Belastung durch Begehung rechne ich mit 100kg.
Bei gleichmäßiger Lastverteilung auf beide Wände sind das 50kg oder 491N. Das sollte doch reichen.

Jetzt suche ich nach den Steinen und bin dümmer als vorher. Die Festigkeitsklasse wird erst ab 15cm Breite angegeben. Aber auch bei diesen.
Hornbach 60x15x19,9 PP204 ist angegeben mit Rohdichte 0,4 und Druckfestigkeit 0,6N/mm². Warum 0,6 bei PP204.
Bauhaus gibt an Druckfestigkeitsklasse 2, 11,6kg Nettogewicht. Das macht eine Rohdichte von 0,65. Wieviel N/mm² kann der jetzt?
Warum gibt es eine Norm, wenn sich keiner dran hält. Bei beiden Steinen steht YTONG drauf.
Wonach gehe ich jetzt?
Wenn ich warte, bis ich als Privatperson wieder in den Baumarkt darf, um mir das Datenblatt durchzulesen, ist Weihnachten und zu kalt zum Mauern.

Der 11,5er Stein wiegt bei Bauhaus 8,9kg, was einer Rohdichte von 0,65 entspricht. Bei Hornbach wiegt der gleiche Stein nichts und die Rohdichte ist auch nicht angegeben. Beides YTONG.
Bei Obi frage ich garnicht erst nach, da die bei mir keine Paltten auf den Anhänger laden wollen. Die sind mir zu blöd.

Ytong gibt hier an. http://www.ibta.de/downloads/ytongplanblock.pdf
YTONG PLANBLOCK® W mit glatten Stoßfugen
624x115x249mm PPW4, Rohdichteklasse 0,55

Wenn da schwierig ist, setze ich Schalung und gieße dann mit Beton aus. Ich habe 3 Sandgruben um die Ecke. Sichtbeton ist auch schön und trägt die Decke mit Sicherheit.




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