Welches Material um Balkenauflager wieder herzustellen? Wie korrekt Dämmen?

23.11.2020 Solo

Welches Material um Balkenauflager wieder herzustellen? Wie korrekt Dämmen?

Hallo liebes Forum, ich bitte euch bei obigem Thema um eure Unterstützung! Nachdem wegen Wurmbefalls einige Balken zwischen dem 1 OG und dem ebenerdigen Keller entfernt werden mussten, sollen nun die Balkenauflager wiederhergestellt werden und anschließend ein Fehlboden und Dämmung zwischen die Balken. Bei den Auflagern stellt sich mir die Frage, ob ich Estrichbeton oder Zementmörtel verwenden sollte, um wieder eine ebene Auflagefläche zu schaffen? Durch ettliche Beiträge aus dem Forum kam ich zu dem Entschluss die Innenwand-seitigen Auflager bis an den Balken zu mauern, und bei den Aussenmauern die Balken Luftumspült zu lassen und den Balken lediglich auf einer Gummiauflage aufzulegen. Wie verfahre ich nun in dem Fall wo ein Balken einen Sturz in der Aussenwand darstellt? Bringt es etwas den Balken dann vorher mit Holzöl zu behandeln, um seine Neigung Feuchtigkeit aufzunehmen zu brensen? Da zwischen Betonwand und Balken kaum Platz für Dämmung ist, wäre auch interessant ob die Aussendämmung hierbei eine Rolle spielt, wenn es darum geht Tauwasser an dem Sturzbalken zu vermeiden? Die Aussendämmung wird vorraussichtlich nächstes Jahr angebracht und besteht aus einer Holzrahmenkonstruktion mit Steinwolle (14cm) in den Zwischenräumen und darüber einer Holzweichfaserplatte (4cm) als Putzträger. Wie auf den Bildern zu sehen ist endet die bisherige Innendämmung aus 40mm Styropor auf Höhe der Balkenoberkannte. Sollte ich nun bevor der äusserste Balken im Raum neu eingelegt wird diese Dämmung bis auf Höhe der Kellerdecke nach unten ziehen, oder könnte man den Raum zwischen Balken und Wand beispielsweise auch nur mit Zelluloseflocken ausstopfen nachdem der Fehlboden an der Wand befestigt wurde? An einer Aussenwand wurden die Heizungsrohre in die Dämmebene gelegt, reicht es aus diese einzuputzen bzw. könnt ihr mir Tipps geben welchen Putz ich hierfür verwenden sollte? Das sind jetzt eine Menge Fragen für nur einen Raum von vielen, daher wäre ich sehr dankbar wenn ihr mir bei dem Projekt behilflich sein könntet, und danke im vorraus für eure Beteiligung!



Detailaufnahme


Detailaufnahme

Aussenwand+Dämmung



Detailaufnahme


Detailaufnahme

Heizungsrohre in Dämmebene



Detailaufnahme


Detailaufnahme

Hier soll ein Balken im Bereich des Betons an die Aussenwand als Auflage für 25mm OSB-Platten für den Fussbodenaufbau



Detailaufnahme


Detailaufnahme

Auflager äusserer Balken



Balkenauflager



das Thema wird immer wieder, auch unter Fachleuten, kontrovers diskutiert. Wenn Du Dir einen Überblick verschaffen willst, so gib oben unter der Lupe den Suchbegriff, " Balkenauflager in Mauerwerk" ein.
Grundsätzlich muss die untere Auflagefläche vom Mauerwerk entkoppelt werden. neuerdings wird da gern Kokosmatte oder Gummimatte z.B. die unter der Waschmaschine liegt, genommen. Die anderen Seiten sollten luftumspült sein, auch hier wird Kokosfaser empfohlen.
Estrichbeton und Zementmörtel sind von den Ausgangsstoffen her gleich, Zement und Kies. Beides sollte nach Möglichkeit nicht mit dem Holz in Verbindung kommen, da Beton zur Wasserspeicherung neigt.
Was meinst du mit "Balkensturz", wo wäre der nötig ? Die Außendämmung würde sich nicht negativ auf die Balkenköpfe auswirken, im Gegenteil, sie verhindert Kondensat an den Auflagern.



Welches Material um Balkenauflager wieder herzustellen? Wie korrekt Dämmen?



Ja okay, Sturz war vielleicht der Falsche Begriff. Es geht im wesentlichen um einen Balken der über der Kellertüre links und rechts auf der Aussenmauer aufliegt. Mittig über dieser Türe war ein Deckenbalken in dem "Sturzbalken" per Zapfen eingezapft, dessen Zapfen allerdings vor lauter Wurmfras kaum noch vorhanden war. Daher die Idee: den komplett vergammelten "Sturzbalken" ersetzen und mit einem zweiten gleicher Dimension Aufdoppeln um den um seinen Zapfen gekürzten Balken mit einem Balkenschuh daran zu befestigen. Zusätzlich wollte ich die zwei ausgedoppelten "Sturzbalken" miteinender mit 8x140mm Schrauben verbinden und mit Winkeln an den zwei anliegenden Deckenbalken mit Winkeln befestigen. An anderer Stelle wo der "Sturzbalken" (nicht über einer Türe, sondern nur an der Aussenwand anliegend) die letzte Auflage für den Fussboden im Geschoss darüber darstellt, ist die Frage, wie ich verhindern kann dass der Balken durch Kondenswasser Schaden nimmt. Das mit dem Auflager leuchtet ein, wobei die Auflager auf den Innenwänden den Balken bisher komplett umschlossen haben und es dennoch keinerlei Anzeichen von Feuchteschäden gab. Also wenn ich dich richtig verstehe, kann ich ein Schalbrett ansetzen und Zement/Estrichbeton eingießen? Vorher natürlich die Fläche säubern vorrausgesetzt. Der Balken ist 10 cm Breit, sollte dann noch eine Bewährung eingelegt werden?



Tut mir leid,



ich verstehe es nicht. Wenn Du den Sturz der Kellertüre, der aus einem Balken besteht und zerfressen ist, ersetzen willst, wieso soll er dann noch aufgedoppelt werden? Wenn nur der Zapfen weg ist, müßte doch ein Balkenschuh reichen, um den Deckenbalken in den Balkenschuh, der auf den neuen Sturz geschraubt ist, aufzulegen ? Vielleicht machst Du nochmal ein Foto von der Kellertürsituation , aber von etwas weiter weg , sodaß man die gesamte Situation inc. einen halben Meter links und rechts der Tür mit auf dem Bild hat.



Der Sturz der keiner war,


Der Sturz der keiner war,

urspünglich ging ich davon aus, dass der Balken über der Türe, welcher in der Wand versenkt war, die darüberliegende Wand trägt, doch das war ein Trugschluss. Denn er ersetzte nur das Auflager des Deckenbalkens, bevor die Türe 1956 eingebaut wurde. Der Zahn der Zeit und vorallem Holzschädlinge setzten dem Sturz und dem Balkenkopf samt Zapfen ganz schön zu. Das führte letztlich dazu, dass der Deckenbalken (über der Türe) um 20cm gekürzt werden musste um im gesunden Holz zu landen, was der doppelten Sturzdicke entspricht. Daher das Aufdoppeln des Sturzes und Verbinden per Winkel mit den nächsten Deckenbalken links und rechts. Rechts der Türe liegt der "Sturzbalken" nur ca . 10 cm auf der Wand auf, und war früher auch nicht mit einem Winkel an dem anliegenden Deckenbalken befestigt. Um nun einen Kippeffekt der aufgedopppelten Konstruktion zu verhindern wollte ich zusätzliche Winkel rechts und links anbringen. Um zu meiner Frage zurückzukommen, was mach ich mit der Styropordämmung längs der Balkenlage die auf Höhe Balkenoberkante endet, runterziehen bis auf ein in die Wand gedübeltes Kantholz welches wandseitig den Fehlboden trögt? Und wie kann ich die Rohre verputzen, gibt's irgendwelche Produktempfehlungen, eher Gipsputz oder Kalkputz oä.? Die Frage ist auch noch, sollte bei ca. 2 cm Estrichbeton/Zement für ein Auflager eines 10cm breiten Balkens eine Bewährung eingesetzt werden?



Ehemalige Position des Deckenbalkens


Ehemalige Position des Deckenbalkens

und bereits entferntem Querbalken über der Türe!



Extremer Wurmbefall am Querbalken,


Extremer Wurmbefall am Querbalken,

vorallem auf der Rückseite im Splintholz!



Balkenauflager



mit den Balken kannst Du das so machen, ich würde einen Balkenschuh nehmen. Wenn der aufgedoppelte Sturzbalken ordentlich verschraubt wird und der Deckenbalken von der Länge her straff in den Balkenschuh eingesetzt wird, kann auch nichts kippen, wohin denn?
Styropor halte ich als Dämmung grundsätzlich für nicht geeignet, jedenfalls oberhalb der Erde. Da du es nun mal vor Ort schon hast, würde ich es bis zum Fehlboden ziehen.
Die Rohre sollten vor dem Verputzen mit Kalk ( Gips ist bei Deiner scheinbaren Feuchte, die Balken weggammeln läßt nicht einsetzbar, der fault nämlich auch) durch eine Umhüllung geschützt werden.
Eine Bewährung des Auflagers ist nicht nötig.
Nur zur Anmerkung:
Fachmännisch würde beim neuen Sturzbalken ein Zapfenloch hergestellt werden und der Rest vom Deckenbalken durch Anschuhen einer Verlängerung, die wiederum einen neuen Zapfen bekommt ,wiederhergestellt werden.



Am Ende wars der Wurm,



beim Entnehmen des alten Fehlbodens welcher aus Schwartenbrettern bestand und der Demontage der Stürze, kam mir massig dunkel gelbes bis rötliches Holz-Mehl entgegen, was meiner Ansicht nach für das Werk von Holzschädlingen spricht. Auch sichtbare Ein-und Ausgange der Schädlinge waren zu Hauf feststellbar, wie auch auf einem älteren Foto gut zu sehen ist. Um nun einem erneuten Befall entgegenzuwirken werde ich den neueb Fehlboden mir 12mm Osb-Platten herstellen, das gibt mir immerhin die Möglichkeit 15mm mehr Dämmung einzubringen. Feuchtigkeit spielt im Bereich der Rohre eine wenn überhaupt untergeordnete Rolle. Wie sieht in diesem Fall eine übliche Materialauswahl bzw. Vorgehensweise aus? Bei der Befestigung des Deckenbalkens an den aufgedoppelten Sturz würde ich ungern den Balken verlängern, weil das meiner Ansicht nach in jedem Fall zu einer verminderten Tragfähigkeit führen würde, oder habe deinen Ratschlag falsch verstanden? Den Balken stumpf mithilfe eines 100x140x2mm großen Balkenschuhs aufzulegen wäre also hoffentlich nicht grob fahrlässig, oder?



Hier herrschte Handlungsbedarf,



in der seitlichen Ansicht war die Schwächung der Faserstruktur des Holzes gut sichtbar, an der Unterseite kam die Überraschung erst, nachdem ich die sehr dick aufgetragene Dispersionsfarbe abgekratzt habe. Letztendlich war der Balken 80 cm vom Auflager in Richtung Raum-Mitte zerfressen, und somit nicht mehr zu gebrauchen.



Detailaufnahme


Detailaufnahme

Seitliche Ansicht zerfressener Balkenkopf



Detailaufnahme


Detailaufnahme

Von unten schien zunächst alles in Ordnung, bis ich die dick aufgetragene Farbe abkratzte



@Pope



Die Gummimatten, die man unter Waschmaschinen legen kann, haben eine Haltbarkeit von maximal 60 Jahren. Danach ist das Gummigranulat nur noch eine spröde, bröselige Masse und so belastbar, wie ein alter Fahrradreifen. Wie haltbar Kokos ist, weiß ich nicht. Kork könnte auch eine Alternative sein.



@ Restaurette



ja, ich persönlich würde weder Kokos noch Gummi oder auch Bitumenbahn nehmen, ich hatte nur zusammengefasst, was hier im Forum auch schon empfohlen wurde.
Ich selbst habe zum Unterlegen unsere guten Theumaer Schieferplatten aus dem Vogtland genommen, die sind etwas fettig.



Überraschung beim Saubermachen,



zwischen zerbröselten Mörtelresten am Grund des Auflagers kamen heute rohe Holzstücke mit ca.10x12cm und 15mm Dicke zum Vorschein. Das Holz war zwar nicht mehr frisch aber das Ganze hat jetzt über sechzig Jahre gehalten. Daher scheidet die Gummilösung für mich eigentlich aus. Schiefer würde ich gerne nehmen, wenn ich welchen hätte. Daher werde ich mir morgen bei der Arbeit 15mm Multiplex-Stücke einseitig dick mit PU beschichten. Auf der Seite wo das Holz aufliegt werde ich einige dünne Sägeschnitte längs und quer zur Entlüftung der Balkenunterseite einsägen. Damit dürften dann alle bauphysikalischen Risiken bedacht sein.

Wie bzw. mit welchen Materialien würdet ihr die Rohre verputzen? Als Dämmung der Balkenzwischenräume schwebt mir eine Dämmung mit Holzfasermatten vor. Reicht es damit alle Bereiche der "kalten" Aussenwand bis auf den Fehlboden auszufüllen, oder würde im Bereich zwischen Balkenoberkante und der Dämmebene Styropor noch eine Dampfbremse Sinn machen? Meine bisherige geplante Reihenfolge ist folgende: Rohre einputzen, Dämmung vom Fehlboden bis ans Styropor bzw. an die Unterkante der verputzten Rohre anbringen, 25mm Osb Verlegen und dann noch alle Fugen bis Oberkante Osb Boden mit loser Holzfaser zB. Steicozell ausstopfen.