Welche Materialien beim Zumauern von Fenstern in Fachwerkwand, wenn nachträglich eine Aussendämmung angebracht wird???

11.03.2021 Solo


Hallo zusammen,

was beim Zumauern von Gefachen alles schief gehen kann ist ja mittlerweile ausgiebig in diesem Forum erörtert worden. Vorallem wenn dieses Gefach Teil einer von Aussen ungeschützten Fachwerkwand ist. Von Fall zu Fall ist also mit einzubeziehen, inwieweit die Konstruktion Regen bzw. Schlagregenbelastungen ausgesetzt ist. In meinem Fall handelt es sich um ein Fenster in einem Gefach, das nachdem es zugemauert ist von Aussen mit 12cm Holzfaser zwischen Holzrahmen + 4cm Holzfaserweichplatte als Putztröger überdeckt sein wird. Aus welchen Materialien würde in diesem Fall eine von euch bevorzugte Lösung aussehen? Wäre Trockenbau, also OSB von aussen und Rigips von innen, mit Holzfaser dazwischen als Schalldämmung auch eine Option? Oder kann man hier mit Ytong, Dreiecksleisten und Wärmedämmmörtel arbeiten? Danke im vorraus für eure Tipps und Anregungen!



Gefache ausmauern



womit ist denn der Rest des Fachwerkes ausgemauert ? Ich würde immer versuchen, so nah wie möglich an einem homogenen Wandaufbau dran zu bleiben.



Ganz entgegen der Empfehlungen



wurden die Gefache, welche sich hinter einer Eternitfassade befinden mit 7cm dicken Vollziegelsteinen und Zementmörtel ausgemauert. Überprüfungen soweit von innen möglich, ließen keine Beschädigung des Holzes am Übergang zum Gemauerten erkennen, und das nach fünfzig Jahren!



durchaus üblich



die Ausmauerung mit Ziegeln ist regional durchaus üblich, teils sogar mit Klinkern. In Deinem Fall würde ich, falls keine weichgebrannten Ziegel zur Hand sind, Lehmsteine nehmen. Ziegel mit Kalkmörtel , Lehmsteine mit Lehmmörtel vermauern, Dreiecksleisten in jedem Fall.



Vielleicht so.



Ich würde mit Y- Tong steine vermauern und anschließend Verputzen von innen oder aussen.



Danke für den Tip,



ist naheliegend Ytong- Steine lassen sich gut verarbeiten, sind günstig usw. Allerdings stelle ich mir die Frage wie der Ytong mit dem Gebälg drumrum interagiert. Soll heißen Ytong nimmt viel Wasser auf, wenn er mal nass wird. Das kann den Balken zusetzten weil, wenn noch Zementmörtel dazukommt, der Stein das Wasser geradezu ansaugt und der Zementmörtel es nicht mehr vom Holz wegführt. Dazu kommt die Bewegungen im Fachwerk, die vom starren Ytong und seinem Kollege Zementmörtel nicht gut vertragen werden. Laut meinen Infos eignet sich hier als Mörtel eine Mischung aus natürlich hydraulischem Kalk 1:3 mit Sand gemischt. Sand hab ich sowieso noch massig, und der Kalk kostet grade mal 15€/25kg. Da Schlagregen bei mir keine Rolle spielt, wegen der geplanten Dämmung vor dem Gemauerten, ist mein Plan tatsächlich Ytong zu nehmen und für die "beweglichen" Fugen zwischen Ytong und Holz einen Kalkmörtel einzusetzen. Die Steine untereinander verklebe ich mit dem empfohlenen Kleber. Damit das ganze nicht aus dem Gefache kippt, nagele ich vor Beginn noch dreieckige Leisten auf die Balken, woran sich die Steine die ich ebenfalls dreieckig auf der Seite die zum Holz zeigt einritze, festhalten. Hat jemand noch ne Anregung?



Vielleicht so.



Lass ruhig den Kleber weg, mit dem Speis kann man auch Mauern vielleicht beim verputzen von außen mit mit SM 700 oder SM Sockelputz und mit Amierungsgewebe/ Gewebe dazu und viel Erfolg.



Ytong im Fachwerk.....



.....ist u. a. eine der Bauweisen mit deren Folgeschäden ich mein Geld verdiene... ;-)
Weil es so einfach zu machen ist, wird dieser Fehler ganz häufig gemacht.
Dabei weiß die Fachwelt schon lange, dass das völlig kontraproduktiv ist.
Ytong hält eingedrungene Feuchtigkeit sehr lange. Da aber ein Fachwerk nie ganz dicht ist, dringt immer Feuchtigkeit ein, mal mehr mal weniger.
Die muss aber schnellstmöglich wieder raus, sonst verrottet das Holz und zwar meistens von innen nach außen. D. h., man sieht den Schaden erst wenns zu spät ist.
Deshalb mein dringender Rat, mache wie Pope es vier Antworten vorher beschrieben hat!
Selbst wenn die Fassade mit Eternitplatten verkleidet ist.
Irgendwann reißt ihr die Eternitplatten runter, dann denkt aber keiner mehr an die Ytong-Ausmauerung und das Drama beginnt.



Ist nicht die Einbaulage entscheidend?



Anders als von dir angenommen ist mein Fachwerk bisher mit einer Eternitfassade vor Schlagregen geschützt und wird es auch sein nachdem die neuen Dämmmaßnahmen abgeschlossen sind (siehe oben). Den Kalkmörtel zwischen Ytong und Holz möchte ich verwenden um Bewegungen im Fachwerk auszugleichen. Die erwähnten negativen Eigenschaften des Ytongs kommen also nicht zum tragen, warum sollte ich desshalb also nicht die effizientere Lösung wählen?