weiter mit der Lehmdecke

04.11.2016 Alex



Hallo mal wieder,


Ich möchte nochmal Bezug auf meine erste Frage nehmen, habe dort aber keine Option zum Kommentieren mehr gefunden, daher in neuem Thread.

Es kommt dann ja doch oft anders als ursprünglich geplant. Nachdem sich der Lehm im ersten Deckenfach als alles in allem doch sehr fest herausstellte (es war schweißtreibend ihn mitsamt Stroh bis auf das Niveau der Holzbalken wegzumachen) wollten wir es in den übrigen Fächern doch mit einer Ausbesserung der Lehmdecke versuchen.
In dem Fach in dem der Lehm schon weg ist schrauben wir Lehmplatten unter das Holz, die dann nochmal mit dünner Lehmschicht verputzt werden.
In den übrigen Fächern hab ich alles entfernt, was bröckelig war, ebenso wie Teile aus Gipsputz, die jemand drüber geflickt hatte. Das anschließende Verputzen lief eigentlich ganz gut, Riesensauerei, ok, aber die Verarbeitungsvorteile des Lehms sind schon toll.

Wie im ersten Beitrag beschrieben gibt es aber Stellen mit tieferen Beschädigungen. Da war alles bröckelig bis hin zur Strohschicht. Diese tieferen Löcher habe ich nun nach und nach gefüllt, den ersten 2-3 Zentimetern Stroh beigemischt. Es hält auch alles gut, kommt nicht runter. Wenn ich nun aber nach 1-2 Tagen Trocknungszeit an so einer frisch verputzten, tieferen Stelle der noch leicht feuchten Decke drücke, bewegt sich das Stück im Ganzen, also, lässt sich so ganz leicht nach oben drücken, vermutlich weil das Stroh nachgibt. Der Decke selbst passiert dabei optisch nichts, sie geht anschließend wieder in die alte Position zurück. Aber bleibt das so?
Muss ich diese Stellen einfach durchtrocknen lassen, und kann dann von einer stabilen Decke ausgehen, oder kommt das bei der nächsten Temperaturschwankung runter?
Ich hatte ähnliche Nachgiebigkeit beim Drücken schon im Urzustand der Decke festgestellt, was im Grunde hauptsächlich zu dem Entschluss führte, die gesamte Decke in Angriff zu nehmen.
Wenn aber trocknen reicht hätte ich vermutlich nicht drücken sollen, und habe damit evtl. Schaden angerichtet? Soll ich diese Stellen nochmal machen?

Danke und Gruß
Alex



Die Decke



in dem zustand durchtrocknen lassen, und dann von einer stabilen decke ausgehen...

es ist normal das so ne Strohlehmdecke im nassen zustand noch nachgibt das ändert sich wenn das Material durchtrocknet.

greets Flakes..



das hör ich gern



Danke, Flakes:)

Zum besseren Verständnis für mich noch..die alte Lehmdecke ließ sich ja auch nach oben eindrücken, zumindest teilweise. Die war ja nun aber schon fest, seit Jahrhunderten. Wie sieht das damit aus, ist eine gewisse, strohbedingte Flexibilität auch in völlig durchgetrocknetem Zustand denkbar, oder war die Decke an diesen Stellen wirklich schon zu alt oder sonstwie beschädigt? Wenn ich von hochdrücken spreche, meine ich so nen knappen Millimeter. Die Oberfläche blieb dabei völlig intakt. Vielleicht hätte ich das gar nicht runterreißen müssen?



Hochdrücken



kann man bei uns oft die oberste Putzschicht im Bereich der Deckenbalken und dann davon ausgehend im näheren Umkreis. Hier hat sich oft die Verbindung der aufgenagelten Strohmatten - die dann ja als Putzträger dienten - zu den Balken gelöst. In solchen Fällen haben wir meist mit ein paar Schrauben und großen Unterlegscheiben den Zustand gefestigt,teilweise das Stroh auf den Balken ergänzt, den losen Putz entfernt und neu übergeputzt.
Dickere nur leicht lose Felder, also bei uns die Bereiche bis zu den Staken in der Decke, haben wir auch nach diesem Verfahren mit langen Schrauben in den Staken befestigt . Hier allerdings zusätzlich noch mit einem eingearbeiteten Gewebe......Bis jetzt hält es noch - und der Verputzer macht dies auch bereits seit vielen Jahren so.. Nur da, wo durchhängende Deckenteile beim "Hammerschlag" deutlich in Bewegung kamen, haben wir nach eurem Verfahren komplett bis zu den Staken ersetzt. Wir wollten halt ungern beim Mittagstisch einen sehr speziellen Deckennachtisch ;) genießen....



Fein



Ja das hört sich plausibel an. Denke dann ist soweit alles auf gutem Wege.
Das mit den Schrauben behalt ich mal im Hinterkopf, falls sich nach Beendigung der Arbeit noch solche Stellen finden sollten.

Lieben Dank, schönes WE!



Geschriebens und Realität



Eine gute vor Ortbesichtigung bringt manchmal schneller Gewissheit und weniger Aufregung, als hier in den Chats.
Wenn Konstruktionern flattern oder sich bewegen lassen, kann es an großen Stannweiten liegen, trotzdem aber die Strohlehmsituation tragfähig und fest isdt.
Kann man aber leider nicht in Schriftfrom hier analysieren!
Fehlstellen solten stets gut angefgeuchtet und dann kit einem Stroh-Lehm-Unterputzmaterial ausgefüllt werden.
Randanbindungen sind stets im Trocknungsprozess weiterhin gut anzudrücken.
Anschließend ist die gesamte Fläche mittels Feinputz und einer vollflächigen Glasfaserarmierungseinlage zu überarbeiten und die Endoberfläche somit zu gestalten.



Meine eigentliche Frage ist beantwortet,



ich tausche mich aber gern noch etwas aus, und bin dankbar für jeden Beitrag.

Ist schon klar, ein Experte vor Ort ist das Sinnvollste, aber leider auch mit zusätzlichen Kosten verbunden. Was irgend geht mach ich deshalb selber. Bringt die Gefahr mit sich, am Ende hier und da draufzuzahlen, nämlich dann, wenn ich feststelle es geht doch nicht ohne Profi^^, aber unterm Strich passt es denk ich.

Unter den aktuell bewohnten Räumen gibt es nur noch zwei mit reinem Lehmputz an den Wänden. Diese haben wir ebenfalls selbst in Stand gesetzt, bröckelige Außenschicht runter, neuer Lehm drauf. Wir haben allerdings auf eine Armierung verzichtet. Warum weiß ich gar nicht mehr genau, vermutlich, weil vorher auch keine da war.
Es gab nur wenige tiefere Stellen, hier sind wir schichtweise vorgegangen, rein mit Feinputz. Es dauerte, und es war uns bewusst, dass es so nicht professionell ist, aber wir hatten damals die Muße uns auszutoben, außerdem waren nur die Wände, keine Decken betroffen. Nach einigen Wochen zeigten sich hier und da leichte Risse, die sich feucht wegbürsten ließen, aber teilweise erneut auftraten. Hat uns nicht gestört, weil eh noch Tapete drüber kam. Das ist jetzt 4 Jahre her, noch ist alles fest, Risse zumindest nicht sichtbar. Daumendrücken:)



zu dem Bild noch



Das ist in der Tat beeidruckend, und sieht weit besser aus als jeder moderne Putz, der mir bisher so unterkam!
Aber zwischen dem was ich da sehe, und unseren eigenen Ansprüchen, Fähigkeiten, finanziellen Möglichkeiten liegen leider Welten. Das ist hier eher so die dörfliche Reihenhausmittelklasse:), und bevor ich über derart perfekte Wände nachdenke sind erstmal die Fenster dran, seufz. Ich hab die zwar bereits saniert, aber so schön das ist, den Schallschutz moderner Fenster haben sie eben doch nicht.