Wandheizung und Lehmputz

29.04.2009



Moin zusammen,
wir möchten bei uns im 1.OG in allen Räumen Wandheizungen installieren. Ich habe mich zwar schon ein bißchen schlau gemacht, bin aber natürlich immer noch sehr unerfahren in diesem Thema. Zur Zeit haben wir überall Rigips-Platten an den Wänden und den Decken. Hierauf wollten wir das System Aquaheat von Jolly installieren und darauf soll dann ein Lehmputz aufgebracht werden.
Und hier die Fragen:
1. Ist die Vorgehensweise sinnvoll, oder habe ich etwas vergessen/übersehen ?
2. Müssen alle Wände/Decken mit einer Wandheizung ausgestattet sein, oder reichen 1-2 Wände auch aus (vorausgesetzt, die Gesamtwärmemenge ist für den Raum ausreichend) ? Ich frage deshalb, weil ich gelesen habe, daß das Wohlfühlempfinden daher kommt, das alle Wände die gleiche Temperatur haben.

Danke für Eure Antworten.
Gruß Carsten



Hallo,



die Gipsplatten sollten ausreichend tragfähig sein. Schell kommen hier durch den Lehmputz 40 kg / m² zusätzlich drauf.

Auch müssen diese gegen das Eindringen von Feuchtigkeit gesprerrt werden da die Platten sich vollsaugen und schüsseln können.

Vor der Montage sollte der raumweise Wärembedarf gerechnet oder abgeschätz werden, damit nur die notwendige Menge Wandheizung eingebaut wird. Das kann dann auf 1 oder 2 Wänden notwendig sein.

Durch die von der Wandheizung erzeugte Strahlungswärme stellen sich auf allen Wandflächen relativ hohe Oberflächentemperaturen ein, auch auf den Flächen auf dennen keinen Wandheizung montiert ist.

Welcher Wandaufbau liegt vor, mit welcher Art von Wärmeerzeugung wird das Wasser erwärmt?

Grüße Gerd



Wandheizung und Lehmputz



Hallo Carsten,
ich kann mich nur meinem Vorredner anschließen, will aber noch ein paar Bemerkungen machen.
Wenn Du Dich schon für ein System entschieden hast, warum läßt Du von dem Systemanbieter nicht auch eine Berechnung der notwendigen Flächen für die Wandheizung durchführen, da bist Du dann auf der sicheren Seite. Lehmputz auf Gipsplatten gibt nicht nur Feuchtigkeitsprobleme sondern meines erachten auch Haftprobleme, da Lehm keine chemischen Bindungen eingeht, sondern nur auf den Unebenheiten der Oberfläche haftet und die ist bei Gipsplatten nun gerade nicht gegeben. Ich habe das für kleine Flächen gelöst, indem ich mit einer Zahnspachtel Fliesenkleber aufgetragen habe und dann nach dem Trocknen den Lehmputz drauf, hält nun schon 4 Jahre, aber wie gesagt nur auf kleinen Flächen, die auch in sich sehr stabil waren.
Gruß Karsten



Danke Gerd



Moin Gerd,
danke für Deine Antwort. Die Sperrung gegen Feuchtigkeit hätte ich glatt vergessen (obwohl es doch völlig logisch ist). Vom Wärmebedarf wird es ausreichen, wenn ich 1-2 Wände mit einer Wandheizung versorge.
Zum Wandaufbau: unter den Sparren haben wir eine Styroprdämmung. Darunter sind Dachlatten mit langen Schrauben in die Sparren montiert. Dann ein Dampfsperre und schließlich die Rigipsplatten an die Dachlatten geschraubt. Pro Platte (260*60) sind 10 Schrauben verbaut. Reicht das für 60 Kg ? Bei den Dachschrägen und den geraden Wänden mache ich mir weniger Sorgen, aber bei der Decke. Das sind bei mir aber reine Gefühlswerte. Da werde ich nochmal d'rüber nachdenken.
Mit der Wärmeerzeugung bin ich noch nicht zufrieden. Unser Vorbesitzer hatten eine Ölheizung eingebaut, die auch noch in Betrieb ist, da sie erst 6-7 Jhre alt ist. Mittelfristig (spätestens nächstes Jahr) wollen wir einen Wärmespeicher installieren, der einerseits von der Ölheizung, aber vorwiegend von Solarkollektoren (im Sommer für Warmwasser) und einem Wassergeführten Kaminofen (Im Winter und der Übergangszeit) gespeist werden soll.

Ich danke Dir für die guten Fragen und die Tipps, die mir wichtige Denkanstöße geliefert haben.

Gruß Carsten



Danke Karsten



Moin Karsten,
da haben sich Deine Antwort und meine Antwort an Gerd gerade überschnitten. Das Haftproblem wollte ich dadurch lösen, daß ich Gitternetzmatten auf die Rigipsplatten klebe, an denen sich der Lehm festhalten kann.
Danke für Deine Anregeung mit dem Fliesenkleber. Diese Variante habe ich auch schon an anderer Stelle gelesen.

Gruß Carsten.



Hallo Carsten,



das Gitterenetz ist kein Putzträger sondern eine Armierung und gehört in das oberer 1/3 der gesamten Putzlage!!
Das Gewebe wirkt rissunterdrückend aber nicht puztragend.

Die Gipsplatten müßten abgesperrt werden und anschließend müßte eine Haftgrund drauf, in den Putz sollte dann das Gewebe eingelegt werden.

Alternativ könntest Du auch eine Lehmplatte mit integrierter Wandheizung nehmen. Schau doch mal hier: http://www.wandheizung.de/Klimaelement.405.0.html

Grüße Gerd



Danke Gerd



Moin Gerd,
danke für Deine Infos. Dazu habe ich gleich noch eine Frage.
Ich habe noch in Erinnerung an das Isolierungsprojekt meines Vaters in den 80'ern. Dabei wurde das Haus von außen mit Styropor eingepackt. Um darauf dann den Putz auftragen zu können, wurde ein Gitter befestigt, auf das dann der Putz aufgetragen wurde. An so ein Gitternetz hatte ich auch für meinen Anwendungsfall gedacht. Bei dem Wandheizungssystem, welches ich verwenden möchte (da es identisch ist mit dem System für die Fußbodenheizung im Bad), sind die Rohre ebenfalls auf ein Gitternetz montiert, so daß ich davon ausgegangen bin, daß der Lehmputz sich daran gut festhalten kann. Wäre dies eine brauchbare Alternative zum z.B. Fliesenkleber o.ä. ?

Gruß Carsten