Wandheizung Lehm im Trockenbau - Empfehlungen?




Hallo, wir sind gerade am Renovieren eines alten Kutscherhauses, ursprünglich im Facherwerk gebaut, immer wieder erweitert, der Großteil des Gebäudes mit 36cm Ziegelbauweise. Das Haus hat an der fensterlosen Nordwand eine alte wohl mit Mineralwolle gedämmte Eternitverkleidung, der Rest ist ungedämmt, was wir auch nicht ändern möchten. Nachdem wir uns über verschiedene Heizsysteme Gedanken gemacht haben, sind wir jetzt auf Wandheizungen mit Lehm mit Trockenbauelementen gestoßen. Von dem was ich gelesen habe, sollten diese dann bei ungedämmten Fassaden besser auf Innenwände aufgebracht werden, richtig? Ist es ein Problem zusätzlich auch Radiatoren zu installieren? Wir haben 2-3 Räume, in denen wir leider keine Wandheizung installieren können. Gibt es hier Erfahrungen mit verschiedenen Herstellern und Empfehlungen? Wir wohnen in München... Vielen Dank im Voraus und Grüße, Christina





Im Prinzip ist das alles so machbar. Falls ihr eine größere Instandsetzung plant solltet ihr das etwas breiter Abstimmen.

Auch durch die Auswahl der Heiztechnik wird der Energiebedarf eines Gebäudes bestimmt. Das wird oft vergessen und oft nur verkürzt an Dämmung gedacht.

Eine Wandheizung kann im Trockenbau erstellt werden. Wobei diese Element etwas teurer sind und meist in neuen Holzhäusern zur rationellen Fertigstellung eingesetzt wird.

Die Heizung kann aber auch in den Putz (aus Kalk oder Lehm) eingebettet werden.

Die Wandheizung wird man auch an der Aussenwand anbringen müssen. Der Wärmeverlust soll an der Stelle ersetzt werden wo er entsteht. Durch gleiche und regelmäßige Wärmeverteilung an den Außenwänden sollen so "Diskomfortzonen", durch Zugrscheinungen und kalte Oberflächen vermieden werden. So wird auch die berüchtigte Schimmelproblematik durch Tauwasser wirksam unterbunden.

Um durch die höheren Oberflächentemperaturen gesteigerten Transmissionsverluste über das Außenmauerwerk zu vermeiden wird da eine Dämmschicht unter der Heizung vorgesehen.

Ein Teil der Heizleistung kann auch auf die Innenwände verteilt werden. Das ist mehr von den Gegebenheiten und Bedürfnissen abhängig.

Die Kombination in Heizsysteme mit hohen Systemtemperaturen ist ohne weiteres einzeln über Rücklaufbegrenzer oder separate Heizverteiler und Mischer möglich.

Ob die Kombination mit Radiatoren sinnvoll ist hängt mehr am ausgewählten oder vorhandenen Heizsystem.

Zukünftig wird wohl die gesteigerte Nutzung von Umweltwärme durch Wärmepumpen eine Bedeutung bekommen. Da sind Flächenheizungen bei guter Auslegung mit sehr geringen Vorlauftemperaturen effizient.

Da wäre eine Fussbodenheizung in Ergänzung besser.

Oder Brennwertechnik (Gas) in Kombination mit Brennstoffzellen, hier kann ein Niedertemperatursystem auch mit Radiatoren effizient betrieben werden.

Je nach dem wie die Beschaffenheit und Lage des Gebäudes ist kann man auf recht moderate Energiewerte kommen. So habe ich in einem Altbau nach Süden hin mit großen Fenster geöffnet, trotz Baujahr 1900 und wenigen Wärmeschutzmaßnahmen, mit einer effizienten Flächenheizung 70 Kilowattstunden Gasverbrauch pro Quadratmeter und Jahr für Raumwärme.

Hinzu kommt noch ein kleiner Holzofen mit Restholz 1 Rm /100 qm) bei starker Kälte betrieben.

Die eingestrahlte Sonnenenergie auch über die ungedämmten Mauern macht sich hier wirklich bezahlt.



Vielen Dank für die Antwort!



Wir haben alte Kastenfenster und daher keinen Platz an den Innenwänden Dämmung und Wandheizung anzubringen. Wenn es also unabdingbar ist, an der Außenhand zu heizen, ginge das dann nur mit Radiatoren.
Da wir Holzdielen Verlegen wollen, empfiehlt sich was ich so gelesen haben, Fußbodenheizung eher nicht.
Wir haben eine Gastherme, die wir eigentlich erstmal belassen wollten, aber es wäre sicher gut, wenn die Heizelemente, die man jetzt einbaut, auch passen , wenn man irgendwann mal auf Wärmepumpe umsteigt. Mit was betreibt Ihr Eure Flächenheizung?





Es gibt bestimmt eine gute Lösung. Da müssen halt erstmal die passenden Möglichkeiten gesammelt werden.

Ein Dielenboden schließt eine Fussbodenheizung nicht aus.

Da bieten sich folgende Systeme an. Die hier im Forum auch von gewerblichen Anbietern so schon jahrelang mit Zufriedenheit unter Dielenböden eingebaut wurden.

https://www.ripal.de/

https://wandheizung.de/

Der Herr Meurer ("WEM") ist hier auch in der Community aktiv und auskunftsfreudig.

Wenn ihr da eure Energiewerte und Grundrisse zusammen habt, kann der euch sicher ein qualifiziertes Angebot machen.

Auch die Detailfragen zur Anpassung an den Bestand lassen sich klären.

Da habt ihr dann Lösungsalternativen und Konkurrenzangebote auf dem Tisch und könnt das optimale für euch aussuchen.

Die Heizung soll ja auch dem physiologischen Ansprüchen der Bewohner besser gerecht werden und so den Wärmekomfort erhöhen, typische Baumängel gerade im Altbau vermeiden und im günstigsten Fall mit Energie sparen.

Wir sind alle kleine "Heizpilze" und Strahlen mit 32 Grad ständig Wärme aus. Wenn wir jetzt im Altbauzimmer vor der meist kälteren Außenwand stehen, die mit Heizkörpern oft nicht gut und gleichmäßig erwärmt werden können nimmt unser Körper diese Temperaturdifferenz war.

Diesen Diskompfort gleicht der Nutzer meist durch höhere Raumlufttemperaturen aus und legt bei hohen Decken dort einen "Warmluftsee" an. Woran wir uns oft nur erfreuen können wenn wir mal auf der Leiter eine Glühlampe wechseln.

Da verliert man wertvolle Energie weil die Transmissionsverluste durch die Gebäudehülle von der Temperaturdifferenz getrieben werden. Auch die Lüftungsverluste steigen. Da kann man selbst mit viel Plastik an der Fassade nur wenig retten.

So das wir hier zwei Vorteile haben die wir uns zu Nutze machen können.

Den "alten" Gaskessel könnt ihr sicher noch verwenden. Es muss nur bei Veränderungen an der Anlage alles "hydraulisch abgeglichen" sein und auch die Regelung sollte passen, damit auch hier nichts unnütz verloren geht.

Vieles lässt sich passend nachrüsten.

Bei einem Gasanschluss sind ja perspektivisch gute Wärme- und Stromerzeuger schon verfügbar und dann sicher auch bezahlbar.

Meine Heizung läuft mit einer Gasbrennwerttherme, die leider auf der Warmwasserseite etwas "verbastelt" war und da noch nicht ganz zufriedenstellend funktioniert.



Sinnhaftigkeit



Es gibt verschiedenste Systeme für eine derartige Ausbaulösung, doch sollten die jeweiligen Vor- und auch Nachteile präzise analysiert werden.
Trockenbausysteme haben die Situation mit den vielen Verbindungselementen in der Wand.
Endlosverlegung mit Verbundrohr und unter Wärme verputzt bringt da sicherlich mehr Sicherheit und gute Baukörperverbindung.