Bruchsteinmauerwerk /Innendämmung !?

11.07.2012 wacase



Hallo zusammen,

ich habe gerade ein kleines Problem bei einer Semesterarbeit. Ich studiere Architektur und beschäftige mich gerade mit dem Thema des "Bauen im Bestand". Und natürlich muss ich mich da auch mit den bauphysikalischen Zusammenhängen auseinander setzen. Die 3 vorhanden Bestandsgebäude haben eine Bruchsteinmauerwand von ca. 700 mm starken Aussenwand.In dem einen Gebäude war eine Stallnutzung der Bereitschaftspolizei, hier ist wohl mit einer erhöhten Wandbelastung mit Salzen zu rechnen.Die anderen beiden Gebäude hatten zuletzt eine Büronutzung.Die Gebäude stehen nun seit ca. 40 Jahren leer.

Ich muss nun für einen Investor überprüfen ob eine Wohnnutzung dieser Gebäude möglich ist. Daher ist natürlich eine Frage wie ich mit den Aussenwänden umgehe.Alle Häuser stehen unter Denkmalschutz und somit darf das äussere Erscheinungsbild nicht verändert werden, was eine Innendämmung als direkte Folge nach sich zieht.
Da zusätzlich Neubauten auf dem Gelände entstehen und diese aus ökologischen Gesichtspunkten in Holzbauweise entstehen sollen,würde ich diesen Gedanken auch gerne bei der Sanierung verfolgen. Ich hab hier im Forum und auch anderweitig mit dem Thema beschäftigt aber so 100 Prozentig bin ich mir noch nicht sicher. Also das Hauptproblem stellt ja das Tauwasser an der Innenseite des Mauerwerkes dar.
Nun habe ich mir folgenden Wandaufbau überlegt:

Aussen
Bruchsteinmauerwerk 700 mm
Hinterlüftung(Aussenluft) 30mm
Holzfasserdämmplatte (flexible) gesamt 200mm
Lehmplatte 35 mm
Lehmputz 2x3mm
Innen

Laut u-wert.de ist hierbei kein Tauwasser zu erwarten und ich erreiche einen u-wert von 0.22 was ja grundsätzlich sehr gut wäre. Jedoch ist das praxisgerecht?

2. Wandaufbau:

Bruchsteinmauerwerk 700mm
Holzfaserdämmplatte 80mm
Lehmputz 2x3mm

U-wert:0.44 und Tauwasser von 2.78 kg/m2
Ich denke der U-wert wäre für einen Altbau noch akzeptabel und ich hätte einen wesentlich kleineren Wandquerschnitt. Jetzt ist meine Frage ob diese Menge an Tauwasser über den diffusionsoffenen Wandaufbau abtransportiert wird?
Ansonsten bin ich für kreative Vorschläge offen !



Wandaufbau



Hallo Paul,
Erst mal: Eine solche Problematik sollten Sie nicht mit dem Glaser- Verfahren konzipieren sondern mit moderneren Simulationsprogrammen, die sicher Bestandteil Ihres Studiums sind.
Mich stört bei Ihrem Ansatz die Hinterlüftung mit Außenluft.
Erst mal ist das bauphysikalisch äußerst fragwürdig, dann ist das technisch schwer umzusetzen. Immerhin haben sie 70 cm Bruchsteinmauerwerk, durch die Außenluft hinter die Dämmung geführt werden soll. Für mich eine potentielle Pilzzuchtanlage mit angeschlossener Wandbewässerung, vor allem im Sommer. Im Winter eher eine Wärmepumpe mit Richtung Außenluft
Was die Dämmung an sich betrifft: Durch geschickte Platzierung von Nebenfunktionen an den Außenbereich, also die Außenwände, können Sie die Anordnung von Räumen des warmen Kernbereiches an Außenwände umgehen bzw. minimieren. Hauswirtschaftsraum, Gästeklo, Vorratsraum, Flur, Treppenhaus, Küche- die kommen mit niedrigeren Raumtemperaturen und damit geringeren Wärmeverlusten aus.
Mit An- bzw. Vorbauten kann man besonders wetterexponierte Wandbereiche aus der Außenhülle ausklammern usw.
So ein Problem kann man nur ganzheitlich als Teil der Gesamtaufgabe ansehen, Insellösungen können im Gesamtzusammenhang kontraproduktiv sein.

viele Grüße



Innendämmung



Welchen Abstand zur Außenwand?
Entweder richtig oder gar nicht. Richtig wäre ein zur Wartung begehbarer Abstand, der auch gleich noch die Installationen aufnehmen kann.
Gar nicht wäre entweder eine kapillaraktive oder eine dampfdichte Innendämmung, individuell für jede Wand geplant und nachgewiesen (aber bitte nicht mit Glaser).
Mensch, sie haben als Student Zugang zu den neuesten Technologien, da können sie sich mal richtig austoben.
Flexible Weichholzfaserdämmung, VIP, Foamglas, Aerogel, IQ- therm, Weichholzfaser in Lehmputz mit Wandheizung usw. usw.

viele Grüße