Scheune Lehmwellerbau - Sanierung

09.01.2006



Hallo ,

ich habe im südlichen Sachsen anhalt eine Scheune wie sie in der gegend typisch ist . Im kommenden Frühjahr steht die Sanierung an. im allegmeinen ist die scheune in einem schlechten zustand . ein teil des dachstuhles ist eingestürzt .

nun zum detail.
die hintere Wand ca. 12 m ist massiv gemauert aus ziegelsteinen - vermutlich in den 20ger jahren .
die vordere wand ist noch original lehmwellerwand .
eine seite wird durch einen Keller abgeschlossen ( Sandstein massiv) und die andere seitenwand ist nur hälftig vorhanden da früher ein druchgang vorhanden war.
die ecke und ein teil der vorderen lehmwellerwand hat nun wasserschäden , ausspülungen etc. - eben der teil ohne dach

die dachreparatur mit teilersatz des dachstuhles ist eigentlich kein problem - da kommt der Zimmermann - ebenso das decken des daches mit biberschwänzen sollte nicht die hürde sein.


mir geht es darum die vordere wand zu erhalten - erstens da der rest des dachstuhles noch darug sitzt und zweitens wegen der optik usw.

wie kann ich die lehmwellerwand nun reparieren ???

ich dachte so . die wand soweit wie möglich auf ein niveau
bringen - die große ausspülung herausschneiden und ebtweder ausmauern oder mit einem Fenster versehen - den rest der wand mit motorsäge gerade schneiden und darauf ersteinmal einen Ringanker setzen - mit U steinen die anchließend mit Beton ausgegossen werden.

darauf mit ziegelsteinen weiter die wand hochmauern und oben nochmals mit ringanker abschließen worauf dann der zimmermann den Dachstuhl montiert.

wie bekomme ich jedoch eine Verbindung vom ringanker mit dem Lehm hin ?
oder sollte man lieber mit Holz arbeiten auf dem lehm.
oder doch einfach auf dem lehm mit hohlblocksteinen draufmauern - wie schon manchmal gesehen.


hat jemand schon einmal an so wänden im bereich sachsen anhalt gearbeitet ?



Hallo,



komme zwar aus Thüringen, habe aber solche Sanierugen schon gemacht. Der erste Teil deiner Sanierung ist ertmal herforragend. Genau so wie du es Beschrieben hast solltest du auch vorgehen. Den losen Strohlehm entfernen, aber nicht von der Baustelle, da er noch gebraucht wird. Dan die Lehmwellerwand mit Lehmsteinen im Mauerwerksverband bis auf Oberkante bestehender Wellerwand aufmauern. Nur wieso willst du jetzt das Material wechseln, es hat wohl nicht lange genug gehalten? Wiso nimst du nicht das geborgene Material, mischt dir mit Hilfe eines Lehmbauers das fehlende an, und restauriest die Wand nicht mit Strohlehm. Auf der bestehenden Lehmwellerwand hält das Dach doch auch ohne Betonringanker. Auf diese Art kanst du die Aussenfassade komplett erhalte und innen kanst du wenn du das Mauerwerk nicht als Sichtmauerwerk ausgeführt hast einen Lehmputz aufbringen. Lehmige Grüsse Martin



Das würde ich....



aber mal genauso sehen.
Beton ist kein schlechter Baustoff, ein Ringanker kann was nütze sein, aber alles da wo es hingehört.
Setze Dich doch mal mit Schloß Trebsen (ist zwischen Leipzig und Grimma) in Verbindung. Dort sitzt im Umweltzentrum Sven Björessen. Der kann Dir mit Lehmbaufirmen im Umfeld weiterhelfen.
http://www.schloss-trebsen.de/stbu9.html
Im Südraum Leipzigs gibt es jede Menge Wellerbauten, daher gibts dort auch schon einiges an Erfahrungswerten.
Grüße aus Leipzig von
Martin Malangeri



Schulterschluß



Die Vorredner gaben da schon so die Richtung vor, doch sollte eben eine gute Vor-Ort-Analyse bzw. Besichtigung erfolgen.
Materialmix ist ungesund, zumindest was die starren Produkte (Beton, Zemente etc.) betrifft. Außerdem noch die thermisch unterschiedlichen Verhaltensweisen.
Sollte Eurer seits Interesse bestehen, dann könnten wir uns der Sache auch einmal gemeinsam widmen.
Unsere Wege gehen schon bis in die Uckermark oder Richtung Bodensee.

Grüße zum Lehm
Udo





erstmal vielen dank für die antworten ,

die materie ist nicht einfach aber wir sollten nicht vergessen das es sich um eine scheune handelt - bei einem Wohnhaus sieht die sache schon anders aus.

der aufwand muß ja auch im verhältnis stehen und eine völlig originalgetreue sanierung geht sowieso nicht wegen schon vor meiner zeit vorgenommenen sanierungen .

ich halte es für einen glücksfall eine wand mit so langer geschichte stehen zu haben und möchte so viel wie möglich erhalten.

hauptanliegen meiner frage ist jedoch - wie gehe ich nun mit herkömmlichen materialien an den lehm heran.

einfach eine Mauer auf die vorhandene Lehmwand aufmauern wird wohl nicht halten da kein verbund.

lehmsteine aufmauern wäre eine variante

oder denke ich falsch - und sollte die lehmwand einfach wie eine betonwand sehen.
mir fehlt einfach etwas vertrauen in diese durchnäßte lehmwand .

der ringanker aus beton sollte meiner meinung nach der wand stabilität geben und dem mauerwerk darüber auch . ebenso der ecke die wohl auch schon einen riß von innen hat.

wie gesagt so weit wie möglich Plan schneiden und darauf erstmal einen ringanker - oder gleich mit hohlblocksteinen
aufmauern.gewichtsmäßig kommt ja eine menge auf die wand drauf

ich meine es wurde doch bestimmt schon öfter mit beton und ziegelsteinen diese alten lehmbauten teilsaniert.
welche probleme treten dabei häufig auf
ich habe hauptsächlich angst wegen der gesamten stabilität
und wegen irgendwelchen spannungen die letztlich dann die gesamte wand gefährden
denn das dach ist ja auch nicht ohne aber ich denke da wird auf der wand nicht sonderlich viel last liegen bei der dachkonstruktion

glücklicherweise ist durch ein ordentliches Fundament keine feuchtichkeit von unten zu beobachten



Materialmix



Die Feuchte Lehmwand ist in dem derzeitigen Zustand erst einmal zur völligen Durchtrocknung zu bringen. Dachbaumaßnahmen sind da schon der wichtigste Part.
Erst wenn dies erfolgte, kann man sich an statisch möglicher Lösungen wagen.
Beton und Ziegel bleiben aber stets eine unzumutbare Sybiose, obwohl es ja tausendfach vorgefunden wird.
Aber eben die Haltbarkeit!!
Vielleicht einmal darüber nachdenken, die Dachkonstruktion im Bereich dieser Stampflehmwand bzw. Wellerwand über innenliegende Holzstützen abfangen und nachher mit Lehmsteinen die Traufbereiche schließen.

Grüße



Materialmnix



Bei Lehmbaute3n sollte unter allen Umständen vermieden werden. Auch kann ich diese Ängste wegen der schlechten haltbarkeit von Lehm absolut nicht Nachvollziehen. Die betroffene Wand dürfte doch wohl mind. 120 Jahre alt sein, und sie steht trotz fehlendem Dach noch. Wi9e lange ist das Dach in Teilbereichen schon weg. Gemauerte Wände halten so was max. 10 Jahre durch, dan hat sie in unserern Breitengraden der Frost im Winter so stark Beschädigt das nur naco abgerissen werden kann. Bitte nochmal über eine sinnvolle Sanierung, im eigenen Interresse, nachdenken. Beton und Holblocksteine sind schell eingebaut, an den Folgen hat mann viele Jahre abzuzahlen. Bei interresse helfen wir gerne vor Ort berührungsängste abzubauen. Mit lehmigen Grüssen Martin