Deckenaufbau Stahlträger-Gewölbe BJ1930 trotz Feuchtigkeit




Guten Tag die Damen und Herren,
ich lese jetzt schon seit einiger Zeit hier regelmäßig im Forum und bin immer wieder beeindruckt von den guten Lösungen, die hier erarbeitet werden.
Nun haben wir vor vier Wochen unser eigenes Projekt gekauft und einige Probleme festgestellt für die jemand vielleicht eine gute Idee hat.

Leider habe ich keinen passenden Fall gefunden an dem wir uns orientieren könnten.

Zum Haus:

BJ 1930 Backstein mit vermutlich Bruchsteinkeller (2,2m Deckenhöhe). Wie das Mauerwerk vom Keller genau beschaffen ist, finden wir demnächst raus. Der Keller ragt 0,5m aus dem Boden und dann kommen 3 Vollgeschosse. Die Außenwände sind wie gesagt gemauert - die Innenwände größtenteils ausgemauertes Fachwerk. Der Keller ist kühl aber nicht kalt – auch bei Minusgraden.
Einige Probleme haben wir schon gefunden und teilweise auch beseitigt. Der Keller ist feucht (wie überall in der Nachbarschaft und bei dem Baujahr) und das ist kein Problem. Wir wollen ja kein Wohnzimmer im Keller einrichten. Die hohe Feuchtigkeit im Keller kommt aus unserer Sicht aus mehreren Quellen. Wir haben neben einem mit Wasseradern durchzogenen Hang, an dem das Grundstück liegt, mindestens ein schon länger defektes Wasserrohr zu einem Nebengebäude und vermutlich auch eine Leckage die mit der Dachentwässerung zusammenhängt. Zumindest lässt sich das mit Messungen im Keller eingrenzen. Die defekten Rohre kann man reparieren und wenn wir im Sommer den Keller ausgegraben haben, können wir sehen was gemacht werden muss und kann.
Verschlimmbessert wurde das Feuchteproblem dadurch dass der Keller innen komplett mit Feuchtraum-Rigipsplatten verkleidet und mit Teppich auf Linoleum ausgelegt. Die Fenster wurden mit Plastikfolien zugeklebt und abgedichtet. Von außen wurde der Sockel ca. 1m hoch verklinkert und vorher mit Zementputz verputzt. Die Wandverkleidungen Innen und die Klinker haben wir schon entfernt, der Putz folgt zeitnah. Die Kellerwände wurden so gut „abgedichtet“, dass die Feuchtigkeit bis ins EG (ca. 1m hoch) gestiegen ist. Die Innenwand im EG wurde dann mit einer Bahn Dachpappe verkleidet und hinter einer Trockenbauwand versteckt.
Massiv ist die Feuchtigkeit nur an einer Außenwand. Vermutlich weil hier Natursteinplatten (als Gehweg) gut verfugt und mit Silikon gegen den Sockel abgedichtet wurden – so dass ja kein Wassermolekül den Weg aus der Wand bzw. dem Boden findet. Eher noch hinein…

Wir haben an der ehemals verkleideten Innenwand im EG jetzt den Putz und den Bodenbelag im gesamten Raum entfernt. Neben Folie, Sand zum Höhenausgleich, Holzfaserplatten, Linoleum, Teppich und Laminat mussten auch die trockenen Dielen weichen (wegen mehrerer mit Beton aufgefüllte Öffnungen und Luftkanälen im Boden aufgrund einer ehemalige Warmluftheizung im ganzen Haus). Die waren mit „Bälkchen“ (max. 8er) vernagelt, die auf einer „Dreck“-Schüttung (Schlacke, Holzreste, Kehricht, etc. pp – nichts definierbar Durchgängiges) lagen. Nachdem die Schüttung weg ist, kommt die eigentliche Decke zum Vorschein. Es sind, wie von unten vermutet, Doppel-T-Träger mit gemauertem Gewölbe (Foto vom ausgekofferten Wohnzimmer). Die Balken lagen IN der Schüttung nicht auf den Balken.
Die Schüttung an der feuchten Wand war, wie auch die beiden äußeren Balken, spürbar feucht.

Der Plan:

Den unteren Bereich der Außenwand und auch 1m ins Haus rein ca. 20cm breit einschalen und mit Estrich-Beton einen U-förmigen Sockel als Basis für den neuen Boden im feuchten Bereich betonieren. In den Beton soll ein Zusatz, der verhindert dass Feuchtigkeit durchdringt. Das funktioniert an anderer Stelle als kapillarbrechende Schicht auch schon seit Jahren. Auf diesen Sockel soll eine neue Wand vor die Außenwand gemauert werden, die die Wand begradigt und den Kaminvorsprung kaschiert.

Voraussetzungen für den neuen Boden:
Die noch im Randbereich feuchte Decke und die Außenwand im EG trocknen nachhaltig ab und wir beseitigen mittelfristig alle mittel- und unmittelbaren Feuchtequellen.

Bodenaufbau:
1. 40mm Lagerhölzer AUF die Träger um über die Kappen zu kommen
2. Balken AUF Lagerhölzer und in die Zwischenräume Perliteschüttung
3. 2 Lagen 15er OSB Platten
4. 15mm Eiche Dielen mit Nut & Feder

oder

1. 40mm Lagerleisten auf die Träger
2. Ausgleichsschüttung bis 30mm über die Kappen auf den Lagerleisten abgezogen
3. Balken auf den Lagerhölzern und der Ausgleichsschüttung auflegen
4. Zwischen den Balken mit Perlite auffüllen
5. 2 Lagen 15er OSB
6. 15mm Eiche Dielen mit Nut & Feder

Frage

1. Liege ich richtig mit der Vermutung, dass wir die Balken nicht einfach auf die Träger legen können, da wir damit die Statik verändern würden, sondern eine lastverteilende Ausgleichsschüttung brauchen?
2. Können wir unter der Voraussetzung, dass wir den Grund für die Feuchtigkeit im EG beseitigen, auf eine Folie verzichten. Diese sollte ggf. die neuen Balken schützen bis sich die Feuchtigkeit in die untere Kellerwand zurückgezogen hat? Ich würde den Aufbau gerne nahe an den Ursprungzustand bringen und den Damen des Hauses warme Füße ermöglichen.
Es wäre super, wenn mich jemand vor Fehlern warnen würde. Ich tue mich gerade etwas schwer mit der Entscheidung, da wir die aktuelle Feuchtigkeit ignorieren würden. Leider können wir nicht abwarten, bis die Feuchtigkeit den ursprünglichen Weg aus dem Gebäude gefunden hat und die Decke abgetrocknet ist.



Foto vom ausgeräumten Wohnzimmer


Foto vom ausgeräumten Wohnzimmer

hier mal der betroffene Bereich nach dem Entfernen des Fußbodens.



Foto vom ausgeräumten Wohnzimmer


Foto vom ausgeräumten Wohnzimmer

hier der stark betroffene Bereich in der Außenecke.



Foto vom ausgeräumten Wohnzimmer


Foto vom ausgeräumten Wohnzimmer

so wurde die Wand "vor dem Austrocknen geschützt".