Außenwand mit Feuchtigkeit

23.10.2005



Hallo Forum,
Ich suche ein paar Meinungen zu folgendem Thema.
ich habe eine Feuchte Außenwand in einem Gebäude BJ 1892.
Das Gebäude im Villenstil mit Stuckfassade und Holzbalkendecke war im 2.WK ausgebrannt. Im Wiederaufbau 1955 hat man die beschädigten Stuckfassaden abgeschlagen, Außenseiten verputzt und Decken mit Stahlbetonholdielen mit neuen veränderten Geschoßhöhen eingezogen.

Die feuchte Außenwand, Giebel b/h ca. 12/12 m hoch hat den folgenden Aufbau
2 cm Außenputz mit Gewebeeinlage (Kein WDVS
25 cm Mauerwerk NF (außen)
ca. 5 cm Luftschicht
12 cm Mauerwerk ( mit Bindersteine zur 25er Wand)
1.5 cm Innenputz (sehr weich bröselig)

U ca. 1.27 W/(m²/K) (mit lambda MW = 0.81)

Die Feuchtigkeit tritt im EG (Hochparterre 1.50 m über OK Gelände) im Bereich bis ca. 1.00m über dem Fußboden auf.
Dort endet die Luftschicht im Mauerwerk. Die Kellerwand ist deutlich dicker, KG/Souterrain unbeheizt/nicht bewohnt.
In ca. 7 m Höhe über OK Gelände sind über die gesamte Wandlänge ca. 7 Lüftungsgitter b/h=20/20 cm in der 25er Außenwand verteilt, jedoch keine Lüftungsöffnungen im Wandfuß.
Die Wand ist Wetterseite, bei Schlagregen läuft Wasser an der Fassade ab.

Grundsätzlich gab es in der Tauperiode im Knoten Wand/Fußboden immer Feuchtigkeit die ich der Wärmebrücke in diesem Bereich zuordnen würde.

In diesem Jahr ist jedoch im Zeitraum seit Juli massive Feuchtigkeit innen aufgetreten, d.h. Tapete innen war so feucht dass man sie einfach abziehen konnte + Schimmel auf Wandoberfläche.
Im dem Zeitraum gab es mehrere länger dauernde starke Regenfälle!

In der vorliegenden Form ist das Problem in den vergangenen 3 Jahren nicht im “Sommerhalbjahr“ aufgetreten.

An der Wandinnenseite habe ich in die 12er Mauerwerkswand eine Öffnung b/h = 40/80 cm geschaffen. Die Luftschicht ist in diesem Bereich teilweise durch Mörtelreste und Mauerwerksbruch verstopft.

An der Oberfläche der 25er Außenschale bilden sich an einzelnen Steinen Wassertropfen.

Folgende Überlegungen habe ich zu der Situation und den auftretenden Schäden, allerdings bin ich mir bei allen Überlegungen nicht sicher ob ich die richtige Ursache habe!

1) Die Lüftungsöffnungen sind nutzlos.
Zum einen fehlt ein Lüftungsstein am unteren Wandbereich, zum anderen wäre im Fall einer hinterlüfteten Konstruktion zwischen innen und Außen nur noch die 12er Innenschale.
Ich gehe davon aus, dass diese Öffnungen ohne Sinn und Verstand irgendwann mal in die Wand eingebaut wurden in der Hoffnung so Feuchtigkeit aus der Wand zu bekommen.

2) Annahme: Die Wand besitzt keine Dichtigkeit gegen Schlagregen.
Die Feuchtigkeit trat außerhalb der Tauperiode auf, verstärkt “in“ und “nach“ einem Sommer mit starken Regenfällen. Die wassergesättigten Steine erhöhen außerdem die Wärmebrücke im Winter.

3) Im Hohlraum fließt möglicherweise Wasser bis zum Fußboden EG. Da die Luftschicht dort endet reichert sich das Wasser dort an und führt zur Feuchtigkeit/Schimmel an der Wandinnenseite.

4) Gegenüberlegung:
Der Außenputz (mit Gewebe) sieht oberflächlich dicht aus und schein erst vor einigen Jahren aufgebracht worden zu sein.
Wenn der Putz sehr dicht ist schließ er möglicherweise das Wasser in der Wand ein, bzw. innenseitig herabfließendes Wasser, dass sich dort anreichert (vergl. 3) wird eingeschlossen
Wenn das Wasser aber nicht durch die Außenseite kommt, woher dann???.
Die 7 Lüftungsöffnungen???
Tauwasser ??? -> Schadensbild trat aber im Sommer auf.


Hinsichtlich der Sanierung -> Überlegungen

I) Putz nur erneuern geht nicht, würde bedeuten nach ENEV Wärmedämmung aufbringen damit U Wand <= 0.35 W/(m²/K)
Wäre aus meiner Sicht die effektivste und auch kostenintensivste Variante. Hätte aber dann den Vorteil, dass die Wände warm + schlagregendicht wären.
(Wenn die Feuchtigkeit aber nicht von außen kommt vollkommen nutzlos!)

II) Andere Meinungen die ich zu diesem Thema bekommen habe gehen in Richtung Calciumsilikatplatte innenseitig aufbringen. Soll bei der Sanierung von schlecht gedämmten MW-Bauten eine mögliche Variante sein um die Wärmedämmung zu verbessern und die Feuchtigkeitsproblematik zu entschärfen.
Aber wenn die Feuchtigkeit durch den Schlagregen kommt habe ich damit ja eigentlich nichts gewonnen!

Ich wäre euch dankbar zu meinen Überlegungen Hinweise, Meinungen von euch zu bekommen.

Danke O.Roscher



Nicht am verkehrten Ende sparen



Ich würde bei so einer Komplexheit doch mal zu einem Gutachten mit Lösungsvorschlag raten, da Sie sonst eventuell sehr viel löhnen müssen, wenn Sie sich aus vielen Einzelmeinungen eine eigene bilden.
Soll nur ein guter Rat sein. Nehmen Sie sich beispielsweise einen bekannten Fachmann. (www.dhbv.de)



Außenwand mit Feuchtigkeit



Hallo Herr Roscher,
Feuchtigkeit in und an Gebäuden muß mit sehr viel Augenmaß begutachtet werden. Um nicht ein Vermögen für manchmal nicht ausführbare Gutachten auszugeben, würde ich Ihnen vorschlagen einen Praktiker zu fragen. Wenn Sie unsere homepage öffnen -www.dry-tech.de- finden Sie unter Vertriebspartner für Berlin Werner Gensky . Rufen Sie ihn an und Sie erhalten wirkliche Hilfe, denn er ist wirklich ein Fachmann.
Mfg Frank Tabatt www.bau-sanierung-tabatt.de



Welches Verfahren zur Trockenlegung



Leider sind auf diesem Gebiet viele Anbieter unterwegs die nur den Gewinn im Auge haben. Die Bauphysik wird selbst in der DIN gewinnbringend ausser Acht gelassen (z.B: DIN 4108-Wärmeschutz im Hochbau, DIN 18195-Bauwerksabdichtungen - Nichtbeachtung der natürlichen Bauphysik)
In www.wohnhaus-kompetenzzentrum.de ist unter Fachthemen eine kurzer Vergleich üblicher Verfahren.
Bernd Lehmann
Verein "Gesundes Wohnhaus" Chemnitz



Welches Verfahren zur Trockenlegung



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Verein "Gesundes Wohnhaus" Chemnitz