Sockel-Aussenabdichtung kontraproduktiv?

22.03.2012



Hallo Allerseits,
wir wurden etwas verunsichert in Sachen Sockelabdichtung, weshalb ich lieber einmal zu viel Frage als mir mehr Ärger als nötig einzuhandeln. ;)

Unser EFH Baujahr ca. 1930 soll endlich wieder mit einem Weg zur Eingangstür erschlossen werden. Da dieser Weg entlang einer Giebelwand verlaufen soll, hatten wir uns entschlossen an dieser Wand den Sockel außen neu abzudichten. Innerhalb des Hauses sind keine Feuchtigkeitsprobleme zu verzeichnen. Wir handeln also eher für den Fall der Fälle, um, sollte er eintreten, nicht nochmal den Weg aufreißen zu müssen.

Das Haus ist teilunterkellert, wobei an dieser Giebelwand keine Kellerseite anliegt. Somit reicht der Backstein-Sockel nur 0,6 m ins Erdreich. Das Erdreich ist Lehmboden. Wir haben keine Bodenplatte oder Ähnliches. Irgendwann fängt einfach im Boden die erste Ziegelreihe an und so wächst das Haus nach oben. Zudem ist es ein zweischaliges Mauerwerk. Zwischen den Schalen ist Luft.

Der Ist-Zustand: Wir haben entlang des Sockels das Erdreich ausgehoben. Es waren teilweise noch Reste der alten Teer/Bitumen-Abdichtung zu verzeichnen. Was wir aus dem Familienkreis in Erfahrung bringen konnten, handelt es sich höchstwahrscheinlich um die Abdichtung aus der Hauserrichtung, also 1930. Diese Reste waren weder vollflächig noch besonders fest am Mauerwerk, sodass wir sie entfernten und bis auf ein paar sehr feste Fitzel eine blanke Backsteinwand nun haben. Vorhandene Löcher, „ausgewaschene“ Fugen etc. wurden mit Zementmörtel neu ausgefüllt.

Der Plan war nun eine neue Bitumen-Dickbeschichtung aufzutragen. Im Baumarkt angekommen riet uns der Fachberater aus der Baustoffabteilung jedoch energisch davon ab. Seine Begründung:

Dem Backstein macht es nichts, wenn er Feuchtigkeit zieht. Würden wir allerdings die Wand von außen versiegeln, würden wir dem Backstein die Fähigkeit nehmen, sich in ausreichendem Maße wieder der Feuchtigkeit zu entledigen. Denn diese würde er mangels abgedichteter Bodenplatte immer noch von unten aufnehmen. Er riet dazu das blanke Mauerwerk so zu belassen und den Aushub wieder in den Graben einzubringen. Auf unsere Frage, weshalb wir eine alte Abdichtung vorgefunden haben, meinte er nur, dass dies wohl eine Untat der 60ger bzw. 70ger Jahre gewesen sein muss.

Wir schätzen diesen Baumarkt aufgrund seiner sonstigen kompetenten Beratung sehr und im Endeffekt wurden wir von diesem Mitarbeiter quasi zum Nicht-Kauf angestiftet. Dennoch können wir uns beim besten Willen nicht vorstellen, dass es dem Mauerwerk gut tut dauerhaft dieser Feuchtigkeit ausgesetzt zu sein. Ebenfalls anzumerken ist, das eben diese Wand unsere Nordseite ist, der Lehmboden dort entsprechend relativ gesehen am feuchtesten ist, weil Sonneneinstrahlung selten dort stattfindet.

Liegt er nun richtig? Teilweise richtig, weil die Vertikalabdichtung einfach unzureichend ist? Oder können wir wie angedacht fortfahren? Was meint ihr?

Auweia, ist leider sehr viel Text geworden. Ich hoffe trotzdem das der ein oder andere vielleicht ein kurzes Statement bzw. seine Meinung uns schreibt. Bei dem schönen Wetter am Wochenende wäre es ein Jammer nicht weiterzuarbeiten.
Schöne Grüße aus Berlin ?



recht oder unrecht



Hallo

der gute Mann hat m.E. recht mit seiner Äusserung.

Ich hätte auch nicht Zementmörtel in die Fugen, würde den Sockel Freilegen und mit SP50 von solubel verputzen, Schotterpackung davor und einen Weg nicht mis direkt an die Wand, Abstand ca. 30 cm Kiesstreifen.

FK